Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “September, 2012”

Beinwärmer

Hier kommt nun die Auflösung der Frage, womit ich die vergangene Woche verbracht habe.

Ein Teststück ergab, dass die Sockenwolle mir doch zu dünn für Beinstulpen war und nun zu einem Paar fngerloser Handschuhe verarbeitet wird. Deshalb habe ich für die Beine nun die Reste des Eulenpullovers vom letzten Jahr verarbeitet – Diese wurden von zwei vollständigen und drei angebrochenen Knäulen auf ein angebrochenes Knäuel reduziert. Vielleicht reicht dieser Rest wiederum sogar noch für ein Stirnband.

Die Beinform ist durch Ausprobieren entstanden, das keltische Knotenmuster stammt von Ravelry und ist gratis hier zu finden: http://www.ravelry.com/patterns/library/cabled-mug-cozy-2

Die Wolle ist die Ökowolle von Wolle Rödel, gestrickt wurde mit einem Nadelspiel der Stärke 6 und einer Zopfnadel.

Es ist gar nicht so einfach, seine eigenen Beine zu photographieren…

Location Scout

Heute Neues zum Thema ‚Der Mad Scientist lernt bloggen‘: Die Suche nach der richtigen Location für gute ansprechende Fotos
Mein WG-Zimmer ist ein langer Schlauch mit einem Fenster und einer Terrassentür an der Schmalseite und liegt im Erdgeschoss mit einer hohen Hecke vor der Nase. Das bedeutet, dass die Lichtverhältnisse selbst am hellichten Tag alles andere als optimal sind – zu erkennen an den bisher recht murksigen Fotos auf denen man nicht wirklich was erkennt. Also habe ich mir heute Iron Girl geschnappt und mich auf die Suche nach einer besseren Location gemacht.

Erster Versuch: Die Terrasse

Leider ist dank des Balkons der Etage drüber dort auch kein wirklich gutes Licht – was an Sonne hinkommen würde, wird größtenteils wieder von der Hecke und dem Haus gegenüber gefressen.

Zweiter Versuch: Der Parkplatz hinterm Haus

Eigentlich ist der Ort perfekt – guter Lichteinfall, eine schöne Kletterpflanzenbehangene Mauer als Hintergund und vor allem viel Platz. Der einzige Nachteil ist, dass ich Iron Girl jedes Mal durchs Treppenhaus schleppen muss. Na ja, dann haben meine Yuppie-Nachbarn wenigstens was zu gucken. Zum Vergleich hier nochmal ein Korsettfoto von der neuen Location:

Damit kann ich definitiv leben. Die nächste Aufgabe ist es nun, Gimp soweit zu verstehen, dass ich eine vernünftige Bildbearbeitung hinbekomme.

Zusätzlich gab es noch das geplante Armband aus allerlei grünen Stein- und Glasperlen:

Mit Dampfkraft zum Klischee

Manchmal muss Kitsch einfach sein.

Der Laughing Moon-Korsettschnitt lag schon ein paar Jahre bei mir herum und als vor einiger Zeit mein gekauftes schwarzes Standard-Satinkorsett endgültig aus dem Leim gegangen ist habe ich beschlossen, dass es Zeit für ein paar neue Korsetts ist. Eines davon sollte ein Steampunk-Klischee-Korsett werden. Ich weiß, der Look ist mittlerweile ziemlich ausgelutscht, aber eigentlich gefällt er mir sehr gut und man muss ja nicht gleich die Captain Obvious-Keule herausholen und alles mit Zahnrädern zutackern.

Der Oberstoff ist ein fester brauner Baumwollstoff mit feinen blauen Nadelstreifen und dementsprechend habe ich mich für blaue Kontrastnähte entschieden. Das Schrägband für die Kanten und die Korsettschnur werde ich mit Textilfarbe in einem passenden Blauton färben.  Dazu kommen noch eine goldfarbene Schließe und goldene Schnürösen.

Zur Zeit bin ich damit beschäftigt, diversen Kram auf den Oberstoff zu nähen. Da ich allgemein auf nautische Motive stehe und Blau schon im Stoff enthalten ist, werde ich das Ganze grob im Thema ’20 000 Meilen unter dem Meer‘ halten. Mit Stecknadeln auf Iron Girl getackert und mit meiner fast antiken Digitalkamera fotografiert sieht es bisher so aus:

Da muss natürlich noch viel mehr Zeug drauf – wenn schon, denn schon!

Ich habe auch noch nicht den blassesten Schimmer, wann und wo ich das gute Stück jemals anziehen soll, aber ich habe Spaß beim Nähen und das ist die Hauptsache. In diesem Sinne – Captain Nemo, klar zum Tauchen!

Beute

Ja, ich war mal wieder böse und habe Material gekauft. Aber es ist alles schon für feste Projekte verplant. Großes Indianerehrenwort.
Da ich zur Zeit nur Großprojekte produziere, brauche ich noch eine Beschäftigung für unterwegs. Vor ein paar Wochen habe ich mir ein paar feste Winterstiefel in Braun gegönnt, ein Alltags-Steampunk-Traum aus rustikalem Leder mit Nietenverzierungen. Da ich von der Natur leider nicht mit schlanken Waden gesegnet bin, passen mir Stiefel nur mit extraweitem Schaft, sodass ich meistens bei knöchelhohen Modellen lande. Was, wenn man wie ich am liebsten Röcke trägt, bei Minusgraden trotz Strumpfhose schnell mal frisch am unteren Bein wird. Die Lösung des Problems ist einfach und heißt Stulpen. Da meine bisherigen Paare schwarz und türkis sind habe ich der örtlichen Filiale von Wolle Rödel einen Besuch abgestattet und zwei Knäule Docht-Sockenwolle mit wunderschönem braunem Farbverlauf mitgenommen, die jetzt zu Beinwärmern mit keltischem Knotenmuster werden sollen.
Nach dem Wolleinkauf folgte ein Abstecher zum Perlenladen, wo ich mich mit matten olivfarbenen und schillernden rotbraunen Rocailles für die Folk-Bluse eingedeckt habe. Passende silberne Ornamente habe ich leider nicht gefunden, dafür wollten noch ein paar runde Howlitperlen mit. Der Plan sieht hier ein Armband vor, im Stil der Buddha-Armbänder die vor gut zehn Jahren mal modern waren. Und die Macht flüstert mir ein, dass mich die Suche nach passenden Silberteilen für die Bluse in den Baumarkt führen wird.

Außerdem gibt es Fortschritte beim Kalender – ein Engel ist hinzugekommen. Langsam sorgt das Wetter ja auch dafür, dass Weihnachten einem nicht mehr völlig abstrakt vorkommt.

Hogfather

Ich bin ein Mensch, der grundsätzlich mehrere Handarbeitsprojekte gleichzeitig beackert – zur Zeit nicht weniger als fünf. Nach und nach werde ich sie hier vorstellen. Den Anfang machte die Folk-Bluse, heute kommt ein Langzeitprojekt – der Adventskalender für mein Patenkind.

Als Kind habe ich in meiner ersten Adventszeit einen aufwendig von meiner Tante handbestickten Adventskalender bekommen, an dem 24 Stoffsäckchen mit aufregender Füllung hingen. Selbigen lasse ich mir auch weit jenseits des Kindesalters jedes Jahr wieder von meiner Mutter befüllen und freue mich in der Adventszeit über mein tägliches Stück Schoki. Für manche Dinge wird man einfach nie zu alt.

Hier ein erster Eindruck vom Nikolaus (oder Hogfather für die Freunde der Scheibenwelt) in der linken unteren Ecke:

NIkolaus

Das Motiv stammt aus einer Brigitte von 1974. Meine Mutter hat einen ganzen Ordner voll mit alten ausgeschnittenen Handarbeitsanleitungen von 1970 bis 1985, den ich gelegentlich mal plündere. Eine wahre Fundgrube für das Retronautenherz.

Irish Flag

Und weiter ging es mit dem Besticken in den irischen Nationalfarben. Heute waren Ärmel und Kragen dran.

Seltsamerweise ist der dazugehörige Ohrwurm kein Folk-Stück, sondern Kriminal-Tango von den Toten Hosen.

Irische Farben

Und irgendwann muss ich nochmal rausfinden, warum meine Kamera bei künstlichem Licht immer Interferenzmuster auf helle Stoffe macht.

Folk up your backside

Am 6. Oktober feiert eine befreundete Folk- und Mittelalterband das Erscheinen ihrer neuen CD und da stellt sich natürlich die Frage: Was ziehe ich an? Und da ich nur einen ganzen Kleiderschrank voller nichts anzuziehen besitze muss natürlich eine neue Klamotte her. Nach einigem Überlegen und der Erkenntnis, dass noch 3,5 m naturfarbenes Leinen in meinem Stofflager herumfliegen habe ich mich für eine Bluse mit einer Stickerei auf dem Rücken entschieden.

Hier kommt eine weitere Protagonistin dieses Blogs ins Spiel: Iron Girl, meine Schneiderpuppe.

Iron Girl wohnt seit knapp anderthalb Jahren bei mir und trägt brav und ohne zu murren meine jeweiligen im Entstehen begriffenen Nähprojekte. Ihren Namen verdankt sie dem Größenverstellrädchen in ihrer Brust, das meinen Mitbewohner an einen gewissen Marvel-Superhelden erinnerte.

Zur Zeit sieht die Bluse so aus: Alle Abnäher sind mittlerweile gesteppt und der Torso ist zusammen genäht. Die Ärmel stecken nur probeweise dran und der Kragen fehlt noch komplett.

Bluse von vorn

Die Stickerei, nach dem Entwurf einer guten Freundin, ist auch schon in den Grundzügen vollbracht und ziert nun die Rückseite. Bisher sieht es allerdings meiner Meinung nach noch etwas kahl aus, denahlb muss auf jeden Fall noch mehr Verzierung dran.

Schwertstickerei

Die passenden Knöpfe habe ich auch schon ausgesucht. Ich mag Metallknöpfe – sie sind viel abwechslungsreicher als Plastikknöpfe.

Knoepfe

Und damit habe ich heute gelernt, wie man Bilder in Blogposts einfügt und Kategorien und Tags setzt. Langsam wird es was.

Es geht los!

Auf das ausdauernde Bitten einer gewissen Person hin gibt es mich nun auch online zu lesen. Viel gibt es noch nicht zu sehen, da ich mich erstmal mit der hohen Kunst des Bloggens vertraut machen muss, aber ich kann schon mal grob benennen, was den geneigten Leser hier erwarten mag. Ein Großteil der Beiträge wird dem Handarbeiten und anderer Selbermacherei gewidmet sein, hin und wieder werden sich vermutlich auch Buchrezensionen, Weltenbasteleien, Whisky-Verkostungen und worauf ich sonst gerade Lust habe einschleichen. Das Bloggen ist für mich wie ein komplett neues Experiment – Man weiß nie, was am Ende herauskommen wird.

Liebe Grüße, euer Mad Scientist

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