Zum Anker und Oktopus

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Archiv für den Monat “Februar, 2013”

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 4

Heute: Geralt der Waldläufer

 

Meine erste Tat war das Verkaufen diverser im Verlauf der letzten Spielsession gesammelter Beutestücke, da ich mich schon wieder haarscharf an der Grenze zur Überlastung befand. Derart erleichtert und mit Geld ausgerüstet machte ich mich auf die Suche nach einem Rezept für Kartätschen, das ich schließlich, nachdem ich vergeblich jeden Händler in ganz Flotsam abgeklappert hatte, bei Cedric dem dauerbetrunkenen Elfen auf dem Wachturm bekommen konnte. Cedric und sein Freund Seherim sind die einzigen Elfen der gesamten Gegend, die nicht missgünstig sind. Seherim ist nur leider nicht besonders gesprächig, weil vor einem knappen Jahr seine Geliebte Moril spurlos verschwand. Ich hoffe, dass er noch mal mit mir darüber redet, denn ich wittere dort eine Quest.

 

Mit dem Rezept ausgerüstet habe ich mir erstmal 15 Bomben gebaut, in der Hoffnung, dass das zum Sprengen der Necker-Tunneleingänge reichen müsste. Jetzt musste ich besagte Tunneleingänge nur noch finden – Also machte ich mich mit dem Silberschwert in der Hand auf einen ausgiebigen Waldspaziergang. Um es schon mal im Voraus zu sagen – ich habe alles Mögliche gefunden, nur keine Neckertunnel die ich hätte in die Luft jagen können.

Fundsache Nummer 1 war eine Elfenruine mit einer Statue zweier Liebender und einem prächtigen Rosengarten. Ein schmaler Gang führte zu einer brüchigen Mauer, die sich mit dem Aard-Zeichen einreißen ließ und hinter der ein ziemlich opulent wirkender Raum lag. Leider lief ich beim Versuch, den Raum zu betreten, ständig gegen eine unsichtbare Wand. Das schreit geradezu danach, dass die Anlage noch mal für eine Quest wichtig wird.

Mehr zufällig fand ich noch eine Höhle hinter einem Wasserfall, in der sich eine Menge Necker herumtrieben. Juchu, Erfahrungspunkte! Ein langer Gang führte immer tiefer in den Berg und immer wieder sprangen mich Necker an. Da ich es ja nun halbwegs drauf habe, habe ich sie Ratz-Fatz mit meinem Silberschwert erledigt. Am Ende erwartete mich ein Ungeheuer namens Moderhaut, das zwar zäh war, aber meinen starken Schwerthieben letztendlich doch nichts entgegen setzen konnte. Leider explodierte es am Ende des Kampfes in einer ekligen Wolke, der ich, geübt von den Bloedzuigern im ersten Spiel, gerade noch ausweichen konnte. Hinter der Moderhaut erwartete mich – Jippie! – die fehlende Zutat für den Anti-Kayrangifttrank. Damit wäre das auch gleich erledigt.

Wieder raus aus der Höhle beschloss ich, noch zu gucken, was sonst noch so im Wald zu entdecken ist, und habe unterwegs noch einige Endriagen erschlagen. Das sind skorpionartige Tiere, die einen mit Gift bespucken. Gegen Selbige helfen wieder die starken Schwerthiebe. Und während ich noch gemächlich durch den Wald spazierte und die Fauna schädigte, wurde ich plötzlich hinterrücks von missgünstigen Elfen mit Pfeilen beschossen. Die Mistkerle sind wirklich noch penetranter als Necker! Leider konnte ich die Baumkuschler im nächtlichen Dickicht nicht entdecken und sie das Füchten lehren, deshalb habe ich einfach mein Schutzzeichen angeschmissen und bin weiter spazieren gegangen. Nun kenne ich vermutlich jeden Waldweg rund um Flotsam. Als ich gerade mal wieder den missgünstigen Bogenschützen entgangen war, traf ich auf einen Mann, der einsam im Wald herumstand und mich bat, seinen Kollegen zu retten, der im abgebrannten Irrenhaus in der Nähe verloren gegangen ist. Erfahrungspunktegeil wie ich bin, sagte ich natürlich zu und prompt wurden wir von einer Schar verrückter Necker angegriffen. Ist die Ruine etwa ein Haus, das Verrückte macht? Was wird mich darin erwarten? Ein schreckliches Ungeheuer, das alle in den Wahnsinn treibt, oder eine nervenzerfetzende Jagd nach dem Passierschein A38? Ich bin gespannt…

PS: Immer noch kein Briefkasten in Sicht.

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Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 3

Da viele meiner Leser The Witcher nicht gespielt haben, bzw. die Romane von Andrzej Sapkowski nicht gelesen haben, und das Let’s Play ungeplant immer gewaltigere Ausmaße annimmt, werde ich an dieser Stelle die wichtigsten Protagonisten des Spiels noch einmal kurz vorstellen:

 

1. Geralt von Riva

Geralt ist der Spielercharakter, ein professioneller Ungeheuerjäger, der zu Beginn von Spiel 1 nach fünfjährigem spurlosem Verschwinden mit komplettem Gedächtnisverlust wieder zu sich kam. Aufgrund verschiedener Mutationen, die an seinem Körper zur Vorbereitung auf seinen Beruf vollzogen wurde, besitzt er übermenschliche körperliche Eigenschaften und kann einfache Magie anwenden. Die Nebenwirkungen sind Verlust der Haarfarbe, gelbe Katzenaugen und Unfruchtbarkeit. Geralt ist ein nachdenklicher Typ, der viel über sich selbst, den Sinn seines Berufs, die Welt und seinen Platz darin nachgrübelt.

http://browse.deviantart.com/art/The-Witcher-2-Enhanced-Edition-wallpaper-War-290973471

 

2. Triss Merigold

Triss ist die ehemalige Beraterin König Foltests, dessen Inhumierung die Handlung des Spiels überhaupt erst losgetreten hat. Sie ist Magierin von Beruf und eine alte Freundin Geralts. Im Laufe des letzten Spiels wurden die beiden zudem ein Paar.

http://browse.deviantart.com/art/Triss-211407642

 

3. Rittersporn

Rittersporn ist ein Barde und sein Charakter erinnert gelegentlich stark an Elan aus Order of the Stick. Hinzu kommt bei Rittersporn eine starke Neigung zu fleischlichen Freuden, weshalb er meistens in der Nähe des örtlichen Bordells anzutreffen ist. Rittersporns größtes Talent besteht darin, sich regelmäßig in Schwierigkeiten zu bringen, aus denen Geralt ihn wieder herausholen muss.

Aus Rittersporns Feder stammen übrigens auch die Questlogs und Charakterbeschreibungen im Journal, was das Lesen desselbigen immer wieder zu einem amüsanten Erlebnis macht, da er nicht mit seiner Meinung über die Protagonisten hinter dem Berg bleibt.

http://daerdin.deviantart.com/art/Dandelion-211407571

 

4. Zoltan Chivay

Zoltan ist ein Zwerg und ebenfalls ein alter Freund Geralts. Er arbeitet mal in diesem, mal in jenem Beruf und nachdem kürzlich seine Verlobung an der Garstigkeit seines zukünftigen Schwiegervaters scheiterte, zieht er nun wieder mit Rittersporn durch die Gegend.

http://browse.deviantart.com/art/Zoltan-Chivay-326247289

 

5. Vernon Roche

Roche ist im Namen König Foltests Agent, Verhörexperte, Auftragsmörder, Hauptmann der Sondereinsatztruppe ‚Die Blauen Streifen‘, der Schrecken aller missgünstigen Elfen und die wohl meistgehasste Person des Landes. Einer seiner schmeichelhafteren Spitznamen lautet Foltests Hund. Als unehelicher Sohn einer Prostituierten nimmt er es äußerst übel wenn man ihn als Hurensohn bezeichnet und sein Gemütszustand schwankt zwischen leicht angefressen, ziemlich angefressen und gnadenlos rachsüchtig. Zudem ist er notorischer Kettenraucher, besitzt den wohl unflätigsten Wortschatz des Spiels und ist Besitzer eines schnieken Renaissance-Bidenhänders. Im Moment ist er zusammen mit Geralt und dem Rest der Gruppe auf der Jagd nach dem Mann, der seinen König inhumiert hat.

http://browse.deviantart.com/art/Witcher-2-Vernon-Roche-294055483

 

Der wahre Name der Terrororganisation der missgünstigen Elfen lautet übrigens Scoia’tael, was so viel wie Eichhörnchen bedeutet. Aber da ‚missgünstige Elfen‘ in meiner DSA-Gruppe schon ein geflügeltes Wort ist und es hier so hervorragend passt, verwende ich es immer.

 

 

So, das waren die Beteiligten. Nun geht es weiter mit den Zockbetrachtungen einer schlechten Spielerin mit der Episode ‚Jäger des verlorenen Briefkastens‘.

 

Da ich das Kayran-Problem doch so langsam mal angehen muss, habe ich in Gesellschaft von Triss die derzeit leere Lauer des Ungeheuers besucht. Triss hält anscheinend nicht viel von langen Fußmärschen und hat sich lieber teleportiert, während ich zu Fuß gehen musste. Unterwegs im Wald haben mir auch gleich erstmal ein paar Banditen aufgelauert, die aber auf die harte Tour lernen mussten, dass ein Hexer keine geeignete Beute darstellt. In der Kayranlauer wurden Triss und ich von ein paar alten Freunden aus Teil 1 angegriffen (Ertrunkene! Wie habe ich euch vermisst!) und während Triss den Ungeheuerschleim untersuchte und mir erklärte, dass ich einen starken Anti-Gift-Trank brauche um im Kampf überhaupt eine Überlebenschance zu haben, habe ich das in der Nähe liegende Wrack untersucht und einen interessanten Forschungsbericht mit Aussicht auf weitere Plünderungsaktionen gefunden mit der Bitte, ihn per königlicher Post an die Universität von Oxenfurt zu schicken. Triss teleportierte sich wieder von dannen und auf dem Heimweg begann ich, über die Frage des Briefkastens nachzusinnieren.

 

Jäger des verlorenen Briefkastens: Teil 1

Ich meinte, in der Residenz des Hafenkommandanten Loredo eine verdächtig aussehende Kiste gesehen zu haben, die mit einem Questmarker markiert war, sich aber nicht öffnen ließ. Wider Erwarten brauchte ich dieses Mal keine persönliche Einladung um in den Innenhof des Geländes zu kommen und nachdem ich beim letzten Mal noch eine nervenzerreißende Schleichpartie hinlegen musste, konnte ich auf einmal ungehindert durch sämtliche Hinterhöfe spazieren (und den Rest des Zeugs einsacken das da noch herumlag). Nur in das Gebäude kam ich nicht rein und keine der Wachen war ansprechbar. So entgegenkommend, dass ich seinen Briefkasten benutzen darf, hätte Loredo doch mal sein können, nachdem ich ihm schon versprochen habe, mich um das Problem mit Iorveth und seinen missgünstigen Elfen zu kümmern. Damit macht sich dieses unsympathische Ekel bei mir auch nicht beliebter.

 

Jäger des verlorenen Briefkastens: Teil 2

Mein nächster Gedanke war, dass Roche vielleicht wissen könnte, wo es hier noch einen Briefkasten gibt, denn als Offizier des Königs mit eigener Truppe vor Ort hat er doch sicherlich öfter mal Depeschen zu verschicken. Denkste. Als ich mich ihm in der Taverne mit fragendem Blick näherte, starrte er mich nur mit gewohnt grimmiger Miene an und machte sich sogleich wieder ans Rauchen in der Tavernenecke. Danke, Roche, ich dich auch.

 

Jäger des verlorenen Briefkastens: Teil 3

Nachdem sich mein blaugestreifter Freund nicht sonderlich auskunftsfreudig gezeigt hatte, machte ich mich auf eigene Faust auf die Suche und durchstöberte so ziemlich jede Ecke von Flotsam, leider ohne Erfolg. Immerhin habe ich so auch den Buchladen/das Friseurgeschäft von Einar Gausel gefunden, mich mit Büchern über diverse Monster eingedeckt und den komischen hohen Pferdeschwanz gegen die langen offenen Haare aus dem ersten Teil eingetauscht. Nur eine Tür ließ sich absolut nicht öffnen obwohl sie ein Öffnen-Icon anzeigte – die Tür zum Büro des Bevollmächtigten Ludwig Merse. Ich wette mein Silberschwert, dass sich der verflixte zweite Briefkasten da drin befindet und hoffe, dass sich die Tür öffnet sobald ich einen der beiden Ungeheuertötungsverträge erledigt habe (und es kein Bug im Spiel ist) und mir meine Belohnung abholen will. Fortsetzung in dieser Angelegenheit folgt.

 

Daraufhin musste ich mich erstmal eine Runde beim Armdrücken abreagieren und bin nun ungeschlagener Flotsamer Armdrück-Champion. Immerhin ein Erfolgserlebnis!

 

Als ich auf der Suche nach dem Briefkasten durch den Hafen lief, sprach mich zudem ein schmieriger Kerl an und fragte mich, ob ich ihm ein ganz spezielles Rezept vom örtlichen Räucherwerkhändler holen könnte. Da ich bei der Aussicht auf ein paar schnell verdiente Kröten und Erfahrungspunkte nie Nein sage, der Typ mir aber nicht ganz koscher schien, habe ich vom Händler ein leicht gefälschtes Rezept geschnorrt und mich von dem schmierigen Typen zu seinem Labor führen lassen, weil er das Rezept erstmal überprüfen wollte. Da war mir eigentlich schon klar, dass er Drogen kochen wollte. Im Labor wurde ich hinterrücks überfallen und in einen Verschlag gesperrt, aber einen Hexer sperrt man nicht so leicht ein – selbst ohne Waffen kann ich immer noch hexen, haha! Mit dem Aard-Zeichen habe ich die Tür gesprengt, mir ein herumliegendes Kurzschwert geschnappt und die Bande gehörig versohlt. Beim Durchsuchen des Labors sprang sogar noch ein neues Trankrezept für mich raus. Juchu!

 

Vor dem Laden des Räucherwerkhändlers hatten sich mittlerweile mehrere erboste Damen der örtlichen Gesellschaft versammelt und forderten dessen Schließung. Ich erbot mich, mit dem Händler zu reden und holte mit Hilfe des Axii-Zeichens, das erstaunliche Ähnlichkeit mit dem guten ‚Das sind nicht die Droiden die ihr sucht‘ hat, aus ihm heraus, dass er niemandem verbieten kann, das Kraut zu kaufen und es die Schuld der Leute ist, wenn sie es sich reinziehen. Da ich schon eine gewisse Ahnung hatte, worum es ging, habe ich den Händler in Ruhe gelassen und den Zorn der Damen riskiert. Ich kann es Roche einfach nicht antun, seine mutmaßliche Tabakquelle versiegen zu lassen – Der ist eh schon grummelig genug und auf akutem Nikotinentzug wird er sicherlich absolut unausstehlich.

 

Nach meinen mehr oder weniger produktiven Beiträgen zur Entnarkotisierung des Ortes habe ich mich schließlich aufgemacht um mit dem seine Brücke vernachlässigenden Brückentroll zu reden. Der Aushang vor der Taverne forderte zwar ausdrücklich seinen Kopf, aber nachdem mich mehrere Leute darauf ansprachen, den Troll bitte nicht zu töten, habe ich beschlossen, es erstmal auf die vernünftige Tour zu versuchen. Bei der Untersuchung der Umgebung der Trollbrücke stieß ich auf mehrere mit Pfeilen gespickte Leichen von Angehörigen der Flotsamer Stadtwache – Die missgünstigen Elfen hatten also wieder mal zugeschlagen. Außerdem wurde ich ziemlich hinterrücks von einer Gruppe Banditen angegriffen, die dort ihr Lager hatten. Nachdem selbige erledigt hatten, stand ich vor ihrer Hütte, zu der mir allerdings trotz gründlicher Plünderung der erschlagenen Banditen der Schlüssel fehlte. Unbefriedigend. Bestimmt ist da irgendwas ganz Tolles drin. Außerdem musste ich mich wieder mit einigen Ertrunkenen und ertrunkenen Toten herumschlagen – die Pest aus The Witcher 1.

Im Gespräch mit dem Troll, der mich um Wodka anbettelte und den ich erstmal mit ein paar Schwerthieben ausnüchtern musste, stellte sich heraus, dass Trophäenjäger seine Frau geköpft und sich ihren Kopf an die Wand gehängt haben, woraufhin er aus Trauer zu trinken anfing. Armer Kerl. Ich habe ihm versprochen, es den Tätern heimzuzahlen und ihm den Kopf seiner Frau zu bringen, wenn er mit dem trinken aufhört und seine Brücke wieder repariert.

 

Die nächsten Pläne: Handgranaten organisieren um die Löcher der Neckertunnel im Wald zu sprengen, herausfinden, wer gesteigertes Interesse an Trollköpfen hat, die Zutaten für den Anti-Kayrangifttrank zusammensammeln und ein paar Leute im Faustkampf besiegen um meine Kasse aufzubessern.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 2

Buch der Woche: Oliver Uschmann – Überleben auf Festivals:  Expeditionen ins  Rockreich

Lied der Woche: Heiter bis Folkig – Over the Hills and far away

Ich bin erfolgreich aus dem Kerker geflohen, auch wenn es mit dem Schleichen nicht ganz so geklappt hat wie ich wollte und es doch nicht ganz ohne Kollateralschaden abging, zumal eine gewisse Person, die ich im Prolog am Leben gelassen hatte, auch noch unbedingt das Schloss anzünden musste. Dafür habe ich eine Spitzhacke gefunden die doppelt so viel Schaden austeilt wie mein Stahlschwert – die wurde natürlich erstmal eingesackt.

Mit Roche und Triss ging es dann auf nach Flotsam, wo wir unterwegs erst einmal in einen Hinterhalt missgünstiger Elfen gerieten, aus dem wir nur dank Triss‘ Magie lebendig entkommen konnten. Da Triss nach dem Zaubern erstmal in Ohnmacht gefallen ist und Roche sie sich über die Schulter geschmissen hat, durfte ich die missgünstigen Elfen ganz allein bekämpfen – Da hat sich die gute Spitzhacke aus dem Kerker gleich hervorragend bewährt. Und dieser Iorveth kann was erleben wenn ich ihn in die Finger bekomme…

Angekommen in Flotsam wurde unsere Proto-Abenteurergruppe auch gleich Zeuge einer geplanten Hinrichtung, die unter anderem meinen Freunden Zoltan und Rittersporn gelten sollte. Nachdem ich sie befreit hatte, wurde das Wiedersehen erstmal in der Taverne begossen.

Seitdem laufen Geralt und ich durch Flotsam und jagen Nebenquests und Erfahrungspunkten hinterher, während der Rest der Gruppe den ganzen langen Tag in der Taverne herumhängt. Zoltan ertränkt fleißig seine geplatzte Verlobung in geistigen Getränken, Rittersporn hilft ihm dabei, Triss starrt angestrengt aus dem Fenster auf das Hafenpanorama und Roche entpuppt sich als notorischer Kettenraucher – immer wenn ich mal wieder in der Taverne vorbei schaue steht er in der Ecke, guckt grimmig und qualmt.

Anscheinend erwartet ganz Flotsam, dass ich, wenn ich schon mal da bin, das riesige Kayran-Tentakelmonster erlege, das den Fluss mehr oder weniger unbefahrbar macht. Ich habe bisher erst einen einzigen Tentakel gesehen und beschlossen, dass ich noch einige Level brauche, bis ich mich auch nur in die Nähe des Viechs wage.

Was ansonsten noch so passiert ist: Nach einem ausschweifenden Trinkgelage mit Roches Truppe bin ich halbnackt am Hafen wieder aufgewacht und habe seitdem eine Truppentätowierung. Außerdem wurde ich zusammen mit einigen Stadtwachen ein zweites Mal von missgünstigen Elfen hinterrücks angefallen und Roche und ich haben die Ballista des Hafenkommandanten sabotiert, wobei ich auch gleich schamlos dessen Hinterhof ausgeplündert und dabei ein interessantes Gespräch belauscht habe. Der Kommandant möchte übrigens, dass ich ihm helfe, Iorveth zu fangen. Mit dem größten Vergnügen!

Mit dem Kampfsystem komme ich immer besser zurecht und meine Tastaturlegasthenie legt sich langsam. Nachdem ich mangels Gruppenkampfstil in der ersten Runde in der Neckerhöhle spektakulär gestorben bin, habe ich meine Taktik geändert: Immer wieder kurz aus dem Eingangstunnel in die Haupthöhle springen, einmal kurz ‚Hallo ihr lieben Necker, hier bin ich‘ rufen, wieder in Deckung hechten und die zwei, drei Necker, die dann jedes Mal angelaufen kommen, erlegen. Leider kommen, nachdem ich die Höhle zwei Mal abgegrast habe, keine neuen Necker mehr – aber ich brauche doch die Erfahrungspunkte!

Dialogmäßig ist das Spiel bisher ein einziger Genuss: Allein als Roche sich einer Stadtwache als ‚Emhyr var Emreis, spice merchant‘ vorstellte lag ich schon lachend unter dem Tisch. Außerdem habe ich nun herausgefunden, warum er so allergisch auf die Bezeichnung Hurensohn reagiert. Armer Kerl eigentlich. Ich würde ihm ja gerne tröstend über den Chaperon streicheln aber ich fürchte dann haut er mich mit seinem Streitkolben.

Nächste Episode: Praktische Trollforschung, Waldlaufereien, mehr missgünstige Elfen und die Frage, ob es nicht doch wieder neue Necker gibt wenn ich noch mal etwas länger warte.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 1

Da der Geist zwar willig, aber das Fleisch schwach ist, habe ich heute nach einem ziemlichen Igitt-Tag The Witcher 2 – Assassins of Kings angespielt.

Die Steuerung ist wirklich ziemlich gewöhnungsbedürftig wenn man sich an die einfache Maussteuerung aus Teil 1 gewöhnt hat. Deshalb habe ich für den ersten Kampf auch einige Anläufe gebraucht und es als Trainingskampf betrachtet. Was? Wie? Welche der vielen Tasten muss ich jetzt drücken? Hiiilfeee! Warum kommt beim Rechtsklick kein Zeichen mehr??? Ansonsten ist die fortlaufende Zeitlupe bei der Zeichenwahl wirklich gemein und ich vermisse den Gruppenkampfstil, vor allem wenn es in engen Räumen zur Sache geht. Dafür ist das Quen-Zeichen wesentlich sinnvoller geworden, weil man es nun auch während eines Angriffs einsetzen kann.

Es begann in einem Kerker. Warum sind Geralt und ich hier? Was haben wir verbrochen? Kaum konnten wir uns diese Fragen stellen, wurden wir schon in ein Verhörzimmer geschleift und ein Mann mit bösem Blick namens Vernon Roche begann uns auszuquetschen wie eine Zitrone. Und so blieb uns gar nichts anderes übrig aus die Ereignisse, die anscheinend zu unserer Festnahme geführt haben, zu erzählen. Offenbar hat sich König Foltest, dem wir bereits in Teil 1 geholfen haben, mit seiner Geliebten überworfen und führt deswegen Krieg gegen sie. Und da wir zum persönlichen Leibwächter des Königs befördert wurden, stecken wir und unsere Geliebte Triss Merigold mittendrin. Soweit die Ausgangssituation. An der Seite des Königs erleben wir die Eroberung der Burg Schritt für Schritt mit, bis zum im wahrsten Sinne des Wortes bitteren Ende, während Roche gespannt unseren Ausführungen lauscht, selbst wenn wir regelmäßig viel Zeit damit verbringen, jeden Winkel des Geländes zu untersuchen (inklusive totem Assassins Creed-Assassinen, der leider den rettenden Heuhaufen um einen halben Meter verfehlt hat) und jedes Haus und jede Truhe auf dem Weg zu plündern.

Die Kämpfe liefen bisher so teils-teils: Den ersten Kampf habe ich sowieso dazu genutzt, die Steuerung zu üben, der zweite Kampf, als sich plötzlich ein dahergeflogener Drache einmischte, lief erstaunlich glatt. Den dritten Kampf gegen den Sohn der Burgherrin konnte ich dadurch umgehen, dass Geralt und ich den Herrn zum Aufgeben überredet haben Der vierte größere Kampf war wieder ziemlich haarig – Es ging gegen fünf Kämpfer in einem Burghof, einer davon ein Schildträger und einer ein Ritter mit Hörnerhelm. Diese haben uns mehrere Male ziemlich unrühmlich erledigt bis ich mich auf meine Golem-Taktik aus dem ersten Teil besonnen habe: Schwalbe gegen unerwartete Passierschläge einwerfen, die leichten Gegner umknüppeln und ansonsten im Kreis rennen und den Gehörnten und den Schildträger immer wenn die Energieleiste wieder voll ist mit Igni flambieren bis sie umfallen. Und wieder bewahrheitete sich die alte Rollenspielerweisheit: Es gibt kein Problem das sich nicht mit genügend Feuerbällen lösen ließe.

Vernon Roche war übrigens so nett und hat uns den Schlüssel für die Handschellen gegeben, obwohl ich jede mögliche Beleidigung an ihm ausprobiert habe. Ich glaube, vor allem den Hurensohn hat er nicht so gut vertragen.
Aber ich habe den guten Roche trotz all seiner Fiesigkeiten schon in mein Herz geschlossen. Er scheint eine Art dunklere Version Sharpes aus der Romanreihe von Bernard Cornwell zu sein und ich habe ein großes Herz für Underdogs die sich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet haben. Und seine trockenen Kommentare zum Geschehen sind einfach preislos.

Nächste Episode: Werden es der Mad Scientist und Geralt schaffen, aus dem Kerker zu fliehen ohne größere Kollateralschäden anzurichten? Wohin will Roche mit mir segeln? Und das Wichtigste: Kriege ich meinen massiven Loot aus dem Prolog irgendwann wieder?

In den ewigen Fängen des Hexers

Buch der Woche: Andrzej Sapkowski – Das Erbe der Elfen

Lied der Woche: Die Streuner – Söldnerschwein

 

Handarbeitstechnisch hat sich bei mir in den ersten anderthalb Monaten des neuen Jahres bis auf einige Reihen am Lace-Monster nicht viel getan, da ich seit Mitte Januar endlich wieder stolze Besitzerin eines zockfähigen Computers bin und deshalb die Freizeit größtenteils dafür draufging, ausgiebig ‚The Witcher‘ zu spielen, welcher schon seit über einem Jahr bei mir im Regal stand und auf genügend Grafikkartenpower wartete. Und so bin ich viele Abende lang durch die Landschaft gelaufen, habe Ungeheuer erschlagen, Beute eingesackt und dafür Erfahrungspunkte kassiert. Aber der Witcher ist mehr als das – Jede Entscheidung, die man im Spiel trifft, hat Konsequenzen und je nachdem wie man sich im Verlauf des Spiels verhält und entscheidet, gibt es mehrere unterschiedliche Enden. Im Moment sind Geralt von Riva und ich im zweiten Durchlauf und entscheiden uns grundsätzlich anders als beim ersten Mal. Das Interessante an der Spielwelt ist, dass es kein klar definiertes Gut und Böse gibt und sie so richtig schön mittelalterlich-dreckig, rassistisch, brutal und absolut politisch unkorrekt ist. Jede Figur, nicht zuletzt der Spielercharakter, hat auf irgend eine Weise Dreck am Stecken und es gilt das sinngemäße Zitat Lord Vetinaris aus Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen: ‚Es gibt kein Gut und kein Böse. Es gibt nur das Böse, doch manchmal gibt es unterschiedliche Lager.‘ Aber kein Wunder, bei der hervorragenden Romanvorlage des polnischen Autoren Andrzej Sapkowski konnte eigentlich kaum etwas schief gehen.

 

Ich muss allerdings feststellen, dass mich der Titel ‚Der Hexer‘ immer wieder verfolgt. Alles begann vor vielen Jahren auf Kabel 1 mit der Wiederholung diverser alter Edgar Wallace-Verfilmungen, von denen zwei die Titel ‚Der Hexer‘ und ‚Neues von Hexer‘ trugen. Dann sah ich in der Buchhandlung zwei Sammelbände einer Heftromanserie von Wolfgang Hohlbein. Die Titel lauteten ‚Der Hexer von Salem‘ und ‚Neues vom Hexer von Salem‘. Da der Inhalt aus einer Schundheftversion des Lovecraftschen Cthulhu-Mythos besteht, zogen die Bücher bei mir ein und es juckte mich gnadenlos in den Fingern, eine Parodie darauf für die Stadtwache zu schreiben. Deren Arbeitstitel wurde mangels einer besseren Idee wiederum zum endgültigen Titel – Selbiger lautete mal wieder ‚Der Hexer‘. Und dann kam das oben bereits erwähne Computerspiel. Na, was heißt The Witcher wohl übersetzt? Richtig. Deshalb knabbere ich auch gerade etwas daran, dass ‚Der Hexer‘ der perfekte Titel für die erste auf meiner Welt spielende Geschichte wäre. Ich sollte mir wirklich was Kreativeres ausdenken und den Fängen des ewigen Hexers entkommen.

 

Aber erstmal werde ich noch ein paar Runden durch die Landschaft laufen, Ungeheuer erschlagen, Beute einsacken, dafür Erfahrungspunkte kassieren und somit der Essenz des Rollenspiels frönen.

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