Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

In den ewigen Fängen des Hexers

Buch der Woche: Andrzej Sapkowski – Das Erbe der Elfen

Lied der Woche: Die Streuner – Söldnerschwein

 

Handarbeitstechnisch hat sich bei mir in den ersten anderthalb Monaten des neuen Jahres bis auf einige Reihen am Lace-Monster nicht viel getan, da ich seit Mitte Januar endlich wieder stolze Besitzerin eines zockfähigen Computers bin und deshalb die Freizeit größtenteils dafür draufging, ausgiebig ‚The Witcher‘ zu spielen, welcher schon seit über einem Jahr bei mir im Regal stand und auf genügend Grafikkartenpower wartete. Und so bin ich viele Abende lang durch die Landschaft gelaufen, habe Ungeheuer erschlagen, Beute eingesackt und dafür Erfahrungspunkte kassiert. Aber der Witcher ist mehr als das – Jede Entscheidung, die man im Spiel trifft, hat Konsequenzen und je nachdem wie man sich im Verlauf des Spiels verhält und entscheidet, gibt es mehrere unterschiedliche Enden. Im Moment sind Geralt von Riva und ich im zweiten Durchlauf und entscheiden uns grundsätzlich anders als beim ersten Mal. Das Interessante an der Spielwelt ist, dass es kein klar definiertes Gut und Böse gibt und sie so richtig schön mittelalterlich-dreckig, rassistisch, brutal und absolut politisch unkorrekt ist. Jede Figur, nicht zuletzt der Spielercharakter, hat auf irgend eine Weise Dreck am Stecken und es gilt das sinngemäße Zitat Lord Vetinaris aus Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen: ‚Es gibt kein Gut und kein Böse. Es gibt nur das Böse, doch manchmal gibt es unterschiedliche Lager.‘ Aber kein Wunder, bei der hervorragenden Romanvorlage des polnischen Autoren Andrzej Sapkowski konnte eigentlich kaum etwas schief gehen.

 

Ich muss allerdings feststellen, dass mich der Titel ‚Der Hexer‘ immer wieder verfolgt. Alles begann vor vielen Jahren auf Kabel 1 mit der Wiederholung diverser alter Edgar Wallace-Verfilmungen, von denen zwei die Titel ‚Der Hexer‘ und ‚Neues von Hexer‘ trugen. Dann sah ich in der Buchhandlung zwei Sammelbände einer Heftromanserie von Wolfgang Hohlbein. Die Titel lauteten ‚Der Hexer von Salem‘ und ‚Neues vom Hexer von Salem‘. Da der Inhalt aus einer Schundheftversion des Lovecraftschen Cthulhu-Mythos besteht, zogen die Bücher bei mir ein und es juckte mich gnadenlos in den Fingern, eine Parodie darauf für die Stadtwache zu schreiben. Deren Arbeitstitel wurde mangels einer besseren Idee wiederum zum endgültigen Titel – Selbiger lautete mal wieder ‚Der Hexer‘. Und dann kam das oben bereits erwähne Computerspiel. Na, was heißt The Witcher wohl übersetzt? Richtig. Deshalb knabbere ich auch gerade etwas daran, dass ‚Der Hexer‘ der perfekte Titel für die erste auf meiner Welt spielende Geschichte wäre. Ich sollte mir wirklich was Kreativeres ausdenken und den Fängen des ewigen Hexers entkommen.

 

Aber erstmal werde ich noch ein paar Runden durch die Landschaft laufen, Ungeheuer erschlagen, Beute einsacken, dafür Erfahrungspunkte kassieren und somit der Essenz des Rollenspiels frönen.

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