Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “März, 2013”

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 20 und Ende

Episode 20: Der schlechteste Drachenreiter aller Zeiten und das epische Finale

 

Da ich Roche geholfen hatte, Anais zu retten, blieb die Triss-Frage immer noch ungeklärt. Ich schaute noch einmal beim Lager der Nilfgaarder vorbei, doch Shilard war verschwunden und die beiden Wachen ließen sich weder ansprechen noch sonstwie dazu bewegen, mich rein zu lassen. Mist. Triss, ich weiß, dass du da drin bist! Wie komme ich nun an dich ran?

Da mir nichts anderes übrig blieb und das Questlog auch nichts Weiteres mehr her gab, ging ich zum Eingang des Amphitheaters.

Anais schien sich schon etwas von ihrer Gefangenschaft erholt zu haben. Sie hüpfte durch die Gegend wie es siebenjährige Kinder nun mal machen, stets unter dem strengen Blick Vernon Roches, der mit verschränkten Armen in der Nähe stand und durch seine Haltung schon unmissverständlich klar machte, dass jeder, der das Mädchen auch nur zu lange schief anguckte, seine etwas verkleinerte Version eines Renaissance-Bidenhänders zwischen die Rippen geschoben bekommen würde. Ui, Vernon, du wirst auf deine alten Tage wirklich noch zur Glucke! Na ja, gehen wir mal zum Gipfeltreffen. Ich habe eh das Gefühl, dass dort das krönende Finale dieses Spiels stattfinden wird.

Beim Gipfeltreffen stellte sich heraus, dass John Natalis auch als vorläufiger Regent leider nicht genug Macht besaß um den Adel Temeriens hinter sich zu vereinen. Radovid und Henselt fingen auch gleich wie die Geier an, im Geiste Temerien schon unter sich aufzuteilen, natürlich offiziell nur um ein Bollwerk gegen Nilfgaard zu erschaffen. Tja, dann traten Roche und ich auf den Plan und brachten Anais zu dem völlig überraschten Natalis, der auf einmal mächtig Oberwasser gewann. So einfach zerpflückt ihr mir das einzige, was meinem Freund Roche noch etwas bedeutet nicht, ihr Aaseier! Zumal du, Henselt, dein Leben eigentlich eh nur mir verdankst, du widerlicher Mistkerl! Dass du Ves vergewaltigt hast, werde ich dir eh nie verzeihen.

Nachdem das Gehacke um die Bruchstücke Temeriens erfolgreich abgewürgt war, traten die Magier auf den Plan. Unter ihnen befand sich Sile de Tansarville, die Verräterin! Leider konnte ich nichts unternehmen, weil das ganze Gespräch in einer Cutscene stattfand. Aber Radovid ließ sich auch nicht so leicht einwickeln und war vor allem von dem Statut, dass die Magier selbst bestimmen wollten, wen sie als Berater an welchen Hof schicken, nicht besonders angetan. Das kann ich ihm nicht verdenken, wenn ich mich daran erinnerte, dass in den Büchern Redanien faktisch von der Magierin Philippa Eilhart regiert wurde als Radovid nach der Ermordung seines Vaters noch ein unmündiges Kind war.

Und da trat auch schon der Nilfgaarder Fitz-Oesterlen auf den Plan, der niemand anderen als den gefangenen Letho vorführen ließ. Letho! Ich wusste doch, dass der Gipfel auf das Finale hinausläuft. Letho beschuldigte Sile und die Loge der Zauberinnen, ihn als Königsmörder angeheuert zu haben. Kalter Kaffee, Letho. Das wusste ich schon längst durch deine Kollegen. Für Radovid waren es aber auf jeden Fall Neuigkeiten und er befahl dem Orden der Flammenrose, Sile und alle anwesenden Magier festzunehmen und dann herauszufinden, wer wirklich schuldig war.

Die Ritter der Flammenrose rückten vor und umzingelten Sile und ihre Kollegen. Die männlichen Magier ergaben sich sofort, doch Sile verharrte in ungewisser Pose. Auf einmal ertönte das Geräusch kräftig schlagender Schwingen, das ich aus dem Prolog nur zu gut kannte. Der verdammte Drache, der Foltest, Roche und mich schon mal fast flambiert hatte,  erschien und briet die Flammenrosenritter einmal gründlich durch. Die Zuschauer flohen, Radovid ging hinter einem aufgehobenen Schild in Deckung und ich hechtete hinter eine Säule. Nachdem er das halbe Amphitheater in Flammen gesetzt hatte, griff der Drache behutsam nach Sile und trug sie zu einem nahe gelegenen Turm.

Dann war die lange lange Filmsequenz endlich zu Ende und ich war wieder Herrin über Geralt. Hinter einer Flammenwand hörte ich Roche schreien, dass Sile nicht entkommen dürfte. Ist ja gut, Vernon, das ist auch meine Meinung! Leider konnte ich auch durch Quen geschützt nicht zu ihm durchdringen. Halt durch, Roche, und bring dich in Sicherheit, sobald es sich ausgekokelt hat! Ich schnappe mir das verräterische Weibsstück nun endgültig!

Ich rannte in Richtung des Turmes, auf dem der Drache Sile abgesetzt hatte, und schluckte zur Vorbereitung noch schnell eine meiner letzten Schwalben. Dann zog ich mein Silberschwert und stürmte tapfer voran.

Und da begann mal wieder der Leidensweg der chronischen Spieler-Verpeiltheit. Irgendwie schien der Drache Sile zu beschützen und riss auf meinem Weg den Turm hoch immer mal wieder die Treppe ein oder blies Feuer durch plötzlich geschlagene Löcher in der Wand. Den Feuerstrahlen wich ich immer noch gut aus, aber spätestens beim dritten Teppeneinsturz ereilte mich immer wieder der Tod durch einen tiefen Fall. Meine Güte, bin ich wirklich zu blöd für die ganzen Quicktime-Events? Bis mich irgendwann die Erkenntnis traf. Verdammt, das waren alles gar keine Quicktime-Events sondern nur die Anzeige, dass ich die Fackeln an den Wänden löschen konnte! Argh, so verpeilt kann wirklich nur ich sein! Nachdem ich das Problem durchschaut hatte, rannte ich einfach immer nur die Treppe hoch, warf Quen an, duckte mich vor den Flammenstrahlen weg und rannte einfach weiter. Dann schaffte ich es auch, dass die Treppe immer erst hinter mir zusammenkrachte.

Schließlich erreichte ich das Turmzimmer, in dem Sile zwischen drei Apparaten stand, die ich bereits in Flotsam in ihrem Zimmer gesehen hatte. Ich stellte sie zur Rede und nach einigen Drohungen, dass Philippa Eilhart den Drachen kontrollierte und ich eh den Turm nur als Toast verlassen würde, bekam ich aus ihr heraus, dass auch sie nur von Letho manipuliert wurde. Sie und die Loge hatte ihn angeheuert um Demavend von Aedirn loszuwerden und sich von seiner scheinbaren Dummheit einlullen lassen. Letho hatte die ganze Zeit für die Nilfgaarder gearbeitet und in ihrem Namen Chaos im Norden verbreitet und sie nun beim Gipfel komplett in die Pfanne gehauen. Um Triss täte es ihr Leid, aber Triss sei schon eine ganze Weile nicht mehr zu den Treffen der Loge eingeladen worden. Aber ich würde eh von allem nicht mehr berichten können, weil der Drache ganz Loc Muinne in Schutt und Asche legen würde.

Triumphierend wollte Sile sich mit Hilfe ihres Apparats teleportieren, aber etwas stimmte nicht. Sile schrie um Hilfe, ich sollte den Diamanten, der offensichtlich manipuliert war, herausnehmen und sie retten, sie würde mir alles geben was sie wollte. Ich ließ sie schreien und sterben. Dein eigenes Pech, Sile de Tansarville. Du bist auch nicht besser als Letho, weil du ihm überhaupt erst das Sprungbrett gegeben hast. Dank deiner Künste hat er nach dem Mord an Demavend Iorveth kontaktieren können, was wiederum zu dem Mord an Foltest mit all seinen Konsquenzen für die Leute die ich mag führte. Auf Nimmerwiedersehen, du Miststück. Deinetwegen habe ich an Triss gezweifelt, weil sie auch Mitglied eurer Loge war und ihr auch sie hintergangen habt!

Noch während Sile von ihrer fehlerhaften Apparatur in Stücke gerissen wurde, war ich vorsorglich schon einmal Quen an. Da draußen flatterte immer noch der Drache herum und mich beschlich das dumpfe Gefühl, dass das Schuppenvieh, beziehungsweise die ihn lenkende Philippa Eilhart noch nicht mit mir fertig war. Das Klischee des Storytellings sagte mir, dass ich immer noch zu viel wusste. Und ich hatte richtig gedacht. Kaum dass Sile dahingerafft war, schlug der Drache die halbe Mauer des Turmzimmers ein und begann, mich mit Feuer zu bespucken und seinen Pranken zu hauen. Waaah! Hilfe! Mami! Papi! Vernon! Im Prolog hatte ich noch erklärt, dass das einzige, was gegen einen Drachen hilft, Wegrennen ist, und nun bleibt mir gar nicht anderes übrig, als gegen das Mist-Schuppenvieh zu kämpfen! Verdammt, ich sehe schon einen zweiten Kayran auf mich zukommen!

Mit dem Mut der Verzweiflung schmiss ich immer wieder Quen gegen das Feuer und die Prankenhiebe an und prügelte mit dem Silberschwert auf den Drachen ein. Und erstaunlicherweise machte ich tatsächlich gut Schaden. Und die Schwalbe wirkte immer noch. Sollte ich tatsächlich gegen das Viech halbwegs ankommen? Ich verlegte mich auf die gleiche Taktik wie beim Draug. Quen, ein paar Mal draufhauen, wieder weg, Quen und so weiter.

Nachdem ich dem Drachen die Hälfte seiner Lebensenergie weggehauen hatte, zerlegte er das Turmzimmer und ich landete auf einem Mauervorsprung. Dort wartete ich erst einmal ab, bis sich meine Lebensenergie wieder regeneriert hatte und stürmte dann todesmutig die Turmspitze, wo der Drache mir schon auflauerte. Auch diese Mal habe ich mich auf die Draug-Taktik beschränkt – Quen, ein paar Hiebe, fleißig dem gespienen Feuer ausweichen, Quen, wenn der Drache landet wieder ein paar Mal draufhauen… Und was soll ich sagen. Ich habe den Drachen tatsächlich im ersten Anlauf plattgeknüppelt, während ich innerlich schon wie beim Kayran den kompletten Abend verplant hatte. Jetzt, wo sich das Spiel dem Ende zuneigt, habe ich es wirklich drauf! Yeah!

Nach dem letzten Hieb begann eine Cutscene und ich musste mal wieder kräftig auf der linken Maustaste herumhämmern. Komm schon, Geralt, schlag den Drachen zum letzten Mal! Moment… Du springst dem Vieh auf den Rücken? Bist du völlig lebensmüde? Der Hexer bohrte sein Schwert in die Nackenmuskulatur des Drachen und klammerte sich fest, während der Drache schwer angeschlagen davon flatterte und versuchte, seinen unerwünschten Passagier wieder los zu werden. Ich bin so gebannt von der Szene, dass ich vergesse, rechtzeitig auf der rechten Maustaste herum zu hauen, und einen dramatischen Absturz aus großer Höhe hinlege. Mist, also noch Mal. Zum Glück hatte das Spiel nach dem letzten Schwerthieb automatisch zwischengespeichert, sodass ich den ganzen Kampf nicht noch mal bestreiten musste. Dieses Mal passte ich auf und Geralt hakte sich mit seinem Trophäenhaken in der Augenhöhle des Drachen ein und zerrte dessen Kopf nach hinten. Keine gute Idee, denn das hatte fatale Wirkungen auf die Flugeigenschaften des Drachen. Wir überschlugen uns mehrmals in der Luft und legten schließlich eine spektakuläre Bruchlandung hin, bei der Geralt in hohem Bogen davon flog und der Drache sich auf einem umgeknickten Baumstamm aufspießte. Okay, die Drachenreiterei überlassen wir in Zukunft doch lieber Eragon oder den Damen und Herren aus Pern, vor allem wenn der Drache deutlich etwas dagegen hat, geritten zu werden.

Der Drache war schwer verletzt, aber noch am Leben, und ich stand vor der Wahl, ihn zu töten oder nicht. Ich habe den Drachen in Ruhe gelassen. Wie ich Roche schon im Prolog erklärt hatte – Hexer töten keine Drachen.

Zu Fuß kehrte ich nach Loc Muinne zurück. Das Tor war verschlossen, also kletterte ich mühsam eine brüchige Stelle der Außenmauer hoch. Als ich fast oben war, streckte sich mir eine helfende Hand entgehen. Sie gehörte Roche, der mich hoch zog und mir auf die Schulter klopfte. Dabei spielte zum ersten Mal so etwas wie ein Lächeln um seine Lippen. Der gute, treue Vernon. Anscheinend hatte er die Hoffnung doch nicht aufgegeben, dass ich den wüsten Ritt auf dem Drachen irgendwie überlebt haben könnte. Er erzählte mir, dass Anais nun sicher unter dem Schutz von John Natalis stand und das Angebot einer Puppe ausgeschlagen hätte. Sie wollte lieber ein Schwert haben. Daraufhin hat Roche ihr seinen Offiziersdolch geschenkt. Hach. Irgendwie rührend. Vernon, das sind wirklich ganz neue Seiten an dir. Der härteste Hund der temerischen Armee, von einem kleinen Mädchen weich gekocht. Roche hatte auch noch andere Informationen für mich – Letho der Königsmörder wartet im verlassenen temerischen Lager auf mich. Er würde gerne mit mir reden. Na dann mal nichts wie hin!

Unterwegs passierten wir zahlreiche Blutlachen und Leichen. Roche erzählte mir, dass sich nach der Bekanntmachung des Verrats der Loge der Zauberinnen der Zorn des wütenden Mobs gegen alle Zauberer gerichtet und die Stadt in ein grausames Schlachthaus verwandelt hätte. Ups. Und ich weiß immer noch nicht, was aus Triss geworden ist. Und da Roche nun mal Roche ist, hatte er auch schon das Gerücht aufgeschnappt, dass alles eine Verschwörung der Nilfgaarder war um im Norden Chaos zu stiften, damit eine Invasion auf weniger Widerstand stößt.

In der ehemaligen Spielhölle trafen wir auf eine angesichts des Grauens wahnsinnig gewordene Zauberin, die über der Leiche einer Kollegin kniete. Dann fiel auch schon eine Abteilung des Ordens der Flammenrose über uns her, die Roches Kopf wollten, weil er Anais doch den Temeriern überlassen hatte. Liebe Flammenrosenfanatiker, ihr lernt auch nach zwei Spielen nicht dazu. Man legt sich nicht mit einem Hexer und Foltests Hund an, wenn man nicht gerade lebensmüde ist! Grüßt euren ehemaligen Chef de Aldersberg im Jenseits von mir!

Schließlich standen wir vor dem Tor des ehemaligen temerischen Lagers und traten ein. Vor dem Rondell in der Mitte des Platzes saß Letho und bei ihm kauerte Triss. Triss! Du lebst! Da bin ich aber froh. Sie kam auf uns zugelaufen und unser Dreiergespann war nun endlich wieder komplett. Wie es aussah, war auch Letho den Nilfgaardern entkommen und hatte Triss mitgenommen. Nett von ihm, denn schließlich ist er letztendlich Schuld, dass sie überhaupt erst in diese Lage geraten ist. Roche wollte die Sache zu Ende bringen, aber ich schickte Triss und ihn nach draußen. Das ist eine Sache rein zwischen Letho und mir. Und Roche ist zwar ein sehr guter Kämpfer, aber doch nur ein normaler Mensch und einen Kampf gegen einen Hexer würde er vermutlich nicht überleben. Und im Gegensatz zu den Büchern möchte ich, dass meine Freunde dieses Mal nicht sterben. Als sie ging, bat Triss mich, mich nicht töten zu lassen.

Schließlich standen wir uns gegenüber, Letho und ich. Er spielte mit dem Diamanten, den er in Siles Teleport-Vorrichtung ausgetauscht hatte und bot mir einen Schluck Wodka an, den ich annahm. Mit feuchter Kehle redet es sich leichter. Da überfiel mich auch die letzte Vision. Damals hatten Letho, Serrit, Auckes und ich die Wilde Jagd schließlich aufgespürt und sich ihr zum Kampf gestellt. Es kam zu einem Patt und ich willigte einem Tausch ein – Die Seele meiner Geliebten Yennefer von Vengerberg gegen meine. Die Wilde Jagd nahm mich mit und anscheinend entkam ich ihnen irgendwie in der Nähe von Kaer Morhen, wo mich meine Hexerkollegen schließlich ohne Gedächtnis fanden. Das erklärt, warum die Wilde Jagd im ersten Spiel schon immer hinter mir her war. Ghost Riders in the Sky.

Von Letho erfuhr ich, dass Serrit, Auckes und er die befreite Yennefer, die ebenfalls ihr Gedächtnis verloren hatte, mitnahmen und mit ihr durch die Gegend zogen, bis der Geheimdienst von Nilfgaard sie gefangen nahm und ihnen ein Angebot machte. In Nilfgaard leben Hexer anscheinend absolut aus Ausgestoßene und ihnen wurde angeboten, dass sie wieder Menschen gleichgestellt werden und sogar ihre alte Hexerschule der Schlange wiederbekommen würden, wenn sie im Norden Verwirrung stifteten. Die Schlangenhexer willigten ein und hörten von einem Angebot Sile de Tansarvilles, die gern den schwachen König Demavend von Aedirn loswerden wollte. Sie benutzten erst Sile, dann Iorveth für ihre Pläne – Bis ich auf den Plan trat und ihnen ihr Spiel gehörig versalzen hatte. Aber das wäre eh egal, meinte Letho, denn in diesem Moment würde Nilfgaard bereits den Grenzfluss überschreiten und in den Norden einfallen.

Nun stand ich vor der Wahl. Töte ich Letho oder lasse ich ihn laufen? Er ist ein Hexer, genau wie ich, einer der letzten, die es noch auf der Welt gibt. Und er hat sich im letzten Moment doch noch besonnen und Triss aus den Fängen seiner Nilfgaarder Spießgesellen befreit. Aber deine gute Tat kam zu spät, Letho. Du hast alles verraten was es bedeutet, ein Hexer zu sein. Ein Hexer ist alles aber kein Meuchelmörder. Ein Hexer nimmt keine Verträge für die Tötung von Menschen an. Aufgrund deiner Taten mussten so viele Leute leiden, ich wurde beinahe zum Tode verurteilt und meine Freunde haben fast alles verloren was ihnen etwas bedeutet. Nein, Letho. Ich kann mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass du jetzt einfach davon gehst und in Nilfgaard das Leben genießt nach alldem was du angerichtet hast. Bringen wir es zu Ende, Mann gegen Mann, in einem Duell. Der weiße Wolf Geralt von Riva gegen den Königsmörder Letho von Guleta.

Also kämpfte ich noch einmal gegen Letho. Dieses Mal größtenteils mit dem Schwert unter fleißigem Einsatz des Quen-Zeichens. Das Rondell in der Mitte des Platzes bot eine wunderbare Deckung während ich wartete, dass Lethos Quen sich wieder verflüchtigte und er aufhörte, mit Feuer auf mich zu schmeißen. Schließlich tauschten wir noch ein paar letzte spektakuläre Hiebe aus und mit einem kräftigen Hieb über die Brust bereitete ich Letho ein Ende. Der gewaltige Königsmörder fiel wie ein gefällter Baum und regte sich nicht mehr.

Triss und Roche traten an meine Seite und gemeinsam sahen wir auf den toten Körper des Mannes hinab, den zu jagen wir Drei einst vom Schloss La Valette ausgezogen waren. Es war vorbei. Wir hatten unser Ziel erreicht. Aber der Preis, den jeder von uns dafür gezahlt hatte, war verdammt hoch gewesen. Wir verließen den Ort des Geschehens und ich öffnete das Stadttor von Loc Muinne für uns. Und so schritten Triss Merigold, Vernon Roche und ich über die Brücke in Richtung Sonnenuntergang. Um es mit Casablanca zu sagen: Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Zum Abschluss folgte eine Reihe von illustrierten Szenen, kommentiert von meinem Bardenfreund Rittersporn, aus dessen Feder ja auch die ganze Erzählung alias das Questlog stammt:

Flotsam hat einen neuen Kommandanten bekommen, einen freundlichen temerischen Baron, dessen große Leidenschaft das Fischen ist. Statt Menschen hängen vom Galgen nun zum Verkauf bestimmte Fische.

Henselt hat sich Ober-Aedirn unter den Nagel gerissen und Skalen Burdon steht vor den Toren Vergens am Galgen mit einer Schlinge um den Hals.

Die temerischen Adeligen und Kommandanten, in der vordersten Reihe John Natalis und Vernon Roche, leisten Anais La Valette den Lehenseid.

Die Hexenjagd auf Zauberkundige nimmt im ganzen Norden an Fahrt auf. Überall werden fleißig Scheiterhaufen errichtet und Magier verbrannt.

Mein Freund Zoltan Chivay ist der Niederlage von Vergen entkommen und nimmt seine Brautwerbung wieder auf.

Rittersporn der alte Schwerenöter sitzt gemütlich in einem Zimmer in Oxenfurt, auf dem Bett neben sich zwei unbekleidete Damen, und lässt es sich gut gehen, während er die letzten Worte meiner Geschichte schreibt.

Doch schon bald sollte der Angriff Nilfgaards den ganzen Norden erschüttern. Aber das, wie Rittersporn so schön sagte, wird eine neue Geschichte aus dem Leben des Hexers Geralt von Riva werden. Mit anderen Worten – Freuen wir uns auf The Witcher 3 im Jahr 2014! Wild Hunt. Dann werde ich mich vermutlich den Ghost Riders in the Sky stellen müssen. Johnny Cash, ich halte deine Musik schon mal bereit.

 

ENDE

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 19

Episode 19: V wie Vernondetta

 

Bras von Ban Ard war so nett und bastelte mir noch meine letzten gewünschten Ausrüstungsteile. Nun war ich wirklich für alle Eventualitäten ausgerüstet und begab mich ins temerische Lager. Baron Kimbolt war höchst empört über die Anschuldigungen und behauptete, der Befehl zur Kursänderung wäre eine Fälschung. Das könnte sein Alchimist leicht nachweisen. Na gut, ich bin ja niemand, der Leute vorschnell verurteilt, also machte ich mich auf die Suche nach dem Alchimisten.

Dieser lag sturzbetrunken auf einer Pritsche vor seinem Labor und gab nur seltsames Gestammel von sich. Na gut, alles andere wäre ja auch zu einfach gewesen. Ich durchsuchte sein Labor und fand einen alten, an Kimbolt adressierten Bericht über die Folterung Aryan La Valettes, diverse Notizzettel und eine verschlüsselte Anleitung. Wenn das Dokument echt ist, also wirklich von Kimbolt stammte, sollte es sich nach alchimistischer Behandlung blau färben. Ich betrachtete eingehend den Tisch voller Chemikalien. Was solls, selbst ist der Hexer, pansche ich einfach mal was zusammen, was nach dem verschlüsselten Rezept sinnvoll klingt, und probiere es an einem der Notizzettel aus. Beim ersten Versuch war ich gleich erfolgreich – Das Papier färbte sich blau. Also unterzog ich den angeblichen Befehl des Barons der gleichen Prozedur – Dieser färbte sich orange. Das heißt, es ist eine Fälschung. Oder Kimbolt hat absichtlich ein anderes Papier genommen. Das hier ist immerhin The Witcher, da tut man gut dran, den Leuten grundsätzlich nicht weiter als von der Wand bis zur Tapete zu trauen. Also tat ich so, als würde ich den Beweis erst mal glauben, und berichtete Kimbolt von meinen Ergebnissen. Dieser zeigte sich hoch erfreut und lieferte mir gleich den Grafen Maravel mit dem unergründlichen Schuhregal als neuen Verdächtigen – Schließlich unterhalte Maravel einen regen Briefverkehr mit den Nilfgaardern. Am Rondell in der Mitte des Lagers würde jemand warten, der mir den Boten zeigen könnte. Als ich ging, verhandelte Kimbolt mit ein paar Gepanzerten, die sich eines Problems annehmen sollten.

Bevor ich mich in die Ermittlungen stürzte, wollte ich erst noch mal mit Maravel reden. Dieser wies jegliche Schuld von sich und erklärte mir, dass Kimbolt vor einiger Zeit einen Streit mit ein paar gedungenen Söldnern hatte, die Bezahlung von ihm wollten. Ich sollte doch mal mit den Söldnern reden.

Also suchte ich die Söldner und fand sie schließlich in der Nähe des Zaubererlagers beim Amphitheater. Kaum war ich mit ihnen ins Gespräch gekommen, wurden sie auch schon von den Gepanzerten angegriffen, mit denen Kimbolt gerade erst geredet hatte. Ich half den Söldnern, die Angreifer los zu werden, und zum Dank erzählten sie mir ihre Geschichte. Sie waren von Kimbolt angeheuert worden, einen Konvoi zu überfallen und alle zu töten, aber besagter Konvoi kam nie an, sodass die Söldner nach vier Tagen vergeblichen Wartens die Schnauze voll hatten und ihr Geld wollten. Ich überredete sie, als Zeugen auszusagen, und kehrte zu Maravel zurück. Dieser zeigte sich hoch erfreut und tratschte noch etwas aus dem Nähkästchen. Vor allem an Brigida Papebrock ließ er kein gutes Haar und war äußerst erstaunt, dass Roche mir noch nicht bei einem Bier davon erzählt hatte, dass er erst mit ihr geschlafen und sie dann für seine Zwecke genutzt hätte. Tja, nicht jeder ist so eine Klatschbase wie du, Maravel. Vernon hat im Gegensatz zu diversen anderen Leuten den Anstand, bei seinen Damengeschichten Diskretion zu wahren. Andererseits schade, dass ich nicht mit Brigida darüber reden konnte. Vielleicht hätte sie mir ja verraten, welche Frisur sich unter dem Chaperon des Todes verbirgt. Ich persönlich tippe ja auf schwarze, an den Schläfen leicht angegraute Haare im praktischen militärischen Kurzhaarschnitt – Roche ist nicht der Typ Person, der sich viel Gedanken um seine Frisur machen würde.

Die Geschichte wird immer interessanter. Wie es aussieht, hatten zwei Parteien unabhängig voneinander beschlossen, dass Anais und Boussy Loc Muinne nie erreichen sollten und sind sich dabei gegenseitig in die Quere gekommen. Was für ein Rattennest. Ich sprach Kimbolts Mann beim Rondell an und er führte mich aus dem Lager. Nach kurzer Wartezeit konnte er mir Maravels Boten zeigen, einen wegen schwarzer Magie von der Akademie geflogenen Zauberer. Ich folgte dem Mann, der gleich ein paar Söldner auf mich hetzte. Der hat auf jeden Fall Dreck am Stecken. Nachdem ich die Söldner los war, setzte ich mich wieder auf seine Fährte, nur um dieses Mal von einer Gruppe Nilfgaarder aufgehalten zu werden. Also scheint an Kimbolts Geschichte wirklich was dran zu sein. Ich ließ auch die Nilfgaarder mit Igni gut durchgebraten hinter mir und stellte den Magier schließlich in einem Hof, in dem ich mich schon einmal fleißig mit Gargoyles geprügelt hatte. Der Magier war gemein. Er teleportierte sich so schnell, dass ich gar nicht erst zum Zuschlagen kam, und warf die ganze Zeit mit Feuerbällen auf mich. Nach einer Weile fleißigen Ausweichens hatte ich raus, dass er sich immer nur zu bestimmten Stellen teleportiert und platzierte an einer dieser Stellen eine Yrden-Falle. Als der Magier erst einmal in der Falle zappelte, brauchte es nur drei Schwerthiebe um ihn zu erledigen. Bei ihm fand ich eine Botschaft von Maravel an Fitz-Oesterlen, die von der geplanten Kursänderung des Konvois berichtete, und dass die Kinder an Nilfgaard ausgeliefert werden sollten. Der Plan hat anscheinend sogar geklappt bis auf Boussys versehentlichen Tod und eine Frage. Wenn Anais an die Nilfgaarder gehen sollte, warum hat Detmold sie nun? Oder steht Detmold etwa auch mit den Nilfgaardern im Bund? Verwunderlich wäre es nicht, wenn man bedenkt, wie sie sich bei den Kaedwenern einquartiert hatten. Puh, so viele Verschwörungen überall. Ich verliere langsam den Überblick.

Mit meinen gesammelten Beweisen ging ich zum als ehrlich verschrienen Regenten John Natalis und klagte sowohl Kimbolt als auch Maravel der Verschwörung gegen die temerische Krone an. Natalis hörte mir geduldig zu und erklärte mir dann sein Problem – Sowohl Kimbolt als auch Maravel waren mit ihren eigenen Soldaten angereist und wenn er beide verhaften ließe, wären seine eigenen Leute in der Unterzahl. Wir kamen zu dem Schluss, dass Paktieren mit den Nilfgaardern schwerer wog als akute Gier nach dem Thron. Natalis erpresste Kimbolt mit der Beweislast, ihm in Zukunft bedingungslos zu helfen, und gemeinsam nahmen wir Maravel hoch. Zum Dank bekam ich eine Ehrenmedaille für besondere Dienste am Reich Temerien. Natalis ist eine anständige Haut und mir auf ähnliche Weise sympathisch wie Roche. Wenn die beiden zusammen arbeiten würden, könnten sie durchaus einiges auf die Beine stellen.

Ich schlenderte zurück zum Marktplatz und sah mir meine frisch erworbene Trophäe genauer an. Nicht übel, jetzt weiß ich auch, warum Roche seine Medaille die ganze Zeit trägt: Sie gibt 15 zusätzliche Lebenspunkte und 5 bis 11 mehr Trefferpunkte beim Zuschlagen! Geiles Ding, auch wenn es vom Nutzen nicht ganz an meine Draug-Trophäe heranreicht.

Vor dem Lager der Nilfgaarder stand der Botschafter Shilard Fitz-Oesterlen und redete mit seinen Wächtern. Als ich ihn ansprach, gab es die Option, das Gespräch auf Triss zu lenken. Ich verabschiedete mich auf später, denn ich musste gründlich nachdenken. Es war wieder Zeit für eine der großen Entscheidungen im Spiel.

Auf der einen Seite ist meine Triss die Gefangene der Nilfgaarder, die bestimmt nichts Gutes mit ihr vorhaben. Auf der anderen Seite ist ein kleines unschuldiges Mädchen, deren einziges Pech es ist, den falschen Mann zum Vater gehabt zu haben, der auch noch vor ihren Augen ermordet wurde, die Gefangene des Fieslings Detmold und wer weiß, was er mit ihr machen will. Außerdem verdanke ich es ihrer Aussage, dass ich in Temerien nicht mehr als Königsmörder gesucht werde. Und Roche ist fest entschlossen, sie auch ohne meine Hilfe raus zu holen, und wird sich dabei hundertprozentig auf irgendeine Weise ins Unglück stürzen. Ich kann nicht anders, ich werde meinem Freund helfen, Anais zu befreien. Die Beiden haben durch den Mord an Foltest und alles was darauf folgte schon genug gelitten. Es tut mir Leid, Triss, dass ich dich vorläufig zurückstelle, aber um sinngemäß Casablanca zu zitieren: Die persönlichen Probleme zweier Leute bedeuten einen Dreck in dieser verrückten Welt.

Ich schluckte noch vorsichtshalber einen Schwalbetrank und traf Roche am Eingang zum Lager der Kaedwener, das sich passender Weise in der Kanalisation befand. Schnell erzählte ich ihm, was sich im temerischen Lager abgespielt hatte, was er grimmig zur Kenntnis nahm. Dann schritten wir zur blutigen Tat. Roches Plan war wie immer relativ simpel: Er lautete einfach ‚Reingehen, Detmold abmurksen und Anais befreien‘. Na gut, machen wir es mit der berühmten Thorwaler Standardtaktik – Auf sie mit Gebrüll! So macht es eh mehr Spaß.

Der Eingang zum Lager war von einem Gitter versperrt, hinter dem zwei Wachen standen. Ich behexte den einen mit Axii, damit er keinen Alarm schlug, während Roche sich ganz einfach den anderen durch das Gitter hindurch krallte, ihm den Schlüssel vom Gürtel riss, ihn dabei KO schlug und uns dann aufschloss. Aus irgendwelchen Gründen konnte er es nicht lassen, die Tür dann einfach aufzutreten. Psst, Vernon, wir wollten doch leise sein! Aber Leisetreten war noch nie die Stärke meines blaugestreiften Freundes.

Wir stürmten eine Rampe hoch in das Lager und wurden von zwei Armbrustschützen unter Feuer genommen. Ich lenkte die Bolzen mit meinem Schwert ab und dann zeigte sich wieder die absolute Genialität des Vernon Roche. Und ich dachte schon, sein Hängebrücken-Stunt in Vergen wäre das Optimum an Coolness gewesen, aber das hier hat es noch mal geschlagen. Roche warf mit Anlauf zielgenau über den halben Hof seinen Zweihänder dem ersten Armbrustschützen in die Brust, kletterte dann ohne den Schwung des Anlaufs zu verlieren an meiner Räuberleiter hoch, griff den zweiten Schützen mit bloßen Händen an und warf ihn von der Mauer und zog dann, während ich den Kerl erledigte, ganz cool sein Schwert aus dem ersten Schützen. Einfach nur Wow. Vernon, es ist eine wahre Freunde, mit dir an meiner Seite zu kämpfen. Wir zwei Inglorious Basterds rocken einfach! Komm, jetzt machen wir sie alle platt!

Die erste Angriffswelle der Kaedwener ließ nicht lange auf sich warten. Roche blieb oben auf der Mauer und erledigte die Armbrustschützen, die hinterlistig auf mich schossen. Ich schoss den angreifenden Fußsoldaten erst einmal meine sechs Ladungen Igni entgegen und stürzte mich dann in den Nahkampf, während die Gegner, die das meiste Igni abbekommen hatten, wegen des zusätzlichen Einäscherungsschadens schon von allein umfielen. Ja, mit einem voll durchgesteigerten Geralt macht das Kämpfen so richtig Spaß. Und die Gruppen-Finisher sind eh das Beste – Wenn man genug Adrenalin angesammelt hat, drückt man einfach einmal X und Geralt erledigt in einer spektakulären Cutscene einfach so gleich mehrere Gegner auf ein Mal. Die erste Angriffswelle war geschafft und Roche öffnete für mich von oben das Tor zum zweiten Hof, wo er sich gleich wieder über die Armbrustschützen hermachte. Also der ganze Spaß noch mal von vorne. Igni bis nichts mehr geht und dann Nahkampf – meine liebste Taktik seit dem ersten Witcher. Roche hat anscheinend von mir gelernt und das Prinzip des Beute machens endlich begriffen – er klaute sich eine Armbrust und feuerte fleißig von oben auf meine Gegner. Gemeinheit. Es wäre so schön, selbst mal seine Gegner gemütlich aus der Ferne wegballern zu können. Aber dazu müsste ich mich wohl doch mal in die Gefilde des Egoshooters vorwagen. Nun fing auch noch ein Magier an, Ärger zu machen – Detmolds Schüler. Gut, dass ich die Schwalbe noch eingeworfen hatte. Nachdem auch die zweite Welle Angreifer erledigt war, kam Detmolds persönliche Leibgarde – schwer gepanzerte Krieger. Nun ja, dann grille ich sie halt in ihrer Rüstung. Roche waren zwischendurch wohl die Bolzen ausgegangen, denn er kam von der Mauer runter und half mir im Nahkampf. Um so besser – Ich wartete einfach ab, wer ihn angriff und fiel der betreffenden Person dann in den Rücken, was doppelten Schaden verursachte. Schließlich stand nur noch der Magier, der wie alle Magier in diesem Spiel bisher mit Feuer schmiss, einen magischen Schutzschild anwarf und sich immer wieder weg teleportierte. Aber mit Geduld und Quen war schließlich auch er erledigt. Der Weg zu Detmold war frei und wir stiegen die Stufen zu seinem Versteck hinab.

In einer magisch verriegelten Zelle saß die arme Anais und schaute traurig drein. Leider konnten wir nichts tun außer auf die Tür am anderen Ende des Raumes zuzugehen, hinter der sich Detmold befand…

Und das ist der Moment, in dem der Soundtrack von Sin City lautstark einsetzte und Quentin Tarantino auf dem imaginären Regiestuhl Platz nahm. Kurz gesagt – es kam nie zu einem wirklichen Kampf mit Detmold. Der Zauberer saß vor dem Spiegel, drückte Pickel aus und lästerte mit seinem Lustknaben über König Radovids Garderobe. Da flog die Tür auf und Roche und ich traten ein. Roche knallte Detmold sofort seine Faust gegen das Kinn, was den Zauberer quer über seinen Schreibtisch schleuderte. Ja, ich weiß aus eigener schmerzhafter Erfahrung, wie der Mann zuschlagen kann. Detmold griff nach einem Dolch und wollte zurück stechen, aber ich griff zu und brach ihm den Arm. Jammernd lag Detmold am Boden und Roche kniete sich neben ihn und zog seinen Dolch. Nun, Vernon. Ich habe dich im Namen unserer Glaubwürdigkeit als Jäger des Königsmörders von Henselt abgehalten, aber hier wünsche ich die viel Vergnügen. Mach was du willst, der Kerl hat es verdient.

Und Vernon Roche bewies wieder einmal, dass er seine Versprechen hielt. Er tat mit Detmold das, was Hartigan in Sin City mit seinem Erzfeind tat. Mit anderen Worten, er schnitt Detmold erst gewisse Teile seiner Männlichkeit ab und ihm dann die Kehle durch. Das Blut spritzte über die imaginäre Kamera alias den Monitor und blieb dort für einen Moment kleben. Boah. Das war der letzte Beweis für den lang gehegten Gedanken dass, wenn Quentin Tarantino jemals einen Fantasy-Film drehen sollte, das Ergebnis wohl The Witcher sein wird.

Ich konnte es natürlich nicht lassen, Detmolds Leiche zu plündern und sackte auch gleich seinen Tresorschlüssel ein.

Im Tresor fand ich ein Vermögen von 300 Orens, Detmolds Stab und ein weiteres richtig tolles Stahlschwert. Von den Werten her war es etwas schwächer als mein jetztiges, aber es bot eine zwanzig Prozent-Chance auf den Effekt Einfrieren. Das klingt interessant, ich stecke es mal in meine Schwertscheide um zu gucken, wie das funktioniert.

Mit Detmolds Tod war auch die magische Barriere, die Anais gefangen hielt, zusammen gebrochen und wir konnten die Kleine endlich befreien. Als Roche sich ihr vorstellte, bekam seine sonst so grimmige Stimme auf ein Mal einen ganz sanften Tonfall. Vertrauensvoll nahm sie seine Hand. Ich konnte es natürlich nicht lassen und stellte die Frage, ob es denn so eine gute Idee wäre, sie wirklich Radovid zu geben und Temerien somit zur redanischen Provinz werden zu lassen. Roche hielt dagegen, dass er sein Wort hält, aber ich war der Meinung, dass Natalis auch ein anständiger Kerl ist und als Regent mit Anais in der Hand die ganzen ehrgeizigen Adeligen bestimmt im Schach halten könnte. Das Schwein Maravel ist endgültig aus dem Verkehr gezogen. Und, außerdem, Roche, denk daran, was du gerade ohne mit der Wimper zu zucken mit Detmold gemacht hast. Wenn du verbreitest, dass das jedem, der Anais auch nur Böses denkt, auch passiert, hast du schon gewonnen. Außerdem kannst du bestimmt dafür sorgen, dass Kimbolt in absehbarer Zeit ein unauffälliger Jagdunfall zustößt.

Ich muss wirklich überzeugend gewesen sein, denn ich habe es tatsächlich geschafft, Roche seine Ehrenwort-Prinzipien auszuquatschen. Anais wird die zukünftige Königin Temeriens ohne Fremdeinmischung. Und wie schon erwähnt, wenn zwei ehrliche knallharte Männer wie Natalis und Roche sich zusammen raufen, kann eigentlich nur Sinnvolles dabei rauskommen.

Als wir Detmolds Versteck verließen, erwartete uns ein Kontingent des Ordens der Flammenrose, die uns zu Radovid eskortieren sollten und nicht erfreut waren, dass sich unsere Pläne geändert hatten. Roche schrie Anais zu, sich zu verstecken, und die Inglorious Basterds Temeriens stürzten sich wieder einmal in den Kampf. Obwohl Geralt als neutraler Hexer eigentlich keine wirkliche Nationalität hat und sich die Hexerfestung Kaer Morhen auf dem Hoheitsgebiet Kaedwens befindet, habe ich doch irgendwie immer eine Schwachstelle für Temerien. In Temerien bestritt Buch-Geralt sein erstes Abenteuer mit der Striege, in Temerien befindet sich der Tempel der Melitele mit Nenneke als Vorsteherin, die sich immer sowohl um Geralt als auch später um Ciri gekümmert hat, und in Temerien haben Geralt und ich auch die Handlung des ersten Witcher-Spiels bestritten. Und was Letzteres betraf, erlebte ich gerade einen akuten nostalgischen Rückfall – es geht also wieder gegen den Orden der Flamenrose, genau wie damals in Vyzima. Mit Igni und Schwert machten Roche und ich mit den Ordensrittern kurzen Prozess und verabredeten uns vor dem Eingang zum Amphitheater, wo das Gipfeltreffen gerade beginnen sollte.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 18

Episode 18: Damen in Schwierigkeiten

 

Selbst in einer Ruinenstadt wie Loc Muinne gibt es die Möglichkeit, Tavernensport zu treiben. Die Würfelpoker-Spielhölle hatte ich ja schon gleich zu Anfang gefunden und die Faustkampf-Questreihe war mit dem pöbelnden Kaedwener auch erledigt. Nun brauchte ich nur noch den starken Numa zu suchen, den Adam Pangratt mir als Gegner empfohlen hatte. Numa hielt sich gleich am Marktplatz auf und im Gespräch mit seinem Assistenten erhärtete sich Pangratts Verdacht, dass Numa nur durch Doping so stark war – wollte der Kerl mir doch gleich unter der Hand gewisse Kräuter andrehen. Also habe ich Numa herausgefordert und, tja, die Partie war einfach ziemlich unmöglich zu gewinnen. Also habe ich ihn des Dopings beschuldigt und bin dann noch mal gegen ihn angetreten als er wieder clean war – nun war es geradezu lächerlich einfach, ihn zu schlagen. Ha, ich wusste doch, Hexer sind die Stärksten!

Dann auf zur Spielhölle, wo ich gegen jeweils ein Elfen- und ein Magierpaar spielen musste. Bei der Elfin hatte ich eine Menge Würfelpech aber bei den anderen war ich in der ersten Runde siegreich. Also zurück zum Marktplatz, wo der Endgegner auf mich wartete. Selbiger gab schon nach dem ersten Wurf auf, obwohl ich gerade mal drei Dreier hatte. Hm. Wenn das der ungeschlagene Würfelpokerchampion war, dann kann es mit der Würfelpokerkunst in Loc Muinne nicht so weit her sein.

Als ich in Richtung Kanalisation lief ignorierte ich weiterhin den am Markt wartenden Roche, der mir mit seinem Hauptquestmarker zuwinkte, und stürzte mich erneut in die stinkende Finsternis. Dieses Mal bot sich mir, als ich den Feuergeist ansprach, eine ganze Reihe von Auswahlmöglichkeiten, in Kauderwelsch zu antworten. Mühsam kämpfte ich mich durch die Anweisungen Bras von Ban Ards und wurde schließlich mit einem magischen Portal belohnt, durch das ich in einen Raum mit zahlreichen Kaminen gelangte. Irgendwie musste ich alle zum Brennen bekommen. Der Haken an der Sache – wenn ich einen anzünde, verlöschen zwei andere. Durch wildes Herumprobieren gelangte ich schließlich zum Ziel und eine Tür öffnete sich. Dahinter erwartete mich ein uralter Magier mit eiserner Maske, der mich fragte, ob ich der Auserwählte sei. Natürlich bin ich der Auserwählte, wäre ich sonst hier? Zum Dank durfte ich alle meine bisher erworbenen Talentpunkte neu verteilen. Das ist ja mal geil! Damit konnte ich ein paar Sachen, die ich zwar gesteigert aber nie wirklich gebraucht hatte, ändern und dafür Punkte in andere dringend benötigte Talente stecken. Für meinen Spielstil wesentlich effektiver gesteigert verließ ich den Raum durch ein weiteres Portal und stand wieder in der Kanalisation. Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich behauptet hätte, nicht der Auserwählte zu sein…

Nachdem ich noch eine Runde durch die Stadt gedreht und sämtliche in Kisten herumliegenden Ölflaschen geklaut hatte, war ich nun endlich bereit, mit Roche zu reden. Zusammen liefen wir zum redanischen Camp, wo es uns gelang, der Wache eine Audienz bei König Radovid abzuschwatzen. Unterwegs plünderte ich noch das ganze Lager – nun habe ich endlich genug Zeug zusammen um mir nachher die Handschuhe und die Hosen des Älteren Blutes bauen zu lassen. Radovid empfing uns in Vollplatte und mit Krone auf dem Kopf wie ein würdevoller König. Dabei ist das Jüngelchen doch erst achtzehn oder neunzehn. Ich erinnere mich noch gut an unsere Begegnung in Vyzima im ersten Spiel, wo er noch versuchte, eine Verbrecherorganisation für seine Zwecke einzuspannen. Natürlich konnte Radovid es nicht lassen, herumzusticheln, ob ich ins temerische Militär eingetreten wäre. Vergiss es, Junge. Roche ist ein Freund, egal ob er eine Uniform trägt oder nicht. Es stellte sich heraus, dass Radovid eine Aufgabe für uns hatte – Wir sollten die entführte Anais La Valette befreien und zu ihm bringen, damit er sich mit ihr verloben und sie später, wenn sie alt genug ist, heiraten könnte. Er braucht ein einiges Temerien unter redanischem Schutz denn ein zerstrittenes aufgespaltenes Temerien würde anrückenden Nilfgaarder Armeen nur zum Anlauf holen dienen. Anais könnten wir bei den Kaedwenern in Detmolds Gefangenschaft finden. Warum er ausgerechnet uns fragt – Nun, wir seien derzeit zwei Männer ohne König und Land, mit anderen Worten, entbehrlich wenn es schief geht.

Roche und ich tauschten einen Blick. Anais befreien, aus den Händen Detmolds – Super, da schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe! Auch wenn mein Freund sichtlich daran zu knabbern hatte, sein geliebtes Temerien möglicherweise an Radovid zu verschachern. Aber Detmold mehr oder weniger ungestraft unter der Deckung eines Königs hochgehen lassen – Besser geht’s eigentlich nicht. Und wir werden Radovid schon zeigen, wer hier die wahren Expendables sind!

Kaum hatten wir das redanische Lager verlassen, stürmte eine junge, blond gelockte Dame auf uns zu und begann sofort, auf Roche einzuzetern. Im Hintergrund verdrückten sich zwei finstere Typen, die ihr offensichtlich auf den Fersen gewesen waren. Besagte Dame, die sich als Brigida Papebrock vorstellte, war ziemlich stinkig auf meinen Freund, der sie als Kindermädchen für Boussy und Anais angeheuert hatte, bevor er sich mit mir auf die Jagd nach dem Königsmörder gemacht hatte. Sie stellte uns ein Ultimatum – Informationen darüber, was genau den Kindern zugestoßen war, gegen sicheres Geleit aus der Stadt.

Na gut, ich bin ja ein Gentleman-Hexer, ich geleite die zickige Dame sicher zum Fluss, wo ihr Boot wartet, und höre mir an, was sie zu sagen hat. Roche wollte derweil das Lager der Kaedwener auskundschaften und erklärte, er würde auf mich warten. Aber wenn ich nicht komme, schlägt er allein zu. Oh je. Ich fürchte, ich werde nur entweder Triss oder Anais retten können. Aber zuerst zur aktuellen Quest: Brigida Papebrock.

Ich führte Brigida durch das Lager des Ordens der Flammenrose zu einem schmalen Weg, der entlang der Felsen ins Tal führte. Als uns auch nach einem guten Stück Weges noch niemand angegriffen hatte, begann Brigida, zu triumphieren – Roches Schergen lauerten bestimmt an dem anderen Weg, den er uns vorgeschlagen hatte. Ich erklärte Brigida erst einmal, dass sie völlig falsch lag, was die Person betraf, die ihr Böses wollte. Sie schätzt Roche völlig falsch ein. Wenn Vernon sie hätte aus dem Weg räumen wollen, hätte er die Sache höchstpersönlich erledigt und sich nicht auf gedungene Schergen verlassen. Die Schergen lauerten uns dann in mehreren Gruppen in einem Waldstück am Fluss auf, waren aber recht einfach niederzukämpfen, auch wenn sich an einer Stelle zusätzlich noch ein paar Endriagen in den Kampf einmischten. Am Ziel angekommen stellte sich heraus, dass auch der Schiffer, der Brigida fortbringen sollte, bereits erledigt worden war, und eine weitere Gruppe Kämpfer griff uns an, dieses Mal in Begleitung eines Magiers. Aber man ist ja mittlerweile ein sehr gut ausgerüsteter und mit vielen Erfahrungspunkten gesegneter Hexer. Ratzfatz und tot, die Bande! Nun musste Brigida wohl oder übel mit ihrer Geschichte herausrücken. Wie es aussah, erhielt der Konvoi, der die königlichen Zwillinge nach Loc Muinne bringen sollte, einen befehl zur Änderung der Route und wurde kurz darauf überfallen. Anais wurde lebendig verschleppt, Boussy kam ums Leben. Brigida selbst rettete sich, in dem sie sich in ein Gebüsch flüchtete. Sie gab mir den Befehl zur Richtungsänderung – Er war von Baron Kimbolt unterzeichnet. Soso. Der hat doch selbst Ambitionen, was den Thron betrifft. Das muss ich dann wohl mal abklären.

Nach Brigidas Abfahrt hatte ich die Wahl, direkt nach Loc Muinne zurück zu kehren oder noch im Wald zu bleiben. Pah, natürlich bleibe ich noch im Wald! Ich hatte doch noch gar keine Zeit, dort alle möglichen Ecken und Winkel zu durchsuchen. Erst einmal habe ich mir die Stele, an der die Endriagen auftauchten, noch mal genauer angeschaut. Dort klebten auch eine Reihe Kokons an den Bäumen, wie in den Wäldern von Flotsam. Ich schlug sie zu Brei um zu gucken, ob wieder eine Königin kommt, und ich wurde nicht enttäuscht. Harharhar! Mal sehen, wie ich jetzt gegen sie abschneide, wo ich wesentlich stärker bin! Na gut, beim ersten Versuch bin ich gestorben, weil ich nach einer Woche Zockabstinenz mal wieder auf der falschen Taste herumhämmerte, aber als ich mich dann wieder eingespielt hatte, habe ich die Endriagenkönigin samt vier weiteren Viechern allein mit meinem Schwert und einigen Feuerbällen zu Klump gehauen. Mann, bin ich gut!

Die nächste Überraschung des Waldes war eine sehr weitläufige, gut versteckte Höhle. Dort lauerten mir einige Neckerkrieger auf und in fast jeder Ecke stand eine Truhe mit Geld. In der hintersten Kammer lag eine Leiche, die ich um ein weiteres richtig gutes Schwert erleichtern konnte. Meine Güte, was die Leute alles verpassen, die einfach nur blind dem Plot hinterher rennen! Ansonsten fand ich noch eine versteckte Wiese, die von einigen weiteren Endriagen bewacht wurde. Auch dort gab es reiche Beute. Nachdem ich mir sicher war, alle Ecken des Waldes abgegrast zu haben, begab ich mich zurück nach Loc Muinne. Es wird Zeit, dass ich dem lieben Baron Kimbolt mal auf den Zahl fühle. Vielleicht bekomme ich ja irgendwie aus ihm heraus, wie Anais in die Hände von Detmold geraten ist.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 17

Episode 17: Die Ausrüstung des gnadenlosen Powergamings

 

Nach einer spoilernden Cutscene mit Detmold platzte der Beginn des dritten Aktes mitten in eine Unterhaltung über die Eroberung Loc Muinnes. Vernon Roche und ich spazierten eine Gebirgsstraße entlang. Während Roche mir von der Geschichte der Blauen Streifen erzählte, entledigten wir uns der Harpyien, die uns immer wieder angriffen. Unsichtbar folgte uns meine mobile bodenlose Truhe, in der sich meine in zwei Akten gesammelte Beute befand. Von einem Felsvorsprung aus bot sich uns ein herrlicher Ausblick auf die verfallene Stadt Loc Muinne. Auf ebener Erde angekommen standen wir schon vor dem nächsten Hindernis – vor der zur Stadt führenden Zugbrücke campierte der Orden der Flammenrose. Na super. Die werden bestimmt nicht gut auf mich zu sprechen sein, nachdem ich im ersten Spiel ihren wahnsinnigen Anführer getötet habe. Roche war allerdings überzeugt, dass er das mit gutem Zureden hinbekommen würde. Na gut. Aber ich halte mein Schwert bereit für den Fall, dass es doch in die Hose geht. Wider Erwarten funktionierte die Gesprächsvariante doch und der Weg war frei. Roche und ich verabredeten uns auf dem Marktplatz um mit König Radovid von Redanien zu reden, und dann trennten sich unsere Wege vorerst. Denn beim Abstieg hatte ich noch eine viel versprechende Schlucht gesehen, die natürlich nicht unerforscht bleiben durfte. Und es hat sich definitiv gelohnt. Nachdem ich zwei Krabbspinnen erschlagen hatte, fand ich bei einigen Skeletten ein richtig gutes Silberschwert und noch einigen anderen Krempel. Nachdem ich auch noch das Lager der Flammenrose um diversen Kram erleichtert hatte, betrat ich schließlich Loc Muinne.

Gleich hinter den Stadttoren lauerte mir eine Gruppe Nilfgaarder Kopfgeldjäger samt Magier auf, die unbedingt meinen Stahl kosten wollten. Nebenan fand ich eine Spielhölle für Würfelpoker und einen Raum, in dem ein toter Elf herumlag. Gerade als ich ihn ausplündern wollte, wurde ich hinterrücks von einem Haufen Gargoyles angefallen und getötet. So ein Mist! Ich hatte nach den Nilfgaardern vergessen zu speichern! Also alles noch mal von vorne. Dieses Mal war ich vorgewarnt und betrat den Raum mit dem toten Elfen schon mit gezogenem Schwert. Nach getaner Monstertötertei erbeutete ich dort das nächste gute Schwert.

Auf verwinkelten Wegen mit einer weiteren Stippvisite von Harpyien fand ich schließlich den Marktplatz, wo mich gleich ein Kaedwener Soldat anpöbelte und mich zum Faustkampf forderte. Kein Problem, nach Roche schreckt mich kein Gegner mehr. Der Kaedwener erwies sich als lächerlich zu schlagen und zog kleinlaut von dannen. Dann machte ich mich an das große Stadt-Sightseeing. Vor der Taverne plünderte ich das Schwarze Brett und fand im Inneren der Schenke meinen alten Bekannten Zyvik beim Bier sitzen. Sehr schön, er hat die Schlacht um Vergen also überlebt. Glücklicherweise hatte er auch nichts von Roches und meinem Rachefeldzug mitbekommen und wir unterhielten uns eine Weile. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass meine Beutetruhe an Ort und Stelle parkte, besuchte ich Bras von Ban Ard, einen Magier, der für die Tötung der Gargoyles bezahlen wollte und sich außerdem auf allerlei arkane Geheimnisse und die Handwerkskunst verstand. Nur noch ein paar Zutaten, dann kann ich mir bei ihm endlich meine Draug-Rüstung machen lassen!

Nun begann die große Sightseeingtour und die unvermeidliche Durchstöberung jedes Winkels der Stadt. Schnell hatte ich zwei andere Orte, an denen Gargoyles lauerten, ausgemacht. An jedem führte eine Treppe nach unten, die in einem Raum endete. Dort befanden sich eine magisch verschlossene Truhe, vier Runen und ein völlig sinnloses Gedicht in Haiku-Form. Ich probierte aufs Geratewohl mit den Runen herum, bekam jedoch nur einen magischen Schlag ab und wurde prompt beim nach Draußen gehen wieder von Gargoyles angegriffen. In einem der Räume lauerte auch noch ein Golem auf mich. Notiz an mich: Rausfinden, was diese Haikus bedeuten, ich will wissen, was in den Truhen steckt. Laut Bras von Ban Ard wird man auch die Gargoyles los, wenn man die Runen deaktiviert.

Direkt vor dem Amphitheater, in dem das große Treffen stattfinden soll, campierten diverse Magier und ich konnte einige Gespräche belauschen. Anscheinend hat der derzeitige Regent Temeriens, John Natalis, einen schwerwiegenden Fehler: Er ist ehrlich. Ich besichtigte eine bärtige Elfe und ließ mir von ihrem Mann, einem Handwerker, die letzten fehlenden Zutaten für die Draug-Rüstung bauen. Bras von Ban Ard erledigte dann den Rest und schon war ich besser gerüstet.

Dann erkundete ich das temerische Lager, dessen Eingang wahrlich interessant ist – wenige Meter neben dem bewachten Tor befindet sich ein weiterer offener Eingang durch den man einfach so hineinspazieren kann. Wenn ihr bester Mann in anderer Mission unterwegs ist, kriegen sie anscheinend nicht mal mehr ihr Lager anständig gesichert. Wie dem auch sei, ich plünderte einige Dinge und redete mit Natalis sowie mit den Baronen Kimbolt und Maravel. Kimbolt ist ein alter Haudegen, während Maravel eher ein geckenhafter Schwätzer zu sein scheint. In seinem Quartier befindet sich ein Regal mit nicht weniger als 11 Paar Schuhen – ich habe nachgezählt. Immerhin hatten die Temerier eine erfreuliche Nachricht für mich: Dank der Zeugenaussage Anais La Valettes wurde ich vom dringenden Verdacht des Königsmordes offiziell freigesprochen. Eine Sorge weniger. Aber ansonsten bekam ich bestätigt, was ich vom redanischen Gesandten in Henselts Zelt bereits erfahren hatte – Boussy war tot und Anais verschwunden.

Da ich an dieser Situation derzeit auch nichts ändern konnte, machte ich mich auf zu weiterem Sightseeing und Socializing. So entdeckte ich auch die mir verschlossenen Eingänge zu den Lagern von Redanien, Kaedwen und Nilfgaard. Moment. Nilfgaard? Die haben doch Triss! Aber leider war dort kein Reinkommen, nicht mal mit Gewalt. Immerhin, die Kanalisation war frei zugänglich. Dort sprach mich gleich nach dem Betreten ein Feuergeist mit einem Kauderwelsch-Wort an, auf das ich keine Antwort geben konnte. Es scheint, ich muss erst mit der richtigen Person reden, die sich mit so was auskennt. Nachdem ich einige Moderhäute erschlagen hatte, fand ich eine Truhe, zu der – Oh Wunder – der Schlüssel aus dem Wrack bei der Kayranlauer passte. In der Truhe lagen eine Rüstung, Bauteile und eine Anleitung, wie ich aus dieser Rüstung eine noch bessere Rüstung bauen lassen konnte. Hm. Ich habe mir doch gerade eine neue Rüstung zugelegt. Aber die hier ist noch besser, also was soll’s! Erstmal habe ich jedoch die unveränderte neue Rüstung anprobiert. Meine Güte, ist die hässlich. Kreischbunt und mit komischen Dingern an den Armen. Hoffentlich sieht sie umgebaut besser aus… Ich muss gestehen, ich achte bei den Rüstungen sowieso auf Ästhetik. Deshalb habe ich auch alle Rüstungen mit Kapuze gnadenlos ignoriert, weil ich sie nicht schön finde. Ich will Geralts weiße Haarpracht sehen können und nicht nur ein markantes Kinn irgendwo im Dunkel der Kapuze. Ja, Frauen. Aber ich stehe dazu!

Und was soll ich sagen – die umgebaute Rüstung sieht wirklich gut aus! Schön in Grün- und Brauntönen und auch nicht zu klobig. Dazu ist der Rüstungsschutz wirklich unschlagbar. Mit Bras von Ban Ard konnte ich auch über den Feuergeist in der Kanalisation sprechen. Nachdem ich ihn mit dem Jedi-Mind-Trick überzeugt hatte, erzählte er mir, dass der Geist mit dem Kauderwelschtext aus der Verschwörerhütte beim Kaedwener Lager zusammenhing und ich dem Geist nur die Worte in der richtigen Reihenfolge sagen müsste. Ich notierte mir seine Entschlüsselung auf einen Zettel, weil sie beileibe nicht einfach war.

Dann kaufte ich mal wieder sämtlichen Händlern sämtliche Bücher ab und fand dort auch mehrere Bände über Runen. Ob die wohl Sinn ergeben, wenn man sie auf die komischen Haikus anwendet? Also wieder durch die Gargoyles prügeln und ab in den Raum. Nach dem Verbrauch einigen Hirnschmalzes und dem Herumraten an Metaphern glaubte ich, im ersten Raum die richtige Lösung gefunden zu haben, berührte die Runen der Reihenfolge nach und es funktionierte! Hurra! Der Inhalt der Truhe war mein! Sie ergab ein Buch voller Kauderwelsch. Na gut, irgendwer wird schon was damit anfangen können, schließlich ist das hier ein Rollenspiel und das Buch ein Questgegenstand. Draußen sah ich, dass die Gargolye-Statuen, die überal herumstanden, nun angekettet waren. Scheinbar hatte das Deaktivieren funktioniert. Also nächster Raum. Wieder arbeitete ich mich erfolgreich durch die Entschlüsselung des Haikus und erhielt aus der dortigen Truhe ein Silberschwert mit noch besseren Werten als mein jetziges und eine Vision über die Wilde Jagd. Im dritten Raum die gleiche Prozedur und ich erhielt noch mehr tolles Zeug. Meine Güte, das hat sich wirklich gelohnt. Als ich meine Belohnung von Bras abholen wollte, stellte sich heraus, dass er das Manuskript aus der Truhe mit Hilfe einiger Ungeheuerzutaten entziffern können würde. Gut, dass ich von jeden Krempel ein paar Teile aufbewahre. Also schnell die Truhe in der Taverne besucht und dann zurück zu Bras. Das Manuskript entpuppte sich als Bauanleitung für ein hervorragendes Stahlschwert, dass ich auch gleich bauen ließ.

Tja, Letho, jetzt bin ich bereit für die zweite Begegnung mit dir! Und zwar mit jeweils mehr als drei Mal so viel Rüstungsschutz, Lebenspunkten und Schwertschaden wie bei unserer ersten Begegnung und noch diversen anderen verbesserten Fähigkeiten! Dieses Mal mache ich dich so was von platt, darauf kannst du Gift nehmen! Du wirst den Zorn des Geralt von Riva kennen lernen…

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 16

Episode 16: Wenn nur noch Rache übrig bleibt

 

Wie bereits erwähnt, die Lage schien ernst zu sein. Um wirklich sicher zu gehen probierte ich noch die letzte Stelle aus, die vorher durch den Nebel abgeschnitten worden war, wurde aber dort von einer unerklimmbaren Felswand aufgehalten. Tja, weg komme ich hier über den Landweg wohl erstmal nicht. Sicherheitshalber sackte ich aus der Lagertruhe beim Bordell noch die wichtigsten Dinge wieder ein und machte mich dann an den immer noch unkooperativen Kaedwenern vorbei auf zum Privatstrand der Blauen Streifen. Das Ruderboot war fort und vom Schiff, das ich sonst immer dort vor Anker hatte liegen sehen, war auch keine Spur mehr zu finden. Sind meine Freunde etwa ohne mich abgereist und haben mich hier im Stich gelassen, sodass ich den ganzen Weg nach Loc Muinne zu Fuß latschen darf? Das kann ich mir bei Roche irgendwie nicht vorstellen, schließlich braucht der mich noch. Aber lieber geflohen als in den Fängen von Detmold – und nach einer Flucht sieht es zumindest aus, wenn sie nicht mal Zeit hatten, die Zelte zu streichen. Sicherheitshalber lief ich noch zum Strand vor Sabrina Glevissigs Hinrichtungsstätte, von wo man einen wirklich guten Blick auf den Fluss hat,  aber auch von dort keine Spur der Blauen Streifen, nur ein paar nervige Ertrunkene die unbedingt ihr Unleben unter meinem Schwert beschließen wollten.

Hm, na gut, dann halt zuerst die Freunde der Quadratmünze, vielleicht können die mir sagen, wo ihr mutmaßlicher Informant abgeblieben ist. Hoffentlich sind die etwas kooperativer als ihr Kollege Vinson Traut und hören mich wenigstens an bevor sie zu den Waffen greifen. Um nicht blauäugig in einen Hinterhalt zu rennen, suchte ich die Umgebung der Hütte gründlich ab und fand am dortigen Strand, auf dem immer noch der tote bespukte Soldat lag, mehrere Ruderboote. Aha, die Fluchtfahrzeuge! Leider konnte ich keines davon klauen. Ansonsten konnte ich keinen Hinterhalt erkennen. Also näherte ich mich der Hütte und hörte beim Näher kommen schon erregte Stimmen. Anscheinend waren die Verschwörer dabei, ihrem Anführer die Verschwörung aufzukündigen. Durch den Eingang der Hütte gewahrte ich eine Gestalt in Blau mit einem Chaperon auf dem Kopf. Roche! Du lebst! Sehr gut. Und wenn du dabei bist, wollen die anderen mich bestimmt nicht gleich niedermetzeln.

Doch letztendlich ist immer alles anders als es scheint. Vernon Roche entpuppte sich nicht als Informant sondern als der geheimnisumwitterte Anführer der Quadratmünzenverschwörung. Es ging gar nicht darum, Henselt zu ermorden, sondern ihn zu schwächen, eine Allianz mit Nilfgaard zu verhindern und Detmold abzusägen. Der Plan entstand vor drei Jahren zwischen Roche und Foltest, ich würde wetten genau in der Nacht in der Sabrina Glevissig auf dem Scheiterhaufen brannte und ihren Fluch ausstieß. Jetzt, wo der Fluch gebannt war und die Verschwörung folgerichtig wegen loser Zungen im Bordell aufflog, bekamen die Mitstreiter kalte Füße und verdrückten sich feige zu ihren Booten, wobei sie Roche noch spüren ließen, dass sie von Adel waren und er nur ein gewöhnlicher Drecksack. Als er von mir von den Zuständen im Lager hörte, wurde Roche unruhig und drängte auf eine schnelle Rückkehr. Gemeinsam rannten wir zurück zum Lager, wo uns schon die Kaedwener mit einigen Bewaffneten erwarteten um uns zu erledigen. Aber nicht mit mir! Fresst meine sechs Schuss Igni, ihr gemeines Pack!

Nachdem die Kaedwener gut durch waren, kam eine Prostituierte aus ihrem Versteck gekrochen und erzählte uns, dass Detmold die Blauen Streifen zu einem Festessen in der Lagerkantine eingeladen hätte. Verdammt! Das war todsicher eine Falle… Wir stürmten zum Lager, wo wir gleich beim Eintreten von noch einer größeren Gruppe Kaedwener angegriffen wurden, davon mehrere schwere Gepanzerte. Roche und ich stürzten uns in den Kampf und ich servierte eine weitere Runde Ritter flambiert zur Henkersmahlzeit. Überall im Lager hingen Erhängte und mich beschlich das schlechte Gewissen. Hätte ich diesen dummen Fluch nicht aufgehoben, wären sie alle noch am Leben und wir würden jetzt nicht bis zum Hals in Schwierigkeiten stecken. Im Vorbeilaufen stellte ich mit Bedauern fest, dass das Zelt des Schmiedes so gut wie abgebaut war – dann wird es wohl doch vorläufig nichts mit der Draug-Rüstung.

Der Anblick, der sich uns im Inneren des Kantinenzelts bot, ließ mir in ungläubigen Entsetzen die Kinnlade herunterklappen. Still und regungslos hingen die Blauen Streifen an Galgenschlingen von den Zeltbalken. Fenn, von dem alle behaupteten, dass er verrückt wäre, Dreizehn der Tavernensportfreund, Silas der Faustkämpfer, Dainty, der seine sechzehn Kinder nach temerischen Militäreinheiten benannt hatte – sie alle waren tot! Meine Freunde, mit denen ich mich freundschaftlich geprügelt und das Flotsamer Nachtleben unsicher gemacht hatte und die mich immer gefragt hatten wie es mir geht, wenn ich durch das Lager flitzte, heimtückisch ermordet! In mir stieg der Groll hoch. Henselt, ich hätte dich an deinem verdammten Fluch verrecken lassen sollen. Und Detmold… Da hilft nur noch RAAACHEEEEE!!!!! Vernon Roche ging es ähnlich. Von einer Minute auf die andere war er ein gebrochener Mann, dem man alles genommen hatte, was ihm in seinem Leben etwas bedeutete. Erst seinen König und nun auch seine ihm treu ergebene Truppe.

Ein Schluchzen ließ uns aufhorchen und wir entdeckten Ves zusammengekauert in einer Ecke des Zelts. Wenigstens sie war noch am Leben. Sie fiel mir um den Hals und erzählte, was vorgefallen war. Sie selbst war im Gegensatz zum Rest der Truppe unter einem Vorwand zu Henselts Zelt gebracht worden und sie sprach es nicht aus, aber es war sowas von offensichtlich, dass er sie vergewaltigt hatte.

Roche überfielen akute Todessehnsüchte und Ves und ich mussten ihm gut zureden um ihn davon abzuhalten, in die Schlacht von Vergen zu stürmen und so lange Kaedwener zu erschlagen bis jemand seine gequälte Seele schließlich erlöste. Nein, Vernon. Heroischer Selbstmord ist keine Lösung. Wir gehen zusammen auf dem Schleichweg durch Klein-Moria nach Vergen, schnappen uns die verräterische Sile de Tansarville und nehmen Henselt und Detmold gleich noch mit, wenn wir schon mal dabei sind. Und wenn wir unterwegs noch Kaedwener treffen, dann kannst du dich gerne abreagieren, mein Freund. Denn wir, Geralt von Riva und Vernon Roche, sind die Inglorious Basterds des Pseudomittelalters! Hoffentlich begegnen wir Zyvik nicht. Den würde ich nur äußerst ungern töten müssen, denn er war der mit Abstand sympathischste Kerl des ganzen Kaedwener Lagers.

Als Roche und ich den Ort des dramatischen Geschehens verließen, fing es passend zur finsteren Stimmung an zu regnen. Der Himmel war bleigrau. In meinem Kopf lief derweil der Soundtrack von Sin City. Auf dem gerade Weg nach Vergen, den ich auch bei der Durchquerung des Nebels genommen hatte, kamen wir auch nach Töten der Wachen nicht weiter. Die verdammte Barrikade weigerte sich, unter meinem Aard-Zeichen in Stücke zu zerfallen. Also blieb nur noch das andere Weg vorbei an der Zwergenmine die den Königsmördern als Versteck gedient hatte. Und oh Wunder, die dortige Barrikade war verschwunden, es lagen ein paar tote Elfen herum und bevor Roche auch nur sein Schwert ziehen konnte, hatte ich die Wachen schon niedergekokelt. Der Weg nach Vergen war frei für uns. Kurz überlegte ich, vor dem Regen in die Mine zu flüchten, aber das wäre nicht stilecht gewesen. Zwei verbitterte Anti-Helden müssen durch den Regen schreiten, das will das Gesetz des Noir-Plots.

Kurz hinter der vormals vom Nebel blockierten Stelle lag ein verfallenes Schiffswrack in der Schlucht, bewacht von einer Trollin. Ich entschloss mich, mit ihr zu reden anstatt sie zu bekämpfen, und erhielt allerlei interessante Informationen. Offenbar war Letho, kurz nachdem die Geisterschlacht fort war und ich noch bewusstlos im Bordellzelt lag, hier durchgekommen und einige Zeit vorher Sile de Tansarville. Nachdem die Trollin sich schlafen gelegt hatte, durchsuchte ich das Wrack und fand dort eine Truhe, zu der der Schlüssel, den ich im Wrack bei der Kayranlauer gefunden hatte, passte. Die Truhe enthielt einen zweiten Tagebuchauszug und einige Rüstungsaufwertungen. Super – da habe ich quasi im Vorbeigehen sogar noch eine Quest voran getrieben!

Obwohl ich eine ungefähre Ahnung hatte, wo wir lang mussten, konnte ich es mir doch nicht verkneifen, jeden unwichtigen Winkel des Geländes zu erkunden. Roche wurde zwar ungeduldig, aber da muss er durch. Unerforschte Ecken gehen einfach nicht! Zwischendurch lauerte uns eine Kaedwener Patrouille auf, mit der wir kurzen Prozess machten weil sie den Ehemann unserer hilfreichen Trollin belästigten, und gleich darauf hatten sich die letzten Harpyien, die ich bei meinem letzten Besuch noch nicht erschlagen hatte, auf die Lauer gelegt. Dort entdeckte ich ein weiteres Talent des Vernon Roche – der Mann kann zusätzlich zu Streitkolben, Falchion und Renaissance-Bidenhänder auch mit Wurfmessern umgehen.

Schließlich stolperten wir in eine Ecke die ich aus meinem letzten Vergen-Besuch schon kannte. Tut mir Leid, Vernon, aber bevor wir uns der Mine nähern müssen wir unbedingt noch mal in den Steinbruch, Harpyien abgrasen und nachschauen, ob ich nun endlich die olle Tür und die Truhe aufbekomme. Der Steinbruch entpuppte sich als volle Enttäuschung – Es gab keine einzige Harpyie mehr und Truhe und Tür ließen sich immer noch nicht öffnen. Mist. Na gut, dann zum Mineneingang. Zwei Kaedwener Patrouillen später betraten wir schließlich Klein-Moria und ich entschuldigte mich schon mal im voraus bei Roche für meine chronische Orientierungslosigkeit unter Tage. Mal sehen, wie oft wir uns dieses Mal verlaufen.

Gleich hinter dem Eingang trat uns auch schon eine Gruppe von Adam Pangratts Söldnern entgegen. Anscheinend ist der Geheimgang nach Vergen doch nicht allzu geheim. Gemeinsam knüppelten wir die Söldner mit Schwert und Igni nieder. Interessant, dass die alle glauben, sie könnten unsere zwei-Mann-Armee tatsächlich aufhalten. Auf dem Weg durch die Mine trafen wir immer wieder auf Söldnergruppen, die sich mit Moderhäuten und Neckern herumschlugen  Hauen wir sie um! Hier geht es um Rache! Und ich entdeckte, dass es wirklich Vorteile hat, wenn noch jemand mit einem mitkämpft – Man kann den Gegnern die gerade mit Roche beschäftigt sind hervorragend in den Rücken fallen und es stürzt sich auch nicht immer gleich die ganze Horde auf mich.

Erstaunlicherweise fand ich dieses Mal die große Höhle hinter der der Eingang nach Vergen liegt auf Anhieb. Dort erwarteten uns Detmold höchstpersönlich, Pangratt und diverse Söldner. Detmold! Das geht ja schneller als erwartet! Du bist sowas von tot, tot und nochmal tot! Und gut, dass ich kurz vorher noch eine Schwalbe getrunken habe. Der unvermeidliche Kampf entbrannte und ich warf mit Igni um mich und schlug mit dem Schwert nach allem was sich bewegte. Auch Detmold bekam ordentlich Prügel ab, teleportierte sich aber immer wieder weg und kam dann mit voller Lebensenergie zurück. Du Schwein! Hör auf, zu schummeln, und empfange deine wohlverdiente Strafe! Nachdem Roche und ich schließlich auch Pangratt zu Boden geschickt hatten, teleportierte sich Detmold hinter einen Schutzwall, öffnete ein Portal und verschwand. Dieser… Warts ab, Detmold, wir sehen uns wieder. Ganz bestimmt. Und dann nagele ich dich mit Yrden fest und stecke dir mein Schwert an den Ort an dem die Sonne nicht scheint!

Wir traten zu dem schwer verwundeten Adam Pangratt und ich brachte es nicht übers Herz, meinem Armdrückgegner den Gnadenstoß zu versetzen. Er ist Söldner und ein absoluter Profi im Geschäft, er tat nur das, wofür er bezahlt wurde, ohne dass er einen persönlichen Groll gegen uns hegte. Er dankte uns auch im Namen seiner schwangeren Frau und Roche und er plauderten schon wieder wie alte Bekannte, frei nach dem Motto im nächsten Krieg sehen wir uns garantiert wieder.

In Vergen tobte die Schlacht. Als Roche und ich aus dem Tunnel traten, kam uns Zoltan entgegen, der mit seinen Zwergenfreunden die Stellung gegen die Kaedwener hielt. Auf Nachfrage, wie wir am schnellsten zu Sile de Tansarville kommen könnten, riet uns Zoltan die Hängebrücke. Dann bat er mich leise, Iorveth zu helfen, der im Kastell umzingelt sei. Ich gab darauf keine Antwort. Iorveth, der missgünstigste Elf der Welt. Warum sollte ich ihm plötzlich helfen? Außerdem wäre Roche sicherlich überhaupt nicht erfreut, wenn ich seinen ärgsten Feind unterstützen würde. Aber na ja, mal sehen. Wir liefen das Treppenhaus zur Hängebrücke hinauf. Roche stürmte tatendurstig voran über die Brücke, sprang über eine Lücke, die ein fehlendes Brett hinterlassen hatte, und bei der Landung brach das darauf folgende Brett spektakulär mitten durch. Mein Freund stürzte mehrere Meter tief, rollte sich geschickt ab, fluchte herzhaft und schlug den nächststehenden Kaedwener Soldaten mit bloßen Fäusten zu Boden. Wow. Das war episch. Roche, du hast es einfach drauf!

Geralt kommentierte die ganze Situation nur mit einem trockenen ‚Still alive?‘ Nun da wir getrennt waren, konnte ich auch Zoltans Bitte nachkommen. Was Roche nicht weiß, macht Roche nicht heiß oder so. Ich helfe dir, Iorveth. Aber bilde dir ja nicht ein, dass ich es tue, weil ich dich mag. Ich tue es, weil ich meinem guten Freund Zoltan einen Gefallen tun möchte.

Im Kastell plünderte ich erst einmal in aller Seelenruhe sämtliche Truhen und Schränke und erschlug dann die Kaedwener, die die missgünstigen Elfen bedrohten. Iorveth schmollte immer noch wegen Flotsam, schenkte mir aber noch ein neues Silberschwert.

Vor dem Haus Philippa Eilharts, in das Sile sich geflüchtet haben sollte, griff mich ein riesiger Golem an. Gegen ihn half die gleiche Taktik wie beim Draug. Ich betrat das Haus gerade noch rechtzeitig um Sile genau wie vorhin Detmold durch ein Portal verschwinden zu sehen. Menno! Klappt denn heute wirklich gar nichts für uns? Von Roche war immer noch keine Spur zu sehen, dafür spazierte Henselt mit einigen seiner Ritter in das Haus. Ich wüsste zu viel und würde deshalb diesen Raum nicht mehr lebend verlassen. Ja, du mich auch, Henselt. Ich helfe dir, breche deinen Fluch und entferne die Geisterschlacht, und zum Dank hast du meine Freunde hinrichten lassen und willst mich nun auch beseitigen. Nicht mit mir. Ich habe Henselt und seinen Rittern gehörig den Hintern versohlt und angesengt. Als seine Ritter am Boden lagen war der König von Kaedwen schon mal nicht mehr ganz so großkotzig. In diesem Moment öffnete sich dramatisch die Tür, Vernon Roche trat ein, schmiss die Tür wieder hinter sich zu und legte einen dicken Riegel vor. Nun war Henselt uns ausgeliefert. Aber das hielt ihn nicht davon ab, weiter den Überlegenen zu spielen. Er gab sogar unverblümt zu, sich über Ves hergemacht zu haben.

Es gibt nur einen Grund, weshalb König Henselt von Kaedwen noch unter den Lebenden weilt. Er hätte es absolut verdient gehabt, dass Roche ihn abgestochen hätte wie ein Schwein. Aber dann wären wir nicht besser gewesen als Letho und unsere ganze Mission wäre zu einer reinen Farce verkommen. Ich haute Henselt zum Abschied noch kräftig eine rein und in düsterer Stimmung verließen wir Vergen durch den Hintereingang von Philippas Haus in Richtung des dritten Aktes. Alles was uns beiden noch blieb war die Rache an Detmold und vor allem Letho, der die ganzen Ereignisse durch den Mord an Foltest überhaupt erst losgetreten hatte.

Deshalb frei nach John Tams bzw. Heiter bis Folkig eine Ode an Roches Chosen Men, die Blauen Streifen, die mir beim Durchqueren ihres Lagers mit ihren Geschichten am Lagerfeuer immer wieder ein Grinsen entlocken konnten:

 

Here’s forty orens on the drum

For those that volunteers do come

With shirts and cloths ans present pay

Over the hills and far away

 

Over the hills and o’er the main

To Kaedwen, Aedirn and the Pontar vale

King Foltest calls and we’ll obey

Over the hills and far away

 

Wow. Das Ende dieses Kapitel war wirklich spektakuläres Drama pur. Und wieder hat sich gezeigt, dass der Bosskampf längst nicht der erzählerische Höhepunkt war, sondern der eigentliche Klimax der Handlung erst darauf folgte. Eben darum geht es beim Witcher – Die schlimmsten Ungeheuer von allen sind in der Regel die ganz normalen Menschen.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 15

Episode 15: Der Exorzist oder wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Ein Blick ins Questhandbuch zeigte mir: Der Moderhaut-Vertrag ist tatsächlich die letzte Nebenquest, die ich noch nicht erledigt habe. Nachdem ich dank gut angewachsener Barschaft noch einmal ausgiebig Bücher shoppen ging, machte ich mich an das Verbrennen der Leichen und erschlug dabei die letzten Moderhäute. Die letzte der neun zu verbrennenden Leichen habe ich allerdings ziemlich lange suchen müssen – sie war abseits gut versteckt. Ansonsten war es ein völlig unspektakuläres Hexer-Tageswerk. Proximo zeigte sich hoch erfreut und händigte mir meine Belohnung aus. Eigentlich müsste ich nun mit Henselt reden, aber ich war ja nun ein paar Tage in Vergen. Das hieß, die Moderhäute in der Höhle waren bestimmt wieder neu geschlüpft. Ein Besuch dort zeigte mir, dass Dieses der Wahrheit entsprach. Also habe ich schnell noch ein paar Erfahrungspünktchen eingesammelt, denn Kleinvieh läppert sich nach einer Weile ja auch.

Nun gab es wirklich keinen Grund mehr, die Hauptquest zu ignorieren und ich begab mich zu Henselt. Dieser zeigte sich erfreut, dass ich in Vergen erfolgreich war, und von einem Moment auf den anderen befanden wir uns auch schon am Ort von Sabrina Glevissigs Hinrichtung. Ich erklärte Henselt, dass er derjenige sein müsste, der Sabrinas beschworenen Geist im richtigen Moment mit der Lanzenspitze erstechen müsste, bevor sie es schafft, den Fluch fertig auszusprechen. Dann gab ich dem König den von Detmold erhaltenen magischen Staub und schickte ihn von einem Aussichtspunkt aus über das Gelände, um den in Detmolds Buch abgebildeten magischen Kreis zu ziehen. Dann warf ich noch schnell eine Schwalbe ein und entzündete dann den Kreis mit dem Igni-Zeichen. Sabrinas Geist erschien und brachte eine Horde Erscheinungen mit. Während Henselt vor der den Fluch brüllenden Sabrina stand, bereit im richtigen Moment zuzustoßen, schlug ich mich mit den Erscheinungen herum, was dank Quen und viel Schwertklopperei kein Problem war. Schließlich schrie ich Henselt zu, dass jetzt der richtige Moment wäre und der König von Kaedwen erledigte zu meinem Erstaunen das Ganze ganz ohne eines der gefürchteten Quicktime-Events bravourös. Sabrina und die übrigen Geister verschwanden und ich stieg mit einem Schlag zwei Stufen auf. Henselt lud mich zu einer Audienz in sein Zelt ein weil er sich bei mir bedanken wollte. Vielleicht bekomme ich ja nun endlich sein Amulett, das ich für das Loswerden der Geisterschlacht brauche! Da ich nun wieder steigern durfte, habe ich nun fünf Portionen Mana im Energiebalken. Und so habe ich auch gleich fröhlich die Ertrunkenen, die mir auf dem Heimweg auflauerten, mit Igni lässig weggekokelt ohne das Schwert ziehen zu müssen. Nun ist das gute alte Pyromanenfeeling aus dem ersten Witcher endgültig wieder zurück! Flieht vor Geralt von Riva, dem wandelnden Flammenwerfer, ihr Ungeheuer und sonstigen Gegner! Und das Beste – wenn ich noch mal steigere, habe ich sogar noch zwei Schüsse mehr in der Energieleiste… Hach…

Vor Henselts Zelt standen mehrere redanische Soldaten. Moment. Was hatte der Elf noch mal von den Königsmördern und einer redanischen Gesandtschaft gesagt? Vorsorglich suchte ich die ganze Umgebung um Henselts Zelt ab, fand aber nichts weiter Verdächtiges. Na dann weiß ich auch nicht, was ich sonst noch tun sollte. Ab zum König.

In Henselts Zelt traf ich außer dem König auch den redanischen Gesandten an. Dieser erklärte, dass Foltests Sohn Boussy unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen wäre und nun nur noch seine Zwillingsschwester Anais als Thronerbin in Frage käme. Er ließ anklingen, dass Redanien durchaus Interesse an Anais‘ Thronbesteigung hätte und Henselt gefälligst nicht gierig auf Temerien schielen sollte. Soso, Boussy, der kleine Junge aus dem Prolog, ist tot. Das würde mich ja interessieren, was da los war. Henselt fragte mich über Anais aus und ich versuche ihm zu erklären, dass sie bestimmt in ein paar Jahren eine gute Königin sein würde. Immerhin war Anais damals sofort mutig auf Foltest zugelaufen, während Boussy sich weinend hinter dem falschen Priester alias Letho versteckt hatte.

Das Gespräch wurde jedoch abrupt unterbrochen, als sich eine schattige schlanke Gestalt von hinten an den redanischen Gesandten anpirschte und ihm die Kehle durchschnitt. Unter einer Kapuze blitzten zwei Hexeraugen mit schlitzförmigen Pupillen auf. Verdammt, das ist einer der Königsmörder! Ich schleuderte ihn mit Aard rückwärts aus dem Zelt und stürzte mich in den Kampf. Sie waren zu zweit. Nun, ich habe gekämpft wie ein Hexer – Igni was der frisch gesteigerte Energiebalken hergab und zwischendurch fleißig ausweichen, bis ich wieder hexen konnte. Erstaunlicherweise hexten die beiden gar nicht, obwohl sie eindeutig Hexer waren. Selbst Schuld, ich war stärker, höhö! Nachdem ich mit ihnen fertig war, kamen Sile de Tansarville und Detmold hinzu und einer der Königsmörder konnte fliehen. Der zweite blieb tot am Ort des Geschehens zurück.

Detmold schlug vor, dass er mit einem Zauber die letzten Erinnerungen des Toten heraufbeschwören könnte um an Informationen zu kommen. Sile schmeckte das gar nicht, da sie Nekromantie ablehnte und es überhaupt verboten sei. Detmold schien das überhaupt nicht zu kratzen, zumal sich Henselt dafür aussprach, und beleidigt zog Sile ab. Da Detmold bei dem Ritual meine Hilfe brauchte, folgte ich ihm zum Sanitätszelt, wo der tote Assassine auf dem Obduktionstisch lag. Nachdem ich einen Vitalität spendenden Trank eingenommen hatte, schickte Detmold mich in die Erinnerungen des verhinderten Assassinen…

Die Welt wurde schwarz-weiß. Als Königsmörder Auckes wanderte ich zusammen mit meinem Partner Serrit durch die Schluchten in der Umgebung des Lagers und wurden auch gleich von einigen Harpyien angegriffen, die wir in Hexermanier erledigten. Allerdings stellte ich fest, dass ich keine Zeichen wirken konnte – das erklärt auch, warum der Kampf gegen die Beiden im Gegensatz zum Kampf gegen Letho so einfach war. Was sind denn das für Luschen-Hexer. Serrit und ich standen schließlich vor der verschlossenen Zwergentür, die ich als Geralt schon vergeblich zu öffnen versucht hatte. Nun ließ sie sich öffnen und wir traten in eine hübsche Zwergenmine. Serrit foderte mich auf, ihm genau in seinen Fußspuren zu folgen, weil überall auf dem Boden die gleichen Fallen lagen, die schon im Wald von Flotsam großzügig überall verteilt waren. Und in diesem Moment habe ich Detmolds Geduld und Zauberkraft wirklich strapazieren müssen. Immer wieder musste er mich zurück schicken weil ich eine dieser blöden Fallen erwischt und selbige mich sofort erledigt hatte. Erwähnte ich schon, dass Serrit und Auckes Luschen-Hexer sind? Geralt hat so eine Falle gerade mal etwas gezwickt… Na ja, das ist wohl Deux Ex Spielercharakter oder so. Nachdem ich das Fallen-Minenfeld doch noch erfolgreich navigiert hatte, trafen wir in einer Höhle auf Letho und ich erfuhr einige interessante Dinge. Die Auftraggeberin der Königsmörder war niemand anderes als Sile de Tansarville, die falsche Schlange! Kein Wunder, dass sie so dagegen war, dass Detmold die Erinnerungen beschwören wollte! Ich bin nun wirklich überzeugt, dass sie hinter der ganzen Quadratmünzerei steckt. Letho wollte sich auf den Weg nach Loc Muinne machen, während Serrit und Auckes sich um Henselt kümmern sollten.

Und so pirschten wir uns durch das Heerlager und die Höhle des endlosen Moderhautnachschubs bis wir schließlich vor Henselts Zelt standen. Und wer kam dort mit gezogenem Schwert heraus? Geralt von Riva höchstpersönlich. Wow. Als Königsmörder gegen den eigenen Spielercharakter kämpfen – wie schizophren kann dieses Spiel noch werden? Na dann mal los, mal schauen wie weit ich komme. Es gelang mir tatsächlich, durch fleißiges Ausweichen und Warten, bis Geralts Quen wieder unten war, ihm einige Hiebe zu verpassen, bis mich der unweigerliche Exitus ereilte.

Dann erwachte ich als Geralt wieder neben dem Obduktionstisch, die Welt erstrahlte wieder in schönsten Farben und erzählte Detmold, was ich gesehen hatte. Dieser gab mir den bei Auckes‘ Leiche gefundenen Schlüssel zur Zwergenmine und dann stürzte das Spiel ab…

Beim Neu laden fand ich keinen neuen Schlüssel im Inventar, aber da ich keine Lust hatte, die ganze Assassinengeschichte noch mal durchzuspielen, machte ich mich so auf den Weg zum Mineneingang. Unterwegs schaute ich noch mal in meinem WG-Zelt vorbei, wo Ves und Roche gerade schliefen. Ja, ich renne hier den Königsmördern hinterher und ihr verpennt alles.

Auch ohne sichtbaren Schlüssel im Inventar ließ sich die letzte verschlossene Tür des Gebiets nun endlich öffnen und ich betrat die Mine. Sofort stellte sich mir ein Gargoyle entgegen, der nach seinem Exitus in einem Feuerball explodierte und mich ziemlich ansengte. Notiz an mich für die Zukunft: Gargoyles nach dem finalen Hieb wie Moderhäute behandeln und mich mit einer Hechtrolle in Sicherheit bringen. In langwieriger Arbeit entschärfte ich die ganzen Fallen, die mir als Auckes so zugesetzt hatten und sammelte sie ein. Vor der Tür zu Lethos Lauer erwartete mich ein weiterer Gargoyle, der auch unter den Hieben des Silberschwerts fiel. Dann öffnete ich die Tür und fand mich einem Golem gegenüber. Das riecht geradezu nach dem Werk einer Zauberin! Ich knüppelte den Golem auch nieder und fand den im Sterben liegenden Serrit. Er erwähnte Sile und gemeinsame Erlebnisse bevor er starb. Sein Tod triggerte bei mir eine weitere Rückblende. Einsam durchstreifte ich die Welt auf der Suche nach Yennefer und der Wilden Jagd, die an verschiedenen Orten immer wieder Menschen entführt hatte. Bei Serrits Leiche fand ich ein Tagebuch in dem er schrieb, dass er mich eigentlich mochte und von mir noch etwas lernen konnte. Gemein, dass ich mich nicht erinnere, aber wie es aussieht, waren wir sogar für einige Zeit Reisegefährten. Um einige Erkenntnisse reicher kehrte ich zurück zum Lager und schmiss bei Sonnenaufgang noch Roche und Ves aus dem Bett. Mit Letzterem unterhielt ich mich noch über die derzeitige Stimmung im Lager. Wie es scheint, ist Roche über die derzeitigen Entwicklungen überhaupt nicht glücklich. Die sich vermutlich anbahnende Allianz zwischen Henselt und Nilfgaard bereitet ihm Magenschmerzen und er hofft von ganzem Herzen, dass Saskias Armee Henselt ordentlich eins auf den Deckel gibt. Ein geschwächter Henselt könnte dem ebenfalls durch den Königsmord geschwächten Temerien nicht so gefährlich werden. Ich hoffe ja auch, dass Saskia gewinnt, erstens weil sie und ihre Ideale wirklich sympathisch waren und zweitens um Zoltans Willen…

Wie sich bei Henselt herausstellte, war Sile des Tansarville geflohen, aller Wahrscheinlichkeit nach in Richtung Vergen. Ich bekam Henselts Amulett und erklärte, dass ich nun bereit wäre, der Geisterschlacht entgegenzutreten. Detmold warnte mich, dass sich Vandergriff allem Anschein nach in einen Draug verwandelt hätte. Ich nahm all meinen Mut zusammen und mit allen Artefakten bewaffnet und einer Schwalbe intus betrat ich tapfer den Nebel…

Der Geist eines Soldaten aus Aedirn übernahm meinen Körper. Ich stand mit mehreren Kollegen hinter einer Barrikade und ihr Gespräch überzeugte mich wieder einmal von der Sinnlosigkeit dieses Krieges. Eigentlich hatten sie gar nichts gegen die Kaedwener, ganz im Gegenteil, der nette Schwager eines Soldaten stammte aus Kaedwen, und nur die Umstände hatten sie auf dieses Schlachtfeld geführt. Ihr vorgesetzter Offizier stauchte sie ordentlich zusammen und schickte uns die Standarte des Gegners zu erobern. Wir stürmten los und auch ohne Zeichen gelang es mir, einen Drauguren niederzuschlagen und die Standarte zu schnappen. Da verließ mich der Geist des Aedirners und der Geist eines Kaedweners fuhr in mich. Meine Aufgabe: Vandergriff zu melden, dass das Banner des Grauen Fähnleins erobert worden war. Ich hetzte durch feindliches Pfeilfeuer von Barrikade zu Barrikade und stand schließlich vor Vandergriff, der keinerlei Ähnlichkeit mehr mit einem menschlichen Wesen hatte. Er war ein überdimensionales Ungeheuer aus Holzteilen, das eher wie ein Bossgegner aussah, der aus World of Warcraft ausgebrochen war. Neben Vandergriff stand Sabrina Glevissig und die Beiden stritten sich. Dann gingen Vandergriff und seine Eskorte um sich in die Schlacht einzumischen und Sabrina blieb allein zurück. Sie schien mich nicht wahr zu nehmen, rammte ihren Zauberstab in den Boden und vollführte ein Ritual. Daraufhin erschienen die Projektionen Philippa Eilharts, Sile de Tansarvilles und zweier Zauberinnen die ich nicht kannte. Die Zauberinnen waren sich einig, dass Henselt die Schlacht nicht gewinnen durfte, weil die Loge der Zauberinnen mit Ober-Aedirn andere Pläne hätte. Sabrina erklärte sich bereit, Henselts Sieg zu verhindern, auch wenn die anderen danach ihr danach nicht mehr helfen könnten. Aha, das erklärt natürlich, warum sie das ganze Schlachtfeld inklusive beider Armeen abgefackelt hat. Und da schlug das Metagaming auch schon voll zu – aus den Romanen weiß ich, dass auch Triss Merigold Mitglied der Loge der Zauberinnen ist. Au Backe. Das heißt, dass ich selbst meiner Triss nicht mehr trauen kann?

Viel Zeit zum Überlegen blieb mir nicht, da auch schon der aedirnische Kriegsheld Seltkirk meinen Körper übernahm. Als Seltkirk kämpfte ich mich zum mutierten Vandergriff vor, mit dem sich Seltkirk damals das entscheidende Duell geliefert hatte. Es gelang mir, Seltkirks Geist davon zu überzeugen, dass ich als Hexer besser geeignet wäre, das Monster zu bekämpfen und nach einigem Hin und Her lenkte Seltkirk schließlich ein.

Also begann es. Der augenscheinliche Bossgegner dieses Kapitels und ich. Beim ersten Anlauf war ich so schnell tot, dass ich befürchtete, einem zweiten Kayran gegenüber zu stehen. Bevor man überhaupt wirklichen Schaden macht, muss man zuerst die Rüstung des Vandergriff-Draugs knacken. Ich probierte alles Mögliche – Igni, Bomben, Wurfmesser – Alles zeigte kaum einen Effekt. Im sechsten Anlauf konzentrierte ich mich auf das Wesentliche. Quen anwerfen, hinlaufen, zwei, drei harte Schläge austeilen, einmal was aufs Quen gehauen bekommen was die Hälfte des Schadens auf den Draug zurückschmeißt, weglaufen, wieder Quen anwerfen, zwischendurch Pfeilen und Feuergeschützen ausweichen, wieder zwei, drei starke Schläge auf den Draug… Ich war wirklich dankbar für meine gut ausgebaute Energieleiste und habe in mühevoller fleißiger Schwertarbeit den Draug schließlich erledigt.

Dann wurde ich vom Geist eines Priesters übernommen, als der ich eine Gruppe Soldaten aus dem Inferno zu Henselt an den Rand der Schlacht führte. Dieser ließ gerade Sabrina Glevissig festnehmen und verurteilte die zum Tod durch Verbrennen. Dann wurde es schwarz um mich und ich bekam eine weitere Vision. Ich rettete Letho das Leben als er gerade kurz davor stand, von einem Ungeheuer gefressen zu werden, und gemeinsam mit Serrit und Auckes setzten wir uns auf die Spur der Wilden Jagd. Soso, wir waren also tatsächlich mal Freunde oder zumindest Kameraden. Aber warum wir uns getrennt hatten und ich schließlich ohne Gedächtnis kurz vor Kaer Morhen gefunden wurde, weiß ich immer noch nicht.

Ich erwachte im Bordellzelt, vor mir ein besorgter Rittersporn, der mich ohnmächtig auf dem ehemaligen Schlachtfeld gefunden hatte. Anscheinend war ich drei Tage lang weggetreten. Währenddessen hatte Henselt sich mit seinen Adeligen über Privilegien im hoffentlich bald besetzten Ober-Aedirn und seine angebliche Kollaboration mit Nilfgaard herumgestritten und Roche hatte eine Reise nach Kaedwen unternommen und herausgefunden, dass die Leute dort auch nicht sonderlich glücklich über Henselts freundliche Kontakte zu Nilfgaard waren. Wegen der ganzen Streitereien war Henselts Heer erst heute kurz bevor ich aufwachte nach Vergen ausgerückt. Aber noch etwas anderes war passiert – Da ich den Fluch von Henselt genommen hatte, hatte Detmold es geschafft, einige Quadratmünzenverschwörer zu erwischen und hängte und folterte nun fleißig diverse Leute. Rittersporn erzählte mir, dass er bei einem seiner zahlreichen Bordellbesuche ein Gespräch zwischen Whistling Wendy und einem der Verschwörer belauscht hatte – sie wollten sich heute bei der Spukhütte an den Klippen mit ihrem Anführer treffen. Ein Anführer, hm. Dann steckt wohl doch nicht Sile dahinter. Aber wer dann? Geralt schien es schon zu ahnen, weigerte sich aber, seine Gedankengänge mit mir zu teilen. Klar war jedenfalls, wenn Detmold sich gerade durch die Reihen der Verschwörer folterte, dass Rittersporn schleunigst von hier verschwinden musste. Schließlich stammte dieses dumme Anti-Henselt-Pamphlet aus seiner Feder. Ich überredete Rittersporn zu einer Reise nach Oxenfurt und machte mich auf zu neuen Abenteuern. Bevor ich irgendwas Weiteres unternehme, muss ich mir unbedingt die tolle Draug-Rüstung bauen lassen, für die ich nun endlich alle Teile zusammen habe. Leider standen vor dem Lagertor zwei Wachen, die mich auf Anordnung Detmolds nicht hinein ließen. Was soll das, ich will zum Schmied! Das Lager des Trosses war auch ausgestorben und auf dem nun nebelfreien Weg nach Vergen wurde ich ebenfalls von zwei Kaedwenern aufgehalten, die auf Befehl Detmolds niemanden durch lassen wollten. Menno. Dann wird es leider wohl doch vorerst nichts mit der Draug-Rüstung. Na ja, rede ich erstmal mit Roche, vielleicht mag der mir erzählen, wie seine Kaedwen-Reise war. Im Lager der Blauen Streifen erlebte ich die nächste unangenehme Überraschung. Alle meine Freunde waren spurlos verschwunden, stattdessen blockierten mehrere Kaedwener den Eingang zu unserem WG-Zelt und bedeuteten mir, zu verschwinden, während ein weiterer Kerl das Zelt durchsuchte. Was verdammt noch mal ist hier los? Hat Detmold sich auch Roche geschnappt und foltert ihn wohlmöglich gerade? Ich kann mir schon denken, dass er als temerischer Agent die Quadratmünzler nur zu bereitwillig mit Informationen versorgt hat. Und wo sind alle anderen? Vielleicht hat Ves ja einen taktischen Rückzug auf das Schiff angeordnet, das sich im Fall der Fälle leichter verteidigen lässt. Da werde ich beim nächsten Mal zuerst nachschauen. Und wenn ich so nicht ins Lager komme, muss ich erstmal mit den Verschwörern reden und mich dann irgendwie über die Höhlen und einen anderen Einfang einschleichen. Hoffentlich sind die Verschwörer gesprächsbereiter als Traut. Ich will ihnen doch nichts Böses. Und Roche darf nicht sterben! Nun, wo Rittersporn auch weg ist, ist er der einzige Freund den ich noch habe…

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 14

Episode 14: Orientierungslos in Klein-Moria

 

Nun standen Zoltan und ich also auf der anderen Seite. Zoltan schien genau zu wissen, wo es lang geht, aber hey, da ist noch eine Abzweigung in eine andere Richtung! Also habe ich Zoltan einfach im Gelände stehen lassen und bin die Gegend erkunden gegangen. In der einen Richtung stand ich nach kurzer Zeit vor einer verschlossenen Tür, in der anderen Richtung betrat ich einen riesigen Steinbruch, an dessen oberer Kante eine Hütte stand. In der Hütte lebte ein Mann, der Harpyienfedern aufkaufte, für einen Sammler in Vengerberg wie er behauptete. Wir kamen in Geschäft und ich machte mich an die Erkundung des Steinbruchs, in dem es von Harpyien nur so wimmelte. Um so besser, desto schneller habe ich die Federn für den netten Herrn zusammen. Unten im Steinbruch fand ich ein verschlossenes Tor, eine verschlossene Truhe und mehrere mit Runen verzierte Steine, mit denen sich nichts anstellen ließ. Menno, ist hier denn jeder potentiell erforschenswerte Ort abgeschlossen? Na ja, immerhin habe ich die Federn zusammen. Mein Auftraggeber wirkte sehr zufrieden und bestellte weitere 60 Federn bei mir. 60? Wow. Ich handelte daraufhin sofort den Preis pro Feder höher. Wenn ich schon an die 60 Harpyien erschlagen muss, beziehungsweise noch weit über 20, denn ich hatte ja auch auf der anderen Seite schon immer fleißig Harpyien erledigt, dann will ich auch anständig bezahlt werden. Wie es aussieht, werde ich den Steinbruch wohl noch ein paar Runden abgrasen müssen.

Zoltan wartete bereits ungeduldig auf mich und schon nach wenigen Schritten wurden wir am Eingang zu einem abgebrannten Dorf von einer Patrouille missgünstiger Elfen aufgehalten, die mit ihren Bögen auf uns zielten. Na toll. Ich wappnete mich innerlich bereits zum Kampf. Doch Zoltan stauchte die Spitzohren ordentlich zusammen und sie ließen uns schließlich widerwillig passieren. Das ganze Dorf war voller Kräuter, die ich natürlich pflücken musste. Es war definitiv eine gute Idee, die Handschuhe aus dem Prolog zu behalten – wenn man sie trägt erntet man immer die doppelte Kräutermenge. Und eins muss man der Vergener Umgebung wirklich lassen – Es gibt dort so viel mehr Kräuter zu sammeln als in der Umgebung um Henselts Lager.

Am Tor Vergens trafen wir auf einen weiteren alten Freund Geralts: Yarpen Zigrin, Ex-Drachenjäger und Söldner und nun heimisch in Vergen. Wir tauschten einige alte Geschichten aus und ich erhielt von Yarpens Begleiter Skalen Burdon die Erlaubnis, mich in der Vorstadt frei zu bewegen. Zoltan meldete sich gleich freiwillig für die freie Armee Vergens und bot sich an, für mich mit Saskia zu reden, die das Symbol des Hasses, das Schwert des Heerführers Vandergriff, in ihrem Besitz hatte. Eventuell könnte er auch aushelfen, was die Speerspitze betrifft. Versuch es bitte, Zoltan! Dann muss ich vielleicht doch nicht gegen Iorveth kämpfen, der hier anscheinend sehr beliebt ist.

Allein der Teil Vergens, den ich begehen konnte, ist schon episch – die unverkennbar zwergische Architektur, die verwinkelten Wege und das Sonnenlicht auf den Steinen machen ordentlich was her. Die Stimmung ist ganz anders als im matschigen, trüben Lager von Kaedwen, mehr Fantasy, weniger dreckiger pseudohistorischer Realismus. Ich muss auf jeden Fall noch mal den Iorveth-Pfad spielen, damit ich Vergen in seiner vollen Pracht genießen kann. Auch wenn ich dafür Roche verraten muss, was mir jetzt schon in der Seele weh tut.

In einer Nische entdeckte ich einen Pfad, der mich durch einen Hinterausgang in ein Gebiet um einen See führte. Dort sollte irgendwo eine Gruft sein, in der ich das Banner des Grauen Fähnleins finden und Zyviks Biberfellmütze zur letzten Ruhe betten sollte. Erst einmal sammelte ich fleißig Kräuter, erschlug eine Gruppe Banditen und erklomm einen verfallenen Turm, bei dem sich zahlreiche Harpyien tummelten. Endlich hatte ich genug Federn beisammen um sie meinem Auftraggeber zu verkaufen. Im Turm fand ich in einem Harpyiennest einen weißen magischen Kristall. Ich habe zwar keine Ahnung, wozu der gut ist, aber mitgenommen habe ich ihn auf jeden Fall. Den Eingang zur Gruft ignorierte ich vorläufig geflissentlich und spazierte noch einmal durch die Vorstadt von Vergen. Leider gab es dort niemanden, der mir mit den ganzen verschlossenen Türen und Truhen oder den Runensteinen weiterhelfen konnte. Blöd.

Also ging ich meine Harpyienfedern abliefern. Und ratet mal, was mein Auftraggeber wollte? Richtig, noch mehr Harpyienfedern. Also prügelte ich mich noch eine Runde durch den Steinbruch und lieferte die Ware wieder ab. Nun war er endlich zufrieden, obwohl ich mich fragte, was er mit den ganzen Federn eigentlich will. Geralt und ich beschlossen, später noch mal vorbeizuschauen, vielleicht werden wir dann schlauer. Und noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch einen Schlüssel für eine der Türen oder die Truhe in die Finger zu bekommen.

In der Gruft riss ich zahlreiche brüchige Wände ein, kämpfte Geister nieder und plünderte jede Leiche, die ich finden konnte. Eine der Leichen sah wesentlich frischer aus als die übrigen, aber einen Grund dafür konnte ich leider nicht herausfinden. An den Geistern merkte ich so richtig, wie stark ich inzwischen geworden bin. Im Irrenhaus im Wald bei Flotsam haben mich zwei Geister auf einmal mehrere Male gnadenlos gemeuchelt, während ich mich mittlerweile lässig durch Gruppen von Dreien oder Vieren säbele. Bei einer der Leichen fand ich ein Buch über die Wilde Jagd. Sehr gut, aufklärende Lektüre kann man immer gebrauchen.

Die Gruft des Grauen Fähnleins befand sich hinter einer weiteren brüchigen Mauer in der hintersten Ecke des Gewölbes, die ich zuerst übersehen und deshalb noch ein paar Zusatzrunden gedreht hatte. Ich log dem Geist, der auf mein Eintreten hin erschien, vor, dass ich auch einst Mitglied des Grauen Fähnleins gewesen war. Da ich im Gespräch mit Zyvik gut aufgepasst hatte, konnte ich alle seine misstrauischen Fragen beantworten und er verschwand, ohne mich anzugreifen. Ich legte Zyviks Biberfellmütze auf den Sarkophag, wo sie nun einsam und ein wenig verloren lag, und konnte das Banner und ein Schwert mitnehmen. Hurra, damit ist ein Questgegenstand erfolgreich besorgt!

Nun konnte ich auch mal wieder meinen Kunden im Steinbruch besuchen und mich ein weiteres Mal durch die Harpyien metzeln. Als ich die Hütte betrat, sah ich mich meinem Auftraggeber in einem gelben Hühnerkostüm gegenüber, das mit den Federn benäht war. Huch! Damit hätte ich jetzt absolut nicht gerechnet, dass der Mann ein Hühnchen-Cosplayer ist oder einen seltsamen Fetisch hat. Und die Hühner hinter seinem Haus – Hoffentlich stellt er mit ihnen keine… unanständigen Dinge… Ähem, too much information! Nach ein paar verzweifelten Versuchen, die Situation mit Small Talk zu überspielen, ging ich wieder und erhielt zur Belohnung eine spitze rote Pappnase, die den Hühnchenschnabel darstellen sollte, als Trophäe. Wenn man sie in das Trophäenfeld im Inventar legt, trägt Geralt das Ding tatsächlich auf der Nase! Mann, diese Quest schlägt in ihrer Abgefahrenheit sogar die Saufquest mit den Blauen Streifen aus dem ersten Kapitel um Längen.

Zoltan wollte mich mit dem Schwert und Nachrichten über die Speerspitze in einer alten Zwergenmine treffen, die einen geheimen Zugang nach Vergen bietet. Also probierte ich den von Skalen Burdon erhaltenen Schlüssel an einer der verschlossenen Türen im Umland aus und sie ließ sich tatsächlich öffnen! Die Dunkelheit da drinnen war so schwarz wie Vernon Roches Lunge, weshalb ich den Katze-Trank ausnahmsweise mal wirklich brauchte. Und so konnte das große Verlaufen beginnen. Immer wieder griffen mich Necker und Moderhäute an und ich stellte mit Befriedigung fest, dass Necker mittlerweile schon umfallen wenn sie nur gegen mein aktiviertes Quen laufen. Harharhar! So macht Kämpfen Spaß! Da mein Inventar schon gleich wieder mit Ungeheuerteilen gefüllt war, musste ich die Kadaver irgendwann liegen lassen, wo sie mich jedes Mal vorwurfsvoll daran erinnerten, dass ich diesen Weg schon einmal gegangen und mich schon wieder verlaufen hatte. Selbst die Karte war bei der Orientierung nicht sonderlich hilfreich, da sich Klein-Moria über mehrere Ebenen erstreckt. Immer wieder rannte ich in Sackgassen, in einige auch mehrere Male. Zoltan, wo steckst du? Hättest du nicht wenigstens mal ein paar hilfreiche Markierungen an die Wände malen können oder so? In einer großen Höhle erwartete mich einer der Miniaturbalrogs namens Gralle, der nach dem Erschlagen seltsamerweise Teile einer Draugurenrüstung fallen ließ – vielleicht stammten sie von jemandem, den die Gralle früher mal verspeist hatte. Nach einigen weiteren Verirrungen und Verwirrungen stolperte ich wieder in die gleiche Höhle und stellte fest, dass es am anderen Ende noch eine weitere Tür gab, dich ich vorher in der allgemeinen Zappendusterheit irgendwie übersehen hatte. Hinter dieser wartete Zoltan auf mich – in Gesellschaft von Saskia der Drachentöterin höchstpersönlich!

Saskia machte auf mich einen äußerst sympathischen Eindruck. Sie war nett, versuchte nicht, mich übers Ohr zu hauen und verstand, wozu ich das Schwert brauchte, das sie mir schließlich überreichte. Das ging ja mal wirklich glatt! Außerdem bekam ich Nachrichten von der Speerspitze – Iorveth spielt anscheinend auch gern mal Würfelpoker und hat die Spitze an Skalen Burdon verzockt. Das klingt ja gut – Eine Runde Würfelpoker mit einem Zwerg ist mir wesentlich lieber als ein Kampf mit einem missgünstigen Elfen. Ich nahm Abschied von Zoltan und Saskia und hatte die Wahl, in der Höhle zu bleiben oder gleich an die Oberfläche zurückzukehren. Ich blieb in der Höhle. Alles andere wäre Schummeln gewesen. Ich verlaufe mich wenigstens auf ehrliche Weise! Und verlaufen habe ich mich auch wieder fleißig. Unter anderem entdeckte ich eine Abzweigung die ich auf dem Hinweg noch nicht gefunden hatte und in der ein weiterer Möchtegern-Balrog lauerte. Nachdem ich laut Karte zwei Mal wie blind am Ausgang vorbei gelaufen war, habe ich endlich die richtige Abzweigung gefunden und stand schließlich wieder an der frischen Luft. Uff. Aus Geralt und mir wird garantiert nie ein kompetenter Höhlenführer.

Jetzt blieb mir nur noch eine Runde Würfelpoker mit Skalen Burdon. Im dritten Anlauf gelang es mir auch, ihn zu schlagen, und ich konnte die Speerspitze einsacken. Nun hatte ich auf der Vergen-Seite auch alles erledigt, was ich erledigen konnte – Die Schlüssel für das Portal und die Truhe im Steinbruch sowie eine Erklärung für die Runensteine habe ich trotz des Durchsuchens sämtlicher Gebäude und dem Reden mit sämtlichen verfügbaren Personen leider nicht bekommen. Aber vielleicht komme ich ja noch mal rüber, wenn die Geisterschlacht erst weg ist, und kann die dazugehörigen Quests dann erledigen.

Mit Questgegenständen beladen machte ich mich nach einem letzten Harpyienmassaker im Steinbruch auf den Weg zurück durch den Nebel. Gleich nach Betreten des Nebels stolperte ich über die Leichen mehrerer Nilfgaarder Soldaten, von denen einer einen schriftlichen Befehl bei sich trug. Doch bevor ich ihn lesen konnte, griffen mich auch schon wieder die Geisterkrieger an und ich sprintete durch die gespenstische Schlacht bis ich vor Henselts Heerlager wieder ins Freie trat. Endlich konnte ich den Befehl lesen, der nichts Gutes verhieß. Er enthielt die Order, unter allen Umständen die Magierin Triss Merigold lebendig festzunehmen, die sich in Ober-Aedirn herumtreiben sollte. Hm. Das ist nicht gut. Und was wollen ausgerechnet die Nilfgaarder von Triss? Und da war auch noch eine Zauberin aus Nilfgaard, die Yarpen erwähnt hatte, und die Vergen anscheinend fluchtartig verlassen hatte…

Als ich aus der Schlucht trat, lief ich Roche, Fenn und Silas in die Arme, die über mehrere tote Nilfgaarder gebeugt waren. Anscheinend haben die Nilfgaarder schon seit kurz nach meiner Abreise damit begonnen, am Nebel Wache zu halten. Als Roche ein paar Leute zusammentrommelte und sie freundlich fragen wollte, was zum Geier sie da machten, kam eine ziemlich mitgenommene Frau aus dem Nebel gestolpert, die eine Statue trug. Roche konnte schwören, dass sie exakt wie Triss aussah. Als er sich besagte Figur schnappen wollte, wurden sie von noch mehr missgünstigen Nilfgaardern hinterrücks überfallen und mussten um ihr Leben kämpfen. Und gerade als sie den Kampf nicht ohne Verluste in den eigenen Reihen siegreich beendet hatten, kam ich.

Da ich von Magie mehr verstand als er, konnte ich Roche erklären, dass es sich bei der Statue tatsächlich um die verzauberte Triss handelte, und wir legten einen Dauerlauf zum Nilfgaarder Lager hin. Triss, halte durch, wir kommen! Und wenn wir sämtliche missgünstigen Nilfgaarder von hier bis zur Jaruga niedermetzeln müssen! Mein Bombenvorrat ist jedenfalls noch gut gefüllt. Doch anstatt einer Nilfgaarder Verteidigungslinie sahen wir nur noch ein davon segelndes Schiff und leere Zelte. Mistundverflucht! Wir müssen die Verfolgung aufnehmen! Leider dämpfte Roche meinen Jagdtrieb – Henselt lässt uns nicht segeln bis ich den Fluch nicht aufgehoben und die Geisterschlacht beseitigt habe. Und zu Fuß würden wir ewig brauchen. Zähneknirschend stimmte ich ihm zu. Auf seine grummelige Art versuchte Roche, mich zu trösten. Er weiß, wo die Nilfgaarder hin wollen – in der alten leer stehenden Elfenstadt Loc Muinne findet bald eine Versammlung aller Herrscher des Nordens und der Zauberer statt. Diese Gelegenheit lässt sich Shilard bestimmt nicht entgehen, also werden wir dort auch äußerst sicher Triss wiederfinden. Na gut, du hast ja Recht, Vernon. Je schneller ich den Fluch und die Geisterschlacht los werde, desto schneller können wir Triss hinterher. Vom Königsmörder haben wir jedoch seitdem wir in Henselts Lager stecken auch noch nichts gesehen. Aber wer weiß, vielleicht locken ihn so viele gekrönte Häupter auf einen Haufen ja auch nach Loc Muinne? War da nicht irgendwas mit einer redanischen Gesandschaft? Immer positiv denken, Geralt.

Nachdenklich und gefrustet plünderte ich noch das leere Lager und machte mich dann auf zum Lager meiner Freunde. Eigentlich müsste ich jetzt zu Henselt, aber ich habe noch keinen Bock. Und da ist auch noch der Moderhautvertrag, den ich erledigen muss. Die Erfahrungspunkte für Moderhäute liegen nur noch im einstelligen Bereich, also kann ich so langsam auch mal die Leichen anzünden und meine Orens kassieren. Aber nicht mehr heute.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 13

Episode 13: Die Heilige Sabrina oder der bewusstseinserweiternde Weg der spirituellen Erleuchtung

 

Es gibt viele Wege, Vernon Roche zu ärgern. Einer davon ist es, direkt hinter seinem Schreibtischstuhl fröhlich mit explosiven Substanzen herumzubasteln, während er seinen Papierkram erledigt. Vielleicht sollte ich ihm mal einen Korb Äpfel mitbringen als Dank dafür, dass er mich als Zeltmitbewohner erträgt. Die scheint er zu mögen – zumindest steht er öfter mal vor dem Zelt und isst welche. Nun ja, jetzt habe ich erstmal wieder 30 neue Handgranaten im Vorrat – die nächsten Kämpfe können kommen!

So aufgerüstet machte ich mich daran, die Quest des bespukten Soldaten zu erledigen. Ich erklärte ihm, dass die Geister behaupteten, er hätte die drei Schwestern umgebracht und wollte seine Seite der Geschichte hören, aber er dampfte beleidigt ab. Dann halt nicht, Junge, ich schaue dann mal nach, was die Geister dazu sagen. Am Strand fand ich den Soldaten leider nur noch tot vor und die Geister bedankten sich hämisch bei mir, dass ich ihnen eine weitere Seele geliefert hätte. Menno, der wollte ich nicht! Warum hat mir dieser Trottel nicht einfach mal zuhören können anstatt gleich die beleidigte Leberwurst zu spielen? Lachend verschwanden die Geister und ein Portal spie ein riesiges Dämonenwesen aus. Na super! Zum Glück war das Ding gegen starke Hiebe mit dem Silberschwert ziemlich empfindlich und ich konnte es zurück in die Hölle schicken aus der es gekommen war. Anschließend griffen mich noch mehrere Ertrunkene und ertrunkene Tote an. Nun ja, was soll’s, jeder tote Ertrunkene ist ein weiterer Erfahrungspunkt auf meiner Charakterentwicklungsleiste.

Wenn ich schon mal in der Nähe war, konnte ich auch gleich Sabrina Glevissigs Hinrichtungsstätte in Augenschein nehmen. Dort fand ich auch die beiden von Zyvik vermissten Soldaten, die offenbar dem Kult der Sabrina angehörten und nun vom Ort der Verehrung nicht mehr wegkamen, weil Ertrunkene am Strand lauerten. Ich versprach, ihnen zu helfen, untersuchte aber erst einmal gründlich den Ort. Wie es aussah, hatten einige Freunde der Quadratmünzen ihre Münzen als Opfer dargebracht. Mit der Menge an Münzen die ich mittlerweile eingesackt habe könnte ich bald meine eigene Verschwörung aufmachen. Ansonsten fanden sich noch interessante Fußspuren und einer der Nägel mit denen Sabrina festgenagelt worden war. Dem Feenring aus Pilzen, der im Gras neben dem Hinrichtungsplatz wuchs, konnte ich jedoch keine interessanten Informationen entlocken. Also redete ich noch kurz mit den beiden Soldaten und erfuhr von ihnen von einem Visionär, der offensichtlich der Anführer des Sabrina-Kults ist. Das ist bestimmt der komische Zausel in der Hütte bei den Harpyien. Dann erschlug ich noch die am Strand herumlungernden Ertrunkenen und flambierte sie mit meinem nun komplett ausgebauten Igni und brachte die beiden Sabrina-Jünger zurück zum Lager. Zyvik war leider vorläufig unauffindbar, sodass die versprochene Belohnung noch warten musste. Also kam ich mal wieder meinem Beruf nach und drehte ein paar Runden durch die Landschaft zum Ungeheuer erschlagen. Ein einfacher Necker fällt mittlerweile nach einem einzigen Schwerthieb um und auch drei Endriagen auf einen Haufen sind kein Problem mehr. Wir machen uns langsam, Geralt und ich.

Gegen Abend räumte ich mal wieder in der Höhle auf und sprach anschließend mit dem Reliquienhändler im Kantinenzelt. Dieser gab sich wortkarg und meinte, ich sollte doch den Visionär befragen. So ein Schnösel. Na gut, also auf zum Visionär. Dieser wollte auch erstmal nicht mit mir reden, wenn ich nicht etwas spende oder Mitglied im Kult der Sabrina werde. Da ich keine Lust hatte, zu spenden, und es außerdem lustiger klang, Kultmitglied zu werden, erklärte ich mich bereit, das Initiationsritual zu absolvieren. Hierzu sollte ich abends am Schrein Sabrinas ein ganz bestimmtes Elixier trinken, das er mir gab, und anschließend wahrheitsgemäß berichten, was ich gesehen hatte. Okay, wenn es weiter nichts ist – mal sehen, ob ich lustige Halluzinationen von dem Stoff bekomme. Während ich mir die Zeit bis zum Abend mit Monstertöten vertrieb und noch eine Runde durch das Lager lief, fand ich auch endlich Zyvik und holte mir meine Belohnung für die wieder eingefangenen Soldaten ab.

Zur Dämmerstunde fand ich mich wieder an Sabrinas Hinrichtungsstätte ein, speicherte sicherheitshalber ab, schluckte den Trank und harrte der Dinge die da kommen mochten. Es geschah exakt nichts. Hm. Hatte ich irgendwas falsch gemacht? Oder weigert sich mein Hexermetabolismus, den Trank richtig wirken zu lassen? Ratlos drehte ich eine Runde um die Hinrichtungsstätte, warf einen Blick auf die Karte und stellte fest, dass sich der Questmarker an einer ganz anderen Stelle am anderen Ende des Gebiets befand. Okay, ich wusste gar nicht, dass die heilige Sabrina woanders auch noch eine Verehrungsstätte hatte. Also wetzte ich mal wieder durch die Botanik, durch das Lager der Blauen Streifen, die wahrscheinlich auch nur noch den Kopf schütteln wenn wieder ein planloser Hexer vorbeigewetzt kommt, entlang der Palisade des Hauptlagers und schließlich in die Schluchten. Der Schrein entpuppte sich als unscheinbare Holzsäule an der Stelle, wo ich bei meiner ersten Erkundung die Krabspinne erschlagen hatte. Na gut. Also wieder abspeichern und den Trank schlucken. Und dann wurde es… strange.

Zuerst sah ich ein gigantisches Huhn, das mitten in der Schlucht stand. Dann sprossen um mich herum riesige Pilze aus dem Boden, die die unverkennbare Form von Holzdildos hatten. Hm. Was will uns diese Halluzination jetzt über Geralts Unterbewusstsein sagen? Noch während ich mein Silberschwert zog um auszuprobieren, ob man Godzilla-Huhn vielleicht bekämpfen konnte, war es auch schon vorbei und ich kam am nächsten Morgen auf einem Felsen hoch über dem Tal wieder zu mir. Okay, Geralt, in Zukunft lässt du mir die Finger von allen Drogen die du nicht selbst hinter Roches Schreibtisch gekocht hast.

Derart erleuchtet und dank einer Schriftrolle um einige Informationen über den Visionär reicher begab ich mich zurück zu seiner Hütte. Er fragte mich nach der Halluzination und ich entschied mich, ihm nichts von Sabrina und der Schlacht vorzulügen, sondern die Wahrheit zu sagen. Der Visionär wirkte erleichtert. Er hätte in letzter Zeit das Gleiche gesehen und schon an seinem Verstand gezweifelt. Dann musste wohl beim Mischen des Trankes etwas schief gegangen sein. Er erzählte mir außerdem, dass der Speer, den ich brauche um Sabrinas Fluch zu lösen, an einen anderen Soldaten weitergegangen war, der nun Reliquien verhökerte. Verstehe, deshalb wollte mich der Kerl so schnell abwimmeln.

Ich trabte mal wieder zurück ins Lager und behexte den Reliquienhändler mit dem Jedi-Mind-Trick, und auf ein Mal wurde er gesprächig. Ja, er hätte die Speerspitze einmal gehabt, sie aber beim Würfelpoker an einen anderen Soldaten verloren, der sie wiederum bei einem Einsatz verlor. Er behauptete, dass die Spitze bei einem Kampf gegen missgünstige Elfen in deren Anführer stecken geblieben war, der sie nun habe und zur Zeit in Vergen wäre. Geralt brauche nur zwei und zwei zusammen zu zählen um zu ahnen, von wem die Rede war. Ausgerechnet Iorveth! Dann ist er also doch entkommen! Wie es aussieht, werde ich wohl doch gegen ihn kämpfen müssen. Gut, dass ich meine Granatenvorräte gerade erst wieder aufgestockt habe. Dieses Mal werde ich nicht ohne mein Arsenal als Roche vor dir stehen, oh du missgünstigster aller Elfen! Warts nur ab, deine Missgünstigkeit wird bald ein Ende haben!

Das war aber noch nicht das einzige Problem. Vergen liegt auf der anderen Seite des Nebels, der mir beim letzten versehentlichen Betreten sofort die Lebensenergie abgesaugt hat.

Ich beschloss, noch einmal in der Höhle aufzuräumen und dann mit den Zauberern zu reden. Wenn mir jemand helfen, kann, dann die – schließlich hat Detmold ja schon mal einen Schutzschild um uns gewirkt. Sile war nicht besonders gesprächig, aber Detmold war schleimig freundlich und gab mir magischen Staub für das Ritual zur Aufhebung von Sabrinas Fluch, ein Amulett von Sile, das mich sicher durch den Nebel bringen sollte, sowie eine wirklich gute Rüstung. Wow, das hat sich mal wirklich gelohnt. Detmold, du kannst wirklich hilfreich sein, wenn man dich darauf hinweist, dass das alles zum Wohle Henselts geschieht. Zu meiner großen Verwunderung stieg ich auch gleich zwei Stufen auf. Also erst mal steigern und die Rüstung aufwerten.

Im Hauptlager erwartete mich ein deprimierter Zoltan, der sich bitter beklagte, dass die Kaedwener eklig zu ihm seien und das Bier schrecklich schmecken würde. Er gehörte eigentlich nach Vergen. Da ein deprimierter Zwerg ein geradezu niederschmetternder Anblick ist, versprach ich Zoltan, ihn mit auf die andere Seite zu nehmen, und gemeinsam verließen wir das Lager und betraten mit einem unguten Gefühl den Nebel.

Sofort waren wir von geisterhaften Soldaten und vom Himmel regnendem Feuer umringt, aber wir blieben am Leben. Die Soldaten griffen uns zwar an, waren aber mit wenigen Schwerthieben zu erlegen und wenn wir schnell genug rannten, ließen sie uns auch in Ruhe. Schließlich traten Zoltan und ich aus der Schlacht zurück in die Wirklichkeit. Wir hatten es geschafft. Wir waren auf der anderen Seite und Zoltan endlich da, wo er hingehörte.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 12

Episode 12: Sport ist Mord – Manchmal durchaus wörtlich zu nehmen

Da die Beiden nicht protestiert hatten, habe ich mich zum Meditieren und Übernachten bei Roche und Ves im Zelt einquartiert. Dort ist schließlich mehr als genug Platz. Die Beiden schlafen übrigens in getrennten Betten an entgegen gesetzten Enden des Zeltes. Ob es wohl daran liegt, dass Vernon zum Schnarchen neigt? Im Gegensatz zu Ves, die friedlich vor sich hinpennt, schläft er sowieso ziemlich unruhig und wälzt sich die ganze Nacht hin und her. Die Sorgen eines Hauptmanns scheinen ihn wohl auch in den Schlaf zu folgen.

Nach dem Aufstehen beschloss ich, dass es an der Zeit für ein wenig Sport war, und sprach nach meiner täglichen Beuteverkaufsrunde die faustkämpfenden Blauen Streifen an, ob ich nicht auch mal dürfte. Sie stimmten mit Freude zu in der Hoffnung, ein paar neue Tricks von mir lernen zu können, und ich trat gegen Fenn an. Der war schon mal ein ganz anderes Kaliber als die Kerle gegen die ich in Flotsam geboxt habe – im Klartext heißt es, dass die Tastenkombinationen gefühlt schneller gedrückt werden mussten und so beendete ich den Kampf nur mit der Hälfte meiner Lebensenergie siegreich. Aber immerhin, ich habe gewonnen! Mein nächster Gegner war Silas, den ich erstaunlicherweise ziemlich leicht geschlagen habe. So kann es ruhig weiter gehen. Doch das dicke Ende kam noch. Angelockt von den Kampfgeräuschen trat Roche hinzu und forderte mich heraus, gegen ihn persönlich anzutreten. Schluck! Vernon erwies sich als extrem harter Gegner, der nicht leicht zu treffen war und mir mit einem einzigen Schlag gleich zwei Drittel meiner Lebensenergie wegprügelte. Argh! Volle Konzentration! Jetzt bloß nicht auch nur den winzigsten Fehler machen! Das geht gegen meine Ehre, dass ich, ein Hexer mit übernatürlichen Reflexen, von einem einfachen Menschen umgehauen werde! Mit mehr Glück als Verstand gelang es mir doch noch, Roche den finalen Hieb zu verpassen.

Die Blauen Streifen nahmen ihre Niederlage sportlich und schenkten mir ein ziemlich gutes Ausbauteil für meine Rüstung. Aber auch nachdem ich mich erfolgreich mit ihm geschlagen hatte, wollte Roche nicht weiter mit mir über das Ausräuchern der Verschwörung reden.

Um in Übung zu bleiben, drehte ich einige Runden durch die Umgebung des Lagers und erschlug fleißig Moderhäute und Harpyien, bis ich wieder eine Stufe aufsteigen konnte. Unterwegs begegnete ich auch einigen Neckern und Endriagen, die letztes Mal noch nicht da waren und mich als willkommene Abwechslung auf ihrer Speisekarte betrachteten. Mittlerweile nerven sie nur noch, weil sie sich erfahrungspunktetechnisch einfach nicht mehr lohnen. Da ich mich nun endlich weit genug im Magie-Steigerungsbaum hochgearbeitet hatte, konnte ich die Igni-Steigerung aktivieren. Jetzt mache ich endlich wieder Einäscherungsschaden! Und die nächste Ausbaustufe ist Flächenwirkung! Yeah! Damit ist auch gebongt, wohin der nächste Talentpunkt geht. Ich will wieder wie im ersten Witcher durch die Gegend latschen und alle meine Gegner lässig wegkokeln können.

Aber auf zur nächsten sportlichen Betätigung – Armdrücken! Das fiel mir erstaunlich leicht und ich habe kein einziges Mal verloren, nicht mal gegen Adam Pangratt. Der gab mir den Tipp, es gegen jemanden namens Huma zu versuchen, der aber gerne mal Doping einwerfen würde. Okay, das merke ich mir.

Dann wurde es auch schon Abend und ich stattete der Höhle des endlosen Beute einen weiteren Besuch ab. Nachdem alle Moderhäute wieder mal tot waren, gelang es mir tatsächlich dieses Mal, den gesamten restlichen Krempel mitzuschleppen. Zum Übernachten machte ich mich wieder bei meinen blaugestreiften Zeltgenossen breit und war am Morgen bereit für die nächsten Varianten körperlicher Ertüchtigung. Also erst wieder Krempel verkaufen und dann eine Schwalbe einwerfen und ab zu Proximo. Ich will in der Arena kämpfen! Ehrlicher Kampf gegen Menschen liegt mir zwar immer noch nicht, aber ich bin ein Hexer und das heißt im Klartext – Hexen was der Energiebalken hergibt!

Mein erster Gegner war ein ziemlicher Muskelprotz der meine Schwerthiebe fleißig blockte – also habe ich fleißig Yrden gesetzt und ihm immer wenn er rein gelaufen ist, zugeschlagen. Die Taktik hat gut funktioniert und er gab auf. Der zweite Herausforderer kämpfte mit einem Schild. Menno, die sind doof, weil sie wirklich effektiv blocken und einen auch gerne mal umwerfen. Also habe ich mich auf Fernkampf mit meinem frisch gesteigerten Igni verlegt bis er mit angesengten Helmfedern aufgegeben hat. Der dritte Gegner ähnelte wieder dem ersten, aber ich hatte so viel Freude mit meinem Igni, dass ich auch hier bis zur Aufgabe fleißig gekokelt habe.

Henselt war nicht sonderlich begeistert davon, dass ich seine Kaedwener im Kampf alt aussehen ließ, und schimpfte herum, ob denn niemand Weiteres Manns genug wäre, gegen mich anzutreten und die Ehre Kaedwens in der Arena zu verteidigen. Da meldete sich eine weibliche Stimme um die Ehre Temeriens in der Arena zu verteidigen – Ves!

Ves war wirklich eine schwere Gegnerin, aber kein Wunder, wenn man bedenkt, von wem sie das Kämpfen gelernt hat. Sie ist vor allem schnell und deckt einen mit ganzen Serien von Hieben ein. Da es mir irgendwie unfair erschien, Ves mit Igni zu flambieren, habe ich sie mit Yrden eingefangen und dann bekämpft. Schließlich gab auch sie auf und forderte mich auf, später vor ihrem Zelt mit ihr zu sprechen.

Ich kam ihrer Bitte nach und sie dankte mir dafür, dass ich sie als Gegnerin ernst genommen und hart gekämpft hatte. Wir unterhielten uns noch ein wenig, tranken einen Schluck Wein und dann erklärte sie mir, dass sie Lust darauf hätte, mich auch in der Horizontalen kennen zu lernen. Die Frau weiß, was sie will, und spricht es auch aus. Also tat ich ihr den Gefallen, erwies ihr meine Gunst und bewunderte dabei ihre zahlreichen Tätowierungen. Netterweise hatte Ves einige Raumtrenner aufgestellt, sonst hätte Roche, der gerade Papierkram erledigte, ungehindert spannern können…

Nun fehlte mir nur noch eine Disziplin der inoffiziellen Lagerolympiade und zwar das Würfelpokerspiel. Ich würfelte gegen zwei Soldaten, von denen einer lustigerweise den Namen Gondor trug, sowie gegen Zyvik, die Puffmutter und den stellvertretenden Quartiermeister, und gewann sogar die meisten Spiele auf Anhieb. Damit bin ich auch hier in Henselts Heerlager wieder ungeschlagener Würfelpokerchampion.

Zur Abwechslung folgte ich dann mal wieder etwas der Quest, zeigte im Bordell die quadratische Münze vor und bat Whistling Wendy, mir mit ihrem Lächeln die Pforten zum Paradies zu öffnen. Wendy öffnete mir eine Falltür im hinteren Bereich des Bordells. Ich stieg hinab und stand in einem offensichtlich von Zwergen erbauten Gewölbe, an dessen Ende sich eine Tür befand. Vorsorglich trank ich eine Schwalbe und speicherte noch einmal ab. Dann öffnete ich die Tür und fand mich Vinson Traut gegenüber, der in Seltkirks Rüstung gekleidet war. Leider ließ er trotz aller Versuche nicht mit sich reden und griff mich zusammen mit einigen seiner soldatischen Mitverschwörer an. Beim Versuch, mich allein mit Quen und dem Schwert durchzukämpfen, scheiterte ich grandios. Viele Gegner in einem engen Raum, in dem es kaum Möglichkeiten zum Ausweichen gibt, sind einfach nicht mein Ding Also erledigte ich das Ganze auf Hexerart: Ich suchte mir eine enge Lücke zwischen einer Säule und einem Tisch und nahm die Truppe unter Kartätschen-Dauerfeuer, bis nur noch Traut stand, der in den Genuss meiner Igni-Künste kam. Mein innerer Pyromane frohlockte. Fight for honour, glory, Death in fire!

Von Traut erbeutete ich Seltkirks Rüstung, einen Schlüssel und ein Pamphlet mit Spottversen gegen Henselt, das die eindeutige Handschrift meines Freundes Rittersporn trug. Rittersporn? Du ein Freund der Quadratnumismatik? Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht. Der Schlüssel passte zu einer weiteren Tür, die sich zur Treppe des verfallenen Turms neben dem Bordell öffnete. Ah, damit wäre dieses Rätsel auch gelöst.

Ich machte mich auf den Weg um Rittersporn zur Rede zu stellen, der vor einer Gruppe Soldaten im Hauptlager vor sich hin musizierte. Er gab ohne Umschweife zu, das Pamphlet geschrieben zu haben, als Rache dafür, dass Henselt ihn anheuern wollte, Lobeshymnen über ihn zu verfassen. Die Freiheit des Künstlers und so weiter und so fort, bla bla bla. Ich glaubte ihm. Rittersporn hat einfach nicht genug Grips im Schädel um ein ernsthafter Verschwörer zu sein. Ich habe den Verdacht, dass Roche ihn in Flotsam eh nur angeheuert hatte um von seinem eigentlichen Spion abzulenken.

Also blieb mir nur noch übrig, mit Detmold zu reden um ihm meine Ermittlungsergebnisse mitzuteilen. Der Zauberer war vergrätzt, dass ich Traut und seine Getreuen getötet hatte, weil er sicherlich gern noch Informationen aus ihnen herausgefoltert hätte. Traut hätte sicherlich gewusst, wer der Kopf der ganzen Verschwörung war. Geralt und ich zuckten nur mit den Schultern und lehnten eine Belohnung für die Tötung Trauts ab. Ein Hexer lässt sich nicht für die Tötung von Menschen bezahlen. Was Henselts Amulett betraf, konnte Detmold auch keine Fortschritte aufweisen. Henselt wollte es erst herausrücken, wenn ich den Fluch gebrochen hätte. Anscheinend muss ich erst den Fluch brechen und dann die Geisterschlacht mit Hilfe der Artefakte noch mal gesondert los werden. Aber ich frage mich, wer der oberste Freund der quadratischen Münze sein könnte. Sile de Tansarville? Zauberinnen sind ja chronische Intrigantinnen und Manipulatorinnen. In diesem Fall treten meine Ermittlungen jedenfalls erst mal auf der Stelle.

Mit dem Entschluss, mich beim nächsten Mal endlich um den Fall mit dem Spukhaus und dem Soldaten zu kümmern, den ich schon wieder sträflich vernachlässigt hatte, kehrte ich zu den Blauen Streifen zurück um auf die Dämmerung zu warten. Dann ist die tolle Höhle nämlich garantiert wieder mit Moderhäuten gefüllt…

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 11

Episode 11: Baby, red‘ mir eine Frikadelle ans Ohr

 

Wenn Roche nicht will, räuchere ich die Bande halt alleine aus, püh! Aber da das nach Hauptquest riecht, wird die Sache erstmal ignoriert.

Vom Lager der Blauen Streifen aus erkundete ich weiterhin die Gegend und stellte fest, dass die Blauen Streifen sogar ihren Privatstrand haben. Was für ein Luxus! Leider fehlen die Sonnenschirme und die Cocktailbar, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür lag dort ein Ruderboot, mit dem man zum Schiff der Blauen Streifen rudern konnte. Was ich auch prompt getan habe. Leider gibt es dort außer einer Truhe mit vergifteten Wurfmessern nichts Interessantes. Roche kennt mich und meine Gewohnheiten wohl gut genug um seine Achterkajüte plünderungsdicht zu verrammeln.

Also weiter durch die Landschaft. Am Strand entlang ging es zu der Stelle, an der Sabrina Glevissig verbrannt wurde. Ich beschloss, sie später zu untersuchen – das riecht mir derzeit auch zu sehr nach Hauptquest. Der nächste Weg führte an einigen nun nicht mehr lebenden Banditen vorbei zu einem Zwergentor, das leider abgeschlossen war. Notiz an mich – irgendwie den Schlüssel organisieren! Ein paar Harpyien später hatte ich dann die bespukte Hütte gefunden. Drinnen fand sich nichts Interessantes, aber hinter dem Haud gab es einen schmalen Durchgang zu einem Friedhof, wo angeblich der Heiler und seine drei Töchter begraben sein sollten. Die Grabsteine enthüllten aber die Namen zweier Männer und zweier Frauen, sowie einige seltsame Zeichen. Irgendwas passt da nicht. Hinter der Hütte befand sich ein Fässerstapel, der sich mit dem Aard-Zeichen wegschubsen ließ. Darunter kam eine Falltür zum Vorschein, die in einen Keller mit drei Altären führte. Die Zeichen auf den Altären entsprachen den Zeichen auf den Grabsteinen und nachdem ich die Kerzen auf den Altären in der richtigen Reihenfolge anzündete, glitt ein Teil der Mauer beiseite und enthüllte eine geheime Kammer. Dort fand ich einen Zettel mit sinnlosem Kauderwelsch. Egal, wer weiß, wozu man den noch brauchen kann, das Gesetz des Rollenspiels lehrt, dass solche verschlüsselten Nachrichten grundsätzlich wichtig sind. Also eingesackt, den Wisch.

Am Strand unter dem Haus tummelten sich drei weibliche Geister, die mir einreden wollten, dass der bespukte Soldat an ihrem Tod schuld sei. Ich werde noch einmal mit ihm reden und herausfinden, ob er mir die Wahrheit gesagt hat.

Auf dem Rückweg zum Lager erschlug ich auf der Wiese noch ein paar Moderhäute bis ich wieder eine Stufe aufgestiegen bin und probierte anschließend den letzten möglichen Weg aus. Dort kam ich nicht weit. Nach einigen Schritten kam mir ein zorniger Troll entgegen, der im Gegensatz zu seinem Artgenossen aus Flotsam auch nicht mit sich reden ließ, sondern gleich zum Angriff überging. Warum? Hat er zu lange in der Sonne gesessen? Auch Weggehen und erneutes Wiederkommen half leider nicht, den Troll von seiner Mordlust abzubringen. Deshalb habe ich ihn schweren Herzens erschlagen müssen, weil er meinem Geländeerkundungstrieb im Weg stand. Der Weg in dem er sich befand endete allerdings schon nach kurzer Zeit in einer Sackgasse. Seltsam. Ich hoffe, ich habe da nicht gerade aus Versehen eine Quest vernichtet.

Nachdem ich in der Truhe beim Zwergenhändler einiges an Zeug eingelagert und somit mein Inventar erleichtert hatte, kehrte ich ins Lager zurück und redete mit diversen dort herumsitzenden Soldaten. Wer weiß, vielleicht hat ja noch jemand eine Quest für mich? Da ich Odrin geholfen hatte, ließen mich die Wachen netterweise den gefangenen missgünstigen Elfen verhören. Ich bekam aus ihm heraus, dass Letho seine gesamte Scoia’tael-Einheit niedergemetzelt hatte, sich in der Gegend um Vergen versteckt hielt und mit seinen beiden Kumpanen, die ebenfalls Hexer sind, etwas plante, was eine redanische Gesandtschaft betraf. Was aus Triss geworden war, konnte er mir zwar nicht sagen, aber immerhin, jetzt weiß ich, dass der Königsmörder sich noch nicht sonstwo hin verpieselt hat. Unterwegs lief mir auch noch Zyvik über den Weg, den ich auch erstmal über alles Mögliche ausgequetscht habe.

Zyvik erwies sich als wahrer Quell der Redseligkeit. Nun weiß ich, dass ich zur Aufhebung des Fluches Henselts Amulett brauche, sowie Saskias Schwert und das Banner des Grauen Fähnleins. Dummerweise befinden sich letztere Artefakte auf der anderen Seite des Nebels in Vergen. Das heißt, ich muss irgendeinen Weg finden, um den Nebel herumzukommen oder durch. Letzteres dürfte sich als schwierig gestalten, da ich beim letzten Mal, als ich aus Versehen hineingeriet,, nach einigen Sekunden einfach tot war. Aber mal abwarten, die Wege des Plots sind unergründlich oder so. Für alle Fälle schenkte Zyvik mir schon mal seine Bärenfellmütze, damit ich sie bei den Gefallenen seiner alten Einheit ablege wenn ich mir das Artefakt hole.

In der Nähe von König Henselts Zelt fand ich den Söldner Adam Pangratt, den ich im Armdrücken schlagen muss. Da er anscheinend nicht gegen jeden armdrückt, nannte er mir erst einige Leute, gegen die ich vorher antreten soll. Schön, wenn du willst… Allerdings erzählte er noch einige interessante Details über das Söldnertum und vergangene Schlachten. Henselt saß in seiner Loge über der Arena und sah sich die Kämpfe an. Als er mich sah, wollte er mich überreden, sein Leibwächter zu werden und ich redete mich heraus. Ganz schlechte Idee, Henselt. Du weißt doch, was mit dem letzten König passiert ist, dessen Leibwächter ich war…

Da die Frikadelle an meinem Ohr immer noch nicht groß genug war, plauderte ich noch eine Weile mit weiteren Soldaten im Lager um die allgemeine Stimmung zu erkunden. Die Nilfgaarder kamen dabei nicht besonders gut weg und es ist interessant, was Roche unter den Kaedwenern für einen Ruf hat. Sie haben anscheinend Angst vor ihm und behaupten, er wäre ein Verrückter, der Elfen die Ohren abschneiden und sie zum Frühstück verspeisen würde. Ich frage mich, wie viele dieser Gerüchte er selbst in die Welt gesetzt hat, denn ein gewisser Ruf kann schon helfen – mit meinem Beinamen ‚Schlächter von Blaviken‘ habe ich ja auch in Flotsam schon mal erfolgreich jemanden eingeschüchtert.

Nach so viel Gerede stand mir der Sinn wieder nach etwas Schwertarbeit und ich forderte den Schlächter von Cidaris zum Partnerduell mit dem Sohn des verzweifelten Vaters heraus. Zwei gegen zwei. Gleich darauf standen wir auch schon in der Arena und wieder erwies sich der reine Schwertkampf als nicht tauglich. Also alles nochmal von vorne und ordentlich Igni reingebuttert. Zum Glück habe ich Energie mittlerweile gut gesteigert, sodass ich da ordentlich was reinhauen kann. Nach der Feuerballerei hat das Schwert dann den Rest erledigt und vom dankbaren Vater erhielt ich genau wie von Odrin die Information, dass der Verschwörer Vinston Traut sich unter dem Bordell versteckt hält. Nach dem Kampf forderte mich Proximo, der Aufseher der Arena, dazu auf, an einem richtigen Ritterturnier teilzunehmen. Klar doch, irgendwann gerne. Wo Ruhm und Erfahrungspunkte winken, bin ich nicht weit.

Dann nahm ich mir die Höhle noch mal vor und fand hinter einem Ausgang endlich das gut abgesperrte Lager der Nilfgaarder. Es gab zwar neue Moderhäute in der Höhle, aber keine Golems und Grallen. Dafür war die Beute so reichlich, dass ich gar nicht alles auf ein Mal abschleppen konnte. Da muss ich dann wohl noch mal runter – aber erst wenn die Moderhäute wieder da sind.

Jetzt hatte ich immer noch nicht mit dem bespukten Soldaten geredet – aber hey, dafür habe ich den Anfang der Würfelpokerquest gefunden.

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