Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 6

Episode 6: Zwei Fäuste für ein Halleluja

 

Nun war es wirklich an der Zeit, sich dem Faustkampf zu widmen. Im Keller der Taverne ging es auch gleich zur Sache. Eigentlich ist es ganz einfach – sobald die entsprechenden Tasten auf dem Bildschirm aufleuchten, müssen selbige gedrückt werden und den Rest erledigt Geralt von selbst mit Tricks, die eines Catchers würdig wären. Nachdem es für die Tavernenkämpfer ordentlich auf die Omme gab, sprach mich ein schmieriger Kerl namens King Ziggy an und wollte mir zeigen, wo es sich richtig lohnt zu kämpfen. Ich willigte natürlich ein. Da er am Abend vor der Taverne auf mich warten wollte und es bis zum Abend noch lange hin war, habe ich erstmal wieder Zeug verkauft und mich von dem Gewinn mit Trank-, Bomben- und Fallenrezepten eingedeckt. Auf der Aussichtsplattform in Bindegarn traf ich leider nur Seherim an, der immer noch nicht mit mir über seine verschwundene Freundin reden wollte. Also musste die Kayranfalle, die ich mir von Cedric bauen lassen wollte, noch warten.

Auf der Suche nach Anezka der Kräuterfrau lief ich aus Versehen in das falsche Haus und was hing dort an der Wand? Ein sorgfältig präparierter Trollkopf. Manchmal löst die Macht des Zufalls wirklich alle Probleme. Der Besitzer des Kopfes erzählte mir bereitwillig, dass er den Kopf von einem Mann namens Dmitri beim Würfelpoker gewonnen hatte und dessen Verbindungsmann oft in der Taverne herumhängen würde. Also zurück zur Taverne, wo meine Freunde immer noch was taten? Richtig, saufen und rauchen. Rittersporn schnarchte mit dem Kopf auf dem Tisch und aus irgendwelchen Gründen wirft ein Mann, der an der Tür steht, regelmäßig mit angebissenen Äpfeln nach dem vor sich hin quarzenden Roche, den das aber überhaupt nicht zu jucken scheint. Die Wege des NSCs sind unergründlich oder so.

Nachdem ich den Verbindungsmann mit meinem Ruf als Schlächter von Blaviken gründlich eingeschüchtert hatte, verriet er mir, dass sich Dmitri und seine Kumpane auf dem alten Friedhof im Wald herumtrieben. Gilt sowas eigentlich als bösartiges Herumlungern?

Ich trabte zum Friedhof und störte die Bande gerade dabei, wie sie einen toten Geheimagenten der Krone verscharren wollten. Mein Schwert, meine Feuerbälle und ich haben sich um die Angelegenheit gekümmert. Aus einem Brief, den der tote Agent bei sich trug, ging hervor, dass Loredo wohl ein Drogenlabor bei sich im Keller betreibt und so etwas wie Hochverrat plant. Ich sehe schon, Roche und ich werden, wenn wir mit Iorveth und dem Königsmörder fertig sind, auch den werten Kommandanten von Flotsam und seine Spießgesellen noch mal kräftig aufmischen müssen.

Bei Dmitris Leiche fand sich auch ein Schlüssel zu einem Banditenversteck. Ob damit wohl die abgeschlossene Hütte im Waldstück hinter der Trollbrücke gemeint ist? Hoffentlich…

Aber zuerst habe ich dem Troll berichtet, dass ich mich um die Mörder seiner Frau gekümmert habe und Dieser versprach im Gegenzug, den Wodka sein zu lassen und sich wieder um die Brücke zu kümmern. Juchu, wieder ein Problem der Bürger von Flotsam erfolgreich gelöst! Dazu hat sich das anschließende Ausräumen der Banditenhütte so richtig gelohnt – Dort lag ein Stahlschwert mit wesentlich besseren Werten als mein Bisheriges herum, das ich auch gleich noch mit ein paar Runen aufgerüstet habe.

Zurück in Bindegarn machte ich mich wieder auf die Suche nach Cedric – ich brauche diese verflixte Kayranfalle, wenn ich dem Vieh irgendwie beikommen soll. Gerade dämmerte es zum Abend und die Bewohner Bindegarns versammelten sich am zentralen Lagerfeuer, wo ihr Anführer die aus dem ersten Roman und dem Vorspann des ersten Spiels bereits wohlbekannte Geschichte von Geralt und seinem Kampf mit der in eine Striege verwandelten Tochter König Foltests erzählte. Ich blieb einfach stehen und hörte mir mit einem nostalgischen Grinsen auf dem Gesicht die Geschichte an, weil es einfach so ein schöner, stimmungsvoller Moment war.

Das liebe ich auch so an diesem Spiel – Jeder Bürger Flotsams hat einen Namen und auch kleine unwichtige NSCs sind eigene Persönlichkeiten. Es lohnt sich absolut, einfach mal stehen zu bleiben und ihren Gesprächen zu lauschen. So ist zum Beispiel Bargee, der Bootsbauer den man im Armdrücken schlagen muss um die entsprechende Quest abzuschließen, mit einer äußerst dominanten Mutter gesegnet, die ständig an ihm herumnörgelt. Am Hafen streiten sich zwei Personen über die richtige Zubereitung einer Suppe und eine Gruppe von Tunichtguten macht sich über lächerliche selbst verliehene Heldennamen lustig. Wieder eine andere Gruppe vor der Taverne spekuliert abwechselnd darüber, ob ihnen jemand ein Bier ausgibt, oder über die Ernährung von Hexern. Das alles macht die Spielwelt einfach unheimlich dicht und greifbar. Sehr genial gemacht von den Entwicklern.

Zu den Zuhörern am Lagerfeuer gehörte auch Cedric, sodass ich nun endlich zu meiner komplettierten Kayranfalle gekommen bin. Wie so eine mickerige Falle gegen so ein riesiges Ungeheuer helfen soll ist mir zwar schleierhaft, aber irgendeinen Nutzen wird das Teil hoffentlich haben. Und jedes Bisschen hilft, denn ich habe wirklich Bammel vor dem Kampf.

Nachdem ich mal wieder nachgeschaut hatte, ob meine Freunde sich schon unter den Tisch getrunken hatten (Zoltan und Roche bewiesen gerade großes Können im Exen von Bierhumpen), quatschte ich schließlich Ziggy vor der Taverne an. Mal sehen, was es mit diesen geheimen, anscheinend illegalen Faustkämpfen auf sich hat.

Zu meiner Überraschung führte Ziggy mich direkt zu Loredos Anwesen, wo in einer Art unterirdischer Arena gekämpft wurde. Der Kerl lässt wirklich keinen mafiösen Zeitvertreib aus. Nachdem ich fleißig meine Fäuste sprechen ließ, wollte Loredo mich dazu bringen, den letzten Kampf zu verlieren, damit er die Wetteinsätze einstreichen konnte. Nicht mit mir, du verräterischer Hundsfott! Deshalb wurde der letzte Gegner auch auf die Bretter geschickt. Loredo drohte mir zwar, dass mir das noch Leid tun würde, aber soll er es nur versuchen.

Da die Nacht noch jung war, braute ich noch den Anti-Kayrangifttrank zusammen und machte mich dann auf einen weiteren nächtlichen Waldspaziergang zum fröhlichen Monster erschlagen. Dieses Mal haben die missgünstigen Elfen mich auch in Ruhe gelassen – Meine Warnung, die aus der Leiche ihres Kollegen bestand, scheinen sie verstanden zu haben. Und das Beste von allem: In beiden Höhlen gibt es wieder neue Necker! Erfahrungspunkte, ich komme! Wahrscheinlich muss man nur einfach etwas länger warten als im ersten Spiel, wo es schon reichte, aus der Höhle raus- und wieder reinzurennen um sie wieder gefüllt vorzufinden. Also habe ich erstmal wieder kräftig die Fauna geschädigt und nebenbei noch vergeblich etwas an der Endriagenkönigin herumprobiert. Immerhin habe ich nun ein paar grobe Ideen, wie ich es machen kann. Entweder schlucke ich alle magie- und regenerationsverstärkenden Tränke die es gibt und versuche es mit der Igni-und-weg-Taktik und pflastere parallel dazu die Gegend mit Sprengfallen zu, oder sammle alles zusammen was zeitweilig lähmt und haue dann mit dem Schwert drauf. Das Ganze bedarf aber noch einiger Planung – vielleicht sollte ich mir irgendwo ein kleines Schießgebiet zum Herumprobieren anlegen.

Außerdem ist es vielleicht auch gar nicht schlecht, das Endriagenproblem noch etwas nach hinten verschieben – solange die Königin noch lebt, kommen immer wieder neue Endriagen nach, und was bringen die? Richtig, Erfahrungspunkte.

Ansonsten habe ich noch fleißig Würfelpoker gespielt und bin dort auch mittlerweile ungeschlagener Flotsamer Meister.

Dank fleißiger Ungeheuerjagd habe ich auch schon wieder fast ein Level voll und wer weiß, vielleicht bin ich beim nächsten Mal so lebensmüde, dass ich zu Sile gehe und ihr erkläre, dass ich bereit für den Kayran bin.

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s