Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 7

Episode 7: Der Kayran oder Epic Fail in 45 Folgen

 

Um das Level voll zu machen, ging ich noch eine Runde im nächtlichen Wald Necker verprügeln und habe auch gleich wieder zwei missgünstige, aus dem Hinterhalt schießende Elfen erlegt. Schlüpfen die auch einfach immer wieder an einem geheimnisvollen Ort, wie die Necker?

Nach dem Levelaufstieg, bei dem ich mich vorsorglich für 50 zusätzliche Lebenspunkte entschied, nahm all meinen Mut zusammen und begab mich zu Sile, um ihr zu erklären, dass ich bereit für den Kayran wäre. Kurz bevor es zur Sache ging, warf ich noch den Anti-Kayrangifttrank und eine Schwalbe ein. Dann begann Sile mit dem Herbeirufungsritual.

Falls ich bisher behauptet habe, ein Kampf wäre schwer – vergesst es. Der Kayran ist schlimmer. Viel schlimmer. Sogar viel schlimmer als die Kikimorenkönigin im ersten Spiel, weil es hier keine Höhlendecke gibt, die man dem Monster einfach auf den Kopf schmeißen muss. Die folgende Chronik des Versagens ist völlig authentisch, es wurde nichts hinzu erfunden.

Die ersten Versuche gingen völlig in die Hose – Ausweichen ist wirklich alles! Sile schrie, ich sollte das Yrden-Zeichen benutzen, aber, Hilfe ist das stressig, alles gleichzeitig zu tun! Zudem das Viech auch noch Schleim spuckt, der einen festklebt und aus dem man sich mit einem Quicktime-Event wieder befreien muss. Außerdem kann ein einziger Tentakelhieb auch schon ein Drittel der Lebensenergie weghauen. Beim siebten Versuch habe ich es endlich mal geschafft, tatsächlich einen Tentakel mit Yrden einzufangen und abzusäbeln, bevor es mich dahingerafft hat. Ich meinte, dass es langsam besser würde. Beim sechzehnten Versuch bin ich darauf gekommen, nach dem Abschlagen eines Tentakels, wenn der Kayran anfängt zu toben, zwischendurch auf Quen zu wechseln. Meine Tastendrückorgien beim Ausweichen wurden auch immer ausgefeilter. Man ist ja lernfähig.

20. Versuch: Drei Tentakel ab! Hurra! Äh, warum hätte ich da plötzlich rechtsklicken müssen? Mist, da habe ich irgendwas verpasst. Oh, noch ein Tentakel von oben! Exitus…

31. Versuch: Yesss, wieder drei Tentakel ab! Und Rechtsklick! Geil, Geralt hopst auf den Tentakel! Episch! Huch, da hätte ich jetzt auf die linke Maustaste hämmern müssen? Argh, spektakulärer Absturz vom Tentakel. Mistmistmist! Also alles noch mal von vorne…

36. Versuch: Linke Maustaste, linke Maustaste, linke Maustaste… Wuhuuuu! Was? Leertaste? Nächster spektakulärer Absturz mit anschließendem Exitus… %#$?+&!!!!! (Hier bitte Vernon Roches gesamtes Repertoire an unanständigen Flüchen einfügen)

45. Versuch: Leertaste rechtzeitig getroffen. Ich lande hinter einem einladend aufragenden Mauerstück, das sich hochlaufen lässt. Quen! Wenn du jetzt den Löffel abgibst, verzeihe ich dir das nie, Geralt! Ein Tentakel schmeißt uns runter. Wieder Quen! Jetzt bloß nicht auf den letzten Metern abkratzen! Mit Hechtrollen die Schräge hoch! YEAAAH!

In einer spektakulären Cutscene wirft Geralt eine fette Handgranate direkt auf den Kopf des Kayrans. Krawumm! Splatter! Tooooood!!!!!

Mit irrem Grinsen saß ich vor dem Computer und stimmte das aus The Gamers bekannte Da-da-da-da-daaaa-da an. Geralt und ich hatten es tatsächlich geschafft!

Nummer der Anläufe: 45

Kampfdauer: 3 Stunden und 20 Minuten (mit einer kleinen Käsebrotpause zwischendurch)

Loot: Anständig.

Erhaltene Erfahrungspunkte: 1750. Immerhin hat es sich gelohnt.

 

Immer noch ordentlich auf Adrenalin lief ich wieder zurück nach Flotsam um mir vom Kaufmann meine Belohnung abzuholen. Die hat sich auch gelohnt. Gerade als ich mich davon machen wollte um die nächste Runde Krempel zu verkaufen, stand auf einmal Triss vor mir. Hatte sie die Taverne wohl langsam satt. Sie hatte aufgeschnappt, dass Iorveths Stellvertreter als Gefangener auf die Gefängnisbarke geschleppt worden wäre. Super, verhören wir ihn doch gleich! Vielleicht hat er ja was Interessantes zu erzählen.

Der Gefangene hieß Ciaran und litt unter massiven Verletzungen, weshalb Triss und ich ihn erst einmal geheilt haben. Dann redete er auch – Ich habe erfahren, dass der Königsmörder Letho heißt und nun versucht, Iorveth loszuwerden, weil der seine Nützlichkeit vermutlich überschritten hat. Ciaran bat mich, Iorveth zu warnen. Soll ich das wirklich tun? Eigentlich wäre es doch nicht schlecht, wenn eines meiner Probleme sich von selbst löst. Aber andererseits wäre es bestimmt nicht schlecht, auch mal Iorveth befragen.

Ciarans Worte triggerten eine weitere Rückblende. Yennefer und ich glücklich miteinander auf einer verwunschenen Insel. Dann griff die Wilde Jagd an, zerstörte unser Paradies und entführte Yennefer. In meinem Kopf spielt Johnny Cash Ghost Riders in the Sky. Um sie zu finden, kehrte Geralt von Riva in die Welt zurück. Dann war es also die Wilde Jagd, vor der ich zu Beginn des ersten Spiels geflohen bin, als meine Hexerkollegen mich ohne Gedächtnis fanden.

Triss erklärte sich bereit, mir mit Hilfe einer Rose der Erinnerung zu helfen, mein Gedächtnis komplett wiederherzustellen. Sie weiß, wo welche wachsen – Beim Elfenbad im Wald.

Und so liefen Triss und ich durch den Wald und kämpften uns durch haufenweise Endriagen und Necker und wetzten so schnell wir konnten an der Endriagenkönigin vorbei.

Ich pflückte eine Rose und gab sie Triss als Zeichen meiner Liebe. Leider wurde unsere Idylle durch eine Gruppe Halunken gestört, die die Statue der verliebten Elfen zersägen und meistbietend verkaufen wollten. Triss und ich haben das auf eine sehr endgültige Weise verhindert. Dann gab der Boden unter uns nach und wir fielen in genau jenen Raum, den ich schon einmal gesehen hatte, aber nicht betreten konnte. Dort saßen wir erst einmal fest und da wir sonst nichts zu tun hatten, nutzten wir die Gelegenheit für ein romantisches Schäferstündchen in dem großen Wasserbecken.

Nachdem wir uns vergnügt hatten und wieder angezogen warten, sprachen wir über unsere Zukunft. Triss würde am liebsten mit mir durchbrennen, aber ich habe ihr erklärt, dass ich den Fall Königsmörder nicht einfach so hinschmeißen werde. Ich will die Sache zu Ende bringen. Nachdem wir unsere Beziehung ausdiskutiert hatten, erklang auf einmal eine gedämpfte Stimme und ein brüchiger Teil der Mauer stürzte ein. Durch das Loch schaute niemand anderes als Vernon Roche zu uns herein. Auf meine Frage, wie er uns gefunden hätte, meinte er nur cool, dass es sein Beruf wäre, Leute zu finden, als wäre es das Einfachste der Welt, als stinknormaler Mensch gemütlich durch einen mit hungrigen Monstern angefüllten Wald zu latschen. Aber irgendwie ergibt es schon Sinn, dass Roche ungestört im Wald spazieren gehen kann, während ich mich dauernd mit allem möglichen Viechzeug herumschlagen muss – Er schmeckt höchstwahrscheinlich einfach nicht. Welches Ungeheuer, dem etwas an seiner Verdauung liegt, würde schon freiwillig einen zähen, nicht mehr jungen, in Nikotin marinierten Soldaten fressen, wenn es stattdessen in unmittelbarer Nähe auch leckere zarte missgünstige Elfen oder einen mit diversen lustigen Substanzen angereicherten Hexer verspeisen kann?

Triss machte sich auf, aus der Rose der Erinnerung einen Trank für mich zu brauen. Ich schnackte noch etwas mit Roche und machte mich dann auch auf den Rückweg. Roche kam nicht mit mir mit – Vermutlich wollte er auch mal in Ruhe eine Runde baden.

Angeblich soll Zoltan wissen, wie ich an Iorveth herankomme. Nun, ich werde sehen. Erst die Endriagenkönigin? Oder doch erst die missgünstigen Elfen?

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