Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 8

Episode 8: Letho oder wie ich lernte die Bombe zu lieben

 

Ich fürchte, ich habe mehr als genug Necker und Endriagen erschlagen – Es lohnt sich einfach nicht mehr, damit Erfahrungspunkte zu schinden. Jedes getötete Monster bringt gerade nur noch ein mickeriges Pünktchen.

Also musste eine neue Erfahrungspunktequelle her – und da blieben nur noch die Endriagenköniginnen. Da ich im Nahkampf gegen sie kläglich versagt habe, habe ich meinen Kartätschenvorrat auf 50 aufgestockt und bin dem Vieh mutig entgegen getreten. Und was soll ich sagen – Es war kinderleicht. Ich konnte einfach vor der Königin stehen geblieben und habe sie in einer Tour mit Kartätschen beschmissen bis sie umgefallen ist, ohne auch nur einen Schwerthieb zu führen oder einen Kratzer abzubekommen. Die zweite Königin ließ sich ebenfalls einfach so wegbomben. Und was lernt man daraus: Genug Munition erleichtert das Kämpfen ungemein und eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Kampf!

Nachdem ich mir meine Belohnung für die Endriagen bei Merse geholt hatte, beschloss ich dann doch, mit Zoltan zu reden. Jetzt, wo alle Nebenquests abgeschlossen sind, sollte ich mich doch mal wieder dem Hauptplot widmen. Zoltan erzählte mir, dass er eigentlich nciht viel von den Scoia’tael hält, sie aber anscheinend von ihm. Sie wollten ihn sogar als Truppführer anheuern, was er aber abgelehnt hatte. Wir machten uns auf den Weg in den nun erstaunlich viechzeugfreien Wald, wo wir schon nach kurzer Zeit von zwei missgünstigen Elfen aufgehalten wurden. Anscheinend kennen sie sich aufgrund eines Dimensionslochs mit irdischer Philosophie aus – Wie sonst ist die Losung ‚Kierkegaard – Heidegger‘ zu erklären? Die Spitzohren schickten uns zu einer Lichtung im Wald, wo wir auf Iorveth warten sollten – Zoltan erklärte mir, dass es sich dabei um eine Falle handelte, denn auf der Lichtung lebt ein Monster namens Krabspinne. Danke auch für den nächsten Hinterhalt, ihr missgünstigen Elfen. Wenn ich von Iorveth habe, was ich will, kann der was erleben.

Also habe ich ein paar Tränke eingeworfen, bin zusammen mit Zoltan auf die Lichtung getreten und gemeinsam haben wir die Krabspinne auf die konventionelle Art niedergeknüppelt. Nachdem sie erledigt war, tauchten weitere missgünstige Elfen mit gespannten Bögen auf und schließlich auch Iorveth höchstpersönlich. Ich schluckte meine Wut auf ihn mühsam herunter und versuchte, vernünftig mit ihm zu reden, was mal mehr, mal weniger gut gelang. Der Mann ist ein zutiefst zu bedauernder Fanatiker. Immerhin gelang es mir, ihn zu überzeugen, dass Letho ihm in den Rücken fallen wollte, und wir kamen überein, dass ich ihn als falschen gefangenen zu Letho bringen sollte. Gesagt, getan – auch wenn Iorveth drohte, bei auch nur einer falschen Bewegung würde ich als Nadelkissen enden. Wie ich da wohl wieder rauskomme – Ich würde Iorveth zutrauen, dass er mich, nachdem wir Letho los sind, auch gleich mit erledigen lässt.

Ich führte also den an den Händen gefesselten Iorveth zu der Statue der beiden Liebenden, wo Letho sich aufhielt. Es gelang mir, einiges an Informationen aus ihm herauszulocken – Es gibt noch zwei weitere potentielle Königsmörder, die frei herumlaufen. Nicht gut. Außerdem erwähnte Letho, dass wir uns kennen und ich ihm einmal das Leben gerettet habe. Leider erinnere ich mich nicht mehr daran… Irgendwann hatte Iorveth genug und rief seine Truppe. Missgünstige Elfen mit gespannten Bögen überall um uns herum. Ich habe da ein ganz mieses Gefühl…

Doch plötzlich kamen Armbrustbolzen aus dem Gebüsch geschossen und unter lautem Gebrüll stürmten die Blauen Streifen den Kampfplatz, allen voran ein streitkolbenschwingender Roche, um den Elfen Saures zu geben. Juchu, die Kavallerie kommt gerade rechtzeitig! Iorveth rief mir zu, ihm sein Schwert zu geben. Ehrlich gesagt, vergiss es, Junge. Du wolltest Zoltan und mich an die Krabspinne verfüttern und nun soll ich dir helfen? Ab in den Knast mit dir und deinem missgünstigen Elfenpack! Liebe blaugestreifte Freunde, nehmt die Bande fest, ich schnappe mir den ersten Königsmörder von Dreien! Wie schon gemeinsam mit Triss landete ich auch dieses Mal wieder im Bad, in welchem Letho mich auch gleich zu ertränken versuchte. Dann entbrannte ein Kampf zwischen zwei Hexern…

Nun ja, ganz so schlimm wie der Kayran war es nicht, aber doch ziemlich happig, weil Letho nicht nur mit dem Schwert angreift, sondern auch diverse Zeichen und Bomben schmeißt, während er sich selbst mit Quen schützt. Nachdem ich nach mehreren Fehlversuchen eingesehen hatte, dass Schwertkampf bei meinem Tastaturgeschick und der Menge an Schaden, die Letho austeilt, zwecklos ist, habe ich mich darauf verlegt, Quen wenn immer möglich aktiviert zu halten, auszuweichen wie blöde, und immer wenn Lethos Quen unten ist, ihn mit meinen restlichen Bombenvorräten von der Endriagenjagd zu bewerfen. Und es hat nach ein paar Versuchen tatsächlich funktioniert! Wenn er mich bombardiert, bombardiere ich zurück! Nachdem ich Letho die Hälfte seiner Lebensenergie weggebombt hatte und schon bei der zweiten Bombensorte angekommen war, kam eine Cutscene, in der Letho mich schlug und mir dann doch das Leben schenkte, weil ich einmal seins gerettet hatte. Was soll das? Ich war gerade so schön im Flow! Während ich noch benommen herumlag, machte sich Letho von dannen und sprach davon, mit Triss‘ Hilfe nach Ober-Aedirn abzuhauen. Was? Erst entkommt er mir und dann will er auch noch Triss entführen! Roche sammelte mich wieder ein und berichtete mir von Iorveths erfolgreicher Verhaftung. Damit waren wir immerhin zur Hälfte erfolgreich. Aber wir müssen dringend Triss retten! Vorher muss ich allerdings noch mal dringend meine Munition aufstocken, wenn ich noch mal gegen Letho antreten muss…

Gemeinsam machten Roche und ich uns auf den Weg nach Flotsam und erschlugen unterwegs noch die wohl letzte einsame Endriage. Und wieder wurde eine vom Aussterben bedrohte Spezies duch die Hexerzunft endgültig dahingerafft. Obwohl, Vesemir, Lambert, Eskel und ich sind vermutlich auch die letzten Exemplare der wahren Hexerspezies. An Letho konnte ich jedenfalls kein Silberschwert entdecken.

Zurück in Flotsam wurden Roche und ich auf einem mit Girlanden geschmückten Marktplatz von einem scheißfreundlichen Loredo als Helden empfangen und gefeiert. Aber zum Feiern hatte ich keine Zeit, es ging um Triss! In der Taverne stöberte ich einen singenden Rittersporn mit Lippenstift am Kragen auf, der mir berichten konnte, dass Triss vor kurzem Sile besuchen wollte. Rittersporn war entsetzt, als er von Lethos Plänen hörte und rannte mit mir zu Siles Zimmer. Dort fanden wir Siles Leibwächter mit gebrochenem Genick und eine Menge Blut vor – aber keine Spur von Triss. Dafür jedoch ein Guckloch zum Bordell nebenan. Das dort arbeitende Mädchen gab bereitwillig Auskunft: Zusammen mit der Puffmutter Madame Margot hätten sie ausgespäht, was nebenan passiert war. Triss war zusammen mit Cedric gekommen als Sile gerade fort war, und schnüffelte herum. Dabei setzte sie eine magische Vorrichtung in Gang und sprach mit einem Magier namens Detmold, der König Henselt von Kedwen dient. Dieser und Sile sind sich anscheinend spinnefeind. Dann gab es einen Tumult nebenan und mehr wusste die Dame nicht, außer dass sich Margot in ihr Zimmer zurückgezogen hätte, als hätte sie Angst.

Rittersporn und ich fanden Margot schließlich an einem Seil von einem Deckenbalken baumelnd – Sie hatte sich erhängt damit niemand zu ihren Lebzeiten erfuhr, dass sie eine Spionin der Scoia’tael war. Ihre Motivation war es, die ganzen widerlichen Menschen zu bestrafen, die regelmäßig als Kunden zu ihr kamen. Eine traurige Geschichte eigentlich.

Mit Hilfe eines Katze-Tranks machte ich mich an die Verfolgung der Blutspur, die von Siles Zimmer fortführte, und wurde im Wald auch prompt von nicht weniger als fünf missgünstigen Elfen angegriffen. Verdammt, Roche, ihr habt welche übersehen! Durch die veränderte Sicht des Katzetranks war ich ziemlich orientierungslos und wäre von den läppischen paar Spitzohren beinahe gemeuchelt. Das wäre peinlich gewesen!

Am Ende der Blutspur fand ich schließlich den tödlich verwundeten Cedric. Dieser berichtete mir, dass Letho ihn niedergekämpft und anschließend Triss gezwungen hätte, sie beide nach Ober-Aedirn zu teleportieren. Er prophezeite mir, dass ich mein Gedächtnis in einer verfluchten Schlacht wiederfinden würde. Dann schlossen sich seine Augen für immer. Ich war traurig, denn Cedric war immer nett zu mir und hat mir mit seinem Wissen über den Kayran und Fallen gut geholfen. Letho… Zähneknirschen. Warts ab, wenn wir uns wiedersehen bin ich einige Stufen aufgestiegen und dann werden wir mal sehen, wer von uns der bessere Hexer ist! Und wehe, du tust Triss etwas an!

Gerade als ich Cedric in seinem geliebten Wald zur Ruhe gebettet hatte, kamen Rittersporn und Zoltan auf mich zu. Rittersporn erklärte, dass Roche mit mir reden möchte, und Zoltan wollte, dass ich zu den Elfenruinen komme. Da ich mich schon mal im Wald befand, ging ich erst zu den Ruinen, wo Zoltan mir erklärte, dass die gefangenen Elfen in ein spezielles Gefängnis verlagert werden sollten und die Scoia’tael meine Hilfe bräuchten um sie und Iorveth zu befreien. Ich sollte mich entscheiden. Hm, Meine Freundschaft zu Zoltan in allen Ehren, aber bei den missgünstigen Elfen hackts wohl. Erst überfallen sie meine Freunde und mich mehrmals hinterrücks im Wald, dann will ihr Anführer mich einer Krabspinne zum Fraß vorwerfen, dann überfallen sie mich noch mal und nun soll ich ihnen helfen? Ich höre mir lieber mal an, was Roche mit mir besprechen will.

Roche saß im Hauptquartier der Blauen Streifen an seinem Schreibtisch, während Dreizehn im Hintergrund mit seinem Schwert auf eine Übungspuppe einschlug. Leider konnte ich die Puppe nicht kleinholzen wie vorherige Übungspuppen – das Schwert ging einfach durch. Hrmpf. Also erstmal mit dem guten Vernon reden. Dieser erzählte mir, dass Loredo einen kaedwenischen Spion beherberge und vorhabe, Flotsam an Kaedwen zu verschachern. Oho! Das war also der Hochverrat, von dem im Brief des toten Spions die Rede war. Kurz und Knapp – Roche hat Loredo zum Tode verurteilt und sie wollen bald zur Tat schreiten. Wenn ich ihnen helfe, können wir schnell dem Königsmörder hinterher. Sehr schön. Nun kommen wir vorwärts. Und Loredo hatte es schon die ganze Zeit darauf angelegt, der Drecksack. Angefangen damit, dass er Rittersporn und Zoltan hängen wollte, bis hin zu Schikanen, Erpressung, Drogenhandel und Lügen wohin man nur sieht. Außerdem wird Flotsam möglicherweise nach seinem Ableben wieder ein besserer Ort für friedliche Nichtmenschen.

Die Sache ist geritzt, Roche. Ich helfe dir, dem Mistkerl eine sehr endgültige Abreibung zu verpassen. Aber vorher muss ich noch mal in den Wald und die Krabspinne plündern. Das habe ich im Eifer der Ereignisse ganz vergessen… Asche auf meine Abenteurertomaten!

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