Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 9

Episode 9: Die Konsequenzen des Vernon Roche

 

Ich vertröstete Roche auf später – erst muss die Krabspinne geplündert werden, bevor ich mich auf weitere Abenteuer einlasse. Draußen vor der Stadt versuchte ich, dem Weg, den Zoltan damals genommen hatte, zu folgen, und fand die fragliche Lichtung auch im zweiten Anlauf. Krabspinnenüberreste gab es dort leider keine, dafür lag ein Silberschwert aus meiner Hexerheimat Kaer Morhen einfach so dort herum. Ob es wohl von einem Hexer stammt, der den Kampf gegen die Krabspinne nicht überlebt hat? Oder ist es Lethos und er hat es als symbolische Aufgabe des Hexerlebens einfach dort weggeworfen? Ich werde es wohl nie erfahren. Aber da das Schwert bessere Werte als mein Bisheriges hat, wurde es mitgenommen. Im Wald war es übrigens geradezu gespenstisch still. Dann war die einsame Endriage, die Roche und ich erlegt haben, tatsächlich das allerletzte Ungeheuer des ganzen Waldes. Ob ich das Ökosystem damit wohl komplett zerstört habe? Nun ja, die Bürger von Flotsam und Bindegarn werden sich auf jeden Fall freuen. Missgünstige Elfen weg, Kayran tot, sonstige Ungeheuer tot – ich kann behaupten, dass ich hier ganze Arbeit geleistet habe. Mit anderen Worten – Letho hatte definitiv unrecht damit, dass die Tage der Hexer vorbei seien. Ich konnte mich über einen Mangel an Arbeit nicht beschweren.

Erst auf dem Rückweg fielen mir die Plakate auf, die überall in Flotsam an den Wänden hingen und die Ergreifung Iorveths durch den tapferen und edlen Kommandanten Loredo feierten. He, das ist eine Lüge! Die Drecksarbeit haben Roche und ich gemacht und du lässt dich jetzt feiern?

Nachdem ich den üblichen Händlerbesuch hinter mich gebracht hatte, erklärte ich mich bereit, mit Loredos Inhumierung zu beginnen. Ves sollte sich als Prostituierte einschleichen und sich um Loredo kümmern, während ich den Rest des Hauses erledigte. Also begab ich mich am Abend zur Mauer von Loredos Hinterhof, wo schon ein Mitglied der Blauen Streifen mit einer Leiter auf mich wartete. Oben auf der Mauer sah ich, wie niemand anders als der kaedwenische Spion eine Prostituierte über den Hof jagte. Ich wartete einen passenden Moment ab, sprang herunter, schlich mich an und schlug den Spion von hinten KO. Dann beobachtete ich hinter eine Mauer gekauert die anderen Wachen im Hof und versuchte, sie nacheinander auszuschalten. Im dritten Versuch klappte es dann auch und gleich neben der ersten betäubten Wache führte eine Leiter nach oben. Ich kletterte hinauf und fand die geflohene Prostituierte in einem Seitenhof. Sie berichtete mir, dass Loredo sich mit Ves ganz oben in seinem Turm eingeschlossen hätte und anscheinend ein paar recht schmerzhafte Spielchen plante. Den Schlüssel zum Turm würde ich bei Loredos Mutter finden, die im Keller Drogen zusammenbraut.

Durch ein geöffnetes Fenster stieg ich in die Küche des Turms ein, schlug noch eine Wache von hinten nieder und besuchte besagte Dame im Keller. Sie warf mir Pulver ins Gesicht und wollte mit einem Messer auf mich losgehen, aber zum Glück schaffte ich es noch, schnell genug auf die linke Maustaste zu hämmern und sie so zu köpfen. Puh, diese Quicktime-Events sind noch mal mein Tod! Ich plünderte Leiche und Keller und verließ selbigen dann durch einen Treppenaufgang in Richtung Hauptgebäude. Die untere Tür ließ sich mit dem Schlüssel öffnen und geschickt pirschte ich mich an schlafenden und wachenden Wachen vorbei, bis ich schließlich vor der Tür stand, hinter der Loredo Ves an die Wand gekettet hatte und kurz davor war, sich an ihr zu vergehen. Aber der Schlüssel passte nicht! Mist! Also wieder runter und die wachen Wachen im ersten Raum umgehauen. Wieder kein Schlüssel, dafür konnte ich Loredos Briefkasten endlich plündern. Wie es aussieht stecken Loredo und der Zauberer Detmold unter einer Decke. Also schlich ich wieder nach oben und pirschte mich zwischen den schlafenden Wachen im zweiten Raum hindurch. Ich schaffte es, alle lärmerzeugenden Hindernisse zu umgehen und den gesuchten Schlüssel aus der hintersten Ecke des Stockwerks zu mopsen. Also zurückschleichen und wieder nach oben. Endlich ließ sich die Tür öffnen. Ves schrie mir entgegen, es sei eine Falle, und dann kam auch schon Loredo mit einer Hellebarde aus dem Nebenzimmer gestürmt. Ein weiteres bestandenes Quicktime-Event bewahrte mich davor, unrühmlich aufgespießt zu werden. Gut, dass ich in Erwartung eines Kampfes meine Finger sowieso fest auf der Maus hatte. Dann kam der richtige Kampf. Quen angeworfen und los! Nachdem ich an seiner Hellebarde vorbei war, ließ Loredo sich problemlos niederknüppeln. Friss Stahl, du widerlicher Drecksack!

Nachdem Loredo erledigt war, befreite ich Ves, die mich dazu drängte, im Nebenraum nachzusehen. Dort fand ich hochschwanger auf einem Bett liegend niemanden anderen als Moril, Seherims vermisste Geliebte. Loredo hatte sie entführt und regelmäßig vergewaltigt, bis sie schwanger wurde. Dieses miese Schwein. Da hätte er es gleich noch mal verdient gehabt, von mir in die ewigen Jagdgründe geschickt worden zu sein. Ves griff sich Moril und ich ging vor um den Weg hinaus zu sichern. Doch schon nach der ersten Treppe platzte Morils Fruchtblase und Ves brachte sie wieder nach oben. Also bekämpfte ich die sich noch im Haus befindlichen Soldaten und wollte im Hof zu den Blauen Streifen stoßen, die dort gerade aufräumten. Leider stellten sich mir die drei bulligen Armdrücker in den Weg, die ganz schön hart zu bekämpfen waren. Aber dank fleißigem Quen- und Igni-Einsatz habe ich es knapp geschafft. Unten im Hof traf ich auf Roche, der sich etwas verspätet hatte. Er sei aufgehalten worden…

Auf einmal ein Szenenwechsel. Eine Wiese im Wald. Roche stand dort herum und Iorveth trat hinzu. Iorveth? Der sitzt doch auf der Gefängnisgaleere ein! Was macht der denn auf einmal da? Die beiden Kontrahenten  starrten sich hasserfüllt mit gezogenen Waffen an. Dann plötzlich ein Kampfszenario. Also erstmal wie immer Quen angeworfen, nachdem ich es jetzt so schön aufgelevelt habe, dass es Schaden auf den Gegner zurückschmeißt. Nichts passierte. Dann schlug Iorveth auch schon zu und in mir reifte die plötzliche Erkenntnis: Hilfe, ich bin gerade Roche! Das heißt keine Zeichen, keine Bomben! Peinlicherweise muss ich zugeben, dass Iorveth mich ziemlich verprügelt hat, obwohl ich fleißig geblockt habe. Immer wenn ich zugeschlagen habe, ist er zur Seite gesprungen. Verdammte Mistelfen! Roche darf mir doch nicht wegsterben! Zum Glück war der Kampf schnell vorbei und Iorveth spielte noch etwas den siegreichen Gockel, der nicht das letzte lebende Exemplar einer aussterbenden Spezies töten wollte und mich am Leben ließ. Uff. Es tut mir Leid, Vernon! Aber ich bin nun mal eine absolute Niete im fairen Zweikampf! Besorg dir nächstes Mal ein paar Bomben von Geralt! Obwohl ich sagen muss, dass die Szene insgesamt überhaupt keinen Sinn ergab. Vielleicht war sie auch nur metaphorisch gemeint. Klar ist jedenfalls, falls ich als Geralt noch mal gegen Iorveth kämpfen sollte, dann nur mit allem, was die magische und konventionelle Artillerie hergibt.

Im Hof trat Ves mit einem Säugling auf dem Arm ins Freie. Wir liefen nach oben zurück und fanden Moril im Sterben liegend – während Ves‘ Abwesenheit hatte sie sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ves sackte neben dem Bett zusammen während Roche klar stellte, dass wir das Kind nicht mitnehmen können und er niemanden in Flotsam wüsste, der ein Halbblut aufnehmen würde. Ich schlug vor, das Kind Seherim zu geben, ihm zu sagen, dass es Morils sei, aber den Vater zu verschweigen.

Gesagt, getan. Als der Regen fiel und sich unser Schiff von Flotsam entfernte, standen Roche und ich an der Reling und sahen Seherim mit dem Kind auf dem Arm am Ufer stehen. Unser Besuch in Flotsam hatte bei uns und unserer ganzen Truppe einen äußerst bitteren Beigeschmack hinterlassen. Selbst wenn man glaubt, das Richtige getan zu haben – man kann nie alles zum Guten wenden. Rittersporn fasste es im Epilog des Kapitels sehr treffend zusammen, während er in der Kajüte saß und zusah, wie Ves trübsinnig auf eines ihrer Wurfmesser starrte.

Nun ja – Mal sehen, was meine Freunde und mich im nächsten Kapitel erwartet. Das Erste war auf jeden Fall schon mal absolut phantastisch.

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s