Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 10

Episode 10: Freier Spuk für freie Geister!

 

Kapitel zwei begann damit, das ich schon wieder den Körper wechselte. Plötzlich war ich Henselt, König von Kaedwen. In Begleitung meines Leibmagiers Detmold und unserer alten Kayran-Freundin Sile de Tansarville war ich unterwegs zu Verhandlungen über den Landstrich Ober-Aedirn. In Aedirn herrschte Chaos, seitdem Letho vor einigen Monaten auch den dortigen König einen Kopf kürzer gemacht hatte, und diese Gelegenheit wollte Henselt zur Vergrößerung seines Reiches nutzen. Der Adel Ober-Aedirns war gegen Geld nicht abgeneigt, Henselt die Treue zu schwören, allerdings wurde der Verkauf des Landes unterbrochen. Saskia die Drachentöterin, Anführerin einer Miliz von Menschen und Nichtmenschen, die sich zur Zeit in der Stadt Vergen aufhielt, ging dazwischen. Saskias Vision war es, einen unabhängigen Staat in Ober-Aedirn zu errichten, in dem Menschen und Nichtmenschen gleichberechtigt und friedlich leben können. Aus der Sicht der Spielerin eigentlich keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, was in Flotsam los war. Henselt gefiel das alles leider weniger und so kam es zu einem Duell zwischen Henselt und Saskia. Dieses Mal war ich vorbereitet und nach einigen Schlägen lag Saskia am Boden, aber auch Henselt war nicht unverletzt geblieben. Als er Saskia den Rest geben wollte, sprang ein Priester dazwischen. Genervt packte Henselt selbigen und schmetterte dessen Kopf mehrfach gegen einen Stein, bis das Blut spritzte und der Priester nicht mehr unter den Lebenden weilte. Musste das wirklich sein, Henselt? Damit hast du dich gerade nicht sonderlich beliebt bei mir gemacht. Die Quittung für diese Tat ließ zum Glück nicht lange auf sich warten: Aus dem blutbefleckten Stein begann ein seltsamer Nebel zu wabern.

Dann wurde ich wieder zu Geralt, der in Gesellschaft von Roche auf das Feldlager der Kaedwener zumarschierte. Am Tor zum Lager erwartete uns Korporal Zyvik, ein alter Bekannter aus den Büchern. Er zeigte sich nicht besonders begeistert davon, dass ich, ein offiziell gesuchter Königsmörder, das Feldlager besuchen wollte, und zielte mit seiner Armbrust auf uns. Roche bot alle seine Überredungskünste auf um eine Audienz bei Henselt zu bekommen, doch bevor er wirklich vorankommen konnte, vibrierte mein Hexeramulett wie wild. Hinter uns stieg eine seltsame, nicht natürlich aussehende Wolke in den Himmel auf. Ich zog mein Silberschwert und rannte los, während Roche mir nur kopfschüttelnd hinterher sah, dann ebenfalls die bedrohliche Wolke bemerkte und die ganze Situation in drei Worten äußerst treffend zusammenfasste: What the fuck? Dann folgte er mir.

Wir erreichten Henselt und sein Gefolge gerade noch rechtzeitig, bevor sich ein Ring aus Feuer um uns alle bildete und wir von untoten Kriegern in kaedwenischen und aedirnischen Uniformen angegriffen wurden. Die waren wirklich gemein. Kaum hatte man ein paar erledigt, kamen immer wieder neue aus dem Nichts. Dazu kamen noch zwei Draugs, mächtige Geisterwesen in golemartiger Form. Einen von ihnen mussten Henselt und Roche fast allein erledigen, weil der andere ziemlich schwer zu bekämpfen war und ich mir an ihm ziemlich die Zähne ausgebissen habe – Durch gezieltes Bombardement war das Problem aber am Ende auch behoben. Schließlich war es Detmold gelungen, einen Schutzschild zu zaubern, unter dem wir alle durch ein wahres Schlachtfeld voller Geister zum Lager flohen. Meine Güte, wo kommen die alle her? Was ist hier passiert? Aber auch in den Schild drangen immer wieder Geister ein, die jedoch wesentlich einfacher zu bekämpfen waren als die Draugs. Schließlich hatten wir es geschafft – wir waren in Sicherheit. Henselt zog sich sogleich mit Sile und Detmold zu einer Lagebesprechung zurück, wimmelte Roche ab und wollte mich gleich anschließend sprechen. Während ich wartete, gab der nun wesentlich freundlichere Zyvik uns eine Tour durch das Lager. Der alte Soldat ist definitiv eine der wenigen wirklich sympathischen Figuren in diesem Spiel. Nachdem Roche meinte, dass wir später miteinander reden, war es auch schon Zeit für die Audienz beim König. Vorher lief mir allerdings noch der Nilfgaarder Gesandte Shilard über den Weg, der anscheinend von einem König zum nächsten tingelt. Leider hat der Jedi-Mind-Trick bei ihm nicht funktioniert und so konnte ich kaum Informationen aus ihm herausbekommen.

Von Henselt erfuhr ich schließlich die Ursache der Geisterschlacht. Vor drei Jahren kämpften Kaedwen und Aedirn schon einmal um den gleichen Landstrich, als nach einem langen Schlachtentag Henselts Leibzauberin Sabrina Glevissig genug hatte und das Schlachtfeld mit einem wahren Hagel von Feuerbällen eindeckte, sodass beide Armeen qualvoll verbrannten. Sonst gings der Frau auch gut? Insofern finde ich es auch höchst nachvollziehbar, dass Henselt der Dame anschließend eine klassische Hexenverbrennung spendiert hat. Wer eine ganze Armee lebendig in ihren Rüstungen gebraten hat, hat es einfach nicht besser verdient. Auf ihrem Scheiterhaufen sprach Sabrina einen Fluch über Henselt aus, der ihm nun das Leben schwer macht. Ob ich als Hexer diesen Fluch nicht brechen könnte? Was im Klartext soviel hieß wie die Beseitigung der Geisterschlacht und die Aufklärung einer Verschwörung gegen Henselt, die quadratische Münzen als Erkennungszeichen benutzt. Ich sollte doch bitte mit Detmold reden.

Was ich dann auch tat. Von Detmold bekam ich einige interessante Informationen über den Fluch sowie die Erkenntnis, dass Detmold ein sadistisches Ekel ist, das diebische Freude am Foltern hat. Seine schleimigen Versuche, sich mit mir anzufreunden, kann er sich sonstwohin stecken. Wir werden zusammenarbeiten, mehr nicht. Immerhin weiß ich nun, dass ich zum Brechen des Fluches vier bestimmte Gegenstände brauche, die mit der Schlacht in Verbindung stehen. Also auf zur großen Questgegenständejagd!

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, machte ich mich auf große Lageruntersuchungstour. Vor dem Kantinenzelt hingen die üblichen Monstertötungsverträge aus, die ich mir erstmal alle unter den Nagel riss. Anschließend sammelte ich durch das Reden mit diversen Leuten die ersten Nebenquests ein – über quadratische Münzen wollte allerdings niemand mit mir reden, obwohl ich so manches Gemurmel im Hintergrund aufschnappte. Mit dem an einen Pfahl gefesselten missgünstigen Elfen konnte ich leider auch nicht reden. Vermutlich muss ich erst irgendwem einen Gefallen tun. Drei betrunkene Soldaten, die die ganze Zeit nach ihrem Kumpel Odrin brüllten, baten mich, eben jenen zu suchen. Hoffentlich hört das ständig in der Luft liegende Oooooodriiiiin dann endlich auf. Ich höre da die ganze Zeit Heiter bis Folkig im Kopf: Oooooodiiin, lieber Oooodiiin, Odin gib mir ein Drachenboot… Zyvik fragte mich auch, ob ich zwei seiner verschwundenen Soldaten im Gelände suchen könnte. Irgendwie scheinen kaedwener Soldaten ein Talent dafür zu haben, verloren zu gehen. Dann brauchte noch ein Mann Hilfe bei einem Duell, das sein Sohn ausfechten sollte. Anscheinend veranstaltet Henselt aus Langeweile regelmäßig Gladiatorenkämpfe. Kein Problem, mach ich, wenn du mir dafür eventuell Informationen zukommen lässt. Zuletzt sprach ich noch mit einem Soldaten, der ein Problem mit einem Geist hatte und mir empfahl, darüber mit der Heilerin des Bordellzelts zu reden. Nebenquests, ich komme!

Nachdem das Lager bis in den letzten Winkel erkundet war, machte ich mich an die Erkundung der Außenbereiche. Das Haupttor führte auf eine große Wiese, auf der in Lagernähe groß das Bordellzelt und einige Händlerzelte aufgebaut waren. Vor dem Bordellzelt fand ich, wie auch nicht anders zu erwarten, meinen Freund Rittersporn. Von der Heilerin des Bordells erfuhr ich, dass der Spuk vermutlich daher stammt, dass jemand in einer alten Hütte am Wasser drei junge Frauen getötet hat, deren Vater anschließend Selbstmord beging. Nun, ich werde es zu gegebener Zeit untersuchen. Bei einem mysteriösen Händler erstand ich zudem eine neue Rüstung und neue Schwerter. Neben dem Bordell stand ein verfallener Turm, zu dessen Keller mir leider der Schlüssel fehlte. Aber den werde ich irgendwie noch kriegen. Es geht schließlich nicht, dass auch nur ein Raum undurchsucht oder ein Ungeheuer am Leben bleibt!

Anschließend drehte ich eine Runde über die Wiese um Moderhäute zu erschlagen. Im Vertrag stand zwar, dass ich die Leichen, die dort herumliegen, verbrennen soll, damit die Moderhäute nicht zurück kommen, aber hey, solange die Viecher noch mehr als einen Erfahrungspunkt bringen, wäre ich doch schön blöd. Bei meiner Tour entdeckte ich hinter dem Bordellzelt auf der anderen Seite eines Flüsschens noch ein weiteres Lager mit blauen Zelten. Hurra, ich hatte meine Freunde von den Blauen Streifen wieder gefunden. ich nutzte die Gelegenheit um mich mit Ves und Roche zu unterhalten. Roche war ziemlich grantig, weil man sein Lager direkt neben den Puff verbannt hatte, und äußerst misstrauisch, weil ich auf einmal so dicke mit Henselt und Detmold zu sein schien. Warum so paranoid, Vernon? Ich zerstreute seine Bedenken und hörte mir noch eine Runde die Lagerfeueranekdoten der Truppe an. In einer Ecke des Lagers übten sich mehrere Blaue Streifen im Faustkampf. Ob die mich wohl irgendwann mal mitmachen lassen? Aber erstmal muss ich das Gelände weiter erkunden. Von der Wiese mit den Moderhäuten führten mehrere Schluchten fort. Ich durchsuchte sie und gelangte dabei an den Rand der Geisterschlacht. Ein unvorsichtiger Schritt und es war auch schon um mich geschehen – Sobald man ungeschützt in den Nebel tritt, saugt er einem rasend schnell die Lebensenergie aus. Also in Zukunft vorsichtig treten. Nach ein paar weiteren erschlagenen Moderhäuten lauerte mir eine Gruppe Kopfgeldjäger inklusive Magier auf – Meine Güte, warum tue ich mich beim Kampf gegen Menschen immer so schwer, während ich die meisten Ungeheuer mittlerweile lässig wegprügele? Nach mehreren Anläufen, als es mir endlich gelang, den Magier zu isolieren und zuerst zu erledigen, waren auch die Kopfgeldjäger Geschichte und die Landschaftserkundung konnte weiter gehen. In dem Gewirr von Schluchten stieß ich noch auf eine weitere Krabbspinne, die ich auch Ratzfatz in einem Anlauf erledigte, sowie auf die Hütte eines selbsternannten Propheten, der einen Kult um Sabrina Glevissig betrieb. Um seine Hütte herum tummelten sich zahlreiche Harpiyen. Die ließen sich zwar einfach mit zwei Schwerthieben umhauen, aber immer wenn ich gerade die alten ausplündern wollte, kamen gleich wieder Neue. Die sind ja fast schlimmer als Necker.

Das flusswärtige Tor des Lagers führte zu einem Strand, an dem vor einem Eingang zu einer Höhle der sturzbetrunkene Odrin lag. Ich ignorierte Odrin erst einmal und machte mich ans Höhlenforschen. Die Höhle hat sich wirklich gelohnt. Viele Moderhäute, ein Golem und etwas namens Gralle, das mich an einen Miniaturbalrog erinnerte. Die letzteren beiden waren überhaupt kein Problem für starke Silberschwerthiebe. Nachdem ich mich lässig einmal durch sämtliche Tunnel gemetzelt hatte, nahm ich so viel Kram mit, wie ich noch tragen konnte, was längst nicht alles war. Ich muss dringend noch mal wieder kommen – wenn ich Glück habe, gibt es vielleicht sogar einen neuen Golem und eine neue Gralle.

Dann schnappte ich mir Odrin und schleifte ihn in einem peinlichen Spießrutenlauf zurück ins Lager, wo uns seine Freunde lautstark Trinklieder singend bis zur Kantine folgten. Mann Mann Mann, so tief sind Geralt und ich also schon gesunken. Aber was tut man nicht alles für Erfahrungspunkte und Informationen? Ein spendiertes Bier und die richtigen Fragen brachten mir eine quadratische Münze und die Anweisung, sie im Bordell Whistling Wendy zu geben und dabei ein ganz bestimmtes Losungswort zu sagen. Dort würde ich einen Verschwörer namens Traut finden. Mit dem sollte ich sowieso reden, denn er hat einen der vier Gegenstände, die ich zum Fluchbrechen brauche – einen Teil der Rüstung des Kriegshelden Seltkirk, der am Tag der Schlacht starb.

Vor dem Bordellzelt hatte sich mittlerweile auch Zoltan eingefunden, der sich darüber beklagte, das er auf der Flussfahrt die ganze Zeit über seekrank gewesen wäre. Zwerge und Bootsfahrten vertragen sich anscheinend nicht. Und eigentlich wäre er viel lieber in Vergen, wo sich seine Mitzwerge für die Schlacht rüsten, um ihnen zu helfen, aber immerhin verträgt er sich mit den Blauen Streifen mittlerweile ganz gut und genießt den Anblick von Ves‘ Oberweite. Tut mir wirklich leid, Zoltan, dass ich dich hierher mitgeschleift habe, wo sich die Kaedwener über deine Rasse lustig machen. Aber hör bitte auf, Ves ständig in den Ausschnitt zu gaffen, das tut man nicht!

Nach dem Gespräch mit Zoltan begab ich mich zurück zu Roche, um ihn über die quadratischen Münzen auszufragen. Als Agent der Krone weiß der doch bestimmt was darüber. Seine Antwort erstaunte mich jedoch – Als offensichtlicher temerischer Offizier könnte er nichts unternehmen oder sich an den Nachforschungen beteiligen, weil er keinen Ärger mit Henselt möchte. Komm, Roche, das soll ich dir wirklich abnehmen? Sonst hast du deine Nase doch auch überall drin. Mein blaugestreifter Freund weiß etwas, was er mir nicht sagen will, da bin ich mir sicher. Ob er immer noch glaubt, dass ich ihn für Henselt ausspionieren will? Dabei wäre Roche der letzte, den ich an diesen Widerling Detmold verpfeifen würde.

Aber erstmal werde ich die diversen Nebenquests erledigen, bevor ich mich um die Verschwörung kümmere. Und irgendwie muss ich Vernon zum Reden kriegen. Ob er sich mit einem großen Beutel voller Tabak bestechen lässt?

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