Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 12

Episode 12: Sport ist Mord – Manchmal durchaus wörtlich zu nehmen

Da die Beiden nicht protestiert hatten, habe ich mich zum Meditieren und Übernachten bei Roche und Ves im Zelt einquartiert. Dort ist schließlich mehr als genug Platz. Die Beiden schlafen übrigens in getrennten Betten an entgegen gesetzten Enden des Zeltes. Ob es wohl daran liegt, dass Vernon zum Schnarchen neigt? Im Gegensatz zu Ves, die friedlich vor sich hinpennt, schläft er sowieso ziemlich unruhig und wälzt sich die ganze Nacht hin und her. Die Sorgen eines Hauptmanns scheinen ihn wohl auch in den Schlaf zu folgen.

Nach dem Aufstehen beschloss ich, dass es an der Zeit für ein wenig Sport war, und sprach nach meiner täglichen Beuteverkaufsrunde die faustkämpfenden Blauen Streifen an, ob ich nicht auch mal dürfte. Sie stimmten mit Freude zu in der Hoffnung, ein paar neue Tricks von mir lernen zu können, und ich trat gegen Fenn an. Der war schon mal ein ganz anderes Kaliber als die Kerle gegen die ich in Flotsam geboxt habe – im Klartext heißt es, dass die Tastenkombinationen gefühlt schneller gedrückt werden mussten und so beendete ich den Kampf nur mit der Hälfte meiner Lebensenergie siegreich. Aber immerhin, ich habe gewonnen! Mein nächster Gegner war Silas, den ich erstaunlicherweise ziemlich leicht geschlagen habe. So kann es ruhig weiter gehen. Doch das dicke Ende kam noch. Angelockt von den Kampfgeräuschen trat Roche hinzu und forderte mich heraus, gegen ihn persönlich anzutreten. Schluck! Vernon erwies sich als extrem harter Gegner, der nicht leicht zu treffen war und mir mit einem einzigen Schlag gleich zwei Drittel meiner Lebensenergie wegprügelte. Argh! Volle Konzentration! Jetzt bloß nicht auch nur den winzigsten Fehler machen! Das geht gegen meine Ehre, dass ich, ein Hexer mit übernatürlichen Reflexen, von einem einfachen Menschen umgehauen werde! Mit mehr Glück als Verstand gelang es mir doch noch, Roche den finalen Hieb zu verpassen.

Die Blauen Streifen nahmen ihre Niederlage sportlich und schenkten mir ein ziemlich gutes Ausbauteil für meine Rüstung. Aber auch nachdem ich mich erfolgreich mit ihm geschlagen hatte, wollte Roche nicht weiter mit mir über das Ausräuchern der Verschwörung reden.

Um in Übung zu bleiben, drehte ich einige Runden durch die Umgebung des Lagers und erschlug fleißig Moderhäute und Harpyien, bis ich wieder eine Stufe aufsteigen konnte. Unterwegs begegnete ich auch einigen Neckern und Endriagen, die letztes Mal noch nicht da waren und mich als willkommene Abwechslung auf ihrer Speisekarte betrachteten. Mittlerweile nerven sie nur noch, weil sie sich erfahrungspunktetechnisch einfach nicht mehr lohnen. Da ich mich nun endlich weit genug im Magie-Steigerungsbaum hochgearbeitet hatte, konnte ich die Igni-Steigerung aktivieren. Jetzt mache ich endlich wieder Einäscherungsschaden! Und die nächste Ausbaustufe ist Flächenwirkung! Yeah! Damit ist auch gebongt, wohin der nächste Talentpunkt geht. Ich will wieder wie im ersten Witcher durch die Gegend latschen und alle meine Gegner lässig wegkokeln können.

Aber auf zur nächsten sportlichen Betätigung – Armdrücken! Das fiel mir erstaunlich leicht und ich habe kein einziges Mal verloren, nicht mal gegen Adam Pangratt. Der gab mir den Tipp, es gegen jemanden namens Huma zu versuchen, der aber gerne mal Doping einwerfen würde. Okay, das merke ich mir.

Dann wurde es auch schon Abend und ich stattete der Höhle des endlosen Beute einen weiteren Besuch ab. Nachdem alle Moderhäute wieder mal tot waren, gelang es mir tatsächlich dieses Mal, den gesamten restlichen Krempel mitzuschleppen. Zum Übernachten machte ich mich wieder bei meinen blaugestreiften Zeltgenossen breit und war am Morgen bereit für die nächsten Varianten körperlicher Ertüchtigung. Also erst wieder Krempel verkaufen und dann eine Schwalbe einwerfen und ab zu Proximo. Ich will in der Arena kämpfen! Ehrlicher Kampf gegen Menschen liegt mir zwar immer noch nicht, aber ich bin ein Hexer und das heißt im Klartext – Hexen was der Energiebalken hergibt!

Mein erster Gegner war ein ziemlicher Muskelprotz der meine Schwerthiebe fleißig blockte – also habe ich fleißig Yrden gesetzt und ihm immer wenn er rein gelaufen ist, zugeschlagen. Die Taktik hat gut funktioniert und er gab auf. Der zweite Herausforderer kämpfte mit einem Schild. Menno, die sind doof, weil sie wirklich effektiv blocken und einen auch gerne mal umwerfen. Also habe ich mich auf Fernkampf mit meinem frisch gesteigerten Igni verlegt bis er mit angesengten Helmfedern aufgegeben hat. Der dritte Gegner ähnelte wieder dem ersten, aber ich hatte so viel Freude mit meinem Igni, dass ich auch hier bis zur Aufgabe fleißig gekokelt habe.

Henselt war nicht sonderlich begeistert davon, dass ich seine Kaedwener im Kampf alt aussehen ließ, und schimpfte herum, ob denn niemand Weiteres Manns genug wäre, gegen mich anzutreten und die Ehre Kaedwens in der Arena zu verteidigen. Da meldete sich eine weibliche Stimme um die Ehre Temeriens in der Arena zu verteidigen – Ves!

Ves war wirklich eine schwere Gegnerin, aber kein Wunder, wenn man bedenkt, von wem sie das Kämpfen gelernt hat. Sie ist vor allem schnell und deckt einen mit ganzen Serien von Hieben ein. Da es mir irgendwie unfair erschien, Ves mit Igni zu flambieren, habe ich sie mit Yrden eingefangen und dann bekämpft. Schließlich gab auch sie auf und forderte mich auf, später vor ihrem Zelt mit ihr zu sprechen.

Ich kam ihrer Bitte nach und sie dankte mir dafür, dass ich sie als Gegnerin ernst genommen und hart gekämpft hatte. Wir unterhielten uns noch ein wenig, tranken einen Schluck Wein und dann erklärte sie mir, dass sie Lust darauf hätte, mich auch in der Horizontalen kennen zu lernen. Die Frau weiß, was sie will, und spricht es auch aus. Also tat ich ihr den Gefallen, erwies ihr meine Gunst und bewunderte dabei ihre zahlreichen Tätowierungen. Netterweise hatte Ves einige Raumtrenner aufgestellt, sonst hätte Roche, der gerade Papierkram erledigte, ungehindert spannern können…

Nun fehlte mir nur noch eine Disziplin der inoffiziellen Lagerolympiade und zwar das Würfelpokerspiel. Ich würfelte gegen zwei Soldaten, von denen einer lustigerweise den Namen Gondor trug, sowie gegen Zyvik, die Puffmutter und den stellvertretenden Quartiermeister, und gewann sogar die meisten Spiele auf Anhieb. Damit bin ich auch hier in Henselts Heerlager wieder ungeschlagener Würfelpokerchampion.

Zur Abwechslung folgte ich dann mal wieder etwas der Quest, zeigte im Bordell die quadratische Münze vor und bat Whistling Wendy, mir mit ihrem Lächeln die Pforten zum Paradies zu öffnen. Wendy öffnete mir eine Falltür im hinteren Bereich des Bordells. Ich stieg hinab und stand in einem offensichtlich von Zwergen erbauten Gewölbe, an dessen Ende sich eine Tür befand. Vorsorglich trank ich eine Schwalbe und speicherte noch einmal ab. Dann öffnete ich die Tür und fand mich Vinson Traut gegenüber, der in Seltkirks Rüstung gekleidet war. Leider ließ er trotz aller Versuche nicht mit sich reden und griff mich zusammen mit einigen seiner soldatischen Mitverschwörer an. Beim Versuch, mich allein mit Quen und dem Schwert durchzukämpfen, scheiterte ich grandios. Viele Gegner in einem engen Raum, in dem es kaum Möglichkeiten zum Ausweichen gibt, sind einfach nicht mein Ding Also erledigte ich das Ganze auf Hexerart: Ich suchte mir eine enge Lücke zwischen einer Säule und einem Tisch und nahm die Truppe unter Kartätschen-Dauerfeuer, bis nur noch Traut stand, der in den Genuss meiner Igni-Künste kam. Mein innerer Pyromane frohlockte. Fight for honour, glory, Death in fire!

Von Traut erbeutete ich Seltkirks Rüstung, einen Schlüssel und ein Pamphlet mit Spottversen gegen Henselt, das die eindeutige Handschrift meines Freundes Rittersporn trug. Rittersporn? Du ein Freund der Quadratnumismatik? Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht. Der Schlüssel passte zu einer weiteren Tür, die sich zur Treppe des verfallenen Turms neben dem Bordell öffnete. Ah, damit wäre dieses Rätsel auch gelöst.

Ich machte mich auf den Weg um Rittersporn zur Rede zu stellen, der vor einer Gruppe Soldaten im Hauptlager vor sich hin musizierte. Er gab ohne Umschweife zu, das Pamphlet geschrieben zu haben, als Rache dafür, dass Henselt ihn anheuern wollte, Lobeshymnen über ihn zu verfassen. Die Freiheit des Künstlers und so weiter und so fort, bla bla bla. Ich glaubte ihm. Rittersporn hat einfach nicht genug Grips im Schädel um ein ernsthafter Verschwörer zu sein. Ich habe den Verdacht, dass Roche ihn in Flotsam eh nur angeheuert hatte um von seinem eigentlichen Spion abzulenken.

Also blieb mir nur noch übrig, mit Detmold zu reden um ihm meine Ermittlungsergebnisse mitzuteilen. Der Zauberer war vergrätzt, dass ich Traut und seine Getreuen getötet hatte, weil er sicherlich gern noch Informationen aus ihnen herausgefoltert hätte. Traut hätte sicherlich gewusst, wer der Kopf der ganzen Verschwörung war. Geralt und ich zuckten nur mit den Schultern und lehnten eine Belohnung für die Tötung Trauts ab. Ein Hexer lässt sich nicht für die Tötung von Menschen bezahlen. Was Henselts Amulett betraf, konnte Detmold auch keine Fortschritte aufweisen. Henselt wollte es erst herausrücken, wenn ich den Fluch gebrochen hätte. Anscheinend muss ich erst den Fluch brechen und dann die Geisterschlacht mit Hilfe der Artefakte noch mal gesondert los werden. Aber ich frage mich, wer der oberste Freund der quadratischen Münze sein könnte. Sile de Tansarville? Zauberinnen sind ja chronische Intrigantinnen und Manipulatorinnen. In diesem Fall treten meine Ermittlungen jedenfalls erst mal auf der Stelle.

Mit dem Entschluss, mich beim nächsten Mal endlich um den Fall mit dem Spukhaus und dem Soldaten zu kümmern, den ich schon wieder sträflich vernachlässigt hatte, kehrte ich zu den Blauen Streifen zurück um auf die Dämmerung zu warten. Dann ist die tolle Höhle nämlich garantiert wieder mit Moderhäuten gefüllt…

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s