Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 13

Episode 13: Die Heilige Sabrina oder der bewusstseinserweiternde Weg der spirituellen Erleuchtung

 

Es gibt viele Wege, Vernon Roche zu ärgern. Einer davon ist es, direkt hinter seinem Schreibtischstuhl fröhlich mit explosiven Substanzen herumzubasteln, während er seinen Papierkram erledigt. Vielleicht sollte ich ihm mal einen Korb Äpfel mitbringen als Dank dafür, dass er mich als Zeltmitbewohner erträgt. Die scheint er zu mögen – zumindest steht er öfter mal vor dem Zelt und isst welche. Nun ja, jetzt habe ich erstmal wieder 30 neue Handgranaten im Vorrat – die nächsten Kämpfe können kommen!

So aufgerüstet machte ich mich daran, die Quest des bespukten Soldaten zu erledigen. Ich erklärte ihm, dass die Geister behaupteten, er hätte die drei Schwestern umgebracht und wollte seine Seite der Geschichte hören, aber er dampfte beleidigt ab. Dann halt nicht, Junge, ich schaue dann mal nach, was die Geister dazu sagen. Am Strand fand ich den Soldaten leider nur noch tot vor und die Geister bedankten sich hämisch bei mir, dass ich ihnen eine weitere Seele geliefert hätte. Menno, der wollte ich nicht! Warum hat mir dieser Trottel nicht einfach mal zuhören können anstatt gleich die beleidigte Leberwurst zu spielen? Lachend verschwanden die Geister und ein Portal spie ein riesiges Dämonenwesen aus. Na super! Zum Glück war das Ding gegen starke Hiebe mit dem Silberschwert ziemlich empfindlich und ich konnte es zurück in die Hölle schicken aus der es gekommen war. Anschließend griffen mich noch mehrere Ertrunkene und ertrunkene Tote an. Nun ja, was soll’s, jeder tote Ertrunkene ist ein weiterer Erfahrungspunkt auf meiner Charakterentwicklungsleiste.

Wenn ich schon mal in der Nähe war, konnte ich auch gleich Sabrina Glevissigs Hinrichtungsstätte in Augenschein nehmen. Dort fand ich auch die beiden von Zyvik vermissten Soldaten, die offenbar dem Kult der Sabrina angehörten und nun vom Ort der Verehrung nicht mehr wegkamen, weil Ertrunkene am Strand lauerten. Ich versprach, ihnen zu helfen, untersuchte aber erst einmal gründlich den Ort. Wie es aussah, hatten einige Freunde der Quadratmünzen ihre Münzen als Opfer dargebracht. Mit der Menge an Münzen die ich mittlerweile eingesackt habe könnte ich bald meine eigene Verschwörung aufmachen. Ansonsten fanden sich noch interessante Fußspuren und einer der Nägel mit denen Sabrina festgenagelt worden war. Dem Feenring aus Pilzen, der im Gras neben dem Hinrichtungsplatz wuchs, konnte ich jedoch keine interessanten Informationen entlocken. Also redete ich noch kurz mit den beiden Soldaten und erfuhr von ihnen von einem Visionär, der offensichtlich der Anführer des Sabrina-Kults ist. Das ist bestimmt der komische Zausel in der Hütte bei den Harpyien. Dann erschlug ich noch die am Strand herumlungernden Ertrunkenen und flambierte sie mit meinem nun komplett ausgebauten Igni und brachte die beiden Sabrina-Jünger zurück zum Lager. Zyvik war leider vorläufig unauffindbar, sodass die versprochene Belohnung noch warten musste. Also kam ich mal wieder meinem Beruf nach und drehte ein paar Runden durch die Landschaft zum Ungeheuer erschlagen. Ein einfacher Necker fällt mittlerweile nach einem einzigen Schwerthieb um und auch drei Endriagen auf einen Haufen sind kein Problem mehr. Wir machen uns langsam, Geralt und ich.

Gegen Abend räumte ich mal wieder in der Höhle auf und sprach anschließend mit dem Reliquienhändler im Kantinenzelt. Dieser gab sich wortkarg und meinte, ich sollte doch den Visionär befragen. So ein Schnösel. Na gut, also auf zum Visionär. Dieser wollte auch erstmal nicht mit mir reden, wenn ich nicht etwas spende oder Mitglied im Kult der Sabrina werde. Da ich keine Lust hatte, zu spenden, und es außerdem lustiger klang, Kultmitglied zu werden, erklärte ich mich bereit, das Initiationsritual zu absolvieren. Hierzu sollte ich abends am Schrein Sabrinas ein ganz bestimmtes Elixier trinken, das er mir gab, und anschließend wahrheitsgemäß berichten, was ich gesehen hatte. Okay, wenn es weiter nichts ist – mal sehen, ob ich lustige Halluzinationen von dem Stoff bekomme. Während ich mir die Zeit bis zum Abend mit Monstertöten vertrieb und noch eine Runde durch das Lager lief, fand ich auch endlich Zyvik und holte mir meine Belohnung für die wieder eingefangenen Soldaten ab.

Zur Dämmerstunde fand ich mich wieder an Sabrinas Hinrichtungsstätte ein, speicherte sicherheitshalber ab, schluckte den Trank und harrte der Dinge die da kommen mochten. Es geschah exakt nichts. Hm. Hatte ich irgendwas falsch gemacht? Oder weigert sich mein Hexermetabolismus, den Trank richtig wirken zu lassen? Ratlos drehte ich eine Runde um die Hinrichtungsstätte, warf einen Blick auf die Karte und stellte fest, dass sich der Questmarker an einer ganz anderen Stelle am anderen Ende des Gebiets befand. Okay, ich wusste gar nicht, dass die heilige Sabrina woanders auch noch eine Verehrungsstätte hatte. Also wetzte ich mal wieder durch die Botanik, durch das Lager der Blauen Streifen, die wahrscheinlich auch nur noch den Kopf schütteln wenn wieder ein planloser Hexer vorbeigewetzt kommt, entlang der Palisade des Hauptlagers und schließlich in die Schluchten. Der Schrein entpuppte sich als unscheinbare Holzsäule an der Stelle, wo ich bei meiner ersten Erkundung die Krabspinne erschlagen hatte. Na gut. Also wieder abspeichern und den Trank schlucken. Und dann wurde es… strange.

Zuerst sah ich ein gigantisches Huhn, das mitten in der Schlucht stand. Dann sprossen um mich herum riesige Pilze aus dem Boden, die die unverkennbare Form von Holzdildos hatten. Hm. Was will uns diese Halluzination jetzt über Geralts Unterbewusstsein sagen? Noch während ich mein Silberschwert zog um auszuprobieren, ob man Godzilla-Huhn vielleicht bekämpfen konnte, war es auch schon vorbei und ich kam am nächsten Morgen auf einem Felsen hoch über dem Tal wieder zu mir. Okay, Geralt, in Zukunft lässt du mir die Finger von allen Drogen die du nicht selbst hinter Roches Schreibtisch gekocht hast.

Derart erleuchtet und dank einer Schriftrolle um einige Informationen über den Visionär reicher begab ich mich zurück zu seiner Hütte. Er fragte mich nach der Halluzination und ich entschied mich, ihm nichts von Sabrina und der Schlacht vorzulügen, sondern die Wahrheit zu sagen. Der Visionär wirkte erleichtert. Er hätte in letzter Zeit das Gleiche gesehen und schon an seinem Verstand gezweifelt. Dann musste wohl beim Mischen des Trankes etwas schief gegangen sein. Er erzählte mir außerdem, dass der Speer, den ich brauche um Sabrinas Fluch zu lösen, an einen anderen Soldaten weitergegangen war, der nun Reliquien verhökerte. Verstehe, deshalb wollte mich der Kerl so schnell abwimmeln.

Ich trabte mal wieder zurück ins Lager und behexte den Reliquienhändler mit dem Jedi-Mind-Trick, und auf ein Mal wurde er gesprächig. Ja, er hätte die Speerspitze einmal gehabt, sie aber beim Würfelpoker an einen anderen Soldaten verloren, der sie wiederum bei einem Einsatz verlor. Er behauptete, dass die Spitze bei einem Kampf gegen missgünstige Elfen in deren Anführer stecken geblieben war, der sie nun habe und zur Zeit in Vergen wäre. Geralt brauche nur zwei und zwei zusammen zu zählen um zu ahnen, von wem die Rede war. Ausgerechnet Iorveth! Dann ist er also doch entkommen! Wie es aussieht, werde ich wohl doch gegen ihn kämpfen müssen. Gut, dass ich meine Granatenvorräte gerade erst wieder aufgestockt habe. Dieses Mal werde ich nicht ohne mein Arsenal als Roche vor dir stehen, oh du missgünstigster aller Elfen! Warts nur ab, deine Missgünstigkeit wird bald ein Ende haben!

Das war aber noch nicht das einzige Problem. Vergen liegt auf der anderen Seite des Nebels, der mir beim letzten versehentlichen Betreten sofort die Lebensenergie abgesaugt hat.

Ich beschloss, noch einmal in der Höhle aufzuräumen und dann mit den Zauberern zu reden. Wenn mir jemand helfen, kann, dann die – schließlich hat Detmold ja schon mal einen Schutzschild um uns gewirkt. Sile war nicht besonders gesprächig, aber Detmold war schleimig freundlich und gab mir magischen Staub für das Ritual zur Aufhebung von Sabrinas Fluch, ein Amulett von Sile, das mich sicher durch den Nebel bringen sollte, sowie eine wirklich gute Rüstung. Wow, das hat sich mal wirklich gelohnt. Detmold, du kannst wirklich hilfreich sein, wenn man dich darauf hinweist, dass das alles zum Wohle Henselts geschieht. Zu meiner großen Verwunderung stieg ich auch gleich zwei Stufen auf. Also erst mal steigern und die Rüstung aufwerten.

Im Hauptlager erwartete mich ein deprimierter Zoltan, der sich bitter beklagte, dass die Kaedwener eklig zu ihm seien und das Bier schrecklich schmecken würde. Er gehörte eigentlich nach Vergen. Da ein deprimierter Zwerg ein geradezu niederschmetternder Anblick ist, versprach ich Zoltan, ihn mit auf die andere Seite zu nehmen, und gemeinsam verließen wir das Lager und betraten mit einem unguten Gefühl den Nebel.

Sofort waren wir von geisterhaften Soldaten und vom Himmel regnendem Feuer umringt, aber wir blieben am Leben. Die Soldaten griffen uns zwar an, waren aber mit wenigen Schwerthieben zu erlegen und wenn wir schnell genug rannten, ließen sie uns auch in Ruhe. Schließlich traten Zoltan und ich aus der Schlacht zurück in die Wirklichkeit. Wir hatten es geschafft. Wir waren auf der anderen Seite und Zoltan endlich da, wo er hingehörte.

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