Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 17

Episode 17: Die Ausrüstung des gnadenlosen Powergamings

 

Nach einer spoilernden Cutscene mit Detmold platzte der Beginn des dritten Aktes mitten in eine Unterhaltung über die Eroberung Loc Muinnes. Vernon Roche und ich spazierten eine Gebirgsstraße entlang. Während Roche mir von der Geschichte der Blauen Streifen erzählte, entledigten wir uns der Harpyien, die uns immer wieder angriffen. Unsichtbar folgte uns meine mobile bodenlose Truhe, in der sich meine in zwei Akten gesammelte Beute befand. Von einem Felsvorsprung aus bot sich uns ein herrlicher Ausblick auf die verfallene Stadt Loc Muinne. Auf ebener Erde angekommen standen wir schon vor dem nächsten Hindernis – vor der zur Stadt führenden Zugbrücke campierte der Orden der Flammenrose. Na super. Die werden bestimmt nicht gut auf mich zu sprechen sein, nachdem ich im ersten Spiel ihren wahnsinnigen Anführer getötet habe. Roche war allerdings überzeugt, dass er das mit gutem Zureden hinbekommen würde. Na gut. Aber ich halte mein Schwert bereit für den Fall, dass es doch in die Hose geht. Wider Erwarten funktionierte die Gesprächsvariante doch und der Weg war frei. Roche und ich verabredeten uns auf dem Marktplatz um mit König Radovid von Redanien zu reden, und dann trennten sich unsere Wege vorerst. Denn beim Abstieg hatte ich noch eine viel versprechende Schlucht gesehen, die natürlich nicht unerforscht bleiben durfte. Und es hat sich definitiv gelohnt. Nachdem ich zwei Krabbspinnen erschlagen hatte, fand ich bei einigen Skeletten ein richtig gutes Silberschwert und noch einigen anderen Krempel. Nachdem ich auch noch das Lager der Flammenrose um diversen Kram erleichtert hatte, betrat ich schließlich Loc Muinne.

Gleich hinter den Stadttoren lauerte mir eine Gruppe Nilfgaarder Kopfgeldjäger samt Magier auf, die unbedingt meinen Stahl kosten wollten. Nebenan fand ich eine Spielhölle für Würfelpoker und einen Raum, in dem ein toter Elf herumlag. Gerade als ich ihn ausplündern wollte, wurde ich hinterrücks von einem Haufen Gargoyles angefallen und getötet. So ein Mist! Ich hatte nach den Nilfgaardern vergessen zu speichern! Also alles noch mal von vorne. Dieses Mal war ich vorgewarnt und betrat den Raum mit dem toten Elfen schon mit gezogenem Schwert. Nach getaner Monstertötertei erbeutete ich dort das nächste gute Schwert.

Auf verwinkelten Wegen mit einer weiteren Stippvisite von Harpyien fand ich schließlich den Marktplatz, wo mich gleich ein Kaedwener Soldat anpöbelte und mich zum Faustkampf forderte. Kein Problem, nach Roche schreckt mich kein Gegner mehr. Der Kaedwener erwies sich als lächerlich zu schlagen und zog kleinlaut von dannen. Dann machte ich mich an das große Stadt-Sightseeing. Vor der Taverne plünderte ich das Schwarze Brett und fand im Inneren der Schenke meinen alten Bekannten Zyvik beim Bier sitzen. Sehr schön, er hat die Schlacht um Vergen also überlebt. Glücklicherweise hatte er auch nichts von Roches und meinem Rachefeldzug mitbekommen und wir unterhielten uns eine Weile. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass meine Beutetruhe an Ort und Stelle parkte, besuchte ich Bras von Ban Ard, einen Magier, der für die Tötung der Gargoyles bezahlen wollte und sich außerdem auf allerlei arkane Geheimnisse und die Handwerkskunst verstand. Nur noch ein paar Zutaten, dann kann ich mir bei ihm endlich meine Draug-Rüstung machen lassen!

Nun begann die große Sightseeingtour und die unvermeidliche Durchstöberung jedes Winkels der Stadt. Schnell hatte ich zwei andere Orte, an denen Gargoyles lauerten, ausgemacht. An jedem führte eine Treppe nach unten, die in einem Raum endete. Dort befanden sich eine magisch verschlossene Truhe, vier Runen und ein völlig sinnloses Gedicht in Haiku-Form. Ich probierte aufs Geratewohl mit den Runen herum, bekam jedoch nur einen magischen Schlag ab und wurde prompt beim nach Draußen gehen wieder von Gargoyles angegriffen. In einem der Räume lauerte auch noch ein Golem auf mich. Notiz an mich: Rausfinden, was diese Haikus bedeuten, ich will wissen, was in den Truhen steckt. Laut Bras von Ban Ard wird man auch die Gargoyles los, wenn man die Runen deaktiviert.

Direkt vor dem Amphitheater, in dem das große Treffen stattfinden soll, campierten diverse Magier und ich konnte einige Gespräche belauschen. Anscheinend hat der derzeitige Regent Temeriens, John Natalis, einen schwerwiegenden Fehler: Er ist ehrlich. Ich besichtigte eine bärtige Elfe und ließ mir von ihrem Mann, einem Handwerker, die letzten fehlenden Zutaten für die Draug-Rüstung bauen. Bras von Ban Ard erledigte dann den Rest und schon war ich besser gerüstet.

Dann erkundete ich das temerische Lager, dessen Eingang wahrlich interessant ist – wenige Meter neben dem bewachten Tor befindet sich ein weiterer offener Eingang durch den man einfach so hineinspazieren kann. Wenn ihr bester Mann in anderer Mission unterwegs ist, kriegen sie anscheinend nicht mal mehr ihr Lager anständig gesichert. Wie dem auch sei, ich plünderte einige Dinge und redete mit Natalis sowie mit den Baronen Kimbolt und Maravel. Kimbolt ist ein alter Haudegen, während Maravel eher ein geckenhafter Schwätzer zu sein scheint. In seinem Quartier befindet sich ein Regal mit nicht weniger als 11 Paar Schuhen – ich habe nachgezählt. Immerhin hatten die Temerier eine erfreuliche Nachricht für mich: Dank der Zeugenaussage Anais La Valettes wurde ich vom dringenden Verdacht des Königsmordes offiziell freigesprochen. Eine Sorge weniger. Aber ansonsten bekam ich bestätigt, was ich vom redanischen Gesandten in Henselts Zelt bereits erfahren hatte – Boussy war tot und Anais verschwunden.

Da ich an dieser Situation derzeit auch nichts ändern konnte, machte ich mich auf zu weiterem Sightseeing und Socializing. So entdeckte ich auch die mir verschlossenen Eingänge zu den Lagern von Redanien, Kaedwen und Nilfgaard. Moment. Nilfgaard? Die haben doch Triss! Aber leider war dort kein Reinkommen, nicht mal mit Gewalt. Immerhin, die Kanalisation war frei zugänglich. Dort sprach mich gleich nach dem Betreten ein Feuergeist mit einem Kauderwelsch-Wort an, auf das ich keine Antwort geben konnte. Es scheint, ich muss erst mit der richtigen Person reden, die sich mit so was auskennt. Nachdem ich einige Moderhäute erschlagen hatte, fand ich eine Truhe, zu der – Oh Wunder – der Schlüssel aus dem Wrack bei der Kayranlauer passte. In der Truhe lagen eine Rüstung, Bauteile und eine Anleitung, wie ich aus dieser Rüstung eine noch bessere Rüstung bauen lassen konnte. Hm. Ich habe mir doch gerade eine neue Rüstung zugelegt. Aber die hier ist noch besser, also was soll’s! Erstmal habe ich jedoch die unveränderte neue Rüstung anprobiert. Meine Güte, ist die hässlich. Kreischbunt und mit komischen Dingern an den Armen. Hoffentlich sieht sie umgebaut besser aus… Ich muss gestehen, ich achte bei den Rüstungen sowieso auf Ästhetik. Deshalb habe ich auch alle Rüstungen mit Kapuze gnadenlos ignoriert, weil ich sie nicht schön finde. Ich will Geralts weiße Haarpracht sehen können und nicht nur ein markantes Kinn irgendwo im Dunkel der Kapuze. Ja, Frauen. Aber ich stehe dazu!

Und was soll ich sagen – die umgebaute Rüstung sieht wirklich gut aus! Schön in Grün- und Brauntönen und auch nicht zu klobig. Dazu ist der Rüstungsschutz wirklich unschlagbar. Mit Bras von Ban Ard konnte ich auch über den Feuergeist in der Kanalisation sprechen. Nachdem ich ihn mit dem Jedi-Mind-Trick überzeugt hatte, erzählte er mir, dass der Geist mit dem Kauderwelschtext aus der Verschwörerhütte beim Kaedwener Lager zusammenhing und ich dem Geist nur die Worte in der richtigen Reihenfolge sagen müsste. Ich notierte mir seine Entschlüsselung auf einen Zettel, weil sie beileibe nicht einfach war.

Dann kaufte ich mal wieder sämtlichen Händlern sämtliche Bücher ab und fand dort auch mehrere Bände über Runen. Ob die wohl Sinn ergeben, wenn man sie auf die komischen Haikus anwendet? Also wieder durch die Gargoyles prügeln und ab in den Raum. Nach dem Verbrauch einigen Hirnschmalzes und dem Herumraten an Metaphern glaubte ich, im ersten Raum die richtige Lösung gefunden zu haben, berührte die Runen der Reihenfolge nach und es funktionierte! Hurra! Der Inhalt der Truhe war mein! Sie ergab ein Buch voller Kauderwelsch. Na gut, irgendwer wird schon was damit anfangen können, schließlich ist das hier ein Rollenspiel und das Buch ein Questgegenstand. Draußen sah ich, dass die Gargolye-Statuen, die überal herumstanden, nun angekettet waren. Scheinbar hatte das Deaktivieren funktioniert. Also nächster Raum. Wieder arbeitete ich mich erfolgreich durch die Entschlüsselung des Haikus und erhielt aus der dortigen Truhe ein Silberschwert mit noch besseren Werten als mein jetziges und eine Vision über die Wilde Jagd. Im dritten Raum die gleiche Prozedur und ich erhielt noch mehr tolles Zeug. Meine Güte, das hat sich wirklich gelohnt. Als ich meine Belohnung von Bras abholen wollte, stellte sich heraus, dass er das Manuskript aus der Truhe mit Hilfe einiger Ungeheuerzutaten entziffern können würde. Gut, dass ich von jeden Krempel ein paar Teile aufbewahre. Also schnell die Truhe in der Taverne besucht und dann zurück zu Bras. Das Manuskript entpuppte sich als Bauanleitung für ein hervorragendes Stahlschwert, dass ich auch gleich bauen ließ.

Tja, Letho, jetzt bin ich bereit für die zweite Begegnung mit dir! Und zwar mit jeweils mehr als drei Mal so viel Rüstungsschutz, Lebenspunkten und Schwertschaden wie bei unserer ersten Begegnung und noch diversen anderen verbesserten Fähigkeiten! Dieses Mal mache ich dich so was von platt, darauf kannst du Gift nehmen! Du wirst den Zorn des Geralt von Riva kennen lernen…

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s