Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 18

Episode 18: Damen in Schwierigkeiten

 

Selbst in einer Ruinenstadt wie Loc Muinne gibt es die Möglichkeit, Tavernensport zu treiben. Die Würfelpoker-Spielhölle hatte ich ja schon gleich zu Anfang gefunden und die Faustkampf-Questreihe war mit dem pöbelnden Kaedwener auch erledigt. Nun brauchte ich nur noch den starken Numa zu suchen, den Adam Pangratt mir als Gegner empfohlen hatte. Numa hielt sich gleich am Marktplatz auf und im Gespräch mit seinem Assistenten erhärtete sich Pangratts Verdacht, dass Numa nur durch Doping so stark war – wollte der Kerl mir doch gleich unter der Hand gewisse Kräuter andrehen. Also habe ich Numa herausgefordert und, tja, die Partie war einfach ziemlich unmöglich zu gewinnen. Also habe ich ihn des Dopings beschuldigt und bin dann noch mal gegen ihn angetreten als er wieder clean war – nun war es geradezu lächerlich einfach, ihn zu schlagen. Ha, ich wusste doch, Hexer sind die Stärksten!

Dann auf zur Spielhölle, wo ich gegen jeweils ein Elfen- und ein Magierpaar spielen musste. Bei der Elfin hatte ich eine Menge Würfelpech aber bei den anderen war ich in der ersten Runde siegreich. Also zurück zum Marktplatz, wo der Endgegner auf mich wartete. Selbiger gab schon nach dem ersten Wurf auf, obwohl ich gerade mal drei Dreier hatte. Hm. Wenn das der ungeschlagene Würfelpokerchampion war, dann kann es mit der Würfelpokerkunst in Loc Muinne nicht so weit her sein.

Als ich in Richtung Kanalisation lief ignorierte ich weiterhin den am Markt wartenden Roche, der mir mit seinem Hauptquestmarker zuwinkte, und stürzte mich erneut in die stinkende Finsternis. Dieses Mal bot sich mir, als ich den Feuergeist ansprach, eine ganze Reihe von Auswahlmöglichkeiten, in Kauderwelsch zu antworten. Mühsam kämpfte ich mich durch die Anweisungen Bras von Ban Ards und wurde schließlich mit einem magischen Portal belohnt, durch das ich in einen Raum mit zahlreichen Kaminen gelangte. Irgendwie musste ich alle zum Brennen bekommen. Der Haken an der Sache – wenn ich einen anzünde, verlöschen zwei andere. Durch wildes Herumprobieren gelangte ich schließlich zum Ziel und eine Tür öffnete sich. Dahinter erwartete mich ein uralter Magier mit eiserner Maske, der mich fragte, ob ich der Auserwählte sei. Natürlich bin ich der Auserwählte, wäre ich sonst hier? Zum Dank durfte ich alle meine bisher erworbenen Talentpunkte neu verteilen. Das ist ja mal geil! Damit konnte ich ein paar Sachen, die ich zwar gesteigert aber nie wirklich gebraucht hatte, ändern und dafür Punkte in andere dringend benötigte Talente stecken. Für meinen Spielstil wesentlich effektiver gesteigert verließ ich den Raum durch ein weiteres Portal und stand wieder in der Kanalisation. Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich behauptet hätte, nicht der Auserwählte zu sein…

Nachdem ich noch eine Runde durch die Stadt gedreht und sämtliche in Kisten herumliegenden Ölflaschen geklaut hatte, war ich nun endlich bereit, mit Roche zu reden. Zusammen liefen wir zum redanischen Camp, wo es uns gelang, der Wache eine Audienz bei König Radovid abzuschwatzen. Unterwegs plünderte ich noch das ganze Lager – nun habe ich endlich genug Zeug zusammen um mir nachher die Handschuhe und die Hosen des Älteren Blutes bauen zu lassen. Radovid empfing uns in Vollplatte und mit Krone auf dem Kopf wie ein würdevoller König. Dabei ist das Jüngelchen doch erst achtzehn oder neunzehn. Ich erinnere mich noch gut an unsere Begegnung in Vyzima im ersten Spiel, wo er noch versuchte, eine Verbrecherorganisation für seine Zwecke einzuspannen. Natürlich konnte Radovid es nicht lassen, herumzusticheln, ob ich ins temerische Militär eingetreten wäre. Vergiss es, Junge. Roche ist ein Freund, egal ob er eine Uniform trägt oder nicht. Es stellte sich heraus, dass Radovid eine Aufgabe für uns hatte – Wir sollten die entführte Anais La Valette befreien und zu ihm bringen, damit er sich mit ihr verloben und sie später, wenn sie alt genug ist, heiraten könnte. Er braucht ein einiges Temerien unter redanischem Schutz denn ein zerstrittenes aufgespaltenes Temerien würde anrückenden Nilfgaarder Armeen nur zum Anlauf holen dienen. Anais könnten wir bei den Kaedwenern in Detmolds Gefangenschaft finden. Warum er ausgerechnet uns fragt – Nun, wir seien derzeit zwei Männer ohne König und Land, mit anderen Worten, entbehrlich wenn es schief geht.

Roche und ich tauschten einen Blick. Anais befreien, aus den Händen Detmolds – Super, da schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe! Auch wenn mein Freund sichtlich daran zu knabbern hatte, sein geliebtes Temerien möglicherweise an Radovid zu verschachern. Aber Detmold mehr oder weniger ungestraft unter der Deckung eines Königs hochgehen lassen – Besser geht’s eigentlich nicht. Und wir werden Radovid schon zeigen, wer hier die wahren Expendables sind!

Kaum hatten wir das redanische Lager verlassen, stürmte eine junge, blond gelockte Dame auf uns zu und begann sofort, auf Roche einzuzetern. Im Hintergrund verdrückten sich zwei finstere Typen, die ihr offensichtlich auf den Fersen gewesen waren. Besagte Dame, die sich als Brigida Papebrock vorstellte, war ziemlich stinkig auf meinen Freund, der sie als Kindermädchen für Boussy und Anais angeheuert hatte, bevor er sich mit mir auf die Jagd nach dem Königsmörder gemacht hatte. Sie stellte uns ein Ultimatum – Informationen darüber, was genau den Kindern zugestoßen war, gegen sicheres Geleit aus der Stadt.

Na gut, ich bin ja ein Gentleman-Hexer, ich geleite die zickige Dame sicher zum Fluss, wo ihr Boot wartet, und höre mir an, was sie zu sagen hat. Roche wollte derweil das Lager der Kaedwener auskundschaften und erklärte, er würde auf mich warten. Aber wenn ich nicht komme, schlägt er allein zu. Oh je. Ich fürchte, ich werde nur entweder Triss oder Anais retten können. Aber zuerst zur aktuellen Quest: Brigida Papebrock.

Ich führte Brigida durch das Lager des Ordens der Flammenrose zu einem schmalen Weg, der entlang der Felsen ins Tal führte. Als uns auch nach einem guten Stück Weges noch niemand angegriffen hatte, begann Brigida, zu triumphieren – Roches Schergen lauerten bestimmt an dem anderen Weg, den er uns vorgeschlagen hatte. Ich erklärte Brigida erst einmal, dass sie völlig falsch lag, was die Person betraf, die ihr Böses wollte. Sie schätzt Roche völlig falsch ein. Wenn Vernon sie hätte aus dem Weg räumen wollen, hätte er die Sache höchstpersönlich erledigt und sich nicht auf gedungene Schergen verlassen. Die Schergen lauerten uns dann in mehreren Gruppen in einem Waldstück am Fluss auf, waren aber recht einfach niederzukämpfen, auch wenn sich an einer Stelle zusätzlich noch ein paar Endriagen in den Kampf einmischten. Am Ziel angekommen stellte sich heraus, dass auch der Schiffer, der Brigida fortbringen sollte, bereits erledigt worden war, und eine weitere Gruppe Kämpfer griff uns an, dieses Mal in Begleitung eines Magiers. Aber man ist ja mittlerweile ein sehr gut ausgerüsteter und mit vielen Erfahrungspunkten gesegneter Hexer. Ratzfatz und tot, die Bande! Nun musste Brigida wohl oder übel mit ihrer Geschichte herausrücken. Wie es aussah, erhielt der Konvoi, der die königlichen Zwillinge nach Loc Muinne bringen sollte, einen befehl zur Änderung der Route und wurde kurz darauf überfallen. Anais wurde lebendig verschleppt, Boussy kam ums Leben. Brigida selbst rettete sich, in dem sie sich in ein Gebüsch flüchtete. Sie gab mir den Befehl zur Richtungsänderung – Er war von Baron Kimbolt unterzeichnet. Soso. Der hat doch selbst Ambitionen, was den Thron betrifft. Das muss ich dann wohl mal abklären.

Nach Brigidas Abfahrt hatte ich die Wahl, direkt nach Loc Muinne zurück zu kehren oder noch im Wald zu bleiben. Pah, natürlich bleibe ich noch im Wald! Ich hatte doch noch gar keine Zeit, dort alle möglichen Ecken und Winkel zu durchsuchen. Erst einmal habe ich mir die Stele, an der die Endriagen auftauchten, noch mal genauer angeschaut. Dort klebten auch eine Reihe Kokons an den Bäumen, wie in den Wäldern von Flotsam. Ich schlug sie zu Brei um zu gucken, ob wieder eine Königin kommt, und ich wurde nicht enttäuscht. Harharhar! Mal sehen, wie ich jetzt gegen sie abschneide, wo ich wesentlich stärker bin! Na gut, beim ersten Versuch bin ich gestorben, weil ich nach einer Woche Zockabstinenz mal wieder auf der falschen Taste herumhämmerte, aber als ich mich dann wieder eingespielt hatte, habe ich die Endriagenkönigin samt vier weiteren Viechern allein mit meinem Schwert und einigen Feuerbällen zu Klump gehauen. Mann, bin ich gut!

Die nächste Überraschung des Waldes war eine sehr weitläufige, gut versteckte Höhle. Dort lauerten mir einige Neckerkrieger auf und in fast jeder Ecke stand eine Truhe mit Geld. In der hintersten Kammer lag eine Leiche, die ich um ein weiteres richtig gutes Schwert erleichtern konnte. Meine Güte, was die Leute alles verpassen, die einfach nur blind dem Plot hinterher rennen! Ansonsten fand ich noch eine versteckte Wiese, die von einigen weiteren Endriagen bewacht wurde. Auch dort gab es reiche Beute. Nachdem ich mir sicher war, alle Ecken des Waldes abgegrast zu haben, begab ich mich zurück nach Loc Muinne. Es wird Zeit, dass ich dem lieben Baron Kimbolt mal auf den Zahl fühle. Vielleicht bekomme ich ja irgendwie aus ihm heraus, wie Anais in die Hände von Detmold geraten ist.

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