Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 20 und Ende

Episode 20: Der schlechteste Drachenreiter aller Zeiten und das epische Finale

 

Da ich Roche geholfen hatte, Anais zu retten, blieb die Triss-Frage immer noch ungeklärt. Ich schaute noch einmal beim Lager der Nilfgaarder vorbei, doch Shilard war verschwunden und die beiden Wachen ließen sich weder ansprechen noch sonstwie dazu bewegen, mich rein zu lassen. Mist. Triss, ich weiß, dass du da drin bist! Wie komme ich nun an dich ran?

Da mir nichts anderes übrig blieb und das Questlog auch nichts Weiteres mehr her gab, ging ich zum Eingang des Amphitheaters.

Anais schien sich schon etwas von ihrer Gefangenschaft erholt zu haben. Sie hüpfte durch die Gegend wie es siebenjährige Kinder nun mal machen, stets unter dem strengen Blick Vernon Roches, der mit verschränkten Armen in der Nähe stand und durch seine Haltung schon unmissverständlich klar machte, dass jeder, der das Mädchen auch nur zu lange schief anguckte, seine etwas verkleinerte Version eines Renaissance-Bidenhänders zwischen die Rippen geschoben bekommen würde. Ui, Vernon, du wirst auf deine alten Tage wirklich noch zur Glucke! Na ja, gehen wir mal zum Gipfeltreffen. Ich habe eh das Gefühl, dass dort das krönende Finale dieses Spiels stattfinden wird.

Beim Gipfeltreffen stellte sich heraus, dass John Natalis auch als vorläufiger Regent leider nicht genug Macht besaß um den Adel Temeriens hinter sich zu vereinen. Radovid und Henselt fingen auch gleich wie die Geier an, im Geiste Temerien schon unter sich aufzuteilen, natürlich offiziell nur um ein Bollwerk gegen Nilfgaard zu erschaffen. Tja, dann traten Roche und ich auf den Plan und brachten Anais zu dem völlig überraschten Natalis, der auf einmal mächtig Oberwasser gewann. So einfach zerpflückt ihr mir das einzige, was meinem Freund Roche noch etwas bedeutet nicht, ihr Aaseier! Zumal du, Henselt, dein Leben eigentlich eh nur mir verdankst, du widerlicher Mistkerl! Dass du Ves vergewaltigt hast, werde ich dir eh nie verzeihen.

Nachdem das Gehacke um die Bruchstücke Temeriens erfolgreich abgewürgt war, traten die Magier auf den Plan. Unter ihnen befand sich Sile de Tansarville, die Verräterin! Leider konnte ich nichts unternehmen, weil das ganze Gespräch in einer Cutscene stattfand. Aber Radovid ließ sich auch nicht so leicht einwickeln und war vor allem von dem Statut, dass die Magier selbst bestimmen wollten, wen sie als Berater an welchen Hof schicken, nicht besonders angetan. Das kann ich ihm nicht verdenken, wenn ich mich daran erinnerte, dass in den Büchern Redanien faktisch von der Magierin Philippa Eilhart regiert wurde als Radovid nach der Ermordung seines Vaters noch ein unmündiges Kind war.

Und da trat auch schon der Nilfgaarder Fitz-Oesterlen auf den Plan, der niemand anderen als den gefangenen Letho vorführen ließ. Letho! Ich wusste doch, dass der Gipfel auf das Finale hinausläuft. Letho beschuldigte Sile und die Loge der Zauberinnen, ihn als Königsmörder angeheuert zu haben. Kalter Kaffee, Letho. Das wusste ich schon längst durch deine Kollegen. Für Radovid waren es aber auf jeden Fall Neuigkeiten und er befahl dem Orden der Flammenrose, Sile und alle anwesenden Magier festzunehmen und dann herauszufinden, wer wirklich schuldig war.

Die Ritter der Flammenrose rückten vor und umzingelten Sile und ihre Kollegen. Die männlichen Magier ergaben sich sofort, doch Sile verharrte in ungewisser Pose. Auf einmal ertönte das Geräusch kräftig schlagender Schwingen, das ich aus dem Prolog nur zu gut kannte. Der verdammte Drache, der Foltest, Roche und mich schon mal fast flambiert hatte,  erschien und briet die Flammenrosenritter einmal gründlich durch. Die Zuschauer flohen, Radovid ging hinter einem aufgehobenen Schild in Deckung und ich hechtete hinter eine Säule. Nachdem er das halbe Amphitheater in Flammen gesetzt hatte, griff der Drache behutsam nach Sile und trug sie zu einem nahe gelegenen Turm.

Dann war die lange lange Filmsequenz endlich zu Ende und ich war wieder Herrin über Geralt. Hinter einer Flammenwand hörte ich Roche schreien, dass Sile nicht entkommen dürfte. Ist ja gut, Vernon, das ist auch meine Meinung! Leider konnte ich auch durch Quen geschützt nicht zu ihm durchdringen. Halt durch, Roche, und bring dich in Sicherheit, sobald es sich ausgekokelt hat! Ich schnappe mir das verräterische Weibsstück nun endgültig!

Ich rannte in Richtung des Turmes, auf dem der Drache Sile abgesetzt hatte, und schluckte zur Vorbereitung noch schnell eine meiner letzten Schwalben. Dann zog ich mein Silberschwert und stürmte tapfer voran.

Und da begann mal wieder der Leidensweg der chronischen Spieler-Verpeiltheit. Irgendwie schien der Drache Sile zu beschützen und riss auf meinem Weg den Turm hoch immer mal wieder die Treppe ein oder blies Feuer durch plötzlich geschlagene Löcher in der Wand. Den Feuerstrahlen wich ich immer noch gut aus, aber spätestens beim dritten Teppeneinsturz ereilte mich immer wieder der Tod durch einen tiefen Fall. Meine Güte, bin ich wirklich zu blöd für die ganzen Quicktime-Events? Bis mich irgendwann die Erkenntnis traf. Verdammt, das waren alles gar keine Quicktime-Events sondern nur die Anzeige, dass ich die Fackeln an den Wänden löschen konnte! Argh, so verpeilt kann wirklich nur ich sein! Nachdem ich das Problem durchschaut hatte, rannte ich einfach immer nur die Treppe hoch, warf Quen an, duckte mich vor den Flammenstrahlen weg und rannte einfach weiter. Dann schaffte ich es auch, dass die Treppe immer erst hinter mir zusammenkrachte.

Schließlich erreichte ich das Turmzimmer, in dem Sile zwischen drei Apparaten stand, die ich bereits in Flotsam in ihrem Zimmer gesehen hatte. Ich stellte sie zur Rede und nach einigen Drohungen, dass Philippa Eilhart den Drachen kontrollierte und ich eh den Turm nur als Toast verlassen würde, bekam ich aus ihr heraus, dass auch sie nur von Letho manipuliert wurde. Sie und die Loge hatte ihn angeheuert um Demavend von Aedirn loszuwerden und sich von seiner scheinbaren Dummheit einlullen lassen. Letho hatte die ganze Zeit für die Nilfgaarder gearbeitet und in ihrem Namen Chaos im Norden verbreitet und sie nun beim Gipfel komplett in die Pfanne gehauen. Um Triss täte es ihr Leid, aber Triss sei schon eine ganze Weile nicht mehr zu den Treffen der Loge eingeladen worden. Aber ich würde eh von allem nicht mehr berichten können, weil der Drache ganz Loc Muinne in Schutt und Asche legen würde.

Triumphierend wollte Sile sich mit Hilfe ihres Apparats teleportieren, aber etwas stimmte nicht. Sile schrie um Hilfe, ich sollte den Diamanten, der offensichtlich manipuliert war, herausnehmen und sie retten, sie würde mir alles geben was sie wollte. Ich ließ sie schreien und sterben. Dein eigenes Pech, Sile de Tansarville. Du bist auch nicht besser als Letho, weil du ihm überhaupt erst das Sprungbrett gegeben hast. Dank deiner Künste hat er nach dem Mord an Demavend Iorveth kontaktieren können, was wiederum zu dem Mord an Foltest mit all seinen Konsquenzen für die Leute die ich mag führte. Auf Nimmerwiedersehen, du Miststück. Deinetwegen habe ich an Triss gezweifelt, weil sie auch Mitglied eurer Loge war und ihr auch sie hintergangen habt!

Noch während Sile von ihrer fehlerhaften Apparatur in Stücke gerissen wurde, war ich vorsorglich schon einmal Quen an. Da draußen flatterte immer noch der Drache herum und mich beschlich das dumpfe Gefühl, dass das Schuppenvieh, beziehungsweise die ihn lenkende Philippa Eilhart noch nicht mit mir fertig war. Das Klischee des Storytellings sagte mir, dass ich immer noch zu viel wusste. Und ich hatte richtig gedacht. Kaum dass Sile dahingerafft war, schlug der Drache die halbe Mauer des Turmzimmers ein und begann, mich mit Feuer zu bespucken und seinen Pranken zu hauen. Waaah! Hilfe! Mami! Papi! Vernon! Im Prolog hatte ich noch erklärt, dass das einzige, was gegen einen Drachen hilft, Wegrennen ist, und nun bleibt mir gar nicht anderes übrig, als gegen das Mist-Schuppenvieh zu kämpfen! Verdammt, ich sehe schon einen zweiten Kayran auf mich zukommen!

Mit dem Mut der Verzweiflung schmiss ich immer wieder Quen gegen das Feuer und die Prankenhiebe an und prügelte mit dem Silberschwert auf den Drachen ein. Und erstaunlicherweise machte ich tatsächlich gut Schaden. Und die Schwalbe wirkte immer noch. Sollte ich tatsächlich gegen das Viech halbwegs ankommen? Ich verlegte mich auf die gleiche Taktik wie beim Draug. Quen, ein paar Mal draufhauen, wieder weg, Quen und so weiter.

Nachdem ich dem Drachen die Hälfte seiner Lebensenergie weggehauen hatte, zerlegte er das Turmzimmer und ich landete auf einem Mauervorsprung. Dort wartete ich erst einmal ab, bis sich meine Lebensenergie wieder regeneriert hatte und stürmte dann todesmutig die Turmspitze, wo der Drache mir schon auflauerte. Auch diese Mal habe ich mich auf die Draug-Taktik beschränkt – Quen, ein paar Hiebe, fleißig dem gespienen Feuer ausweichen, Quen, wenn der Drache landet wieder ein paar Mal draufhauen… Und was soll ich sagen. Ich habe den Drachen tatsächlich im ersten Anlauf plattgeknüppelt, während ich innerlich schon wie beim Kayran den kompletten Abend verplant hatte. Jetzt, wo sich das Spiel dem Ende zuneigt, habe ich es wirklich drauf! Yeah!

Nach dem letzten Hieb begann eine Cutscene und ich musste mal wieder kräftig auf der linken Maustaste herumhämmern. Komm schon, Geralt, schlag den Drachen zum letzten Mal! Moment… Du springst dem Vieh auf den Rücken? Bist du völlig lebensmüde? Der Hexer bohrte sein Schwert in die Nackenmuskulatur des Drachen und klammerte sich fest, während der Drache schwer angeschlagen davon flatterte und versuchte, seinen unerwünschten Passagier wieder los zu werden. Ich bin so gebannt von der Szene, dass ich vergesse, rechtzeitig auf der rechten Maustaste herum zu hauen, und einen dramatischen Absturz aus großer Höhe hinlege. Mist, also noch Mal. Zum Glück hatte das Spiel nach dem letzten Schwerthieb automatisch zwischengespeichert, sodass ich den ganzen Kampf nicht noch mal bestreiten musste. Dieses Mal passte ich auf und Geralt hakte sich mit seinem Trophäenhaken in der Augenhöhle des Drachen ein und zerrte dessen Kopf nach hinten. Keine gute Idee, denn das hatte fatale Wirkungen auf die Flugeigenschaften des Drachen. Wir überschlugen uns mehrmals in der Luft und legten schließlich eine spektakuläre Bruchlandung hin, bei der Geralt in hohem Bogen davon flog und der Drache sich auf einem umgeknickten Baumstamm aufspießte. Okay, die Drachenreiterei überlassen wir in Zukunft doch lieber Eragon oder den Damen und Herren aus Pern, vor allem wenn der Drache deutlich etwas dagegen hat, geritten zu werden.

Der Drache war schwer verletzt, aber noch am Leben, und ich stand vor der Wahl, ihn zu töten oder nicht. Ich habe den Drachen in Ruhe gelassen. Wie ich Roche schon im Prolog erklärt hatte – Hexer töten keine Drachen.

Zu Fuß kehrte ich nach Loc Muinne zurück. Das Tor war verschlossen, also kletterte ich mühsam eine brüchige Stelle der Außenmauer hoch. Als ich fast oben war, streckte sich mir eine helfende Hand entgehen. Sie gehörte Roche, der mich hoch zog und mir auf die Schulter klopfte. Dabei spielte zum ersten Mal so etwas wie ein Lächeln um seine Lippen. Der gute, treue Vernon. Anscheinend hatte er die Hoffnung doch nicht aufgegeben, dass ich den wüsten Ritt auf dem Drachen irgendwie überlebt haben könnte. Er erzählte mir, dass Anais nun sicher unter dem Schutz von John Natalis stand und das Angebot einer Puppe ausgeschlagen hätte. Sie wollte lieber ein Schwert haben. Daraufhin hat Roche ihr seinen Offiziersdolch geschenkt. Hach. Irgendwie rührend. Vernon, das sind wirklich ganz neue Seiten an dir. Der härteste Hund der temerischen Armee, von einem kleinen Mädchen weich gekocht. Roche hatte auch noch andere Informationen für mich – Letho der Königsmörder wartet im verlassenen temerischen Lager auf mich. Er würde gerne mit mir reden. Na dann mal nichts wie hin!

Unterwegs passierten wir zahlreiche Blutlachen und Leichen. Roche erzählte mir, dass sich nach der Bekanntmachung des Verrats der Loge der Zauberinnen der Zorn des wütenden Mobs gegen alle Zauberer gerichtet und die Stadt in ein grausames Schlachthaus verwandelt hätte. Ups. Und ich weiß immer noch nicht, was aus Triss geworden ist. Und da Roche nun mal Roche ist, hatte er auch schon das Gerücht aufgeschnappt, dass alles eine Verschwörung der Nilfgaarder war um im Norden Chaos zu stiften, damit eine Invasion auf weniger Widerstand stößt.

In der ehemaligen Spielhölle trafen wir auf eine angesichts des Grauens wahnsinnig gewordene Zauberin, die über der Leiche einer Kollegin kniete. Dann fiel auch schon eine Abteilung des Ordens der Flammenrose über uns her, die Roches Kopf wollten, weil er Anais doch den Temeriern überlassen hatte. Liebe Flammenrosenfanatiker, ihr lernt auch nach zwei Spielen nicht dazu. Man legt sich nicht mit einem Hexer und Foltests Hund an, wenn man nicht gerade lebensmüde ist! Grüßt euren ehemaligen Chef de Aldersberg im Jenseits von mir!

Schließlich standen wir vor dem Tor des ehemaligen temerischen Lagers und traten ein. Vor dem Rondell in der Mitte des Platzes saß Letho und bei ihm kauerte Triss. Triss! Du lebst! Da bin ich aber froh. Sie kam auf uns zugelaufen und unser Dreiergespann war nun endlich wieder komplett. Wie es aussah, war auch Letho den Nilfgaardern entkommen und hatte Triss mitgenommen. Nett von ihm, denn schließlich ist er letztendlich Schuld, dass sie überhaupt erst in diese Lage geraten ist. Roche wollte die Sache zu Ende bringen, aber ich schickte Triss und ihn nach draußen. Das ist eine Sache rein zwischen Letho und mir. Und Roche ist zwar ein sehr guter Kämpfer, aber doch nur ein normaler Mensch und einen Kampf gegen einen Hexer würde er vermutlich nicht überleben. Und im Gegensatz zu den Büchern möchte ich, dass meine Freunde dieses Mal nicht sterben. Als sie ging, bat Triss mich, mich nicht töten zu lassen.

Schließlich standen wir uns gegenüber, Letho und ich. Er spielte mit dem Diamanten, den er in Siles Teleport-Vorrichtung ausgetauscht hatte und bot mir einen Schluck Wodka an, den ich annahm. Mit feuchter Kehle redet es sich leichter. Da überfiel mich auch die letzte Vision. Damals hatten Letho, Serrit, Auckes und ich die Wilde Jagd schließlich aufgespürt und sich ihr zum Kampf gestellt. Es kam zu einem Patt und ich willigte einem Tausch ein – Die Seele meiner Geliebten Yennefer von Vengerberg gegen meine. Die Wilde Jagd nahm mich mit und anscheinend entkam ich ihnen irgendwie in der Nähe von Kaer Morhen, wo mich meine Hexerkollegen schließlich ohne Gedächtnis fanden. Das erklärt, warum die Wilde Jagd im ersten Spiel schon immer hinter mir her war. Ghost Riders in the Sky.

Von Letho erfuhr ich, dass Serrit, Auckes und er die befreite Yennefer, die ebenfalls ihr Gedächtnis verloren hatte, mitnahmen und mit ihr durch die Gegend zogen, bis der Geheimdienst von Nilfgaard sie gefangen nahm und ihnen ein Angebot machte. In Nilfgaard leben Hexer anscheinend absolut aus Ausgestoßene und ihnen wurde angeboten, dass sie wieder Menschen gleichgestellt werden und sogar ihre alte Hexerschule der Schlange wiederbekommen würden, wenn sie im Norden Verwirrung stifteten. Die Schlangenhexer willigten ein und hörten von einem Angebot Sile de Tansarvilles, die gern den schwachen König Demavend von Aedirn loswerden wollte. Sie benutzten erst Sile, dann Iorveth für ihre Pläne – Bis ich auf den Plan trat und ihnen ihr Spiel gehörig versalzen hatte. Aber das wäre eh egal, meinte Letho, denn in diesem Moment würde Nilfgaard bereits den Grenzfluss überschreiten und in den Norden einfallen.

Nun stand ich vor der Wahl. Töte ich Letho oder lasse ich ihn laufen? Er ist ein Hexer, genau wie ich, einer der letzten, die es noch auf der Welt gibt. Und er hat sich im letzten Moment doch noch besonnen und Triss aus den Fängen seiner Nilfgaarder Spießgesellen befreit. Aber deine gute Tat kam zu spät, Letho. Du hast alles verraten was es bedeutet, ein Hexer zu sein. Ein Hexer ist alles aber kein Meuchelmörder. Ein Hexer nimmt keine Verträge für die Tötung von Menschen an. Aufgrund deiner Taten mussten so viele Leute leiden, ich wurde beinahe zum Tode verurteilt und meine Freunde haben fast alles verloren was ihnen etwas bedeutet. Nein, Letho. Ich kann mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass du jetzt einfach davon gehst und in Nilfgaard das Leben genießt nach alldem was du angerichtet hast. Bringen wir es zu Ende, Mann gegen Mann, in einem Duell. Der weiße Wolf Geralt von Riva gegen den Königsmörder Letho von Guleta.

Also kämpfte ich noch einmal gegen Letho. Dieses Mal größtenteils mit dem Schwert unter fleißigem Einsatz des Quen-Zeichens. Das Rondell in der Mitte des Platzes bot eine wunderbare Deckung während ich wartete, dass Lethos Quen sich wieder verflüchtigte und er aufhörte, mit Feuer auf mich zu schmeißen. Schließlich tauschten wir noch ein paar letzte spektakuläre Hiebe aus und mit einem kräftigen Hieb über die Brust bereitete ich Letho ein Ende. Der gewaltige Königsmörder fiel wie ein gefällter Baum und regte sich nicht mehr.

Triss und Roche traten an meine Seite und gemeinsam sahen wir auf den toten Körper des Mannes hinab, den zu jagen wir Drei einst vom Schloss La Valette ausgezogen waren. Es war vorbei. Wir hatten unser Ziel erreicht. Aber der Preis, den jeder von uns dafür gezahlt hatte, war verdammt hoch gewesen. Wir verließen den Ort des Geschehens und ich öffnete das Stadttor von Loc Muinne für uns. Und so schritten Triss Merigold, Vernon Roche und ich über die Brücke in Richtung Sonnenuntergang. Um es mit Casablanca zu sagen: Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Zum Abschluss folgte eine Reihe von illustrierten Szenen, kommentiert von meinem Bardenfreund Rittersporn, aus dessen Feder ja auch die ganze Erzählung alias das Questlog stammt:

Flotsam hat einen neuen Kommandanten bekommen, einen freundlichen temerischen Baron, dessen große Leidenschaft das Fischen ist. Statt Menschen hängen vom Galgen nun zum Verkauf bestimmte Fische.

Henselt hat sich Ober-Aedirn unter den Nagel gerissen und Skalen Burdon steht vor den Toren Vergens am Galgen mit einer Schlinge um den Hals.

Die temerischen Adeligen und Kommandanten, in der vordersten Reihe John Natalis und Vernon Roche, leisten Anais La Valette den Lehenseid.

Die Hexenjagd auf Zauberkundige nimmt im ganzen Norden an Fahrt auf. Überall werden fleißig Scheiterhaufen errichtet und Magier verbrannt.

Mein Freund Zoltan Chivay ist der Niederlage von Vergen entkommen und nimmt seine Brautwerbung wieder auf.

Rittersporn der alte Schwerenöter sitzt gemütlich in einem Zimmer in Oxenfurt, auf dem Bett neben sich zwei unbekleidete Damen, und lässt es sich gut gehen, während er die letzten Worte meiner Geschichte schreibt.

Doch schon bald sollte der Angriff Nilfgaards den ganzen Norden erschüttern. Aber das, wie Rittersporn so schön sagte, wird eine neue Geschichte aus dem Leben des Hexers Geralt von Riva werden. Mit anderen Worten – Freuen wir uns auf The Witcher 3 im Jahr 2014! Wild Hunt. Dann werde ich mich vermutlich den Ghost Riders in the Sky stellen müssen. Johnny Cash, ich halte deine Musik schon mal bereit.

 

ENDE

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