Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “April, 2013”

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 23

Nachdem Cecil Burdon noch eine kleine Anspreche gehalten hatte, fuhren Zoltan, Yarpen, Sheldon und ich in das Bergwerk ein. Ein schönes Detail war es, dass jeder Zwerg eine Grubenlampe bei sich hatte. Die wissen halt, wie es geht, und rennen nicht wie Vernon und ich planlos im Dunklen rum. Ich könnte zwar eine Katze trinken, aber die haben im Gegensatz zum ersten Witcher ziemlich an Sinnhaftigkeit verloren, weil die Wirkung gerade mal fünf reale Minuten anhält. Und zum dauernd Tränke nachwerfen habe ich auch keine Lust. Also entzündete ich einfach jede Feuerschale die ich finden konnte, dann ging es auch. Außerdem wusste ich so, wo wir schon mal gewesen waren.

Und so liefen meine Zwergenfreunde und ich durch die Mine, erschlugen fleißig Moderhäute und fanden nach und nach bei den Leichen verschiedener Zwerge die Aufzeichnungen des Minenvorstehers Balin. Anscheinend hatten sie wirklich zu tief gegraben und die dortige Version des Balrogs geweckt, wie alle Zwerge des Multiversums es offensichtlich tun. Interessanterweise war auch hier von Durins Fluch die Rede. Irgendwer hat wohl eindeutig zu viel Tolkien gelesen. Ich beseitigte das Moderhautproblem, indem ich Kartätschen in die Schlupflöcher der Moderhäute warf. Am Ende eines mit Fallen gesichterten Ganges fanden wir schließlich auch Balins Leiche. Der Zwerg hatte sich gegen die Ungeheuer dort verschanzt und war schließlich verdurstet. Auf der untersten Sohle stellte sich der Möchtegern-Balrog alias Gralle uns schließlich zum Kampf. Grallen erscheinen mir allerdings stark überbewertet – nach vier oder fünf starken Hieben mit meinem tollen neuen Silberschwert war das Viech schon hinüber. Guck mal, Gandalf, so geht das!

In der Lauer der Gralle wuchs auch das Kraut, das Philippa für Saskias Heiltrank brauchte, also schritt ich noch schnell zur Ernte. Mit Hilfe von Balins Schlüssel öffnete ich den Vorratsraum, zu dem er sich nicht mehr getraut hatte, und fand dort unter anderem ein tolles Stahlschwert. Letztendlich entpuppte sich Klein-Moria doch als ein anderer Ort als das Klein-Moria aus dem letzten Durchlauf. Nach dem Verlassen der Mine redete ich noch mit Sheldon, der mir seine Version von Geralts Ableben und einige Details der Schlacht von Brenna erzählte. Dann beschloss ich, zur Taverne zurückzukehren und mal wieder mein Inventar in die bodenlose Truhe zu leeren.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer linste ich noch in die anderen Schlafräume und fand nun auch heraus, wo Zoltan, Rittersporn und die anderen nächtigen. Um mir den Rest der Nacht im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren zu schlagen, erledigte ich wieder mal die ganzen Harpyien im Steinbruch und sammelte fleißig Federn für meinen Klienten dort. Dabei nahm ich auch gleich die Nester in Augenschein, die ich durch Fallen vernichten sollte. Sie sind nicht durch Klettern zu erreichen, sodass ich die Fallen nicht rein legen kann. Hm.

Am Morgen spazierte ich zu Cecil Burdon und holte mir die Belohnung für die leer geputzte Mine ab. Ich fragte ihn noch über die Schlacht von vor drei Jahren und Philippa aus und erfuhr, dass es in einem verfallenen Magierturm hinter der Stadt eine starke magische Quelle gebe. Super, genau das, was Philippa haben will. Also auf zum Turm!

Wenn ich schon gerade am Kastell vorbei lief, konnte ich auch gleich noch mal mit Stennis reden. Der Prinz von Aedirn gab mir aber wieder nur zu verstehen, dass ich mich gefälligst verziehen sollte. Hrmpf. Entweder frage ich Philippa, ob sie mir einen Schlaftrunk für ihn geben kann damit er es nicht merkt, dass ich ihn anzapfe, oder ich muss irgendwie durch den Nebel zu Henselts Camp und selbigen zur Ader lassen. Letzteres wäre sicher absolut nicht einfach, zumal die einzige Person, die mir bei den Kaedwenern helfen könnte, wegen meiner Nummer in Flotsam immer noch sauer auf mich ist. Ganz großes Damentennis, Geralt.

Na gut, vergessen wir Stennis und gehen den magischen Ort suchen, den Cecil Burdon erwähnt hatte. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich die Mordopfer in der Gruft untersuchen und das Banner des Grauen Fähnleins mitnehmen – Zumindest bei Letzterem weiß ich ja schon, wo ich es finde. Ich verließ Vergen durch den Hinterausgang und lief einer Gruppe missgünstiger Elfen mitsamt Quotenzwerg in die Arme, die sich das auf mich ausgesetzte Kopfgeld verdienen wollten. Die Mistkerle schlugen so schnell auf mich ein, dass sie mich schon halb totgeprügelt hatten bis ich mein Quen überhaupt anwerfen konnte. Aber ich entkam knapp und lockte sie einzeln von der Gruppe weg, bis sie alle hinüber waren. Kurz darauf versuchte eine Gruppe Kaedwener unterstützt von ein paar Harpyien ihr Glück, aber auch mit denen machte ich kurzen Prozess. Cecils Magiequelle entpuppte sich als der weiße Kristall im Harpyiennest des verfallenen Turms auf dem Hügel, den ich beim letzten Mal zwar einsammeln, aber nie sinnvoll verwenden konnte. Na ja, vielleicht kann Philippa ja damit was anfangen. Von oben sah ich außerdem, wie eine ganze Horde von Nekkern über ein paar weitere Kaedwener herfiel. Als ich wieder vom Hügel herunter gelaufen war, waren die Nekker aber leider weg.

Also machte ich mich auf den Weg zur Gruft, überlistete wie beim letzten Mal den Geist und erhielt das Banner. Anschließend durchsuchte und plünderte ich alle Gräber bis ich schließlich die Leiche des letzten Mordopfers fand. Alle Hinweise deuteten auf einen Succubus hin, bis auf ein kleines Metallstück, das im Arm der Leiche steckte. Da ich schon die Buchbestände und Questgegenständelager sämtlicher Händler aufgekauft hatte, konnte ich das Metallstück entfernen und als Beweis, wofür auch immer, mitnehmen. Als ich die Leiche umdrehte, entdeckte ich ein Buch mit Liebesgedichten von Rittersporn. Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden.

Mit reichlich Beute aus der Gruft beladen kehrte ich nach Vergen zurück und nachdem ich den Krempel verkauft hatte, nahm ich mir Rittersporn vor. Dieser war heidenfroh, seinen Gedichtband zurück zu bekommen, den ihm vor kurzem jemand geklaut hatte. Ich überredete ihn, sich als Köder für den Succubus zur Verfügung zu stellen. Zuerst war er nicht so überzeugt von der Idee, aber ich appellierte an seine chronische Notgeilheit bis er schließlich zustimmte. Ha! Endlich habe ich rausgefunden, wie Rittersporn endlich auch mal nützlich sein kann. Wären wir in einem Adventure, würde der Befehl vermutlich ‚Benutze Barde mit Succubus‘ lauten.

Um mir die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben besuchte ich den einsamen Troll, der über seinen Kochtopf gebeugt dastand und in seiner Suppe rührte. Ich lehnte eine Kostprobe dankend ab und begann, ihn nach Triss auszufragen. Ja, er hatte Triss gefunden und sie roch so gut, dass er immer an ihr schnüffeln musste. Seine Frau fand das nicht so toll und hat ihn sitzen lassen, und nachdem sie wieder halbwegs beisammen war, hat auch Triss die Flucht ergriffen. Jetzt ist er ganz allein und hat nur noch seine Suppe aus missgünstigem Elf mit Zwiebeln. Armer Kerl. Ich versprach ihm, seine Frau zu finden und mit ihr zu reden, wenn ich dafür Triss‘ Schal bekomme, den er behalten hatte. Also gut, spiele ich mal eine Runde Ehetherapeut für Trolle.

Ich machte mich auf eine Tour durch die Schluchten und graste auch gleich die Truhe im Wrack ab, die die ersten Komponenten für die ultimative Rüstung des ganzen Spiels enthielt. Dann folgte ich dem Weg, der sich letztes Mal für Roche und mich als eine einzige lange uninteressante Sackgasse erwiesen hatte, und fand die Trollin im Kampf gegen Adam Pangratt und seine Söldner. Ich schlug ein paar der Söldner und Pangratt gab schließlich auf und ließ die Trolldame in Ruhe. Er erzählte mir von Serrit, Auckes und dem Massaker an der Scoia’tael-Einheit, und dass Sile de Tansarville seine Leute und ihn ausgeschickt hätte um Letho und alle die bei ihm wären zu töten ohne vorher irgendwelche Fragen zu stellen. Ja, Sile, ich weiß ja schon, was du getan hast und was deine Pläne sind, du Miststück. Ich schlug Pangrat vor, sich Cecil Burdon zu ergeben, was er nach reiflicher Überlegung auch tun wollte. Die Trollin ließ sich nach einiger Überredungskunst dazu bewegen, zu ihrem Mann zurück zu kehren, der mir wie versprochen als Belohnung Triss‘ Schal gab. Hach, Troll und Trollin sind irgendwie knuffig mit ihrer scheibenweltigen Art zu reden, ihrem liebevollen Gezänk und ihrer Elfensuppe. Ich mag sie jedenfalls, auch wenn sie missgünstige Elfen in den Kochtopf wandern lassen. Vernon der alte Spitzohrenhasser würde es vermutlich als die einzige sinnvolle Verwendung für einen Elfen bezeichnen.

Nun, da der häusliche Frieden bei Familie Troll wieder hergestellt war, lief ich zum abgebrannten Dorf, wo Rittersporn schon auf mich wartete.

Ich wechselte wieder mal den Körper und wurde zu Rittersporn, während Geralt sich in der Nähe versteckte. ich zog meine Laute und begann, dem Succubus ein romantisches Ständchen zu bringen. Nach einigem Kampf mit der Auswahlmöglichkeit der Reime schien der Succubus zufrieden und öffnete die Falltür zu seinem unterirdischen Versteck.

Hm. Ich könnte Geralt holen. Aber was solls, wenn ich schon Rittersporn bin, will ich meinem Ruf als gnadenloser Weiberheld auch gerecht werden. Ich kletterte die Leiter hinab…

…und wurde wieder zu Geralt, der ziemlich erschrocken war, dass Rittersporn einfach so die Leiter hinunterkrabbelte. Schnell eilte ich hinterher um Schlimmeres zu verhindern und fand einen glücklich-verzückten Rittersporn sowie den Succubus vor. Die behufte Dame erklärte mir, dass sie ihren Liebhabern immer nur etwas Lebensenergie abzweige und an den Morden nicht schuld sei – sie wäre ja schön blöd, ihre Nahrungsquelle zu töten. Das klingt auf jeden Fall schon mal logisch. Allerdings hätte sich einer ihrer Liebhaber in sie verliebt und würde aus Eifersucht die anderen ermorden. Ele’yas, Iroveths Adjutant, sei der Übeltäter.

Nun gut. Ich erklärte dem Succubus, dass ich nachforschen würde, und stellte den Elfen zur Rede, der natürlich alles abstritt. Also gut. dann trage ich den Fall vor deinen kommandierenden Offizier, in diesem Fall Iorveth. Mal sehen, was der dazu sagt.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 22

Episode 22: In Vergen hinter den Bergen bei den mehr als sieben Zwergen

 

Und wieder schlüpfte ich in die Haut einer hochwohlgeborenen Person – dieses Mal Prinz Stennis von Aedirn, der sich von Saskia der Drachentöterin Rückhalt für seinen Anspruch auf den Thron erhoffte. Gemeinsam marschierten wir durch das Brachland in Richtung Verhandlung, wo die Adeligen Aedirns gerade dabei waren, Ober-Aedirn an Henselt zu verschachern. Ah, fein, dieses Mal erlebte ich die schon bekannte Szene also von der anderen Seite. Saskia und ich erklärten Henselt, dass er sich seine Invasionspläne sonstwo hin stecken könnte und ließen den Anführer der aedirnischen Adeligen abführen. Das fand Henselt gar nicht lustig und schließlich kam es zum Kampf zwischen allen Beteiligten. Als Stennis briet ich Henselt ordentlich mit dem Schwert eins über und gerade als sich so richtig gut dabei war, kam die Cutscene. Stennis und Henselt verwundeten sich gegenseitig und Stennis ging zu Boden. Als der Priester dazwischen ging, schlug ihn Henselt wie schon beim letzten Mal am Stein tot und der Geisternebel begann zu wallen…

Dann war ich endlich wieder Geralt und marschierte in Gesellschaft meiner Freunde Rittersporn und Zoltan auf Vergen zu. Kurz vor den Toren der Stadt begrüßte uns mit zwergischer Herzlichkeit Yarpen Zigrin, der Rittersporn und Zoltan zur Begrüßung erstmal kräftig drückte und ziemlich irritiert war, dass ich ihn nicht wieder erkannte. Tut mir Leid, Yarpen, ich habe mein Gedächtnis verloren… Schließlich wagte sich auch Iorveth heran und das Klima wurde sogleich frostiger. Anscheinend sind auch die Zwerge nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen. Dann vibrierte auch schon mein Medaillon und der Geisternebel verdunkelte die Sonne. Iorveth und ich machten uns auf den Weg um herauszufinden, was dort los war, während Yarpen rief, jemand sollte die Zauberin holen.

Im Geisternebel erwarteten uns die üblichen Geisterkrieger und Drauguren. Dieses Mal hatte ich es mit dem Kämpfen schon wesentlich besser drauf, sodass es mir gelang, beide von ihnen zu erlegen. Sile de Tansarville öffnete übrigens beim ersten Anblick der Geisterkrieger ein Portal, durch das sie, Detmold unf Henselt sich einfach aus dem Staub machten. Na super, hätte sie das nicht schon letztes Mal machen können? Das hätte Roche und mir eine Menge anstrengender Schwertklopperei erspart. Nun waren Saskia, Iorveth und ich auf uns allein gestellt, denn Stennis lag immer noch mit Schmerzen am Boden. Nachdem die Drauguren erledigt waren, erschien eine weiße Eule und wob einen Schutzkreis um uns herum, der langsam in Richtung Vergen driftete. Saskia half Stennis auf und gemeinsam folgten wir der Eule. Zwischendurch wurden wir immer wieder von Geistern angegriffen, die im Gegensatz zur Tour mit Detmold auch immer noch einen Drauguren mitbrachten. Schließlich erreichten wir den Ausgang des Nebels, wo wir von einem besorgten Yarpen Zigrin erwartet wurden. Die Eule verwandelte sich in die Zauberin Philippa Eilhart, derzeit Vergens residierende Magierin und aus den Büchern als intrigantes Miststück bekannt. Saskia und sie riefen einen dringenden Kriegsrat im Kastell zusammen, an dem ich auch teilnehmen sollte.

Skalen Burdon, der Neffe des Bürgermeisters, führte mich zur Taverne und zeigte mir mein Zimmer. In einer Ecke des Schankraums sah ich die üblichen Faustkämpfer. Gut, die erste Möglichkeit zur sportlichen Betätigung ist also schon mal gefunden. In meinem Zimmer fand ich meine Lagertruhe mit all meinem gesammelten Krempel aus Flotsam wieder. Sehr schön. Jetzt muss ich nur noch einige Brocken Silbererz finden, dann kann ich mir endlich das tolle blaue Meteoriten-Silberschwert schmieden lassen, für das ich in ganz Flotsam nicht genug Silber auftreiben konnte. Nun sollte ich eigentlich zum Kriegsrat, aber was solls – ich plünderte das Schwarze Brett vor der Taverne nach Aufträgen und erkundete erstmal gründlich Vergen. Die Stadt ist wirklich beeindruckend und überall laufen bärbeißige Zwerge herum, die sich tolle Dialoge liefern. Vor dem Eingang zur geschlossenen Mine saß tatsächlich ein Zwerg und sang das berühmte Heihi Heiho-Lied. Gold Gold Gold Gold…

Ich habe es auch gewagt, die berüchtigte Hängebrücke zu betreten, von der Vernon Roche im letzten Durchlauf seinen spektakulären Absturz-Stunt hingelegt hat. Und oh Wunder, ich konnte sie unbeschadet überqueren. Fasziniert lief ich gleich mehrmals auf und ab. Schade, dass man nicht zur Probe auch mal kräftig hopsen kann. In Philippa Eilharts Quartier vibrierte mein Medaillon und auf einem Tisch stand eine kleine Figur, die dem Nilfgaarder Botschafter Shilard Fitz-Oesterlen sehr ähnlich sah. Hm. Was das wohl zu bedeuten hat?

Nachdem ich jeden Winkel Vergens erkundet, eine Menge Zeug geklaut und mit jeden verfügbaren Zwerg geredet hatte, lief ich zum Kastell und besuchte den Kriegsrat. Henselts Armee war fünf zu eins in der Überzahl, was nicht gut für Vergen und Aedirn aussah – alle waren eigentlich froh, dass der Nebel ihnen noch etwas Zeit gab, sich vorzubereiten. Als Saskia Iorveth und seine Truppe vorstellte, war die Reaktion gemischt und vor allem die Menschen unter den Ratsmitgliedern akzeptierten den Anführer der Scoia’tael nur zähneknirschend, weil kein anderer Ausweg blieb. Nachdem alles geklärt war, stießen die Ratsmitglieder an. Saskia trank aus ihrem Pokal und stürzte zu Boden. ui. das ist überhaupt nicht gut. Philippa eilte zu Saskia und ließ sie eilig in ihr Quartier bringen.

Iorveth und ich warteten draußen, bis Philippa schließlich zu uns trat. Saskia war vergiftet worden und nur mit einem Gegengift könnte ihr geholfen werden. Dieses Gegengift bräuchte eine starke magische Komponente, einer der zwanzig Ringe der Macht könnte helfen. Iorveth murmelte etwas davon, sie alle ins Dunkle zu treiben und ewig zu binden und Geralt erklärte, dass er keine Lust hätte, am Ende barfuß einen Vulkan hochzulaufen, woraufhin Philippa die Idee mit den Ringen glücklicherweise wieder fallen ließ. Eine der Zutaten für den Trank war eine Rose der Erinnerung. Und die einzige Rose der Erinnerung, von der ich weiß, befindet sich bei Triss. Das heißt wohl, dass ich irgendwie versuchen muss, Triss zu finden bevor die Nilfgaarder es tun, sie schrumpfen und durch den Nebel verschleppen. Aus dem letzten Durchgang weiß ich ja noch, dass Philippas Assistentin eine Agentin aus Nilfgaard ist… Ich sollte mich vor ihr hüten.

Ansonsten brauchte ich noch eine unterirdische Pflanze, königliches Blut, das starke magische Artefakt, sowie zur Aufhebung der Geisterschlacht das Banner des Grauen Fähnleins und das Schwert. Die anderen beiden Artefakte, die ich auf Roches Seite auch noch mühsam erjagen musste, wollte Philippa mir beschaffen. Nun gut, jage ich mal wieder Questgegenstände. Pass mir derweil gut auf Saskia auf, Iorveth!

Wie zu beginn jedes neuen Kapitels ging es erstmal an die Informationsbeschaffung. Vor der Taverne redete ich mit Iorveths Adjutanten Ele’yas, der eine Belohnung für denjenigen ausgeschrieben hatte, der einige brutale Mordfälle an jungen Elfen- und Menschenmännern aufklärt, die in letzter Zeit geschehen waren. Gerne, immer doch! Dazu sollte ich mich entweder nachts im verfallenen Dorf vor den Stadttoren umsehen oder die Opfer in der örtlichen Gruft untersuchen.

In der Taverne stieß ich auf Rittersporn, Zoltan, Cecil und Skalen Burdon, sowie Sheldeon Skaggs, einen weiteren Freund aus Prä-Gedächtnisverlusttagen. Gemeinsam tranken wir erstmal einen auf die alten Zeiten und ich erwähnte, dass ich die unterirdische Pflanze für Saskias Trank bräuchte. Cecil meinte, dass das Kraut in der alten Mine wachsen würde, die wäre aber geschlossen, weil die Zwerge zu tief gegraben und dabei Ungeheuer aufgeweckt haben. Aha. Das klingt irgendwie vertraut. Aber wozu bin ich ein Hexer? Ich kümmere mich um euer Problem, schließlich habe ich Klein-Moria ja schon mal im letzten Durchgang ohne Probleme leer geräumt. Die Zwerge wollten sich den Monstermetzelspaß nicht entgehen lassen und verabredeten sich mit mir beim Mineneingang. Ich quatschte noch eine Runde mit Rittersporn, der mir unbedingt seine frisch gedichtete Nationalhymne für das freie Ober-Aedirn vorsingen wollte, und begab mich auf die Suche nach meinem nächsten Gesprächspartner.

Philippa Eilhart ließ sich gerade von Cynthia mit einer erotischen Massage beglücken, war aber bereit, mit mir zu reden. Sie erzählte mir von der Schlacht vor drei Jahren, Sabrina Glevissig und dem Fluch, und dass sie eventuell einen Hinweis auf Triss‘ Aufenthalt hätte. In der Taverne gäbe es einen betrunkenen Kerl, der behauptete, er hätte eine Frau aus dem Himmel fallen sehen. Danke, Philippa. Das hilft mir schon mal weiter.

Ich lief weiter zu Prinz Stennis um mit ihm zu überreden, etwas von seinem Blut für Saskias Trank zu spenden. Im persönlichen Gespräch entpuppte sich Stennis als Arschloch erster Klasse. Ich entlockte ihm einige Informationen über den Verlauf der Geisterschlacht, aber als ich mit ihm über Politik reden wollte, wurde er richtig eklig, würgte das Gespräch ab und warf mich raus. Ja, du kannst mich auch mal, Stennis. Der Spitzname, mit dem Yarpen dich bedacht hat, ist definitiv passend. Mal sehen, vielleicht habe ich später noch mal Glück bei ihm.

Nächstes Gespräch: Iorveth. Seine Leute mögen mich übrigens immer noch nicht wirklich. Jedenfalls pöbeln sie mich immer unfreundlich an, wenn ich vorbei laufe. Missgüstiges Elfenpack. Aber was brauche ich euch, wenn es hier so viele coole Zwerge gibt, die mich tatsächlich zu mögen scheinen.

Iorveth schlief schon, aber ich warf ihn einfach aus dem Bett. Er hatte sein Kopftuch zur Abwechslung mal hochgeklappt, so dass ich seine fiese Narbe und sein fehlendes Auge in voller Pracht bewundern konnte. Da tat er mir irgendwie doch etwas Leid. Der arme Kerl muss mal ziemlich eins aufs Maul bekommen haben. Ich zog Iorveth noch ein paar Informationen über die Königsmörder aus der Nase und fand auch heraus, warum er so versessen darauf ist, Vernon Roche zu töten – Roche hatte eine komplette Abteilung seiner Einheit erfolgreich bis auf den letzten Elfen aufgerieben. Zudem ist Vernon der einzige originale Anführer einer Spezialeinheit, der noch am Leben ist, was laut Iorveth bedeutet, dass er seinen Job verdammt gut macht, und je länger er lebt, immer besser darin wird. Deshalb soll er so schnell wie möglich sterben. Tja, Iorveth. Wir beide mögen zwar zur Zeit zusammen arbeiten, aber ich weiß genau, auf wessen Seite ich mich stellen werde, wenn es zwischen euch beiden zu einem entscheidenden Kampf kommen wird.

Da es nun eh Nacht war, stattete ich dem abgebrannten Dorf einen Besuch ab, fand dort aber bis auf ein paar Geister, die mich angriffen, und einen toten Zwerg nichts, was mich bei den Mordfällen weiter gebracht hätte. Auf dem Weg in den Nebel standen einige Elfen und Zwerge Wache. Die Elfen pöbelten mich mal wieder an, als ich vorbei lief. Schade, dass es nicht möglich ist, mit Iorveth diesbezüglich mal ein Wörtchen zu reden. Ich lief durch die Schluchten zum Steinbruch, holte mir in der Hütte die Harpyien-Quest des Hühnchen-Cosplayers ab und erschlug auch gleich die ersten Flatterviecher. Dann spähte ich noch den Weg aus, auf dem Roche und ich damals nach Vergen gekommen waren, und sah in der Ferne den Troll vor seinem Kochtopf sitzen. Da ich noch nicht mit ihm reden wollte, kehrte ich wieder um, lief zum Vergener Markt und meditierte dort bis zum Morgen. Anschließend machte ich mich daran, sämtliches verfügbares Silbererz aufzukaufen und das blaue Meteoritenerz aus meiner Truhe zu holen. Auf dem Weg zum Schmied sprach ich noch mit dem Trinker, der die fliegende Frau gesehen haben wollte. Es war tatsächlich Triss. Anscheinend hatte sie sich beim Teleport verletzt und Letho hatte sie einfach liegen gelassen. Dann hatte ein Troll sie gefunden, beschnüffelt und mitgenommen. Oh je. Hoffentlich ist sie nicht im Kochtopf gelandet. Notiz an mich: Doch bald mal mit dem Troll reden.

Ich ließ mir mein schönes neues Silberschwert schmieden und machte mich auf den Weg zum Mineneingang, wo meine Zwergenfreunde auf mich warteten. Der Abstieg nach Klein-Moria kann beginnen.

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 21

Episode 21: Vom Kerker über Flotsam bis Iorveth

Neue Runde, Neues Glück. Dieses Mal bin ich fest entschlossen, mich bei Iorveth und den Scoia’tael einzuschleimen. Deshalb habe ich auch ein Savegame des Scoia’tael-Pfads aus dem ersten Witcher geladen. Vielleicht hilft es ja. Super ist jedenfalls schon mal Rabes Rüstung. Eine weitere Veränderung bezüglich der Version ohne Savegame ist, dass Foltests Tochter Striegen-Adda nun offiziell Radovids Frau ist und Foltest ihr Temerien nur nicht geben möchte, weil er der Meinung ist, dass Redanien reicht. Ansonsten lief alles wie beim ersten Mal, nur dass ich kein einziges Mal im Kampf gestorben bin. Anscheinend bin ich tatsächlich lernfähig. Aryan La Valette musste allerdings nun im Zweikampf dran glauben – Noch mal fackelt der mir das Schloss nicht ab. Außerdem habe ich herausgefunden, warum Roche anscheinend keine Angst hat, mit einem ungefesselten potentiellen Schwerverbrecher in einem Raum zu sitzen. Als ich mich bei der Gesprächsauswahl verklickt hatte und ihm eine reingehauen habe, wurde ich innerhalb weniger Sekunden von Ves mit einer Armbrust erschossen. Hm. Dieses Spiel lässt einem wirklich mal nicht alles durchgehen. Und was mich gerade ärgert – Irgendwie habe ich es dieses Mal nicht geschafft, meine zusätzlichen 50 Gewichtseinheiten Tragekraft zu bekommen obwohl ich eigentlich nichts groß anders gemacht habe als vorher. Was hieß, dass ich längst nicht so viel Zeug klauen konnte. Mist.

Zur Abwechslung bin ich dieses Mal perfekt aus dem Gefängnis geschlichen und habe unterwegs noch einen Geheimgang gefunden, den ich letztes Mal übersehen hatte, und konnte somit die Baronin La Valette aus dem Folterkeller befreien. Leider war die tolle Spitzhacke dieses Mal nicht da, dafür habe ich eine Partisane gefunden, die auch nicht schlecht ist. Die Baronin bekam ein Schutzangebot vom Nilfgaarder Fitz-Oesterlen, das sie nicht ablehnen konnte. Sie hat mich auch nicht für die Ewigkeit dafür verdammt, dass ich ihren Sohn auf dem Gewissen habe – immerhin war es ein ehrenhafter Zweikampf. Und Fitz-Oesterlen war sogar so freundlich, für mich die Wachen abzulenken, sodass ich von dort an unbehelligt aus dem Kerker spazieren konnte. Roche hat mich für meine Schleicherei übrigens gelobt und meinte nur, seine Truppe hätte schon gewettet, dass ich da drin ein Riesenmassaker anrichten würde. Tja, wenn ich will, kann ich auch arbeiten, ohne dauernd jemanden umzubringen.

Die Ankunft in Flotsam verlief wie gehabt, Iorveth und seine Elfen waren genau so missgünstig wie beim letzten Mal. Also habe ich wohl doch keinen Schleimbonus dafür, dass ich Iorveths Kollegen Yaevinn im ersten Spiel geholfen habe. Immerhin musste ich mich nicht mehr so sehr aufs Kämpfen konzentrieren, sodass ich das große Zickenduell zwischen Triss und Roche in voller Pracht genießen konnte. Übrigens, er hält sie sittsam an den Beinen fest – Dafür hat sie die Hand an seinem Hintern… Triss, schäm dich! Aber na ja, wenn ich daran denke, dass ich letztes Mal mit Ves geschlafen habe, hast du alles Recht zu genießen, mal zur Abwechslung von einem anderen leckeren Kerl davongetragen zu werden. Offene Beziehung, oder so.

Dann verlief wieder alles wie beim letzten Mal, bis Vernon und ich Loredo besuchten. Beim Durchschleichen des Hinterhofs fiel mir im Gegensatz zum letzten Mal auf, dass ich in einige Fenster hineinlinsen konnte und so entdeckte ich die Drogenküche von Loredos Mutter. Dieses Mal erklärte ich Loredo bei der Audienz, dass die Jagd auf Iorveth seine Cervisia wäre und er mich mal kann. Nun ist er sauer auf mich, aber irgendwo muss man ja mit dem Einschleimen bei den missgünstigen Elfen anfangen.

Aber die Elfen machen es mir wirklich absolut nicht leicht, irgendwelche Sympathie für sie zu empfinden. Als ich Malena nicht an die Wachen verpfiff, sondern ihnen vorlog, dass ihre Kameraden von Monstern gefressen wurden, lud sie mich zu einem Treffen im Wald ein. Doch anstatt des erwarteten Schäferstündchens erklärte sie, dass ich zu viel wüsste und deshalb nicht am Leben bleiben dürfte. Dieses missgünstige Miststück! Gemütlich schlenderte sie davon und ließ mich mit einer ganzen Horde ebenso missgünstiger Elfenkrieger zurück, die mir ans Leder wollten. Der Kampf war extrem schwierig und ich habe ihn nur mit Hilfe einiger schnell in einem Versteck gebastelter Handgranaten geschafft. Warts nur ab, wenn ich dich in die Finger kriege, Malena… Ach verdammt, und für solche hinterhältigen Geschöpfe soll ich Vernon wirklich hängen lassen?

Mehrere Spielsessions später fand ich Malena schließlich gut versteckt in den Ruinen des Irrenhauses. Ich biss die Zähne zusammen und ließ sie gegen alle meine Überzeugungen laufen. Wenn Iorveth mich jetzt nicht mag, weiß ich auch nicht mehr weiter.

Dann kam ich wieder zum Kayran, legte den Schreibblock zum Zählen der Anläufe bereit und stellte mich schon auf langes Gekämpfe ein. Ich kann mir so richtig vorstellen, dass meine lieben NSC-Freunde in der Taverne schon Wetten abgeschlossen hatten, wie viele Versuche ich wohl brauche.

Rittersporn: Nun ja, ich kenne Geralt. Manchmal ist er ein ziemlicher Trottel. Er braucht mindestens fünfzehn Anläufe.

Roche: Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Geralt im letzen Durchgang den verdammten Drachen im ersten Anlauf erledigt hat. Ich sage fünf.

Triss: Hm. Sile ist zwar bei ihm, aber ich traue diesem Miststück nicht. Bestimmt lässt sie ihn die eigentliche Arbeit allein machen. Deshalb glaube ich, dass er zehn Versuche braucht.

Zoltan: Ach, Geralt ist schon ein echter Kerl. In drei Versuchen müsste er es schaffen!

Ich habe genau einen einzigen Anlauf gebraucht. Hach, ich bin gut!

Anschließend hatte ich vor, mit Triss durchzubrennen und alles hinter mir zu lassen, aber als ich das Roche erzählte, machte der mich mit ziemlich obszöner Wortwahl zur Sau. Tut mir Leid, Vernon, aber ich versuche wirklich alles, was mir das Anbandeln mit Iorveth leichter macht, auch wenn es heißt, dass ich dich ärgern muss wo ich nur kann.

Dann kam ich auch wieder zur Letho-Szene, in der ich dieses Mal entgegen aller Vernunft Iorveth sein Schwert gab. Roche und er stürzten gleich waffenschwingend aufeinander los und ich landete wieder mit Letho im Bad. Menno, ich hasse diesen Kampf. Hatte ich den Kayran noch im ersten Anlauf geschrubbt, brauchte ich nun fünf Versuche, bis ich mit ihm fertig war. Zwar weniger als im ersten Durchgang, aber trotzdem irgendwie unbefriedigend. Nach dem Kampf sammelte Iorveth mich ein und erklärte mir, dass Roche entkommen war, aber die missgünstigen Elfen einige der Angreifer erschlagen hätten. Und mit mir mitkommen um Triss zu retten wollte er auch nicht. Na meinetwegen, flöh dich aus, Iorveth. Dann laufe ich halt alleine nach Flotsam. Oben bei den Ruinen lagen diverse tote Menschen in blauen Uniformen herum. Verdammt. Nicht gut…

In Flotsam erwartete mich ein wütender Mob, der fleißig dabei war, sämtliche nichtmenschlichen Einwohner zu erschlagen. Ich prügelte den Wutbürgern eine Runde Verstand in die Hirne und fand Rittersporn schließlich in der Taverne, wo er versuchte, mit Worten ein Elfenpaar vor mehreren Angreifern zu schützen. Wie es aussah, hatte Vernon vor seinem Angriff auf die Scoia’tael einige von Loredos Schlägern als Verstärkung hinzugezogen, die von den durch Iorveths Mithilfe anscheinend mächtig motivierten missgünstigen Elfen ziemlich dezimiert wurden. Das Schwein Loredo nutzte das als Gelegenheit, durch Offiziere in Zivil einen wütenden Mob anzustacheln, der nun Nichtmenschen schlachtend durch die Straßen zog. Verdammt. Und wer ist schuld an der ganzen Misere? Geralt, beziehungsweise ich, weil ich ja unbedingt Iorveth das verdammte Schwert geben musste. Das war definitiv eine ganz blöde Idee.

Aber na gut, versuchen wir mal wieder vergeblich, Triss zu retten. Im Nachbarzimmer war nun Derae vom wütenden Mob getötet worden, dafür war Margot noch am Leben. Statt mit Detmold hatte Triss vor ihrer Entführung mit ihrer Kollegin Philippa Eilhart per Megaskop gesprochen, die zur Zeit in Vergen ist um sich in die Politik Aedirns einzumischen. Immerhin griffen mich, da ich nett zu Iorveth war, auf der Suche nach Cedric nun keine missgünstigen Elfen an.

Dann kam die endgültige Entscheidung. Roche war wegen der Sache mit Iorveths Schwert zu Recht ziemlich wütend auf mich, aber er war bereit, mir noch Mal eine Chance zu geben, ihm zu helfen. Nachdenklich verließ ich das Hauptquartier der Blauen Streifen. Leb wohl, Vernon Roche. Hoffentlich ist dir ein besseres Schicksal bestimmt als im letzten Durchgang. Ich werde dich, deinen Chaperon und deine Sammlung an denkwürdigen Sprüchen an meiner Seite vermissen. Es tut mir wirklich in der Seele weh, dich zu verraten, aber es muss sein, wenn ich nach Vergen zu Saskia will.

Also gut, ich erklärte mich bereit, mit Iorveth und seiner Truppe das Gefängnisschiff zu kapern. Seine Leute behandeln mich immer noch wie Luft, die arrogenten Pinsel. Ich vermisse die Blauen Streifen, die mich immer grüßen und fragen, wie es mir geht, jetzt schon. Der Enterplan sah einen Sturmangriff der ganzen Truppe vor, aber uns kam eine bessere Idee, die laut Iorveth ‚a piece of lembas‘ war. Ich führte Iorveth als meinen Gefangenen durch Flotsam, während die Bürger mir zujubelten. Im Gespräch während dieser Aktion merkte ich mal wieder, was Iorveth für ein verbohrter, von Hass zerfressener Fanatiker ist. Als wir auf dem Weg zum Hafen einen Kontrollposten passierten, hätte ich den fragenden Wächtern insgeheim nur gern erlaubt, Iorveth noch mal eine zu verpassen, aber ich wollte ja nett zu dem ganzen missgünstigen Kroppzeug sein. Also blieb Iorveths Gesicht von weiteren Verletzungen verschont und wir spazierten unbehelligt auf die Gefangenenbarke, wo wir die völlig überraschten Wachen niederschlugen und schließlich den Rest der Elfen an Bord nahmen. Gerade als wir ablegen wollten, führte Loredo im obersten Fenster des Zollturms eine gefesselte Elfenfrau vor, schubste sie zurück in den Raum, warf eine Fackel auf das Dach und rannte davon. Iorveth erklärte nur kalt, dass Elfenfrauen zu sterben wüssten. Die Frau, die Loredo vorgeführt hatte, wirkte nicht, als ob sie die Sache so sah. Meine Güte, bei dem Spitzohr ist wirklich nicht nur eine Schraube locker! Ich hechtete von Bord um die Damen zu retten. Zwar hätte ich auch Loredo schnappen können, aber eine Gruppe wehrloser Gefangener einfach lebendig zu verbrennen geht mal gar nicht. Ich erschlug die Wachen unten am Turm, hetzte die Treppen hinauf, befreite die Elfinnen und sprang mit ihnen heroisch aus dem Fenster in den Fluss. Immerhin war Iorveth nun doch dankbar für die Aktion und bemerkte, dass Loredo eh nur eine kleine Wurst wäre, die keinen Schaden mehr anrichten kann. Hm, da bin ich mir irgendwie nicht so sicher…

Dann kam wieder die komische traumartige Szene die eigentlich nicht wirklich Sinn ergibt, nur dass ich dieses Mal Iorveth war und kaum dass ich mich orientiert hatte, auch schon drei schnelle Hiebe von Roches Zweihänder um die Ohren bekam. Ich habe Vernon den Kampf gewinnen lassen, da ich wissen wollte, was passiert. Nun, er wollte Iorveth den Kopf abhacken, wie es sich für einen Krieger gehört. Iorveth wurde geradezu sentimental und schien froh zu sein, dass es Roche persönlich war, der ihn töten würde, und kein verirrter Armbrustbolzen oder die Grippe. Allerdings kam Vernon nicht dazu, sich Iorveths Kopf zu holen, weil dessen Truppe im Anmarsch war.

Und so schipperte ich dieses Mal mit einem gekaperten Schiff voller missgünstiger Elfen in Richtung Ober-Aedirn. Rittersporn und Zoltan hatten es auch wieder irgendwie mit an Bord geschafft. Auch wenn mir Iorveth immer noch nicht so wirklich sympathisch ist – Vergen, ich komme!

Gestatten: Lace-Monster

Hier ist es nun endlich in voller Pracht auf dem Teppich meines Zimmers im DESY-Gästehaus: Das Lace-Monster.

Lacemonster

Ich stricke seit August letzten Jahres immer mal wieder daran herum und es ist definitiv eines jener Projekte, die mehr fürs Herz als fürs Hirn sind. Und wie es zum Lace-Monster kam, ist auch ein lange Geschichte.

Im Lacestrick-Thread im grünen Forum meines Vertrauens stieß ich auf das Buch ‚Victorian Lace today‘ von Jane Sowerby. Diese Dame hatte historische Strickanleitungen des 19. Jahrhunderts in heutige Strickschriften übersetzt und als Buch herausgebracht – für eine innere Steampunkerin und Strickliesel wie mich ein gefundenes Fressen. Und so musste ich das Buch auch unbedingt haben. Amazon erklärte mir, dass das Buch leider vergriffen sei, also probierte ich es über booklooker, wo es mir mit einer Versandzeit von 4 Wochen versprochen wurde. Ich wartete also brav von Februar bis Juni und nichts geschah, bis Ende Juni eine Mail eintrudelte, dass das Buch leider nicht bestellbar sei. Na gut, dann setzte ich die Buchhändlerin meines Vertrauens (zu finden unter http://www.buchhandlung-wortspiel.de ) auf das Buch an und keine zwei Wochen später konnte ich es abholen.

Mein absoluter Traum war ja das viktorianische Strickcape, aber bevor ich mich daran wagte, wollte ich erst einmal ausprobieren, ob ich mit dem Buch klar komme. Vor ein paar Jahren hatte ich einmal 500 g handgefärbte Sockenwolle von Zitron im Muster Thundra gekauft, die ich teilweise zu einem Pullover verarbeitet hatte, der mir dann doch nicht wirklich gefiel. Also bot es sich geradezu an, ein Sampler-Tuch mit vielen verschiedenen Mustern daraus zu stricken. Auch wenn aufgrund der Handfärbung die Farbverteilung bei jedem Knäuel anders ist – egal!

Und so begann der lange Weg des Lace-Monsters. Der Name ist definitiv angemessen, denn das Ding wird wirklich riesig.  Mittlerweile bin ich schon weiter als auf den Foto und habe etwa drei Viertel des Innenteils geschafft.

Und es gibt auch noch Neues von der Witcher-Front: Ich habe zwecks der Beschreitung des Iorveth-Pfads wieder von vorn angefangen und versuche krampfhaft, mich irgendwie bei den missgünstigen Elfen einzuschleimen. Eine neue Let’s Play-Folge gibt es, sobald ich in dieser Hinsicht erfolgreich war.

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