Zum Anker und Oktopus

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Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 21

Episode 21: Vom Kerker über Flotsam bis Iorveth

Neue Runde, Neues Glück. Dieses Mal bin ich fest entschlossen, mich bei Iorveth und den Scoia’tael einzuschleimen. Deshalb habe ich auch ein Savegame des Scoia’tael-Pfads aus dem ersten Witcher geladen. Vielleicht hilft es ja. Super ist jedenfalls schon mal Rabes Rüstung. Eine weitere Veränderung bezüglich der Version ohne Savegame ist, dass Foltests Tochter Striegen-Adda nun offiziell Radovids Frau ist und Foltest ihr Temerien nur nicht geben möchte, weil er der Meinung ist, dass Redanien reicht. Ansonsten lief alles wie beim ersten Mal, nur dass ich kein einziges Mal im Kampf gestorben bin. Anscheinend bin ich tatsächlich lernfähig. Aryan La Valette musste allerdings nun im Zweikampf dran glauben – Noch mal fackelt der mir das Schloss nicht ab. Außerdem habe ich herausgefunden, warum Roche anscheinend keine Angst hat, mit einem ungefesselten potentiellen Schwerverbrecher in einem Raum zu sitzen. Als ich mich bei der Gesprächsauswahl verklickt hatte und ihm eine reingehauen habe, wurde ich innerhalb weniger Sekunden von Ves mit einer Armbrust erschossen. Hm. Dieses Spiel lässt einem wirklich mal nicht alles durchgehen. Und was mich gerade ärgert – Irgendwie habe ich es dieses Mal nicht geschafft, meine zusätzlichen 50 Gewichtseinheiten Tragekraft zu bekommen obwohl ich eigentlich nichts groß anders gemacht habe als vorher. Was hieß, dass ich längst nicht so viel Zeug klauen konnte. Mist.

Zur Abwechslung bin ich dieses Mal perfekt aus dem Gefängnis geschlichen und habe unterwegs noch einen Geheimgang gefunden, den ich letztes Mal übersehen hatte, und konnte somit die Baronin La Valette aus dem Folterkeller befreien. Leider war die tolle Spitzhacke dieses Mal nicht da, dafür habe ich eine Partisane gefunden, die auch nicht schlecht ist. Die Baronin bekam ein Schutzangebot vom Nilfgaarder Fitz-Oesterlen, das sie nicht ablehnen konnte. Sie hat mich auch nicht für die Ewigkeit dafür verdammt, dass ich ihren Sohn auf dem Gewissen habe – immerhin war es ein ehrenhafter Zweikampf. Und Fitz-Oesterlen war sogar so freundlich, für mich die Wachen abzulenken, sodass ich von dort an unbehelligt aus dem Kerker spazieren konnte. Roche hat mich für meine Schleicherei übrigens gelobt und meinte nur, seine Truppe hätte schon gewettet, dass ich da drin ein Riesenmassaker anrichten würde. Tja, wenn ich will, kann ich auch arbeiten, ohne dauernd jemanden umzubringen.

Die Ankunft in Flotsam verlief wie gehabt, Iorveth und seine Elfen waren genau so missgünstig wie beim letzten Mal. Also habe ich wohl doch keinen Schleimbonus dafür, dass ich Iorveths Kollegen Yaevinn im ersten Spiel geholfen habe. Immerhin musste ich mich nicht mehr so sehr aufs Kämpfen konzentrieren, sodass ich das große Zickenduell zwischen Triss und Roche in voller Pracht genießen konnte. Übrigens, er hält sie sittsam an den Beinen fest – Dafür hat sie die Hand an seinem Hintern… Triss, schäm dich! Aber na ja, wenn ich daran denke, dass ich letztes Mal mit Ves geschlafen habe, hast du alles Recht zu genießen, mal zur Abwechslung von einem anderen leckeren Kerl davongetragen zu werden. Offene Beziehung, oder so.

Dann verlief wieder alles wie beim letzten Mal, bis Vernon und ich Loredo besuchten. Beim Durchschleichen des Hinterhofs fiel mir im Gegensatz zum letzten Mal auf, dass ich in einige Fenster hineinlinsen konnte und so entdeckte ich die Drogenküche von Loredos Mutter. Dieses Mal erklärte ich Loredo bei der Audienz, dass die Jagd auf Iorveth seine Cervisia wäre und er mich mal kann. Nun ist er sauer auf mich, aber irgendwo muss man ja mit dem Einschleimen bei den missgünstigen Elfen anfangen.

Aber die Elfen machen es mir wirklich absolut nicht leicht, irgendwelche Sympathie für sie zu empfinden. Als ich Malena nicht an die Wachen verpfiff, sondern ihnen vorlog, dass ihre Kameraden von Monstern gefressen wurden, lud sie mich zu einem Treffen im Wald ein. Doch anstatt des erwarteten Schäferstündchens erklärte sie, dass ich zu viel wüsste und deshalb nicht am Leben bleiben dürfte. Dieses missgünstige Miststück! Gemütlich schlenderte sie davon und ließ mich mit einer ganzen Horde ebenso missgünstiger Elfenkrieger zurück, die mir ans Leder wollten. Der Kampf war extrem schwierig und ich habe ihn nur mit Hilfe einiger schnell in einem Versteck gebastelter Handgranaten geschafft. Warts nur ab, wenn ich dich in die Finger kriege, Malena… Ach verdammt, und für solche hinterhältigen Geschöpfe soll ich Vernon wirklich hängen lassen?

Mehrere Spielsessions später fand ich Malena schließlich gut versteckt in den Ruinen des Irrenhauses. Ich biss die Zähne zusammen und ließ sie gegen alle meine Überzeugungen laufen. Wenn Iorveth mich jetzt nicht mag, weiß ich auch nicht mehr weiter.

Dann kam ich wieder zum Kayran, legte den Schreibblock zum Zählen der Anläufe bereit und stellte mich schon auf langes Gekämpfe ein. Ich kann mir so richtig vorstellen, dass meine lieben NSC-Freunde in der Taverne schon Wetten abgeschlossen hatten, wie viele Versuche ich wohl brauche.

Rittersporn: Nun ja, ich kenne Geralt. Manchmal ist er ein ziemlicher Trottel. Er braucht mindestens fünfzehn Anläufe.

Roche: Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Geralt im letzen Durchgang den verdammten Drachen im ersten Anlauf erledigt hat. Ich sage fünf.

Triss: Hm. Sile ist zwar bei ihm, aber ich traue diesem Miststück nicht. Bestimmt lässt sie ihn die eigentliche Arbeit allein machen. Deshalb glaube ich, dass er zehn Versuche braucht.

Zoltan: Ach, Geralt ist schon ein echter Kerl. In drei Versuchen müsste er es schaffen!

Ich habe genau einen einzigen Anlauf gebraucht. Hach, ich bin gut!

Anschließend hatte ich vor, mit Triss durchzubrennen und alles hinter mir zu lassen, aber als ich das Roche erzählte, machte der mich mit ziemlich obszöner Wortwahl zur Sau. Tut mir Leid, Vernon, aber ich versuche wirklich alles, was mir das Anbandeln mit Iorveth leichter macht, auch wenn es heißt, dass ich dich ärgern muss wo ich nur kann.

Dann kam ich auch wieder zur Letho-Szene, in der ich dieses Mal entgegen aller Vernunft Iorveth sein Schwert gab. Roche und er stürzten gleich waffenschwingend aufeinander los und ich landete wieder mit Letho im Bad. Menno, ich hasse diesen Kampf. Hatte ich den Kayran noch im ersten Anlauf geschrubbt, brauchte ich nun fünf Versuche, bis ich mit ihm fertig war. Zwar weniger als im ersten Durchgang, aber trotzdem irgendwie unbefriedigend. Nach dem Kampf sammelte Iorveth mich ein und erklärte mir, dass Roche entkommen war, aber die missgünstigen Elfen einige der Angreifer erschlagen hätten. Und mit mir mitkommen um Triss zu retten wollte er auch nicht. Na meinetwegen, flöh dich aus, Iorveth. Dann laufe ich halt alleine nach Flotsam. Oben bei den Ruinen lagen diverse tote Menschen in blauen Uniformen herum. Verdammt. Nicht gut…

In Flotsam erwartete mich ein wütender Mob, der fleißig dabei war, sämtliche nichtmenschlichen Einwohner zu erschlagen. Ich prügelte den Wutbürgern eine Runde Verstand in die Hirne und fand Rittersporn schließlich in der Taverne, wo er versuchte, mit Worten ein Elfenpaar vor mehreren Angreifern zu schützen. Wie es aussah, hatte Vernon vor seinem Angriff auf die Scoia’tael einige von Loredos Schlägern als Verstärkung hinzugezogen, die von den durch Iorveths Mithilfe anscheinend mächtig motivierten missgünstigen Elfen ziemlich dezimiert wurden. Das Schwein Loredo nutzte das als Gelegenheit, durch Offiziere in Zivil einen wütenden Mob anzustacheln, der nun Nichtmenschen schlachtend durch die Straßen zog. Verdammt. Und wer ist schuld an der ganzen Misere? Geralt, beziehungsweise ich, weil ich ja unbedingt Iorveth das verdammte Schwert geben musste. Das war definitiv eine ganz blöde Idee.

Aber na gut, versuchen wir mal wieder vergeblich, Triss zu retten. Im Nachbarzimmer war nun Derae vom wütenden Mob getötet worden, dafür war Margot noch am Leben. Statt mit Detmold hatte Triss vor ihrer Entführung mit ihrer Kollegin Philippa Eilhart per Megaskop gesprochen, die zur Zeit in Vergen ist um sich in die Politik Aedirns einzumischen. Immerhin griffen mich, da ich nett zu Iorveth war, auf der Suche nach Cedric nun keine missgünstigen Elfen an.

Dann kam die endgültige Entscheidung. Roche war wegen der Sache mit Iorveths Schwert zu Recht ziemlich wütend auf mich, aber er war bereit, mir noch Mal eine Chance zu geben, ihm zu helfen. Nachdenklich verließ ich das Hauptquartier der Blauen Streifen. Leb wohl, Vernon Roche. Hoffentlich ist dir ein besseres Schicksal bestimmt als im letzten Durchgang. Ich werde dich, deinen Chaperon und deine Sammlung an denkwürdigen Sprüchen an meiner Seite vermissen. Es tut mir wirklich in der Seele weh, dich zu verraten, aber es muss sein, wenn ich nach Vergen zu Saskia will.

Also gut, ich erklärte mich bereit, mit Iorveth und seiner Truppe das Gefängnisschiff zu kapern. Seine Leute behandeln mich immer noch wie Luft, die arrogenten Pinsel. Ich vermisse die Blauen Streifen, die mich immer grüßen und fragen, wie es mir geht, jetzt schon. Der Enterplan sah einen Sturmangriff der ganzen Truppe vor, aber uns kam eine bessere Idee, die laut Iorveth ‚a piece of lembas‘ war. Ich führte Iorveth als meinen Gefangenen durch Flotsam, während die Bürger mir zujubelten. Im Gespräch während dieser Aktion merkte ich mal wieder, was Iorveth für ein verbohrter, von Hass zerfressener Fanatiker ist. Als wir auf dem Weg zum Hafen einen Kontrollposten passierten, hätte ich den fragenden Wächtern insgeheim nur gern erlaubt, Iorveth noch mal eine zu verpassen, aber ich wollte ja nett zu dem ganzen missgünstigen Kroppzeug sein. Also blieb Iorveths Gesicht von weiteren Verletzungen verschont und wir spazierten unbehelligt auf die Gefangenenbarke, wo wir die völlig überraschten Wachen niederschlugen und schließlich den Rest der Elfen an Bord nahmen. Gerade als wir ablegen wollten, führte Loredo im obersten Fenster des Zollturms eine gefesselte Elfenfrau vor, schubste sie zurück in den Raum, warf eine Fackel auf das Dach und rannte davon. Iorveth erklärte nur kalt, dass Elfenfrauen zu sterben wüssten. Die Frau, die Loredo vorgeführt hatte, wirkte nicht, als ob sie die Sache so sah. Meine Güte, bei dem Spitzohr ist wirklich nicht nur eine Schraube locker! Ich hechtete von Bord um die Damen zu retten. Zwar hätte ich auch Loredo schnappen können, aber eine Gruppe wehrloser Gefangener einfach lebendig zu verbrennen geht mal gar nicht. Ich erschlug die Wachen unten am Turm, hetzte die Treppen hinauf, befreite die Elfinnen und sprang mit ihnen heroisch aus dem Fenster in den Fluss. Immerhin war Iorveth nun doch dankbar für die Aktion und bemerkte, dass Loredo eh nur eine kleine Wurst wäre, die keinen Schaden mehr anrichten kann. Hm, da bin ich mir irgendwie nicht so sicher…

Dann kam wieder die komische traumartige Szene die eigentlich nicht wirklich Sinn ergibt, nur dass ich dieses Mal Iorveth war und kaum dass ich mich orientiert hatte, auch schon drei schnelle Hiebe von Roches Zweihänder um die Ohren bekam. Ich habe Vernon den Kampf gewinnen lassen, da ich wissen wollte, was passiert. Nun, er wollte Iorveth den Kopf abhacken, wie es sich für einen Krieger gehört. Iorveth wurde geradezu sentimental und schien froh zu sein, dass es Roche persönlich war, der ihn töten würde, und kein verirrter Armbrustbolzen oder die Grippe. Allerdings kam Vernon nicht dazu, sich Iorveths Kopf zu holen, weil dessen Truppe im Anmarsch war.

Und so schipperte ich dieses Mal mit einem gekaperten Schiff voller missgünstiger Elfen in Richtung Ober-Aedirn. Rittersporn und Zoltan hatten es auch wieder irgendwie mit an Bord geschafft. Auch wenn mir Iorveth immer noch nicht so wirklich sympathisch ist – Vergen, ich komme!

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