Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 23

Nachdem Cecil Burdon noch eine kleine Anspreche gehalten hatte, fuhren Zoltan, Yarpen, Sheldon und ich in das Bergwerk ein. Ein schönes Detail war es, dass jeder Zwerg eine Grubenlampe bei sich hatte. Die wissen halt, wie es geht, und rennen nicht wie Vernon und ich planlos im Dunklen rum. Ich könnte zwar eine Katze trinken, aber die haben im Gegensatz zum ersten Witcher ziemlich an Sinnhaftigkeit verloren, weil die Wirkung gerade mal fünf reale Minuten anhält. Und zum dauernd Tränke nachwerfen habe ich auch keine Lust. Also entzündete ich einfach jede Feuerschale die ich finden konnte, dann ging es auch. Außerdem wusste ich so, wo wir schon mal gewesen waren.

Und so liefen meine Zwergenfreunde und ich durch die Mine, erschlugen fleißig Moderhäute und fanden nach und nach bei den Leichen verschiedener Zwerge die Aufzeichnungen des Minenvorstehers Balin. Anscheinend hatten sie wirklich zu tief gegraben und die dortige Version des Balrogs geweckt, wie alle Zwerge des Multiversums es offensichtlich tun. Interessanterweise war auch hier von Durins Fluch die Rede. Irgendwer hat wohl eindeutig zu viel Tolkien gelesen. Ich beseitigte das Moderhautproblem, indem ich Kartätschen in die Schlupflöcher der Moderhäute warf. Am Ende eines mit Fallen gesichterten Ganges fanden wir schließlich auch Balins Leiche. Der Zwerg hatte sich gegen die Ungeheuer dort verschanzt und war schließlich verdurstet. Auf der untersten Sohle stellte sich der Möchtegern-Balrog alias Gralle uns schließlich zum Kampf. Grallen erscheinen mir allerdings stark überbewertet – nach vier oder fünf starken Hieben mit meinem tollen neuen Silberschwert war das Viech schon hinüber. Guck mal, Gandalf, so geht das!

In der Lauer der Gralle wuchs auch das Kraut, das Philippa für Saskias Heiltrank brauchte, also schritt ich noch schnell zur Ernte. Mit Hilfe von Balins Schlüssel öffnete ich den Vorratsraum, zu dem er sich nicht mehr getraut hatte, und fand dort unter anderem ein tolles Stahlschwert. Letztendlich entpuppte sich Klein-Moria doch als ein anderer Ort als das Klein-Moria aus dem letzten Durchlauf. Nach dem Verlassen der Mine redete ich noch mit Sheldon, der mir seine Version von Geralts Ableben und einige Details der Schlacht von Brenna erzählte. Dann beschloss ich, zur Taverne zurückzukehren und mal wieder mein Inventar in die bodenlose Truhe zu leeren.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer linste ich noch in die anderen Schlafräume und fand nun auch heraus, wo Zoltan, Rittersporn und die anderen nächtigen. Um mir den Rest der Nacht im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren zu schlagen, erledigte ich wieder mal die ganzen Harpyien im Steinbruch und sammelte fleißig Federn für meinen Klienten dort. Dabei nahm ich auch gleich die Nester in Augenschein, die ich durch Fallen vernichten sollte. Sie sind nicht durch Klettern zu erreichen, sodass ich die Fallen nicht rein legen kann. Hm.

Am Morgen spazierte ich zu Cecil Burdon und holte mir die Belohnung für die leer geputzte Mine ab. Ich fragte ihn noch über die Schlacht von vor drei Jahren und Philippa aus und erfuhr, dass es in einem verfallenen Magierturm hinter der Stadt eine starke magische Quelle gebe. Super, genau das, was Philippa haben will. Also auf zum Turm!

Wenn ich schon gerade am Kastell vorbei lief, konnte ich auch gleich noch mal mit Stennis reden. Der Prinz von Aedirn gab mir aber wieder nur zu verstehen, dass ich mich gefälligst verziehen sollte. Hrmpf. Entweder frage ich Philippa, ob sie mir einen Schlaftrunk für ihn geben kann damit er es nicht merkt, dass ich ihn anzapfe, oder ich muss irgendwie durch den Nebel zu Henselts Camp und selbigen zur Ader lassen. Letzteres wäre sicher absolut nicht einfach, zumal die einzige Person, die mir bei den Kaedwenern helfen könnte, wegen meiner Nummer in Flotsam immer noch sauer auf mich ist. Ganz großes Damentennis, Geralt.

Na gut, vergessen wir Stennis und gehen den magischen Ort suchen, den Cecil Burdon erwähnt hatte. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich die Mordopfer in der Gruft untersuchen und das Banner des Grauen Fähnleins mitnehmen – Zumindest bei Letzterem weiß ich ja schon, wo ich es finde. Ich verließ Vergen durch den Hinterausgang und lief einer Gruppe missgünstiger Elfen mitsamt Quotenzwerg in die Arme, die sich das auf mich ausgesetzte Kopfgeld verdienen wollten. Die Mistkerle schlugen so schnell auf mich ein, dass sie mich schon halb totgeprügelt hatten bis ich mein Quen überhaupt anwerfen konnte. Aber ich entkam knapp und lockte sie einzeln von der Gruppe weg, bis sie alle hinüber waren. Kurz darauf versuchte eine Gruppe Kaedwener unterstützt von ein paar Harpyien ihr Glück, aber auch mit denen machte ich kurzen Prozess. Cecils Magiequelle entpuppte sich als der weiße Kristall im Harpyiennest des verfallenen Turms auf dem Hügel, den ich beim letzten Mal zwar einsammeln, aber nie sinnvoll verwenden konnte. Na ja, vielleicht kann Philippa ja damit was anfangen. Von oben sah ich außerdem, wie eine ganze Horde von Nekkern über ein paar weitere Kaedwener herfiel. Als ich wieder vom Hügel herunter gelaufen war, waren die Nekker aber leider weg.

Also machte ich mich auf den Weg zur Gruft, überlistete wie beim letzten Mal den Geist und erhielt das Banner. Anschließend durchsuchte und plünderte ich alle Gräber bis ich schließlich die Leiche des letzten Mordopfers fand. Alle Hinweise deuteten auf einen Succubus hin, bis auf ein kleines Metallstück, das im Arm der Leiche steckte. Da ich schon die Buchbestände und Questgegenständelager sämtlicher Händler aufgekauft hatte, konnte ich das Metallstück entfernen und als Beweis, wofür auch immer, mitnehmen. Als ich die Leiche umdrehte, entdeckte ich ein Buch mit Liebesgedichten von Rittersporn. Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden.

Mit reichlich Beute aus der Gruft beladen kehrte ich nach Vergen zurück und nachdem ich den Krempel verkauft hatte, nahm ich mir Rittersporn vor. Dieser war heidenfroh, seinen Gedichtband zurück zu bekommen, den ihm vor kurzem jemand geklaut hatte. Ich überredete ihn, sich als Köder für den Succubus zur Verfügung zu stellen. Zuerst war er nicht so überzeugt von der Idee, aber ich appellierte an seine chronische Notgeilheit bis er schließlich zustimmte. Ha! Endlich habe ich rausgefunden, wie Rittersporn endlich auch mal nützlich sein kann. Wären wir in einem Adventure, würde der Befehl vermutlich ‚Benutze Barde mit Succubus‘ lauten.

Um mir die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben besuchte ich den einsamen Troll, der über seinen Kochtopf gebeugt dastand und in seiner Suppe rührte. Ich lehnte eine Kostprobe dankend ab und begann, ihn nach Triss auszufragen. Ja, er hatte Triss gefunden und sie roch so gut, dass er immer an ihr schnüffeln musste. Seine Frau fand das nicht so toll und hat ihn sitzen lassen, und nachdem sie wieder halbwegs beisammen war, hat auch Triss die Flucht ergriffen. Jetzt ist er ganz allein und hat nur noch seine Suppe aus missgünstigem Elf mit Zwiebeln. Armer Kerl. Ich versprach ihm, seine Frau zu finden und mit ihr zu reden, wenn ich dafür Triss‘ Schal bekomme, den er behalten hatte. Also gut, spiele ich mal eine Runde Ehetherapeut für Trolle.

Ich machte mich auf eine Tour durch die Schluchten und graste auch gleich die Truhe im Wrack ab, die die ersten Komponenten für die ultimative Rüstung des ganzen Spiels enthielt. Dann folgte ich dem Weg, der sich letztes Mal für Roche und mich als eine einzige lange uninteressante Sackgasse erwiesen hatte, und fand die Trollin im Kampf gegen Adam Pangratt und seine Söldner. Ich schlug ein paar der Söldner und Pangratt gab schließlich auf und ließ die Trolldame in Ruhe. Er erzählte mir von Serrit, Auckes und dem Massaker an der Scoia’tael-Einheit, und dass Sile de Tansarville seine Leute und ihn ausgeschickt hätte um Letho und alle die bei ihm wären zu töten ohne vorher irgendwelche Fragen zu stellen. Ja, Sile, ich weiß ja schon, was du getan hast und was deine Pläne sind, du Miststück. Ich schlug Pangrat vor, sich Cecil Burdon zu ergeben, was er nach reiflicher Überlegung auch tun wollte. Die Trollin ließ sich nach einiger Überredungskunst dazu bewegen, zu ihrem Mann zurück zu kehren, der mir wie versprochen als Belohnung Triss‘ Schal gab. Hach, Troll und Trollin sind irgendwie knuffig mit ihrer scheibenweltigen Art zu reden, ihrem liebevollen Gezänk und ihrer Elfensuppe. Ich mag sie jedenfalls, auch wenn sie missgünstige Elfen in den Kochtopf wandern lassen. Vernon der alte Spitzohrenhasser würde es vermutlich als die einzige sinnvolle Verwendung für einen Elfen bezeichnen.

Nun, da der häusliche Frieden bei Familie Troll wieder hergestellt war, lief ich zum abgebrannten Dorf, wo Rittersporn schon auf mich wartete.

Ich wechselte wieder mal den Körper und wurde zu Rittersporn, während Geralt sich in der Nähe versteckte. ich zog meine Laute und begann, dem Succubus ein romantisches Ständchen zu bringen. Nach einigem Kampf mit der Auswahlmöglichkeit der Reime schien der Succubus zufrieden und öffnete die Falltür zu seinem unterirdischen Versteck.

Hm. Ich könnte Geralt holen. Aber was solls, wenn ich schon Rittersporn bin, will ich meinem Ruf als gnadenloser Weiberheld auch gerecht werden. Ich kletterte die Leiter hinab…

…und wurde wieder zu Geralt, der ziemlich erschrocken war, dass Rittersporn einfach so die Leiter hinunterkrabbelte. Schnell eilte ich hinterher um Schlimmeres zu verhindern und fand einen glücklich-verzückten Rittersporn sowie den Succubus vor. Die behufte Dame erklärte mir, dass sie ihren Liebhabern immer nur etwas Lebensenergie abzweige und an den Morden nicht schuld sei – sie wäre ja schön blöd, ihre Nahrungsquelle zu töten. Das klingt auf jeden Fall schon mal logisch. Allerdings hätte sich einer ihrer Liebhaber in sie verliebt und würde aus Eifersucht die anderen ermorden. Ele’yas, Iroveths Adjutant, sei der Übeltäter.

Nun gut. Ich erklärte dem Succubus, dass ich nachforschen würde, und stellte den Elfen zur Rede, der natürlich alles abstritt. Also gut. dann trage ich den Fall vor deinen kommandierenden Offizier, in diesem Fall Iorveth. Mal sehen, was der dazu sagt.

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