Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 26

Episode 26: Deus ex Roche

 

Manchmal platzt man im unpassendsten Moment in eine Szene und dieses war definitiv eine solche Situation. Ich überraschte Philippa Eilhart dabei, wie sie ihrer Assistentin Cynthia auf eindeutig erotische Weise den Hintern versohlte. Nun ja, wenn es euch beiden Spaß macht, aber ich muss hier ein dringendes Gespräch führen. Zum Glück war Philippa dann auch bereit, mit mir zu reden, und zeigte sich begeistert über den Drachentraum und die Zwergenimmortelle. Als ich sie auf Siles Tötungsanordnung ansprach, meinte sie allerdings, dass es wohl ein Missverständnis wäre. Warum glaube ich dir bloß nicht, Philippa? Immerhin hatte sie eine Spur von Triss gefunden – Meine Freundin befindet sich auf der anderen Seite des Nebels, wo ich wegen Henselts Blut sowieso noch hin muss. Gut, dann kann ich auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Philippa erklärte sich bereit, mich hinüber zu begleiten, und wollte an der zum Nebel führenden Schlucht auf mich warten. Gut, ich komme dann später, erstmal rede ich noch mit Cynthia. Und ich muss sagen, das Gespräch hat sich gelohnt. Cynthia entpuppte sich als die einzige Zauberin des ganzen Spiels, die offen mit mir über die Wilde Jagd reden wollte, und gab einige interessante Informationen über das Phänomen preis. Außerdem konnte man mit ihr genüsslich über diverse andere Zauberinnen lästern. Hach, so ein bisschen Weibertratsch hat schon was.

Philippa erwartete mich an der verabredeten Stelle, verwandelte sich in ihre Eulenform und ab ging es durch den Nebel in Richtung Henselts Camp. Unterwegs musste ich mich wieder mehrerer Drauguren und ihrer geisterhaften Begleiter erwehren. Der Trick besteht darin, die Geister zu erschlagen, dann verschwinden die Drauguren von alleine.

Nachdem wir es auf die andere Seite geschafft hatten, erklärte mir Philippa, dass sie auf mich warten würde, aber im Camp wäre ich auf mich allein gestellt. Na gut. Das wird eh interessant, zu Henselt zu kommen. Sein Zelt steht genau zwischen dem Hauptlager und dem Lager der Nilfgaarder Notfalls muss ich mich komplett durch eines der Lager durchhauen. Das große Schnetzeln, ahoi!

Nun stand ich also allein in den nächtlichen Schluchten um Henselts Camp und machte mich daran, die alten Pfade abzusuchen. Die Stelle an der mir auf dem Roche-Pfad die Kopfgeldjäger aufgelauert hatten, war mit Steinen blockiert, sodass ich dort vorläufig nicht weiter kam. Na gut, laufe ich halt zuerst in Richtung Camp. Dort lag nach einigen Schritten die Leiche eines Zivilisten auf dem Weg. Als ich ihn durchsuchte, fand ich eine kleine Figurine, die aussah wie Shilard Fitz-Oesterlen. Moment, das Ding kenne ich doch. Hatte ich die Figur nicht schon in Vergen in Philippa Eilharts Quartier gesehen? Höchst mysteriös, das Ganze…

Doch ich kam nicht dazu, lange darüber nachzudenken, denn eine altbekannte, barsche Stimme riss mich abrupt aus meinen Gedanken. Vor mir stand Vernon Roche in Begleitung mehrerer seiner Soldaten und hielt mir eine ziemliche Standpauke, weil ich ihn in Flotsam hatte hängen lassen. Meine Güte, ist der Mann stinkig auf mich, aber zu recht. Irgendwann hatte er sich ausgegrummelt und fragte mich, was ich hier eigentlich wollte. Ich hätte Vernon anlügen können oder ihm erklären können, dass das allein mein Problem wäre, aber ich finde, er hat zumindest die Wahrheit verdient. Durch die Figur ist klar, ich muss zu Fitz-Oesterlen und mit ihm auch mal ein Wörtchen reden. Roche war so freundlich und erklärte mir, wie ich zum Lager der Nilfgaarder kommen könnte. Entweder ich schleiche mich durch das Kaedwener Lager oder benutze einen Tunnel, der von unter dem Bordell zum flussseitigen Ausgang des Nilfgaarder Domizils führt. Ah ja. Whistling Wendy und die Pforten zum Paradies beziehungsweise Verschwörertreff, ich verstehe schon. Damit hast du dich aus Spielersicht gerade selbst verraten, Vernon. Aber der Weg ist klar, ich nehme den Tunnel. Warum durchs Lager schleichen, wenn ich auch die Höhle der unendlichen Beute ausplündern kann?

Zusammen mit den Blauen Streifen lief ich in Richtung Lager. Als ich versuchte, noch mal mit Roche zu reden, schnauzte der mich nur an, dass er mir nichts mehr zu sagen hätte und ich ihn in Ruhe lassen sollte. Da hegt jemand einen Groll, dass kann ich sagen. Zur Strafe habe ich ihn die angreifenden Moderhäute auch allein bekämpfen lassen und gemütlich zugeschaut. Das hat er nun davon, pah!

Im Lager angekommen, versuchte ich mit Ves zu reden, doch mehr als ein ‚Hallo Geralt‘ hatte auch sie nicht für mich übrig. Hm, dann habe ich es mir mit den Blauen Streifen wohl doch endgültig versaut. Tja, da kann man nichts machen, also habe ich erstmal noch alle Monster in den umliegenden Schluchten erschlagen, mir das Uddu-Zi-Nanna-Kampa-Kauderwelsch-Manuskript aus dem Keller unter der Hütte geholt und eine Runde mit dem verrückten Sabrina Glevissig-Priester geplaudert.

Nachdem rund um Henselts Camp kein Monster mehr lebte, bestach ich die Puffmutter und stieg hinab in den Raum in dem ich damals Vinson Traut erledigt hatte. Eine Tür am anderen Ende ließ sich nun problemlos öffnen und ich gelangte in ein Hinterzimmer mit einem Loch im Boden. Dort sprang ich hinunter und landete in der Höhle, wo ich mich auf die Gralle, den Golem, die Moderhäute und die Beute stürzte. Gut, dass ich in Vergen noch kurz vor der Abreise mein Inventar in die Truhe geleert hatte. Beim Golem fand ich auch wieder die ziemlich gute Rüstung von Ban Ard, aber meine aufgewertete Succubus-Rüstung ist genauso gut und außerdem viel hübscher. Ja, sowas ist mir wichtig. Frau will ja auch was fürs Auge haben. Überhaupt bin ich dieses Mal mit wesentlich weniger Rüstungen ausgekommen – Rabes Rüstung aus dem ersten Spiel ist so gut, dass ich sie den ganzen ersten Akt über behalten habe. Und nun weiß ich ja auch, dass es sich nicht lohnt, die Draug-Rüstung bauen zu lassen, weil man sich mit dem Schlüssel aus der Wrackquest auch die Wran-Rüstung unter den Nagel reißen kann, die nun wirklich die beste Rüstung im Spiel ist. Und schick noch dazu. Ja, Frauen. Aber wenn die männlichen Spieler schon ständig in die Ausschnitte von Saskia und Ves linsen können, will ich als weiblicher Spieler auch einen schicken Geralt. Obwohl, ich könnte ihn auch in Unterhosen herumlaufen lassen und den Anblick seines kampfgestählten Körpers genießen, nur um ausgleichenden Gerechtigkeit walten zu lassen. Nur ist das dem Rüstungsschutz leider nicht förderlich. Also doch lieber ein angezogener Geralt. Aber lassen wir das, zurück zum Plot.

Mitten im Abgrasen der Höhle stellte ich fest, dass ich auch auf dem Schleichweg durch das Camp zur Höhle gekommen wäre. Hm, blöd, für die Schleichtour hätte ich vielleicht noch ein paar Erfahrungspunkte mehr bekommen. Aber nächstes Mal bin ich schlauer.

Vor dem Hintereingang des Lagers der Nilfgaarder stand eine Wache, die verlangte, dass ich meine Waffen ablege. Entspann dich, Junge, ich will doch nur mit eurem Chef reden! Leider ließen sich die Nilfgaarder nicht erweichen und ich wurde unbewaffnet und gefesselt zu Shilard Fitz-Oesterlen geführt. Dieser richtete mir Grüße des Kaisers aus und befahl meine Durchsuchung, wobei die Figur gefunden wurde. Sadistisch grinsend zerschlug Shilard die Statuette und entnahm ihr die geschrumpfte, versteinerte Triss. Dieser verdammte Mistkerl! Er behauptete, dass es ihm fürchterlich leid täte, aber ich müsste nun leider sterben, er wäre dann mal weg. Sprach es, schnappte sich Triss und machte sich von dannen, während ich nur hilflos zusehen konnte.

Immer noch gefesselt wurde ich von Shilards Magier vor das Zelt geführt. Ein Soldat folgte ihm mit meinem Schwert, während einige andere Soldaten Wache hielten. Ich wurde auf die Knie gestoßen und mein Kopf auf einen Richtblock gelegt. Mistmistmist! Wie komme ich da wieder raus? Habe ich bei Shilard irgendwo die falsche Gesprächsoption gewählt? Oder hätte ich schon gleich zu Anfang beim Wachtposten die andere Antwortmöglichkeit nehmen sollen? Der Soldat betrachtete mein Schwert nachdenklich und setzte dann zum Hieb an, der meinen Kopf vom Körper trennen sollte…

Doch er kam nie dazu, den tödlichen Schlag auszuführen. Ein Armbrustbolzen traf ihn in die Brust und er brach tot zusammen. Ich sah Ves, die beste Schützin der Blauen Streifen, die ihre Waffe nachlud, während Vernon Roche neben ihr einen weiteren Nilfgaarder erschlug. Vernon lief zu mir, schnitt meine Fesseln durch und meinte nur trocken, dass er sich schon gedacht hätte, dass ich Hilfe brauchten könnte.

Wow. Das war episch. Womit habe ich das verdient? Roche, du bist und bleibst mein absoluter Held dieses Spiels, egal auf welcher Seite ich spiele! Ich hob mein Schwert auf und zu dritt stürzten wir uns in den Kampf gegen die Nilfgaarder und ihren Magier. Wir haben ihnen ordentlich Saures gegeben und Vernon wurde von einem plötzlichen Anfall von Erinnerung an die legendäre Schlacht von Brenna gepackt – Endlich mal wieder Nilfgaarder töten!

Nach dem Kampf durchsuchte ich das Lager und fand ein Buch über die Wilde Jagd und einen Brief, in dem Fitz-Oesterlen seinen Magier dem Kaiser empfahl – Tja, den haben wir wohl gerade umgehauen.

Leider war Fitz-Oesterlen im allgemeinen Tumult mit Triss entkommen, aber Roche wusste, dass er nach Loc Muinne wollte und erzählte mir von dem geplanten Gipfeltreffen dort. Nun, dann weiß ich ja, wo ich hin muss. Dann blieb nur noch die Frage des königlichen Blutes. Ich wusste, dass sich Henselts Zelt gleich hinter dem Lager der Nilfgaarder befand, aber es war voller Wachen. Also schilderte ich Roche das Problem mit Saskia, der Vergiftung und dem Blut, und bat ihn inständig, mir nochmal zu helfen. Er grummelte herum, dass ein Bauernmädel wie Saskia das Risiko nicht wert sei. Tja, Vernon, da habe ich dich mit deinen eigenen Waffen geschlagen, indem ich dir unter die Nase gerieben habe, dass du auch nur gewöhnlich wie Dreck bist. Nach einigem weiterem Grummeln willigte er ein, mir beim Anzapfen von Henselt zu helfen, auch wenn er selbst nicht wusste, warum er das eigentlich tat. Ich erklärte ihm, dass ich ihm was schulden würde, woraufhin er nur meinte, dass das nicht mal mehr witzig wäre. Ich sollte mich gefälligst an unsere Abmachung halten und Letho schnappen. Hach, die Dialoge mit Roche sind immer ein ganz besonderes Sahnehäubchen dieses Spiels – Der Mann hat einfach für jede Gelegenheit den passenden Spruch parat.

Also machten wir uns daran, mich in Henselts Zelt zu schmuggeln. Roche spazierte auf die Wachen zu und machte ein riesiges Theater darum, dass die Nilfgaarder ihn und seine Leute angegriffen hätten, während ich mich hinter einigem Gerümpel versteckte. Bis auf die Wachen vor Henselts Zelt folgten ihm die Kaedwener brav. Ich pirschte mich hintenrum hinter das Zelt des Königs und warf mit dem Aard-Zeichen einen Fässerstapel um. Als die Wachen kamen um nachzusehen schlich ich auf der anderen Seite um das Zelt herum, pirschte mich von hinten an Henselt heran und hielt ihm mein Schwert an die Kehle.

Nach einigen Drohungen und Versprechungen meinerseits erklärte sich der König von Kaedwen bereit, mir etwas von seinem Blut zu überlassen, wenn ich als Gegenleistung die Geisterschlacht beseitige, damit er Vergen angreifen kann. Wir wurden uns handelseinig und ich bekam eine Phiole seines Blutes. Henselt erinnerte mich daran, mein Versprechen zu halten, und ließ mich von einem seiner Soldaten aus dem Lager eskortieren.

Ich traf mich am Rand des Nebels mit Philippa und zusammen kehrten wir einige tote Draugs und Geister später zurück nach Vergen. Lebewohl, Vernon Roche. Ich weiß, ganz tief in deinem Inneren bist du ein echt anständiger Kerl. Ich wäre gerne bei dir drüben geblieben, aber nun gilt es, Saskia zu retten und eine Schlacht zu gewinnen.

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