Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “Juni, 2013”

Der Mad Scientist zockt The Witcher 2: Episode 27

Episode 27: Von Drachen, Zwergen und Elfen

 

Wo war ich noch mal stehen geblieben? Richtig, wir wollten Saskia retten. Doch zuerst wartete auf Philippa eine unangenehme Überraschung: Ihre Assistentin Cynthia entpuppte sich als Agentin Nilfgaards, die Triss gefunden und in die Statue gesteckt hatte, und anschließend geflohen war. Miststück. Aber immerhin kam ich in den Genuss zu erleben, wie die große Philippa Eilhart an der Nase herumgeführt worden war. Glücklicherweise hatte Cynthia in der Eile ihrer Flucht Triss‘ Sachen nicht mitgenommen und wir konnten uns die Rose der Erinnerung nehmen. Iorveth hat sich übrigens immer noch nicht wieder blicken lassen.

Ich gab Philippa Henselts Blut und sie braute einen radioaktiv glühenden Trank zusammen. Unter den gebannten Augen der Burdons heilte sie sie Saskia indem sie ihr erst den Trank einflößte und ihr dann Pulp Fiction-mäßig eine Spritze mit weiterem Zeug ins Herz rammte. Damit hat auch der Iorveth-Pfad seine Dosis Tarantino abbekommen. Zum Schluss legte Philippa ein Blatt der Rose auf Saskias Mund und küsste sie zum großen Entzücken der anwesenden Zwerge.

Saskia kam wieder zu sich und wirkte erst ein wenig verwirrt, erholte sich aber schnell. Ich bekam von ihr das Schwert und somit hatte ich wieder mal alles zusammen um die Geisterschlacht aufzulösen.

In der Geisterschlacht scheint es egal zu sein, von welcher Seite man sie auflöst, es passiert genau das Gleiche. Wie den Kayran habe ich dieses Mal auch den Draug im ersten Anlauf geschlagen, allerdings hat es mich beim Rennen durch den Pfeilhagel von Barrikade zu Barrikade ein Mal dahin gerafft, weil ich nicht schnell genug in Deckung gegangen bin.

Schließlich wachte ich in Philippas Haus wieder auf und das gerade rechtzeitig – Henselts Armee war dank meiner Taten gerade dabei, auf Vergen vor zu rücken und Zoltan erwartete mich am Tor zur Vorstadt, wo er meine Hilfe brauchte. Ich sprang auf und lief los – mal sehen, ob Saskia und ihre Verbündeten es mit meiner Hilfe schaffen, die Stadt zu verteidigen. Teile der Stadt waren mit Barrikaden abgeriegelt und immer wieder schnappte ich unsichere Gespräche der Verteidiger auf. Macht euch keine Sorgen, ich bin schon unterwegs um Kaedwener zu erschlagen! Und da Henselt in diesem Hosenbein der Zeit immer noch verflucht ist, wird das Glück ihm hoffentlich nicht hold sein.

Ich traf Zoltan vor dem Haupttor, wo er gerade dabei war, die Verteidigung zu organisieren. Da hieß es auch schon, dass die Streitmacht der Kaedwener vorrückte und begonnen hatte, auf Leitern die Seitenwehr des Tors zu erklimmen. Aber die Zwerge hatten noch eine unangenehme Überraschung für die Angreifer – In großen Wannen neben dem Tor lagerten unzählige Liter siedendes Öl, das nur darauf wartete, ausgekippt zu werden. Na dann mal los. Ich war gerade die Treppe hinaufgeflitzt, wollte mein Schwert ziehen und mich in den Kampf stürzen, als ich feststellte, dass ich gar kein Schwert zum Ziehen hatte. Na super, irgendwer hat mir, nachdem ich vom Geister-Schlachtfeld geholt wurde, die Schwerter fürsorglich ins Inventar zurück gesteckt. Danke auch. Also kramte ich mitten im Schlachtgetümmel erstmal in meinem Inventar herum und sortierte Schwerter, Bomben und sonstiges waffenfähiges Material wieder in die entsprechenden Slots. Und dann konnte es endlich losgehen. Fresst Stahl, ihr Kaedwener Hunde! Nachdem das Tor von Gegnern frei geräumt war, kippte ich das Öl aus und es gab eine Menge frittierte Ritter in Rüstung. Der Angriff kam jedenfalls vorläufig zum Erliegen. Leider währte der Jubel nur kurz – Detmold trat auf den Plan. Um für eine angemessen düstere Atmosphäre zu sorgen, beschwor er eine Regenwolke und sprengte anschließend das Tor weg. Fluchtartig gaben wir Verteidiger die Vorstadt auf und zogen uns auf die innere Stadtmauer zurück. Wegen Detmold müssen wir wirklich dringend was unternehmen, sonst erobert der Vergen noch im Alleingang. Und Iorveth hat seine zerschlitzte Visage immer noch nicht wieder blicken lassen. Spitzohr, wir könnten dich und deine missgünstigen Elfen hier wirklich gerade dringend brauchen!

Über dem inneren Tor wartete Saskia auf uns und gemeinsam erwarteten wir die erste Angriffswelle, die auch nicht lange auf sich warten ließ. Ich prügelte mich wieder fleißig und schließlich war auch Ruhe. Doch dann wurde auch schon eine weitere Angriffswelle angekündigt. Ich warf mein Quen an, stellte mich direkt neben die Sturmleiter und wartete. Und wartete. Und wartete. Hallo Gegner! Wo bleibt ihr? Ich will doch eure Erfahrungspunkte! Nach einer Weile begann ich, soweit es wegen der Barrikaden ging, auf der Mauer hin- und herzusprinten. Immer noch keine neuen Gegner. Hm. Mich beschlich das Gefühl, dass ich da einen Bug im Spiel erwischt hatte. Also neu laden. Und siehe da, da kamen sie auch schon wieder, die Kaedwener. Schnetzelzeit!

Nachdem auch diese Angriffswelle zurückgeschlagen war, bekam Saskia die Nachricht, dass Angreifer in die Tunnel unter der Stadt eingedrungen waren und versuchten, uns in den Rücken zu fallen. Gemeinsam mit der Jungfrau von Aedirn ging ich mir die Sache mal ansehen. Irgendwer muss sich ja drum kümmern, wenn Roche und ich dieses Mal das Feld nicht von hinten aufrollen. In der großen Höhle trafen wir wie bereits bekannt auf Detmold und einen Haufen Söldner und stürzten uns in die Schlacht. Ich war gerade mitten im Metzeln, als das Spiel auf einmal zu einer Cutscene wechselte, in der ich von einem Feuerball von Detmold niedergestreckt wurde und nun hilflos am Boden lag. Was zum Geier? Ich hatte doch noch fast volle Lebensenergie! Und ein Quicktime-Event habe ich auch nicht verschwitzt! Und Vernon und ich hatten doch damals die ganze Bande inklusive beinahe Detmold auch lässig weggehauen! Hmpf. Ich will jetzt nicht sterben…

Doch gerade als ich getötet werden sollte, setzte sich ein gewaltiger magischer Prozess in Gang und auf einmal stand ebenjener Drache, der uns auf der Burg La Valette schon beinahe flambiert hatte, in der Höhle und grillte die restlichen Söldner einmal kräftig durch. Detmold ergriff via Teleport die Flucht. Hui, damit habe ich jetzt aber nicht gerechnet. Wo kam der denn auf einmal her? Und dann reifte die Erkenntnis. Saskia hat alle angelogen. Sie ist gar keine Drachentöterin, sondern der Drache selbst! Wow. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Sie ist die Tochter des Ritters Borch drei Dohlen, einem alten Freund Geralts aus den Büchern, dessen wahre Gestalt ein goldener Drache war. Nicht übel. Von ihrem Vater hatte sie gelernt, dass es sich immer lohnt, für das Gute zu streiten und so war sie auf die Idee gekommen, einen freien Staat zu erschaffen, in dem alle Spezies friedlich nebeneinander leben konnten. Die Legende von der Drachentöterin hatten Iorveth und sie zurecht gesponnen, um ihr Image aufzupolieren. Ich konnte es natürlich nicht lassen, sie zu fragen, warum sie Foltest, Roche und mich im Prolog unbedingt braten wollte, und sie sagte, Aryans Bestreben nach Freiheit hätte ihr gefallen. Na gut, Saskia, wenn du meinst.

Nach getaner Arbeit kehrten wir zurück zum inneren Stadttor, wo mittlerweile die Kacke am Dampfen und immer noch keine Spur von Iorveth zu sehen war. Saskia hielt eine flammende Rede zur Stärkung der Moral und wir machten uns bereit für den Endkampf. Auch Henselt und Detmold näherten sich. Doch dann tauchte Iorveth wie aus dem Nichts auf und mit ihm massenhaft elfische Bogenschützen. Hurra! Das war auch allerhöchste Zeit! Schießt sie zu Klump, die Bande! Was die Elfen dann auch taten.

Zusammen mit Zoltan lief ich zu Iorveth und zu dritt gelang es uns, die äußeren Stadttore zu schließen. Henselt und seine Leute saßen in der Falle, was sie schließlich auch einsahen und sich ergaben. Wow, nur weil ich dieses Mal mit Iorveth gegangen bin, hat die Schlacht einen ganz anderen Ausgang genommen. Was eine einzige Entscheidung doch für Auswirkungen haben kann…

Vor Philippas Haus versammelten sich die Behfehlshaber der beiden Armeen, inklusive Iorveth und mir. Saskia und Philippa diktierten Henselt die Bedingungen der Kapitulation: Er muss alle Ansprüche auf Ober-Aedirn aufgeben, Saskia als Königin des Pontartals anerkennen und Detmold rausrücken. Alles weitere soll in Loc Muinne besprochen werden. Detmold wurde vorgeführt und Saskia verurteilte ihn als Kriegsverbrecher zum Tode durch Köpfen, ein Urteil, das auch gleich vollstreckt wurde. Daraufhin erklärten Philippa und Saskia, dass sie sich nun nach Loc Muinne zu den Verhandlungen begeben wollten, und teleportierten sich fort.

Zurück blieb ein ziemlich verwirrter Iorveth, der erklärte, dass er Saskia so herrschsüchtig und grausam nicht kennen würde, und dass garantiert irgendwas faul an der Sache sei. Wir durchsuchten Philippas Quartier und fanden seinen Verdacht bestätigt – Philippa hatte mit Hilfe des Blattes der Rose der Erinnerung einen Kontrollzauber auf Saskia gelegt und wir waren ihr völlig ahnungslos auf den Leim gegangen. Jetzt tut Saskia nur noch, was Philippa will, und Philippa will Macht um jeden Preis und es ist ihr höchstwahrscheinlich egal, welche Ideale Saskia verfolgt. Liebe Madame Eilhart, nicht mit uns… Wir haben die Schlacht nicht gewonnen, damit du dich auf dem Thron niederlassen kannst!

Tja, das war nun Akt 2 auf dem Iorveth-Pfad und erstaunlicherweise sind am Ende fast alle glücklich. Die Vergener sind glücklich, weil sie ihre Heimat erfolgreich verteidigt haben, Iorveth ist glücklich, weil der Ort, in dem er in Frieden leben kann, noch existiert, Rittersporn ist glücklich, weil er nun als offizieller Barde der Revolution Ruhm und Ehre ernten kann, und vermutlich ist auch Roche zumindest ein klitzekleines bisschen glücklich, weil erstens Detmold tot ist und zweitens Henselt ordentlich eins auf den Deckel bekommen hat. Genau darauf hat er doch die ganze Zeit mit seiner Verschwörung hingearbeitet. Insgesamt gesehen also ein wesentlich positiveres Ende des zweiten Aktes als auf dem Roche-Pfad, wo nun wirklich alles den Bach herunter gegangen ist. Iorveth und seine missgünstigen Elfen sind zwar immer noch nicht so ganz mein Fall, aber ein freies Vergen ist auf jeden Fall sein eigenes Hosenbein der Zeit wert und die ganzen Zwergencharaktere waren einfach nur toll. Kann ich Iorveth für den Rest der Geschichte nicht einfach gegen Zoltan, Yarpen und Co eintauschen? Mit denen Loc Muinne zu versauen wäre sicherlich ein Spaß geworden. Aber zum Spaß bin ich ja leider nicht unterwegs. Also, Iorveth, pack deinen Kram und auf nach Loc Muinne! Wir schnappen uns Philippa und befreien Saskia!

Das Lace-Monster wurde erfolgreich erlegt…

… und Geralt von Riva hat nach heldenhaftem Kampf als Trophäe die Restwolle bekommen.

Mit anderen Worten: Das Lace-Monster ist fertig und macht sich gerade aufgespannt auf meinem Wohnzimmerfußboden breit. Insgesamt enthält es knapp fünf 100g-Knäule Sockenwolle, was eine insgesamt verstrickte Fadenlänge von über 2000 Metern ergibt, ist über 2 Meter lang und ich habe mit einigen Unterbrechungen 10 Monate daran gearbeitet.

LacemonsterVoll

Kleine Anekdote am Rande: Bei der letzten DESY-Messzeit in Hamburg hat mein Wollberg neben dem Steuerterminal schon für einige Blicke gesorgt, und am besten war die Frage eines mitfahrenden Studenten, ob ich einen Lastwagenwärmer stricken würde.

Mal sehen, welches Langzeitprojekt ich nun in Angriff nehme.

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