Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “Oktober, 2013”

In Farbe und blau

Ja, das Projekt Steampunk-Klischee-Korsett gibt es noch. Und hin und wieder arbeite ich auch mal daran weiter. So landeten kürzlich mehrere Spitzenborten, vier Meter Korsettschnur und eine Ladung Ripsband im taubenblauen Kochtopf-Farbbad. Ich habe mich nun endgültig dafür entschieden, leicht matschiges Blau als Kontrastfarbe zu verwenden, allein schon weil der braune Oberstoff feine blaue Nadelstreifen hat. Auch wenn das bedeutet, dass ich diverse Knöpfe wieder abtrennen muss um mehr Spitze dran zu tackern.

Steampunkkorsett1

Mittlerweile betrachte ich das Korsett eh weniger als Klamotte sondern als langfristiges Kunstprojekt. Denn wann kriege ich das Ding jemals wirklich angezogen, es sei denn, ich schaffe es irgendwann doch noch mal aufs WGT? Selbst auf dem einzigen örtlichen Gothic-Abend wäre man damit hoffnungslos overdressed und außerdem ist der dort größtenteils laufende Elektro auch nicht wirklich mein Fall.

Aber die Kombination aus Spitze und diversem anderem Zeugs wie Perlen, Metallornamenten und goldenen Unterlegscheiben gefällt mir auf jeden Fall schon mal sehr gut.

Akute Konsumgeilheit oder: Die Glamour Shöpping Card und ich

Ich habe es getan. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mir eine Glamour gekauft. Nicht, weil mich der Inhalt sonderlich interessiert hätte, sondern wegen der Shopping Card, mit der man vielerorts Rabatte bekommen konnte. Und wenn es sowieso mal wieder zum Messen nach Hamburg geht, kann man die 2,20 € auch mal investieren. Im Zug habe ich mir die Zeitschrift zu Gemüte geführt – Na ja. Mode und Kosmetik, die weit jenseits meiner Preisklasse liegen, merkwürdige Trends und Interviews mit Models, die ich nicht kenne, waren nun nicht das Nonplusultra einer erfüllten Lektüre, aber egal. Ich hatte die Shopping Card und eine äußerst liebe Finanzspende von der besten Oma der Welt mit dem Auftrag, mir etwas schönes zu kaufen. Har Har Har!!!!!

Und ja, es hat sich gelohnt – der Loot war reichlich. Ich weiß, auf Bloggersprech heißt es eigentlich Haul, aber ich bin halt akut rollenspielverdorben und da heißt es nun mal Loot.

HamburgBeute1

Seit gut zwei Jahren schleiche ich nun schon um den Kiko-Store im Elbe Einkaufszentrum herum, habe aber nie was gekauft. Irgendwie haben mich die perfekt geschminkten Verkäuferinnen immer abgeschreckt. Aber nun gab es 20% auf alles und da habe ich mal zugeschlagen. Nagelack und Lidschatten in – wie soll ich die Farbe anders beschreiben – Vernon Roche-Blau, dazu noch ein weiterer, ganz toll pigmentierter Lidschatten in Gelb und einen dunkelroten Lippenstift, bei dem ich erstmal fünf Minuten gerätselt habe, wie ich das Ding nun aus der Hülle befreit kriege. Und die Verkäuferin hat mich Make-Up-Dilettantin auch nicht verjagt, sondern mich sogar noch sehr nett beraten.

Den Intense Lip Balm von Manhattan habe ich auf diversen Make Up-Blogs gesehen und fand das Prinzip interessant. Mal ein echter Lippen-Stift. Und knallrot geht immer.

Ich finde ja, dass der Schmuck von H&M in den meisten Fällen ziemlich billig aussieht, aber manchmal finde ich doch etwas, wie dieses Mal das tolle Armband mit den Augen. Wer fühlt sich jetzt nicht beobachtet?

Noch mehr Modeschmuck gab es bei Six, wo ich zu meiner großen Freude eine Art Halloween-Kollektion entdeckte. Eine Fledermausbrosche! Und Kameen-Ohrringe mit Skelett-Dame! Da freut sich mein innerer Kindergrufti.

Zotter-Trinkschokoladenriegel. Omnomnomnom. Ohne weitere Worte.

Auf einem Herbstmarkt in der Innenstadt gab es eine Gewürzbude, wo ich endlich ein Tütchen Harissa gefunden habe. Scharf ist immer gut.

Netterweise galt die Shopping Card auch für die idee-Bastelläden – Für eine Frickelnase für mich ein Grund zu großer Freude. Mit den 20% habe ich mir endlich mal ein paar von den tollen Holzstempeln gegönnt, auf die ich schon lange scharf war. Windrose, Schlüssel, Taschenuhr und Piratenflagge – Steampunk Pirates Ahoi!

Ebenfalls aus dem Bastelladen gab es noch Glasfläschchen mit Korken für die stilvolle Aufbewahrung meiner gesammelten Asche vom Eyjafjallajökull.

Flohmärkte sind toll – Der, den ich besucht habe, hatte eine ganze Zigarrenkiste voller gestickter Original Wäscheetiketten von 1905 mit Monogrammen. Meinen Vor- und Nachnamen habe ich zwar trotz systematischer Durchsuchung der gesamten Kiste nicht gefunden, aber immerhin meine beiden Vornamen. Mal sehen, in welche selbst genähten Klamotten ich die guten Stücke einnähe.

Mit der Beauty Stories von p2 gibt es endlich mal wieder eine schöne Limited Edition in der Drogerie, und da ich gerade meinen Lidschattenbestand aufstocke, durfte die Magical Moment-Palette auch noch mit.

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Ich habe eine echte Schwäche für Ringelstrumpfhosen. Und nach langer, fruchtloser Suche bin ich nun endlich bei C&A fündig geworden. Und da ich schon mal dabei war, ist mir auch gleich noch eine Strumpfhose mit Burberry-Muster in die Tüte gehüpft.

Meine Winterstiefel haben sich Ende des letzten Winters halbwegs in ihre Bestandteile aufgelöst, deshalb musste dort auch Ersatz her. Es war gar nicht so einfach, welche zu finden, die außer der Passform auch noch folgende Kriterien erfüllten: a) schwarz, b) mit Schnürung, c) ohne komischen, ständig bei mir drückenden Reißverschluss an der Seite. Ich mag sie.

Ebenfalls vom Flohmarkt stammen die absolut genialen, knallroten Lederhandschuhe. Instant Diva-Gefühl!

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Zu guter Letzt habe ich vom Flohmarkt noch vier alte, verschnörkelte Metallbilderrahmen abgeschleppt, die bald im nächsten Schritt der Wandlung meiner Wohnung zur Steampunk-Entdeckerhöhle verbastelt werden sollen. Das teilweise sichtbare UFO im schwarzen Rahmen ist übrigens die Deckenlampe…

Ja, der Raubzug auf den Schwingen der Konsumgeilheit hat sich definitiv gelohnt. Und das hier habe ich eigentlich die meiste Zeit in Hamburg getrieben:

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DESY1

Wie man auf dem zweiten Bild unschwer erkennen kann, ist das nächste wollige Projekt schon in Arbeit.

Nur echt mit Glitzer

Ich bin so ein fürchterliches Mädchen und beherberge mittlerweile über 40 Nagellacke. Und ja, ich musste sie alle haben. Zumal man als bastelbegeisterter Mensch mit Nagellack noch so viele andere tolle Dinge anstellen kann, außer sich damit die Nägel zu lackieren.

Demnächst steht eine Runde Shadowrun an, und für Shadowrun braucht man W6. Viele, viele W6. Es ist nicht so, dass mein Würfelbeutel nicht für jede Rollenspiel-Eventualität gut gefüllt wäre, aber ich mag nun mal gern hübsche Würfel und ein Teil meiner W6 ist einfach ganz langweilig weiß mit schwarzen Zahlen. Um das zu ändern, kam dann wiederum der Nagellack ins Spiel, und jetzt sind meine vorher öden Würfel bunt und glitzern. Beim ersten Versuch wurden die nachträglich neu aufgetupften Zahlen noch etwas zu groß und fleckig, bis ich auf die Idee gekommen bin, statt mit dem Pinsel zu malen, einen Stecknadelkopf in den Lack zu tauchen und damit die Vertiefungen wieder aufzufüllen. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Sind sie nicht herrlich bunt, glitzerig und kitschig?

Nagellackwuerfel1

Der Bildhintergrund besteht übrigens aus einem meiner Meister-Schmierzettel alias Kampfprotokoll. Frei nach den Blogfotografie-Ratschlägen von Miss von Xtravaganz will ich mal versuchen, meine Sachen nicht immer nur ganz schnöde bei künstlichem Licht auf meiner Schreibtischplatte zu fotografieren.

Falls es wen interessiert, ich habe von links nach rechts folgende Lacke verwendet: 1. Ein halb eingetrocknetes Etwas von Rimmel, auf dem der Preis noch in D-Mark stand, 2. Nr. 884 von L’Oréal, 3. start wild! aus der p2 Lost in Glitter-Reihe, 4. Nr. 11 von Rival de Loop, 5. Metalico (Nr. 376) von L’Oréal. Die weißen Punkte habe ich mit ‚White on White‘ von Revlon gemacht.

Selbst produzierte Souvenirs zum zweiten

Tja, was soll ich groß um den heißen Brei herumschreiben – auch Isländer Nummer 2 ist nun fertig. Gestrickt wurde er ebenfalls nach der bewährten Anleitung von Ístex, dieses Mal mit Nadelstärke 5 und zusätzlichem Muster in den Ärmeln. Und ja, er enthält Rosa. Vielleicht freunden Rosa und ich uns nach der radikalen Trennung unserer Wege am Ende der kindlichen Barbie-Phase ja doch noch wieder ein wenig miteinander an.

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Was die dunkelgrüne Wolle betrifft, habe ich übrigens wahnsinniges Glück gehabt: Das hier ist der ganze Rest. Zwei oder drei Runden mehr, und ich wäre in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Islaender8

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