Zum Anker und Oktopus

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Archiv für den Monat “Dezember, 2013”

Dem Lace-Monster sein kleiner Bruder

Nein, ich habe den Genitiv nicht hinterrücks erschlagen und im Garten verbuddelt, der Titel bot sich einfach nur an. Weihnachten ist ja nun überstanden, das heißt, ich kann nun auch das Geschenk für meine Mutter zeigen. Es ist zwar fraglich, dass sie hier mitliest, aber sicher ist sicher. Jedenfalls war sie so begeistert vom Lace-Monster, dass ich ihr nun auch einen Lace-Schal in ihrer Wunschfarbe braun-meliert gestrickt habe. Damit war die Messplatz-Beschäftigungstherapie im Hasylab auch mal wieder gesichert.

KleinesLacemonster

Das Muster stammt mal wieder aus ‚Victorian Lace Today‘ und ich habe insgesamt zweieinhalb Knäule Sport- und Strumpfwolle von Wolle Rödel verarbeitet. Unter dem Schal trägt Iron Girl übrigens den bis jetzt fertigen Teil des Steampunkalypse-Projekts. Man sieht den Flecktarn schon schimmern.

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Merry Hogswatch!

Langsam wird die ganze Angelegenheit wirklich akut und deshalb muss ich auch mal was Weihnachtliches posten. Diesen Adventskalender habe ich für mein Patenkind gestickt und genäht und wie ich erfahren habe, wurde er mit großer Begeisterung aufgenommen. Ohne Füllung:

Adventskalender1

Ich weiß nicht, warum meine Kamera aus dem Stoff so ein verzogenes Karomuster macht. Es ist ganz normaler Zählstoff. Und einmal mit Füllung:

Adventskalender2

Meinen eigenen, den damals meine Tante für mich gemacht hat, lasse ich mir jedes Jahr wieder von meiner Mutter befüllen. Für manche Dinge ist man einfach nie zu alt.

Außerdem habe ich mal wieder festgestellt, dass Inspirationspartikel kleine mistige Biester sind, die immer genau dann zuschlagen, wenn man eigentlich anderes im Sinn hat. Vor ein paar Tagen strickte ich gemütlich am Weihnachtsgeschenk für meine Mutter vor mich hin, als besagte Partikel mich plötzlich hinterrücks überfielen. Eine Stunde später saß ich vor einem Haufen zugeschnittener Stückchen aus schwarzem Stoff und verschiedenen Flecktarn-Resten und wusste genau, dass ich die nächste Festivalsaison steampunkalyptisch stilvoll angezogen verbringen werde. Was genau es wird, verrate ich noch nicht, aber ich muss beim Heimaturlaub über Weihnachten beim Menschenverachtende-Untergrundmusik-Dealer meines Vertrauens unbedingt noch ein paar Bandpatches hamstern. Machine Gun-Eddie und ein schlichtes Turisas-Logo stehen ganz oben auf der Shoppingliste. Nur beim Amon Amarth-Patch muss ich wohl selber ran, da es den in der Form, wie ich ihn haben will, nicht zu kaufen gibt.

Köpfe werden rollen

Folgendes Szenario: Eine mit parkenden Autos gesäumte Straße in einer Stadt in den USA. Am Horizont dämmert der Morgen. Ein geköpfter Soldat im roten Uniformrock aus dem 18. Jahrhundert reitet auf einem weißen Schimmel bereits erwähnte Straße entlang und schwenkt dabei ein Maschinengewehr…

Heißt das, dass der neue Harry Dresden endlich erschienen ist? Leider nein, aber dafür habe ich etwas entdeckt, das die Wartezeit auf den nächsten Dresden wunderbar überbrückt. Die Serie heißt Sleepy Hollow und basiert auf der gleichen Geschichte von Washington Irving wie der gleichnamige schaurig-schöne Tim Burton-Film mit Johnny Depp.

Auch Sleepy Hollow ist mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen und eine ganz gewöhnliche amerikanische Kleinstadt. Und ausgerechnet dort wollen die Mächte des Bösen die Apokalypse heraufbeschwören und rufen dazu niemand anderen als Tod höchstpersönlich herbei. Leider verlor Tod im Jahre 1781 bei einem für beide im Grab endenden Zusammenstoß mit dem Geheimagenten Ichabod Crane seinen Kopf, und ohne Kopf ist das mit dem Ende der Welt nun mal nicht so der Bringer. Also muss der Schädel, der anscheinend ähnliche Eigenschaften wie Saurons Einer Ring hat, wieder her. Und da man als Fußgänger der Apokalypse nicht so viel Eindruck schindet, wird erstmal ein Pferd geklaut, was eine Polizeistreife anlockt, und Polizistin Abbie Mills muss mit ansehen, wie ihr Partner, begleitet von unheilsschwangeren Blitzen und dramatischem Posing auf dem Pferderücken, zum ersten von vielen geköpften Opfern der Serie wird.

Kurz nachdem Abbie ihre Kollegen alarmiert, greift eine Streife einen sichtlich verwirrten Mann in abgeranzter Rokoko-Garderobe auf und sperrt ihn vorsorglich in eine Zelle. Im Verhör behauptet er, der verstorbene Ichabod Crane zu sein und für George Washington als Spion gearbeitet zu haben, woraufhin er geradewegs in die Irrenanstalt überführt werden soll. Abbie drängt sich darum, diese Fahrt zu übernehmen, da der seltsame Mann mit dem geschliffenen britischen Akzent, dem die moderne Welt tatsächlich fremd zu sein scheint, als einzige Person etwas über den kopflosen Reiter, den sie gesehen hat, weiß.

An dieser Stelle beginnt der Kampf gegen apokalyptische Reiter, böse Hexen, Ninja-Orks, untote Polizisten, Hessen mit Uzis (Ja, wirklich!), Freddy Krügers Trittbrettfahrer, Killer-Ents und die Tücken der Technik des 21. Jahrhunderts. Die Serie hat definitiv einen gewissen Trash-Faktor und nimmt sich stellenweise auch nicht allzu ernst, aber eben gerade deshalb macht sie so viel Spaß. Ichabod Crane und Abbie Mills sind das unterhaltsamste paranormale Ermittlerduo seit Harry Dresden und Karrin Murphy, und ich warte insgeheim auf den Moment in dem sie das Telefonbuch von Chicago zur Hand nehmen und einen gewissen magischen Privatdetektiv anrufen, der mittlerweile Experte im Bekämpfen höllischer Mächte ist…

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