Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Saufen fürs Nähprojekt

Musik: Mr. Hurly und die Pulveraffen – Schrumpfkopf im Rumtopf

Ich weiß, ich war in letzter Zeit mal wieder schreibfaul, aber so ganz untätig bin ich während der letzten anderthalb Monaten doch nicht gewesen. Ich habe von einer befreundeten LARPerin einen Auftrag für ein Schnürmieder für ihren Endzeitcharakter bekommen, im Tausch gegen eine auf Steampunk-Endzeit gemoddete Nerf.

Also habe ich erstmal mein Stofflager durchsucht, einen Haufen Stoffreste zusammengesammelt und mich mit Schimmelentferner an ihnen ausgetobt. Interessanter Fakt: Zwei verschiedene Chargen schwarzer IKEA-Ditte nehmen völlig unterschiedliche Farben an. Während Charge 1 sich knallorange entfärbte, kam bei Charge 2 eine Art beige raus. Und reine Synthetik entfärbt sich leider gar nicht.

Dann habe ich meinen verlässlichen Miederschnitt aus der besten Burda aller Zeiten (09/2006) rausgekramt und mich ans Werk gemacht. Das Geile an Endzeitklamotten ist, dass man auf sämtliche Nähstandards pfeifen kann. Versäubert wird nicht und der Fadenlauf wird im Rahmen der gewährleisteten Miederstabilität einfach mal ignoriert. Auch mit der Deko hatte ich bisher viel Spaß: Spitze mit dem Streichholz anschmoren, Unterlegscheiben in Salzwasser einlegen damit sie schön rosten, Metallteile erst mit Nagellack bepinseln und dann anzünden für die echte aus-dem-Feuer-gerettet-Patina, Knöpfe mit der Feile verunstalten, kaputten und abgeranzten Modeschmuck zerlegen – Ja, da kommt Freude auf. Außerdem lohnt es sich doch, so ziemlich jeden Restfitzel Kram aufzuheben. Für ein solches Projekt sind Minireste perfekt. Als Stäbe habe ich ganz stilecht Kabelbinder eingezogen. Das hier ist der derzeitige Stand: (Nur zur Anmerkung, bis auf das Leinen im Medaillon waren alle Stoffe ursprünglich mal schwarz)

Endzeitmieder1

Die Schnürung hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. In der Endzeit gibt es vermutlich nicht einfach mal eben so eine Ösenzange und die guten Ösen von Prym, deshalb musste eine andere Lösung her. Zuerst habe ich überlegt, die Schnürösen einfach zu bohren und anschließend mit Knopflochgarn zu umsticken wie bei Rokoko-Schnürbrüsten, aber dann kam mir eine wesentlich abgefahrenere zündende Idee. Warum nicht einfach die Öffnungslaschen von Getränkedosen nehmen? Einige habe ich von der zukünftigen Besitzerin des Mieders bekommen, aber da ich auch noch einige andere Stellen des Mieders mit den Dingern verzieren wollte, haben sie nicht ganz gereicht. Die Lösung: Dosenbier! Irgendwie kommt man sich zwar schon etwas bescheuert vor, wenn man im Supermarkt steht und sich Bier danach aussucht, möglichst viele verschiedene Öffnungsnupsiformen und -farben zusammenzukriegen, aber was tut man nicht alles für die Kunst.

Endzeitmieder2

In diesem Sinne: Slayer!

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: