Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “Mai, 2015”

Metal ohne Metal

Musik: Die neuesten musikalischen Schrecklichkeiten aus ganz Europa, alias der ESC

Der so schön schnell und unkompliziert genähte Rock hat mich endgültig wieder auf den Nähmaschinengeschmack gebracht. Und was lag da näher, als gleich noch ein passendes Oberteil zum Rock hinterher zu schieben? Ich wollte schon lange eine alltagstaugliche Version meiner Metalkuttenweste haben und vom Whisky-Korsett war noch mehr als genug Stoff übrig. Dazu sind Details aus dem Rockstoff geplant. (Hatte ich nicht neulich noch geschrieben, dass ich im Mai eigentlich am Stickbild weitermachen… oh, guck mal, ein Eichhörnchen!) Der Schnitt (Burda Easy Fashion Herbst/Winter 2006, Modell 2) sieht zwar mittlerweile ziemlich mitgenommen aus, nachdem ich ihn für die Kutte in noch weitere Einzelteile zerlegt hatte, aber für solche Probleme gibt es Tesafilm. Im Gegensatz zu sämtlichen bisher ausprobierten Westenschnitten aus den regulären Burdas, bei denen das Armloch neben der Brust bei mir grundsätzlich seltsam absteht, passte dieser Schnitt auf Anhieb perfekt.

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Während des ersten ESC-Halbfinales machte ich mich schließlich daran, 32 Teile zuzuschneiden. 32 Teile? Ja, ich habe noch Besätze für die Innenseite gebastelt, die im ursprünglichen Schnitt nicht vorgesehen sind. Ich mag Besätze einfach, sie sorgen für mehr Innenschön, wie Natron es immer ausdrückt.

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Während des zweiten Halbfinales verringerte sich die Menge der Einzelteile schon mal beträchtlich und Iron Girl darf derzeit die Futterweste Probe tragen. Man erkennt schon mal, was es werden soll.

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Und so ganz ohne Metal kommt der Beitrag trotzdem nicht aus: Meine RockHarz-Karte ist diese Woche endlich angekommen. Nun steht vier Tagen Lärm, Bier und Faulenzen im Campingstuhl nichts mehr im Wege.

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So, nun noch die letzten Beiträge und die Punkteverteilung anschauen und dann gehts zu gepflegtem Rock’n’Roll in den örtlichen Krachschuppen.

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Himmelfahrtskommando

Musik: Airbourne – Stand up and Rock’n’Roll

Es gibt da diesen ganz bestimmten Stoff, den ich heiß und innig liebe. Nachdem ich erst zwei Meter mit nach Hause geschleppt hatte, schlich ich wenige Tage später zurück zu Alfatex, um auch den ganzen Rest des Ballens mitzunehmen. Die ersten Stücke fanden Verwendung als Teile des Whisky-Korsetts und anschließend nähte ich mir noch ein Sommerkleid nach Burda, das am gertenschlanken Größe 36-Model in der Zeitschrift noch super aussah, an meiner Figur jedoch gandenlos scheiterte. An der Oberweite war es zu eng, in der Taille zu sackig und am Schinken wieder recht knapp. Burda und meine Figur führen einen ewigen Grabenkrieg. Für meine christlichen Werte brauche ich meistens eine 42, was an den Schultern wiederum viel zu weit ist. In der Taille passt mir teilweise sogar 38, der Schinken fühlt sich wiederum in irgendwas zwischen 40 und 42 wesentlich wohler. Jedenfalls hängt das Kleid nun schon seit drei Jahren im Kleiderschrank und ich ziehe es nur einmal im Jahr in der irrigen Hoffnung an, dass es nun doch irgendwie besser sitzt, und bringe es doch irgendwie nicht übers Herz, es auszusortieren.

http://i773.photobucket.com/albums/yy14/Sensenratte/IMGP1047.jpg  Seufz. Iron Girl passt es sogar ganz gut, aber sie ist im Gegensatz zu mir auch recht flachbrüstig.

Mittlerweile habe ich kaum noch Bock auf Burda, weil ich weiß, dass ich immer erst ein Probeteil nähen und daran herumändern muss, bis ich eine passende Klamotte bekomme. Beim Stricken kommt es auf einen Zentimeter mehr oder weniger nicht an, weshalb ich in letzter Zeit meine Nerven geschont und mich mehr der Wolle zugewandt habe. Aber es half nichts, mein Kleiderschrank hatte einen akuten Mangel an Braun und Khaki in Rockform. Und so kramte ich am schönen Himmelfahrtstag den wunderbaren Stoff wieder hervor und beschloss, auf Burda und sonstige Schnittmuster zu pfeifen und den einfachsten Rock der Welt aus drei Rechtecken zu nähen. Einmal 84*4 cm für den Bund und zweimal 80*60 cm als Rockbahnen plus Nahtzugaben. Der Stoff liegt leider nur 150 cm breit, deshalb ging sich nur eine Rockbahn bei einer gewünschten Saumweite vom doppelten Taillenumfang gerade nicht aus.

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Ein weiterer Vorteil absolut simpler Konstruktionen: Das verhasste Zuschneiden geht wirklich schnell. Also saß ich auch bald an der Maschine und der Lärmbattle Nähmaschine vs. Hansi Kürsch konnte beginnen.

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Ich bin wirklich paranoid, was potentielles Ausfransen betrifft. Ich versäubere sogar Kanten, die später eingeschlagen werden und somit nie irgendwelcher Reibung ausgesetzt sind. Die Rockteile waren schnell aneinandergenäht. Glücklicherweise habe ich einen recht beträchtlichen Reißverschlussvorrat, sodass ich einfach in die entsprechende Kiste greifen, einen farblich halbwegs passenden Nahtreißverschluss herausziehen, und ihn einnähen konnte. Das ist das Problem mit dem spontanen Nähen an Feiertagen – wenn dann doch etwas fehlt, ist man erstmal aufgeschmissen.

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Hier mal eine Nahaufnahme des Stoffs – ich finde es so schön, dass ein Teil der Streifen noch mal in sich gemustert ist. Nach Einnähen des Reißverschlusses mussten 160 cm Rock auf 80 cm Bundweite zusammengerafft werden. Nachdem ich ein wenig mit Einkräuseln herumprobiert hatte, entschloss ich mich dann doch ganz spontan für eine Reihe Kellerfalten, die ich dann pi mal Daumen nach Augenmaß gelegt habe.

Am Freitag kamen dann die Handnähte. Zuerst habe ich den Bund umgeschlagen und von innen unsichtbar festgenäht. Manche Leute können das auch mit der Maschine im Nahtschatten, aber ich bin zu grobmotorisch dafür. Anschließend habe ich noch etwas gegen die Kahlheit der unteren Kante getan und einen Rest der Spitze von Korsett und Kleid angenäht.

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Die Maniküre durfte zu diesem Zeitpunkt durch die ständige Beanspruchung durch die Nadelspitze als Kollateralschaden bezeichnet werden. Mit der Spitze war das Gröbste dann auch geschafft, fehlten nur noch Knopfloch und Knopf am Bund. Dank des Kleids hatte ich schon passendes Knopflochgarn da.

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Und das Wichtigste, die gnadenlose Selbstbeweihräucherung, darf am Ende natürlich auch nicht fehlen:

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Im letzten Büchsenlicht habe ich Iron Girl dann noch auf die Terrasse geschleppt um das Ergebnis komplett im Bild festzuhalten. Jetzt muss es nur noch warm genug werden, dass ich meine beigen Peeptoe-Wedges wieder anziehen kann. Übrigens ist hier nun auch mal der Grund zu sehen, weshalb die Puppe Iron Girl heißt.

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Diese wirklich unkomplizierte Klamotte hat mich nun doch etwas dazu motiviert, mich mal wieder öfter an die Nähmaschine zu setzen und in die Schlacht gegen nicht für meine Körperform konzipierte Schnittmuster zu ziehen. Das Projekt war auch insofern eine Premiere für mich, als dass ich zum ersten Mal wirklich systematisch den Entstehungsprozess für den Blog festgehalten habe. Und weil Himmelfahrt ist, habe ich mir nach erfolgreichem Nähvollzug noch was hiervon gegönnt:

Bier

Danke an alle, die ‚Horatia stümpert sich einen Rock zusammen‘ bis zum Ende durchgehalten haben!

Hochgradig missgünstiges Gestrüpp

Musik: Mr. Hurley und die Pulveraffen – Die Ballade von Daisy Jones

Seitdem meine Rollenspielgruppe vor einiger Zeit angefangen hat, GURPS Dungeons zu spielen, haben wir zum Kämpfen die Hexfeldmatte für uns entdeckt. Mittlerweile haben wir auch schon eine ganze Kiste mit verschiedenen Auftstellern für diverse Gegner, aber es gibt immer wieder Situationen, die noch nicht abgedeckt sind. So geschehen auch neulich, als sich im Laufe eines DSA-Abenteuers eine Konfrontation mit einer Gruppe Humus-Elementargeister abzeichnete. Da diese sehr pflanzenähnlich aussehen, setzte ich mich für eine Stunde hin und bastelte aus einem Reststück Pappe ein angriffslustiges Gebüsch.

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Die Nummerierung dient der Übersichtlichkeit im Kampf, so habe ich einen besseren Überblick, welches Grünzeug sich gerade mit welchem Spielercharakter anlegt. Ebenfalls im Bild ist Galla Sanza, ihres Zeichens Historikerin, Draconiterin und derzeitige Auftraggeberin der Heldengruppe. Da sie die Gruppe noch etwas länger begleiten wird, hat sie ihre eigene Figur bekommen, die für bessere Standfestigkeit noch mit einer alten Unterlegscheibe unterklebt wurde.

Gerüchteweise soll es gesund sein

Musik: Edguy – The eternal wayfarer

Ich rede von Obst, beziehungsweise von einem meiner Langzeitprojekte. Erinnert sich noch jemand an das Frugter-Stickbild? Seitdem ich es vor einer gefühlten Ewigkeit zum letzten Mal gezeigt habe, ist es trotz der Erbwolle und diverser anderer spontaner Projekte doch ein wenig gewachsen – ich kann stolz verkünden, dass 5 von 9 Obstsorten hiermit geschafft sind.

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Ich habe mir vorgenommen, den Mai über fleißig weiter zu sticken. Irgendwann dieses Jahr hätte ich das Obst gern mal fertig, damit ich zumindest ein angefangenes Projekt weniger herumliegen habe. Oh ihr guten Vorsätze…

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