Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “Juni, 2015”

Pflastersteine auf dem Weg zur Hölle

Musik: Judas Priest – War

Ich versuche gerade, ein organisierterer Mensch zu werden: Jeden Tag etwas für die Dissertation tun, nicht immer erst abwaschen wenn das Besteck alle ist (und ich habe eine Menge Besteck…), früher aufstehen, allgemein Dinge angehen und nicht immer nur darüber nachdenken, sie anzugehen, und so weiter und so fort. All die guten Vorsätze halt, die die meisten Menschen zu Neujahr formulieren, was in den ersten Januarwochen regelmäßig für einen Anstieg bei Fitnesstudio-Abos und verkauften Diätratgebern führt.

Abnehmen und Sport gehören allerdings definitiv nicht zu meinen guten Vorsätzen. Bei ersterem sehe ich nicht ein, warum ich mich damit quälen sollte, und das Verhältnis zwischen zweiterem und mir ist bestenfalls angespannt. Mit Interesse habe ich die Diskussionen zur Petition für die Abschaffung der Bundesjugendspiele verfolgt. Ob die Abschaffung der Teilnahmepflicht die Welt wirklich besser macht, weiß ich nicht, aber ich schließe mich voll und ganz der Meinung an, dass der Schulsport an sich dringend einer gründlichen Reform bedarf. In der Schule habe ich gelernt, Sport zu hassen, und auch über 10 Jahre später treibe ich zum Entsetzen meines Hausarztes immer noch keinen.  Sich höhnisch über mein Lauftempo lustig machende Sportlehrer und am Montagmorgen in der ersten und zweiten Stunde in der eiskalten Turnhalle auf der Bank sitzen haben ganze Arbeit geleistet und als ich endlich 18 war und mir meine Entschuldigungen selbst schreiben durfte, habe ich das Sport schwänzen fast zur Kunstform erhoben.  Ja, eigentlich -sollte- ich Sport treiben. Der gesellschaftliche Druck ist hoch, etwas für seinen Körper zu tun und nicht als die vielbeschworene Couchkartoffel mit Bluthochdruck, verkalkten Arterien und überlasteten Gelenken zu enden. Ich könnte einen Haufen mühevoll konstruierter Ausreden ins Feld führen, aber im Endeffekt führt alles zu der schlichten Wahrheit: Der Gedanke an die hier vor Ort ausübbaren Sportarten reizt mich einfach Null. Es ist nicht so, dass ich nicht hin und wieder sogar mal guten Willen gezeigt hätte. Ich glaube, dass mir sowas wie Zumba sogar Spaß machen könnte, wenn die dazugehörige Musik keine akuten Fluchtreflexe bei mir auslösen würde. Warum kann nicht mal irgendwer Metal-Aerobic erfinden? Ich wäre bei einer Probestunde sofort dabei. Bis dahin bleibt es beim Headbangen und Abrocken auf Konzerten als Sportersatz. Immerhin, die Nackenmuskulatur ist trainiert.

Wie kam ich jetzt noch mal überhaupt auf das Thema? Ach ja, gute Vorsätze. Anfang des Jahres schrieb ich mal was von wegen regelmäßig bloggen. Nun überlege ich, einfach den Mittwoch zum regelmäßigen Blogtag zu erklären. Falls ich ein Projekt beendet oder signifikante Fortschritte bei einem selbigen gemacht habe, wird es vorgestellt, ansonsten lasse ich mich einfach über irgendwas aus, worüber ich gerade Bock habe zu schreiben. Mal sehen, ob ich es durchhalte. Immerhin ist seit der Wiederbelebung des Blogs schon ein halbes Jahr vergangen und ich habe die Sache noch nicht wieder einschlafen lassen.

Ich habe übrigens eine Seite mit meiner Meinung nach empfehlenswerten Webcomics angefügt. Alle Comicfreunde und solche die es werden wollen sind herzlich eingeladen, mal reinzuschauen. Aber Vorsicht: Gute Webcomics machen süchtig!

Kutten-Update

Musik: Iron Maiden – The man who would be king

Noch 2 Wochen bis zum RockHarz und die Kutte ist nun auch bereit. Alle Aufnäher sind aufgenäht (Volbeat musste ich noch mal umsetzen, damit Slayer in die Mitte konnte) und der Rückengurt hat noch eine Reihe alte Unterlegscheiben verpasst bekommen, die ich in meiner Werkzeugkiste gefunden habe. Nachdem das Aufnäherangebot beim letzten Wacken wirklich enttäuschend war, hoffe ich nun auf bessere Ausbeute, denn einige Bands fehlen mir noch. Oder ich muss wieder selbst sticken.

Steampunkalypse4

Von vorne ist eigentlich alles beim alten geblieben, ich habe nur einige Knöpfe mit stärkerem Garn noch mal neu festgenäht. Metallknöpfe scheuern ihren Faden gerne mal durch.

God listens to Slayer

Musik: Slayer – South of Heaven

Hin und wieder ist es so weit: Bescheuerte Ideen schreien danach, verwirklicht zu werden. Vor ein paar Jahren stieß ich in den Weiten des Internets auf folgendes Bild, das entstand, als sich ein Sprayer auf einem Werbeplakat eines religiösen Radiosenders ausgetobt hatte:

http://www.slayer.net/de/photos/god-listens-slayer

Das Motiv war einfach so cool, dass ich etwas damit anstellen musste, und nun habe ich einen Patch für meine Kutte daraus gemacht. Rotes und weißes Nähgarn auf schwarzer Ditte, verstärkt mit Bügeleinlage und rundherum mit Zickzackstich versäubert, Größe 10 x 4 cm.

GodlistenstoSlayer

Für meinen allerersten Versuch mit Plattstich bin ich extrem zufrieden.

2 fertig, 1 to go

Musik: Der Soundtrack zu ‚Drakensang‘

Nach vielem Bügeln und einem Samstag, den ich mit Handnähten und Knopflochstechen verbracht habe, ist die Weste fertig. Von vorne:

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Von hinten:

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Detail Knopfleiste:

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Und die komplette Kombination, die ich mittlerweile ‚Mrs. Irish Bastard‘ getauft habe:

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Eigentlich brauche ich noch eine Bluse oder sowas zum drunterziehen, aber darüber mache ich mir später Gedanken, denn das RockHarz ist nur noch einen Monat entfernt und dafür will ich auch noch ein paar Dinge nähen (und die Kutte noch etwas weiter dekorieren). Außerdem arbeite ich derzeit an einem Geschenk, das ich aber erst zeigen kann, nachdem ich es überreicht habe.

Die Weste – Episode 2

Musik: Flogging Molly – Swagger

Nachdem ich dem Oberstoff die gleiche Prozedur angedeihen ließ wie dem Futter, waren die Details an der Reihe. Ich finde, dass eine echte Steampunk-für-den-Alltag-Weste einen Rückenriegel braucht. Die Schnalle ist übrigens von einer alten Tasche recycelt.

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Ebenfalls aus dem wunderbaren Rockstoff sind die rein der Zierde dienenden Taschenklappen. Die Schachpferd-Knöpfe habe ich vor einigen Jahren ohne konkreten Plan mal auf dem Stoffmarkt Holland eingesackt und seitdem warteten sie auf ihren großen Auftritt.

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Während sich der HSV -mal wieder- mit Mühe und Not durch die Relegation gerettet hat, habe ich mich daran gemacht, Futter und Oberstoff zu verstürzen. Also alles aufeinanderstecken (allein für die äußere Runde habe ich schon eine komplette Halbzeit gebraucht) und bis etwa 5 cm vor den Schulternähten nähen. Ich will nicht wissen, wie viele verloren gegangene Stecknadeln noch in der Finsternis des Teppichs lauern.

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Während der Verlängerung kam das Gewürge, alias die Schulternähte, an die Reihe. Dazu werden die noch offenen Schulternähte ineinander gesteckt und das Ganze wird durch die mittwärtige hintere Öffnung im Futter nach draußen geholt. Das Ganze funktioniert auch mit den Seiten- anstatt den Schulternähten, allerdings bevorzuge ich persönlich letztere Methode, weil ich da weniger Stoff durch die Rückenöffnung quetschen muss.

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Komplett verstürzt und von Iron Girl getragen sieht es nun schon halbwegs nach Weste aus:

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Leider war’s das für diesen Sommer erstmal so ziemlich mit Fußball. Ich brauche eine andere Nähberieselung.

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