Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Pflastersteine auf dem Weg zur Hölle

Musik: Judas Priest – War

Ich versuche gerade, ein organisierterer Mensch zu werden: Jeden Tag etwas für die Dissertation tun, nicht immer erst abwaschen wenn das Besteck alle ist (und ich habe eine Menge Besteck…), früher aufstehen, allgemein Dinge angehen und nicht immer nur darüber nachdenken, sie anzugehen, und so weiter und so fort. All die guten Vorsätze halt, die die meisten Menschen zu Neujahr formulieren, was in den ersten Januarwochen regelmäßig für einen Anstieg bei Fitnesstudio-Abos und verkauften Diätratgebern führt.

Abnehmen und Sport gehören allerdings definitiv nicht zu meinen guten Vorsätzen. Bei ersterem sehe ich nicht ein, warum ich mich damit quälen sollte, und das Verhältnis zwischen zweiterem und mir ist bestenfalls angespannt. Mit Interesse habe ich die Diskussionen zur Petition für die Abschaffung der Bundesjugendspiele verfolgt. Ob die Abschaffung der Teilnahmepflicht die Welt wirklich besser macht, weiß ich nicht, aber ich schließe mich voll und ganz der Meinung an, dass der Schulsport an sich dringend einer gründlichen Reform bedarf. In der Schule habe ich gelernt, Sport zu hassen, und auch über 10 Jahre später treibe ich zum Entsetzen meines Hausarztes immer noch keinen.  Sich höhnisch über mein Lauftempo lustig machende Sportlehrer und am Montagmorgen in der ersten und zweiten Stunde in der eiskalten Turnhalle auf der Bank sitzen haben ganze Arbeit geleistet und als ich endlich 18 war und mir meine Entschuldigungen selbst schreiben durfte, habe ich das Sport schwänzen fast zur Kunstform erhoben.  Ja, eigentlich -sollte- ich Sport treiben. Der gesellschaftliche Druck ist hoch, etwas für seinen Körper zu tun und nicht als die vielbeschworene Couchkartoffel mit Bluthochdruck, verkalkten Arterien und überlasteten Gelenken zu enden. Ich könnte einen Haufen mühevoll konstruierter Ausreden ins Feld führen, aber im Endeffekt führt alles zu der schlichten Wahrheit: Der Gedanke an die hier vor Ort ausübbaren Sportarten reizt mich einfach Null. Es ist nicht so, dass ich nicht hin und wieder sogar mal guten Willen gezeigt hätte. Ich glaube, dass mir sowas wie Zumba sogar Spaß machen könnte, wenn die dazugehörige Musik keine akuten Fluchtreflexe bei mir auslösen würde. Warum kann nicht mal irgendwer Metal-Aerobic erfinden? Ich wäre bei einer Probestunde sofort dabei. Bis dahin bleibt es beim Headbangen und Abrocken auf Konzerten als Sportersatz. Immerhin, die Nackenmuskulatur ist trainiert.

Wie kam ich jetzt noch mal überhaupt auf das Thema? Ach ja, gute Vorsätze. Anfang des Jahres schrieb ich mal was von wegen regelmäßig bloggen. Nun überlege ich, einfach den Mittwoch zum regelmäßigen Blogtag zu erklären. Falls ich ein Projekt beendet oder signifikante Fortschritte bei einem selbigen gemacht habe, wird es vorgestellt, ansonsten lasse ich mich einfach über irgendwas aus, worüber ich gerade Bock habe zu schreiben. Mal sehen, ob ich es durchhalte. Immerhin ist seit der Wiederbelebung des Blogs schon ein halbes Jahr vergangen und ich habe die Sache noch nicht wieder einschlafen lassen.

Ich habe übrigens eine Seite mit meiner Meinung nach empfehlenswerten Webcomics angefügt. Alle Comicfreunde und solche die es werden wollen sind herzlich eingeladen, mal reinzuschauen. Aber Vorsicht: Gute Webcomics machen süchtig!

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2 Gedanken zu „Pflastersteine auf dem Weg zur Hölle

  1. Mich hat ja Schulsport aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht genug abgeschreckt, und deshalb mache ich jetzt französisches Stockfechten (aber Pwyll hat ja sowieso schon gepetzt). Ich bin gar sehr für den Mittwoch als Blogtag, und bei den Webcomics kann ich dir noch ganz, ganz dringend Stand Still, Stay Silent ans Herz legen, bevor ich mich auf deine Empfehlungen stürze.

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