Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für den Monat “Juli, 2015”

Hier gibt’s Drachen

Musik: Rhapsody of Fire – Dawn of Victory (Mehr musikalischer Fantasykitsch geht nicht.)

Das Geheimprojekt ist fertig. Da es erst Freitag verschenkt wird, kann ich es hier leider erst am Wochenende zeigen, aber ich kann jetzt schon verraten, dass ich sehr zufrieden mit dem finalen Objekt bin.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Posts. Erinnert sich noch jemand an meine Pläne für eine Lesedecke? Nun, ich kann verkünden, dass ich alle Sechsecke für den Schriftzug mittlerweile fertig bestickt habe und mir jetzt Gedanken über die Anordnung mache. Zur Auswahl steht einmal vierzeilig:

Projekt666_5

Und einmal zweizeilig mit noch fehlenden Leerzeichen, an deren Stelle ich schwarze Sechsecke mit einer kleinen gestickten Fleur-de-lis setzen würde. Als Platzhalter mussten zwei im Zuge des ersten Deckenanlaufs bezogene Sechsecke herhalten.

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Glücklicherweise muss ich mich noch nicht so bald entscheiden, denn es sind nun gerade mal 18 von 660 Sechsecken oder 2.73% fertig. Der nächste Schritt besteht darin, einen Haufen weiterer Sechsecke mit Symbolen aus Büchern oder anderen nerdigen Motiven zu besticken. Ich werde in unregelmäßigen Abständen mal wieder welche posten, mit einer kleinen Erklärung, aus welchem Fandom sie stammen (auch wenn manche vermutlich selbsterklärend sind).

Ansonsten wird es langsam Zeit, sich mal wieder Gedanken um ein Strickprojekt zu machen. In ein paar Wochen findet das Jahrestreffen der Stadtwache von Ankh-Morpork statt und ich möchte nicht mit leeren Händen in der traditionellen Strickrunde sitzen.

PS: Ja, ich weiß, heute ist Montag und nicht Mittwoch. Irgendwie ist das Bloggen nach festem Plan doch nichts für mich.

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Schöner Schenken

Musik: Queen – Gimme the Prize

Da das derzeitige Nähprojekt immer noch geheim ist, gibt es keine Work in Progress-Bilder. Der Stoff des Grauens ist mittlerweile getrocknet und gebügelt und morgen wird er zugeschnitten. Aber auch sonst war ich nicht ganz untätig und kann somit trotzdem ein paar Dinge zeigen.

1. Der Geschenkanhänger für den Whisky den ich AdoraBelle zur bestandenen Doktorprüfung geschenkt habe. Im Geschäft wollten sie einen zusätzlichen Euro für etwas um den Flaschenhals gewickelten Bast haben, da habe ich beschlossen, dass ich so etwas auch kann und sowieso einen unergründlichen Vorrat an Bastelkram besitze, der mal etwas weniger werden könnte. Whisky in the Jarrrrrr:

Geschenkanhaenger1

2. Ein Geschenkanhänger-Prototyp für Näh- und Strickwerke. Horatia-Style.

Geschenkanhaenger2

Ansonsten habe ich die grobe Plotaufstellung für das Weltenbastel-Fantasykrimiprojekt endlich abgeschlossen und es geht an die Planung der genauen Szenenabfolge. Ich bin gespannt, wie oft mir meine Figuren in meinen sorgfältigen Plan grätschen indem sie ganz andere Vorstellungen als ich davon haben, wie sie sich jetzt verhalten wollen.

 

Seventh tag of a seventh tag

AdoraBelle hat mich (schon vor einer ganzen Weile *flöt*) getaggt und möchte gern 7 Fakten über mich hören. Hier sind sie:

  1.  Musik ist ein extrem wichtiger Bestandteil meines Lebens, auch wenn ich selbst kein Instrument vorzeigbar spiele. Für jede Lebenssituation und jede Stimmung fällt mir auf Anhieb ein passendes Lied ein und es gibt auch beim Schreiben für mich keine bessere Inspiration als Musik. Auch viele Jahre später kann ich immer noch genau sagen, welches Lied ich beim Schreiben welcher Szene gehört habe.
  2. Ich bin ein absoluter Technik-Dinosaurier. Mein Handy ist ein Nokia von 2007, mit dem ich gerade mal telefonieren und SMS verschicken kann, und meine Nummer kennen gerade mal eine gute Handvoll Leute. Ich habe es vor 2 Jahren geschafft, dass meine SIM-Karte gesperrt wurde, weil ich zu wenig telefoniere.  Vorletzte Woche konnte ich eine Wiederholung dieses Ereignisses gerade noch verhindern. Im Tablet-Bedienen ist meine Mutter mittlerweile wesentlich fitter als ich. Facebook habe ich mir nur zugelegt, weil eine im Ausland lebende Freundin mich inbrünstig darum gebeten hat, und bei Twitter habe ich mich angemeldet weil eine andere Freundin viel darüber kommuniziert. Einen mp3-Player und einen E-Book-Reader habe ich bis heute nicht.
  3. Ich besitze über 100 Nagellacke. Bei schillernden, glitzernden Farben in kleinen Fläschchen werde ich einfach gerne mal schwach. Außerdem gibt es so viele tolle andere Dinge, die man mit Nagellack machen kann, außer ihn sich auf die Nägel zu streichen.
  4. Ich bin ein fürchterlicher Morgenmuffel und eine exzessive Langschläferin, wenn man mich lässt. Vor zehn bin ich allenfalls körperlich anwesend und meine Freunde wissen, dass es eine schlechte Idee ist, mich an meinen freien Tagen vor dieser Uhrzeit zu stören. Dafür kann ich abends ewig wach bleiben und habe meine besten kreativen Momente gerne mitten in der Nacht.
  5. Ich leide an Handarbeitsprojekt-ADS. Das führt dazu, dass ich im Durchschnitt 5 angefangene Projekte herumliegen habe und immer mal wieder an einem von ihnen herumwurschtele. Wenn die Sache nicht mindestens einmal für einige Wochen in der Ecke lag, ist es kein richtiges Horatia-Projekt. Die einzigen Ausnahmen sind Dinge, die zu einem bestimmten Anlass fertig werden müssen.
  6. Ich ertrage nur eine bestimmte Menge an sozialer Interaktion. Wenn ich nicht mindestens zwei Abende in der Woche nur für mich habe, neige ich zu allgemeiner Grantigkeit und auch Anlässe auf die ich mich eigentlich gefreut hätte werden eher zur lästigen Pflicht. Ich kann mich auch eine Woche lang in meiner Wohnung einsperren und vermisse nichts, sondern finde es sehr entspannend.
  7. Im Alter von 5 Jahren wollte ich unbedingt Piratenkapitänin werden.

Im Gelände vergessene Geologen-Arbeitsgeräte und anderes Schwermetall

Musik: Sepultura – Inquisition Symphony

Kein Handarbeits-Update diese Woche, weil ich zu ausgiebig mit Knieweich und Musik mit Metall drin beschäftigt war. Aber der Stoff für das nächste Projekt hängt schon auf der Wäscheleine. Und er ist schrecklich.

Patches1

Mittwoch:

Pünktlich um halb drei wurde ich von meiner Mitfahrgelegenheit eingesammelt und dank der Vorwarnungen meiner anderen Mitcamper, die schon vorgefahren waren und ewig im Stau standen, haben wir doch die gesperrte Route genommen und waren nach einer guten halben Stunde Schlange stehen auf dem Gelände. Von den Mittwochsbands interessierte mich keine sonderlich, deshalb chillte ich gemächlich mit meinen Leuten im Camp vor mich hin und kletterte aus einer plötzlichen Laune heraus mitten in der Nacht noch auf die Teufelsmauer, wo ich wie letztes Jahr wieder ein paar willige Opfer fand, die mit mir unter dem Gipfelkreuz den Bard’s Song sangen. Nachts war es sternenklar und ich konnte ohne das nervige städtische Streulicht endlich mal wieder Skorpion und Schütze beobachten – beziehungsweise zumindest die Teile die in unseren Breiten sichtbar sind.

Donnerstag:

Nachdem ich den Tag größtenteils im Windschutz des Zelts mit Making Money von Terry Pratchett verbracht hatte, waren Alestorm inklusive des wohl psychedelischsten Bühnenbilds des Festivals der erste Pflichttermin. Was wollten sie uns mit Bananen mit Entenköpfen vor regenbogenfarbenem Hintergrund wohl sagen? Was auch immer die rauchen, ich will auch was von dem Zeug. Nachdem diverse Piraten und ethanolhaltige Getränke abgefeiert wurden, haben der Tilmensch und ich uns Kakaklysm gegönnt. Gebrüll und Geschredder irgendwo zwischen Amon Amarth und In Flames – mir hats gefallen. Dann noch in Ruhe auf dem Zeltplatz ein Bier geholt und sich für das Highlight des Abends in Position gebracht. Hammerfall sind einfach Kult. Kitschiger Power Metal vom Feinsten, genau das, was ich manchmal einfach brauche. Und eine Band, die so durch ist, dass sie ein Musikvideo mit der schwedischen Curling-Damennationalmannschaft gedreht hat, muss man einfach mögen. Nach knapp anderthalb Stunden Abrocken habe ich dann gleich noch bei Fiddler’s Green weiter gemacht und bin danach ohne weitere größere Umwege direkt ins Zelt gekippt.

Freitag:

Dank bewölkten Himmels konnte ich ausgiebig ausschlafen, faulenzte noch etwas auf meinem Luxus-Feldbett herum und wurde schließlich von einem Aufschrei aus dem Zelt gelockt. Auf einem Festival auf dem Glasbehälter verboten sind werden Getränke gerne mal in Wasserflaschen umgefüllt. Selbiger Fakt endete damit, dass der Morgenkaffee des Camps seltsam auf der Zunge prickelte und schließlich zu der Erkenntnis führte, dass das Gebräu statt mit Wasser mit Wodka gekocht worden war. Das sind Festival-Legenden, die man sich noch Jahre später erzählt. Moist von Lipwig und ich verbrachten einen weiteren Nachmittag im Klappstuhl miteinander, bis die für mich wichtigste Band des Tages anstand: Coppelius. Ich bin ja extrem nörgelig was Bands betrifft, die auf Deutsch singen, aber Coppelius mag ich trotzdem. Erstens covern sie Lieder einer meiner absoluten Lieblingsbands aller Zeiten (auch wenn sie sich ausschließlich auf die Paul Di’Anno-Ära konzentrieren) und zweitens sind sie einfach schräg, ungewöhnlich und haben ein ausgefallenes Instrumentarium. Und mit krankem Scheiß mit Steampunk-Appeal kriegt man mich fast immer. Leider war das Konzert viel zu kurz. Magere 40 Minuten sind einfach nicht genug um die Genialität von Coppelius voll zu genießen. Auch wenn sie mit ‚Charlotte the Harlot‘ und ‚Killers‘ the closest I could get to Maiden on this Festival gebracht haben. Den Rest des Abends haben der Tilmensch und ich uns dem Geknüppel gewidmet. Biohazard waren echt nicht schlecht und und in Fear Factory haben wir einen neuen Freund gefunden. Brüllen, zertrümmern und weg, gepaart mit epischem Keyboard. Da muss ich mich dringend mal genauer einhören. Die Schandmaul-Pause zwischendurch habe ich genutzt um die Bestückung meiner Kutte weiter zu vervollständigen. Den ganz bestimmten Hammerfall-Patch den ich unbedingt haben wollte habe ich zwar nicht bekommen, aber dafür kann ich Kreator, Judas Priest und Megadeth nun von meiner Shoppingliste streichen. Nun fehlen von meinen wirklich dringenden Parchbedürfnissen ’nur‘ noch Hammerfall (siehe oben), Turisas (da habe ich mich auch schon auf einen ganz bestimmten Patch eingeschossen) und Sabaton. Und wenn ich im Internet auch nicht kriege, was ich will, muss ich halt wie bei Slayer wieder selbst sticken. Wie ich von meinen Freunden gehört habe, soll Schandmaul nicht so wirklich der Bringer gewesen sein. Ein Sänger der ein Lied mittendrin abbricht, weil ihm das Mineralwasser nicht still genug war – Das ist sowas von überhaupt kein Rock’n’Roll! Hammerfall haben sich nicht mal mit Mineralwasser aufgehalten sondern sich gleich auf das Good German Beer gestürzt. Das ist eh eine Konstante bei skandinavischen Metalbands von Amon Amarth bis Sabaton – Sie alle sind dem hiesigen Angebot geistiger Getränke sehr zugetan. Wie beim RockHarz 2008, als Turisas sehr glücklich waren, die von Alestorm ein Konzert vorher zurückgelassene Rumflasche auf der Nebenbühne zu finden. Nach Fear Factory saß ich noch mit meinen Mitcampern unter unserem Pavillon herum, verkostete von Flo selbstgebrauten Met, brachte ihnen bei, wie man unanständige Lieder über Zwerge und Gold singt und entdeckte die Dixihütte des Grauens. Und es war kalt. Arschkalt.

Samstag:

Als ich aufwachte war es warm im Zelt und die Wände bewegten sich kaum noch. Vorsichtig spähte ich aus der Frontklappe und eine Hitzewelle wallte mir entgegen. Der Wind, der bisher für eine empfindliche Kälte gesorgt hatte (nicht umsonst heißt es, dass es an der Uni Clausthal-Zellerfeld zwei Wintersemester gibt), war weg. Und es war brütend heiß. Aber es gab meine sehr voraussichtigen Freunde und ein plötzlich auftauchendes Arsenal von Wasserpistolen großkalibriger Bauart. Abgesehen davon, dass eine schlecht gezielte Salve den Showdown zwischen Moist von Lipwig, Lord Vetinari und Cosmo Lavish mit ein paar Sprenkeln verziert hat, war die regelmäßige Abkühlung sehr angenehm, und so faulenzten mein Klappstuhl, mein Buch und ich einen weiteren Festival-Nachmittag vor uns hin. Der erste Pflichttermin des Tages war Soulfly, oder auch Sepultura 2.0. Nach  Refuse/Resist und Roots Bloody Roots war meine Stimme schon ziemlich hinüber und wenn sich herausstellt, dass Vater und Sohn mittlerweile in der gleichen Band spielen, sprich das schon definitiv für die Wichtigkeit der elterlichen Erziehung zum Hören anständiger handgespielter Musik. Bei Cradle of Filth haben dann alle meine tapferen Krieger des Metalls die Waffen gestreckt und und ich war die last (wo)man standing. Eigentlich wollte ich sie mir nur wegen des Gothic-Trash-Unterhaltungsfaktors anschauen, aber als sie dann mit einem der drei Lieder eröffneten die ich tatsächlich kannte, hatten sie mich irgendwie. Cthulhu Dawn. Ein Lied, das ich vor langer Zeit mal in der glorreichen Zeit der Tauschbörsen heruntergeladen hatte, als ich an einer gewissen Geschichte namens ‚Der Hexer‘ arbeitete. Auch wenn sie manchmal etwas stressig nach japanischem Visual Kei klangen, war ich von der Dreckswiege echt sehr positiv überrascht. Sie haben diese kitschige Gothic-Horror-Stimmung einfach wunderbar rüber gebracht. Danach habe ich mich mit meinen Leuten wieder bei Dream Theater getroffen, aber mit denen bin ich nicht wirklich warm geworden. Zu viele seltsame Tempowechsel um auch ohne tiefere Songkenntnis abrockbar zu sein und irgendwie fehlte mir einfach das Besondere, das heimliche Epische, das, was einer Band den Weg in meinen Gehörgang ebnet. Aber zum Glück gab es zum Abschluss noch Trollfest, auch wenn ich dieses Konzert wieder alleine bestreiten musste. Man stelle sich Korpiklaani in noch etwas schräger vor. Ein Haufen bekloppter Skandinavier die in Laborkittel gekleidet auf eine Mischung aus klassischen und Metal-Instrumenten (unter anderen ein Saxophon) einprügeln und dabei auch noch ein Lied von Britney Spears (!) in eine 1a Schredder-Folk-Metal-Nummer umwandeln haben mir auch die letzte während Dream Theater in die Knochen gekrochene Kälte wieder ausgetrieben. Um wiederum einen Bogen zu einem meiner früheren Posts bezüglich Sport zu schlagen – Ich habe Soulfly und Cradle of Filth auch mit einem Alter über 30 ohne Konditionsprobleme mehr oder weniger in einem Stück durchgetanzt und anschließend noch Trollfest drangehängt. Auf den Highway to Hell mit ritualisiertem Fitnesssttudio-Gehüpfe. Danach habe ich mich zurück ins Camp begeben, noch mein Gute-Nacht-Bier mit der Gang getrunken und war dank des vorsorglich um meine Beine gewickelten Lace-Monsters auch nicht ganz so durchgefroren wie am Abend zuvor.

Sonntag ging es wieder zurück in die Zivilisation und kurz vor meiner Heimatstadt fing es an zu regnen. Etwas wehmütig räumte ich am Abend nach einer ausgiebigen heißen Dusche die Campingausrüstung weg und trank dabei die letzten beiden Dosen Bier. Bis auf die für viele Leute chaotische und langwierige Anreise war es mal wieder ein sehr schönes Festival.

Die Tasche hat sich übrigens hervorragend bewährt, sowohl am Gürtel als auch an den Trageriemen.

Festival-Gürteltasche Deluxe

Musik: Metallica – This was just your life

Diese Woche gibt es ausnahmsweise einen Dienstagspost, weil ab morgen RockHarz angesagt ist.

Bisher habe ich beim Ausgehen und auf Festivals immer einen kleinen Bundeswehrbrotbeutel als Allzwecktasche mit mir herumgeschleppt. Das ständige Herumgewurschtel mit dem Taschengurt und die Tatsache, dass so eine Umhängetasche beim Tanzen ganz schön in der Gegend herumschwingt, haben mich allerdings schon länger genervt und so habe ich beschlossen, aus den gleichen Stoffresten, aus denen schon die Kutte entstand, eine Gürteltasche zu nähen. Ich besitze zwar schon eine aus Leder, aber in selbige passt mein Portemonnaie und sonst exakt nichts. Und auf einem Festival schleppe ich nun mal diverse Dinge mit mir herum: Handy um im Notfall die Leute wiederzufinden, ein Klopapiervorrat, Handdesinfektionsmittel, Block und Kuli, Running Order, Shoppingbeute von den Merch-Ständen und so weiter.

Also habe ich mir einen groben Plan gemacht, was ich alles an Features haben will, ein Schnittmuster gebastelt und losgelegt. Das hier ist am Ende dabei herausgekommen:

Steampunkalypse7

Das Schrägband ist übrigens aus den Resten einer Bluse gemacht, die ich vor vielen Jahren mal anlässlich eines Iron Maiden-Konzerts genäht habe. Quasi ein Stoff mit Metal-Geschichte. Leider ist der Reißverschluss, den ich in den Teifen meines Vorrats aufgestöbert habe, 2 cm zu kurz. Es gab zwar auch welche in der richtigen Länge zu kaufen, aber der Hersteller wollte mal wieder für die Hobbyschneider mitdenken und hat einen Mechanismus in den Schieber eingebaut, der den Zipperanhänger in Richtung des Reißverschlusses glatt anliegend einrasten lässt. Wenn er allerdings, wie bei der Tasche im geschlossenen Zustand, in die andere Richtung hängt, steht dort ein fieser Metalldorn hoch, der ziemlich gefährlich für die Finger werden kann. Vielen Dank auch, lieber Hersteller, dass du die Verwendungsfreiheit deines Produkts mit solchem Blödsinn unnötig einschränkst.

Aber zurück zur Tasche. Hinten habe ich ihr drei Gürtelschlaufen verpasst, damit sie nicht in der Mitte durchhängt.

Steampunkalypse6

Unter der Klappe verbergen sich ein paar Außentaschen und die Seiten haben auch noch je eine bekommen. Die D-Ringe habe ich eingenäht, damit ich die Tasche, wenn ich Lust darauf habe, doch mal als Handtasche tragen kann.

Steampunkalypse8

Das Innenfutter hat eine Unterteilung, damit der Tascheininhalt nicht ganz so wild durcheinander purzelt. Dafür habe ich den Rest meines heiligen Piratenstoffs verarbeitet, den es vor 10 Jahren oder so mal bei Karstadt gab und aus dem ich seinerzeit meine erste Bluse genäht hatte. Seitdem gab es zwar immer wieder Skull and Crossbones-Stoffe, aber keiner war so schön wie dieser. Das letzte Reststück dieses Lieblingsstoffs, noch etwa 30×30 cm, habe ich gehortet wie meinen Augapfel und die Tasche war endlich ein Projekt mit genug Rock’n’Roll um ihn zu opfern. Ganz hat der Stoff nicht gereicht, deshalb habe ich noch schwarze Ditte dazugenommen. Da ich von dem Stoff wirklich nichts umkommen lassen wollte, habe ich aus den letzten Resten noch kleine Schädelpatches gemacht, von denen auch einer auf die Taschenklappe gewandert ist.

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Damit bin ich nun für die Festivalsaison 2015 gerüstet. Die Camouflage-Stoffreste sind allerdings immer noch nicht aufgebraucht und es geistert noch ein Plan für einen Pfandbecher- und Bierdosenhalter in meinem Kopf herum. Dafür bräuchte ich allerdings halbwegs stabilen Netzstoff und so etwas war kurzfristig in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben.

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Der Hut begleitet mich übrigens schon seit 15 Jahren auf jede Geländeexkursion und jedes Festival und ist eine Art Markenzeichen für mich geworden.

 

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