Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Metal im Zeichen des Oktopus

Musik: Slayer – Dead skin mask

Alles begann damit, dass der beste Manowar-Fan und ich so um das letzte Silvester herum beschlossen, dass wir 2016 unbedingt auf ein Sabaton-Konzert müssen. Und da ich die besten Freunde der Welt habe, bekam ich zum Geburtstag von allen zusammen ein Ticket für das Elb-Riot, wo unter anderem auch besagte Band spielte.

ElbRiot

Und so machten der beste Manowar-Fan der Welt, der Tilmensch, Bran und ich uns im Wohnmobil nach einem Zwischenstop beim Media Markt zwecks Erwerb der neuesten Sabaton-CD auf nach Hamburg. Unterwegs der erste Schock: Die CD sprang und spielte manche Lieder gar nicht erst ab! Frust machte sich breit, bis wir es schließlich mit der wissenschaftlichen Methode versuchten – Spielt der Player denn andere CDs ab? Dies war nicht der Fall, weshalb Sabaton nun wirklich keine Schuld traf. Dank einiger Baustellen und einem richtungsverwirrten Navi, das uns zwischen zeitlich zurück nach Göttingen lotsen wollten, trafen wir nach viereinhalb Stunden Fahrt auf unserem idyllisch am Elbdeich gelegenen Campingplatz ein. Um nicht von den Hamburger Öffis abhängig zu sein, hatten wir unsere Fahrräder mit eingepackt, die wir nur noch schnell abluden und uns dann sofort auf die 13 Kilometer lange Randtour zum Gelände machten. Schließlich wollten wir Powerwolf nicht verpassen. Für jemanden wie mich, die Sport als etwas betrachtet was anderen Leuten zustößt, war die Fahrt schon eine mittlere Sporteinheit, aber so lernte man mal den Elbdeich und das Industriegebiet kennen. Andererseits erweckte die Strecke, auf der die höchsten Erhebungen der Deich und die Brücken waren, alte Bremer Heimatgefühle. Nach einer guten Dreiviertelstunde Fahrt erreichten wir das Festivalgelände am Hamburger Großmarkt und die im Internet versprochene Fahrradgarage hielt auch, was sie versprach. Bei der Bändchenausgabe ging auch alles sehr zügig und so konnten wir noch ohne Eile die lange, lange Strecke vom Einlass zur Bühne entlangschlendern. Der Veranstalter war findig genug, auf halber Strecke die erste Bierbude aufzubauen, die auch sofort für die Mitnahme eines Wegbiers genutzt wurde. Das hatten wir uns redlich erradelt.

Ich war sofort von der Bühnendeko begeistert. Oktopusse! Damit kriegt man mich ja immer. Powerwolf lieferten wie immer eine klasse Show, nur dass ihr Auftritt im noch hellen Tageslicht nicht ganz so die epische Priesterkutten-Corpsepaint-Wirkung hatte wie sonst. Manche Bands funktionieren live einfach besser in stilechter Finsternis. Nichtsdestotrotz hatten wir eine Menge Spaß und nachdem sie mich auf dem RockHarz schmählich im Stich gelassen hatten, kam nun auch der Rest der Gang mal in den Genuss der Leistungswölfe. Nach einer kurzen Umbaupause betraten dann auch Sabaton die Bühne und nahmen das Festival auseinander. Zugegeben, die drei großen Bier auf nüchternem Magen mögen auch eine Rolle gespielt haben, aber so geflasht war ich schon lange nicht mehr auf einem Konzert. Wir kamen nun trotz des spinnenden CD-Players doch noch in den Genuss einiger Lieder des neuen Albums und als sie ‚Gott mit uns‘ als ‚Noch ein Bier – as we all drink united‘ spielten, konnten der Tilmensch und ich es nicht mehr lassen und mussten unseren traditionellen Discofox tanzen. Erstaunlicherweise fanden wir auch gleich mehrere Nachahmer. Der Wunsch nach alternativer Tanzmusik scheint verbreiter zu sein als wir ahnten. Nach Sabaton gönnten wir uns noch einen dänischen Hot Dog und radelten dann gemütlich wieder heim zur Homebase alias Wohnmobil.

Zum Luxus des Campingplatzes gehörte auch ein Brötchenbestell-Service, sodass wir den Tag dekadent mit Brötchen beginnen konnten. Da Faulenzen hoch im Kurs stand, wurde es auf dem Weg zum Festivalgelände, wo wir und Fear Factory als erste Band des Tages anschauen wollten, etwas hektisch, und dank eines sehr gut versteckten Geldautomaten und einigen versemmelten Sinnenschärfe-Proben um ihn zu finden verpassten wir leider doch die ersten Lieder. Der Rest des Konzerts war aber sehr gut und kurz darauf stießen auch Isol und ihr Freund zu uns. Mein Versuch, ein Festivalshirt zu erwerben (Oktopus!!!!!) verlief leider ins Leere, weshalb ich mich an die Futterstände hielt. Nach Fear Factory kamen At The Gates mit einer Runde ordentlichem Geknüppel und Paradise Lost mit einer Dosis Gothic Metal. Mit Asking Alexandria wurden wir allerdings alle nicht so wirklich warm. Es klang irgendwie, als könnten sie sich nciht entscheiden, ob sie wie Linkin Park, In Flames oder Machine Head klingen wollten, und es kam auch im Publikum keine richtige Stimmung auf. Danach legten Carcass aber wieder ein ordentliches Brett hin und auch Mastodon waren ganz nett. Zwar fehlte für meinen Geschmack das gewisse Etwas, aber als Hintergrundbeschallung konnte man es gut hören. Zwischendurch drohte mal eine Gewitterfront, die sich aber angesichts des Headliners wieder auflöste. Selbst Gewitter haben Angst vor Slayer! Tom Araya quatscht nicht viel herum, stattdessen gab es eineinviertel Stunden musikalisch auf die Fresse. Ein sehr gelungener Abschluss des Festivals.

Die Heimfahrt am Sonntag führte mitten durch die Reste des Schulferienrückreiseverkehrs, woraufhin das Navi uns einige Ausweichrouten vorschlug. Eine führte direkt an einem Militärgelände vorbei, was angesichts eines Verkehrswegs nur für Militärfahrzeuge folgende Frage aufwarf: Wenn wir laut genug Sabaton hören, geht das Wohnmobil als Panzer durch?

Insgesamt war es mal wieder ein tolles Wochenende mit meinen Freunden und Sabaton haben für 2017 schon eine Tour angekündigt. Mal schauen.

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