Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für die Kategorie “Nähen”

Einfach mal Blau machen

Musik: Avantasia – Twisted Mind

Nach langer Durststrecke und vielen Sechsecken, Metalkissen, Strickschals und Mass Effect-Zockorgien habe ich endlich mal wieder was für mich zum anziehen genäht. Die Geschichte dahinter ist eine längere.

Meine Mutter hatte einen Jeansrock aussortiert, der mir zwar vom Schnitt recht gut gefiel, aber die Farbe – Hellblau und ich, das funktioniert einfach nicht. Also umfärben. Da meine Versuche, Klamotten schwarz zu färben, bisher immer in einem seltsamen matschigen Dunkelblau-Grau endeten wurde der Rock dann marineblau. Allerdings ist blau eine Farbe die in meinem Kleiderschrank eher selten vertreten ist, deshalb musste was Neues zum Kombinieren her. Von einem früheren Burda-Fail hatte ich noch anderthalb Meter dunkelblau-braunen Paisleystoff übrig, der eine Bluse werden wollte.

Der Schitt ist erprobt von meiner Schädelstoffbluse, sodass ich da nicht mehr groß herumbasteln musste (Iron Girl hat ein breiteres Kreuz, weniger Brust und anders verteilten Hüftspeck als ich, deshalb schlägt es an der Puppe etwas Falten). Hierbei handelt es sich um das Modell 118 aus der Burda 07/2000. Insgesamt habe ich für dieses Projekt nur Material aus meinem Vorrat verwendet, selbst die Vlieseline für den Kragen habe ich noch in der Handarbeitsmaterial-Erbmasse gefunden. Die Knöpfe stammen von einem anderen Burda-Fail als der Stoff (Ja, ich habe im Laufe der Zeit eine Menge Burda-Fails produziert). Dies ist auch das erste Projekt das ich auf der geerbten Privileg-Maschine genäht habe. Das Stichbild hat zwar noch etwas Optimierung nötig, aber im Gegensatz zur Eisernen Jungfrau hat das Maschinchen kein einziges Mal den Stoff gefressen, und das bei dem feinen Blusenbatist. Insgesamt hat sich das Erbstück also bewährt.

Ich glaube, so langsam habe ich mein lange vermisstes Näh-Mojo wiedergefunden. Als nächstes geht es meiner alten, kaputten Lederjacke an den Kragen. Ledernadeln für die Nähmaschine habe ich jedenfalls schon mal besorgt.

My Little Evil Bad Pony

Musik: Sabaton – Blood of Bannockburn

Meine Freundin AdoraBelle erreichte kürzlich Epic Level und da musste natürlich ein passendes Geschenk her. Sie wünschte sich Dinge für ihre neue Wohnung und was lag da näher als eines meiner mittlerweile berüchtigten Metalkissen?

AdoraBelle mag Iron Maiden und My Little Pony, da ergab sich das Motiv mehr oder weniger von allein und ich war teilweise erstaunt, welche lange nicht benutzten Stickgarnfarben ich in den Tiefen meines Vorrats noch fand. Die Vorlage für das Pony stammt aus dem Internet und wurde von mir entsprechend modifiziert. Es war gar nicht so einfach, ein Pony zu finden, das angemessen grimmig und pöööhse dreinschaut.

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Der Schriftzug ist wie immer mit Stoffmalfarbe schabloniert und anschließend umstickt. Als Stoff musste schwarze Ditte herhalten. So langsam muss ich mal wieder zum Möbelschweden, da meine Vorräte sich langsam dem Ende neigen. Zum Schluss gab es noch einen ‚Für Dich mit Trve Metal Hatred handgemacht‘-Anhänger und ansonsten habe ich auf jeglichen weiteren Schnickschnack verzichtet. Das hätte nur vom Pony abgelenkt.

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Das Kissen war bei seiner neuen Besitzerin ein voller Erfolg und nun habe ich Lust, mir auch mal eins zu machen. Bloß welche Band? Und welches Design? Und ich habe ja eigentlich noch so viele UFOs hier herumliegen…

Festivalbändchenbanner

Musik: Mr. Hurley und die Pulveraffen – Haken an der Sache

Alle Festivalgängerinnen und -gänger kennen es – Das Festivalbändchen. Manche Leute sammeln sie über Jahre am Arm, ich habe die Bändchen der Saison immer bis zum Wachetreffen getragen und dann abgeschnitten. Aber was macht man dann damit? Zum Wegwerfen fand ich sie immer einfach zu schade, deshalb habe ich sie in einer Schublade meiner Schreibtischkommode gesammelt, bis mir schließlich die zündende Idee kam, wie ich sie angemessen zur Schau stellen kann. Hiermit präsentiere ich: Das Festivalbändchenbanner!

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Die Grundlage ist aus schwarzer Ditte, in Form geschnitten, gesäumt und oben mit einem Durchzug für den Stab versehen. Wieder ein reines Vorratsprojekt, selbst die Stange ist noch ein Rest vom Adventskalender für das Patenkind. Ich habe absichtlich unten noch viel Platz gelassen, für zukünftige Festivals. Das Banner repräsentiert auch längst nicht alle Festivals auf denen ich je gewesen bin, doch vor allem auf kleineren Veranstaltungen gab es oft nur ein Papierarmband. Dennoch, ein schönes Souvenir von mittlerweile 13 Jahren Rock’n’Roll auf diversen Äckern.

Was macht ihr eigentlich mit euren Bändchen?

Mal wieder ein paar Sechsecke

Musik: Amanda Palmer – Ukulele Anthem

Es wird mal wieder Zeit, die Sechseck-Ausbeute der letzten anderthalb Monate zu zeigen. Und ich habe nun endlich einen Plan, wie die fertige Decke mal aussehen soll. Die ausgekreuzten schwarzen Sechsecke sind schon erfolgreich bestickt. Ich habe also noch eine Menge Arbeit vor mir.

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Als Tauschobjekt für den ersten Schwung Häkelornamente habe ich zwei Sechsecke von Isol bekommen. Einmal eine Erinnerung an unser gemeinsames Studium der Geowissenschaften und zum zweiten das wohl bissigste Gepäckstück der Galaxis, bekannt aus den Scheibenwelt-Romanen des großen Terry Pratchett. Ist sie nicht schön geworden?

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Dann habe ich mich mal wieder in Seriengefilde gewagt. Links das Planet Express-Logo aus Futurama, rechts Babylon 5, die Science Fiction-Serie mit dem für ihre Zeit ausgeklügeltsten Plot und zahlreichen Tolkien-Eastereggs.

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Da ich viele Jahre (insgesamt 10 mal) nach Wacken gefahren bin, musste das natürlich auch auf der Decke verewigt werden. Rechts sind einige Motive aus der Belgariad-Saga von David Eddings zu sehen: Belgarath in Wolfsform, Polgara in Eulenform und der Orb of Aldur.

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Links Skyrim. Mittlerweile bin ich bei etwa 600 Stunden Spielzeit und beim zweiten Charakter und fest entschlossen, mal Stufe 80 zu knacken. Rechts ‚Lycidas‘ von Christoph Marzi, für mich immer noch mit das Beste das die deutschsprachige Fantasy je hervorgebracht hat. Wittgenstein ist eine meiner absoluten Lieblingsfiguren aller Zeiten und ‚Fragen Sie nicht‘ eine seiner Catchphrases.

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Hier geht projekttechnisch gerade mal wieder alles wild durcheinander, weil sich ganz spontan noch ein Großprojekt mit Deadline Mitte Oktober eingeschlichen hat. Aber dazu mehr in einem eigenen Post. Ich sage nur so viel: Ich werde Gitarre spielen. Rette sich wer kann.

 

Rosa Armee Fraktion

Musik: Bauhaus – Bela Lugosi’s dead

Der beste Manowar-Fan der Welt heiratet demnächst und sie hatte sich von ihren Freunden einen typischen Junggesellinnenabschied mit Bollerwagen, Spielchen und allen Schikanen gewünscht. Also machten der Tilmensch und ich uns an die Planung und ich sagte zu, mich um die Ausstattung zu kümmern. Das Brautkleid hängt seit Monaten vor den Augen des Bräutigams versteckt in meinem Kleiderschrank und als ich bei Alfatex ein Satinband in exakt den gleichen Farben fand, war das Farbschema für die Deko klar und ich fand mich mal wieder dabei, die Farbe des absoluten Bösen zu verarbeiten. Was tut man nicht alles für seine Freunde.

Da ich niemandem für viel Geld ein ‚lustiges‘ T-Shirt aufnötigen wollte, das bei den meisten dann eh nur im Schrank verschimmelt, gab es stattdessen Ansteck-Rosetten für alle.

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Ja, durch die Sache mit dem rosa Tüll mussten die Jungs halt durch. Aber sie waren tapfer. Wir waren übrigens eine größtenteils männliche Begleittruppe. Die ganze Geschlechtertrennung bei Junggesellenabschieden finden wir alle eh ziemlich bescheuert. Warum soll ein Teil des Freundeskreises der heiratenden Person ausgeschlossen werden, nur weil er zufällig einen anderen Chromosomensatz als besagte Person hat?

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Natürlich durfte auch ein passender Kopfputz für die Braut nicht fehlen. Auf der Grundlage eines alten Schulterposters bastelte ich einen Fascinator, der dann entspechend dekoriert wurde. Dafür musste ein weiterer meiner kleinen Totenkopfpatches herhalten.

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Auf einen Haarreifen montiert und mit einem Schleier versehen sah das dann so aus:

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Die Braut hat sich sehr gefreut und wir hatten viel Spaß dabei, sie mit einem LARP-Schwert bewaffnet auf einer epischen Quest durchs Gelände zu schicken.

Hell’s Kitchen

Musik: Blind Guardian – Banished from Sanctuary

Ich plane schon seit langem, eine Küchenschürze zu nähen, aber aus Faulheit/mehr Begeisterung für andere Projekte/allgemeiner Handarbeitsprokrastination dümpelte die Idee einige Zeit unverwirklicht vor sich hin, bis ein beinahe-Unfall mit einem hellen Pullover und Tomatensoße das Projekt wieder in den Fokus rückte. Der Schnitt ist aus verschiedenen Internetquellen zusammengebastelt, das Design stammt aus der Episode Piece of Cake des Webcomics Widdershins, in der Punk-Bäckerin Alexa King es mit der anthropomorphen Personifizierung der Todsünde der Völlerei aufnimmt. Im Nachhinein betrachtet hätte der Latz oben noch etwas schmaler gekonnt, aber hinterher ist man immer schlauer.

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Das Material ist schwarze Ditte, das Motiv habe ich wie auch schon den Omnia-Schriftzug mit Buchbindefolie schabloniert. Nun überlege ich, was ich heute Abend koche. Auf Dauer ist die österliche Schokoladendiät doch etwas eintönig.

Omnis, Omnia… Latein ist 15 Jahre her.

Musik: Alestorm – Sunset of the Golden Age

Nachdem es heute erfolgreich verschenkt wurde, kann ich hiermit Metalkissen Nummer 3 präsentieren. Obwohl ich mittlerweile aufgeklärt wurde, dass Omnia gar keinen Metal spielen. Aber egal, die Kissenreihe hat ihren Namen und dabei bleibt es auch. Also nun das Omnia-Kissen, bei dem ich zum ersten Mal eine neue Schablonentechnik mit Klebefolie ausprobiert habe. Tolle Sache. Zwar sind die Schablonen nicht wiederverwendbar, aber die Ränder werden viel sauberer als mit schlichten Plastikordnerresten, weil dank der Klebeeigenschaften der Folie die Stoffmalfarbe nicht so leicht unter die Ränder laufen kann. Farblich habe ich mich bei dem Kissen am Sofa der neuen Besitzerin orientiert und auch den Rest des rosa Stoffs vom Manowar-Kissen bin ich dank einer Stofffarbe-Pantschaktion im Kochtopf, die in einem Weinrot endete, noch losgeworden.

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Heavy Nähmaschine

Musik: Alice Cooper – Feed my Frankenstein

Nach 12 Jahren Dauerbenutzung brauchte die Eiserne Jungfrau dringend ein neues Häubchen. Das alte war so ein Plastikding, das schon seit Jahren dem Verfall anheim fiel, nur war ich bisher immer zu faul, es zu ersetzen. Dann fand ich neulich beim Stoff-Umräumen die Reste dieses wunderbar pornösen Schlangenprints wieder, der in meiner alten Wohnung mal ein Sofakissen war, und zwei Stunden später durfte sich die Eiserne über ein neues Kleid freuen. Und damit ich immer weiß, wo vorne ist (der Tragegriff der Maschine sitzt nämlich nicht mittig, sodass das Loch für den Griff es auch nicht tut), habe ich die Vorderseite noch mit einem farblich passenden Wacken-Aufnäher verschönert.

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Alles in allem ein kleines Projekt für zwischendurch.

Expeditionen ins Stofflager

Musik: Iced Earth – Jekyll & Hyde

Ja, mich gibt es noch. Und ich war im Januar nicht wirklich produktiv, weil ich in einem akuten Anfall von Realitätsflucht mal wieder Star Trek: The Next Generation und Deep Space Nine durchgeschaut (und bei letzterem mich am meiner Meinung nach besten und vielschichtigsten Trek-Charakter alias Garak erfreut) habe. Aber immerhin habe ich mal meine Vorräte an Quiltstoffen durchsucht und mir Gedanken darüber gemacht, welche Stoffe zum Projekt 666 passen könnten. Die Voraussetzung ist eine Kompatibilität mit meinem Sofa, den dazugehörigen Kissen und dem Gesamtkonzept eines Entdeckerhöhlen-Wohnzimmers. Die beiden äußeren Kissenhüllen stammen vom Möbelschweden, die beiden inneren sind selbstgenäht.

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Passend dazu habe ich mich auf das Farbschema Grün-Braun-Blau-Sepia eingeschossen. Warum die Weltkarte auf dem ganz rechten Stoff so unglaublich falsch ist, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben.

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Die folgenden Stoffe befanden sich in der engeren Auswahl, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich sie wirklich verwenden will, weil sie ziemlich unruhige Muster haben, die sich doch eher für größere Stücke als meine Sechsecke eignen.

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Vom ersten Deckenanlauf habe ich sogar noch einige mit den ausgesuchten Stoffen bezogene Sechsecke übrig. Aufs Sechseck gezogen fällt es auch gar nicht mehr auf, dass die Verteilung der Kontinente auf dem Weltkartenstoff nicht stimmt.

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Damit bin ich bei 43 von 660 ganzen Sechsecken. Das macht 6,5 %.

Metalkissen Nummer 2

Musik: Arch Enemy – My Apocalypse

Als der Tilmensch bei der Wohnmobil-Einweihung des rosa Manowar-Kissens ansichtig wurde, meinte er, dass so ein Kissen ihm auch gefallen würde. Also habe ich mich zu seinem Geburtstag an die Maschine gesetzt, fleißig mit Stoffmalfarbe und Schimmelentferner herumgesaut und aus dem unergründlichen Vorrat an Flecktarn ein Endzeit-Iron Maiden-Kissen für sein neues Sofa zusammengebastelt. Erkenntnis Nummer 1: Schimmelentferner hat auf meine Camostoffe so gut wie überhaupt keine Wirkung. Erkenntnis Nummer 2: Je nachdem, ob der Stoff feucht oder trocken ist, lassen sich mit dem Schimmelentferner sehr unterschiedliche Effekte erzielen. Dank des Kissens habe ich auch immerhin einen der Tarnstoffe bis auf ein paar kleine Restfitzel aufbrauchen können. Das macht -1 für den Stoffberg, Yeah!

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Ansonsten ist handarbeitstechnisch gerade nicht viel los, denn Promovieren frisst Zeit. Aber das nächste hirnrissige Projekt steht schon in den Startlöchern. Kleiner Spoiler: Es wird Zahnräder geben. Viele Zahnräder.

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