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Archiv für die Kategorie “Steampunk”

Von Eisernen Jungfrauen, Luftschiffabstürzen und Sternenkriegern

Musik: Iron Maiden – Empire of the Clouds

Die neue Scheibe von Iron Maiden ist da! Gleich am Erscheinungstag bin ich zum örtlichen Plattendealer geflitzt und derzeit läuft kaum etwas anderes in meinem CD-Player. Nachdem ich mit mit dem letzten Album, ‚The Final Frontier‘, stellenweise nicht so ganz warm geworden bin, hat ‚The Book of Souls‘ wieder voll meinen musikalischen Nerv getroffen. Mein innerer Steampunker freut sich besonders über das 18 Minuten lange ‚Empire of the Clouds‘, das von einem Luftschiff und seinem Absturz handelt (Details über His Majesty’s Airship R101 und ihr Ende gibt es bei Wikipedia). Das Lied ist einfach nur episch und wunderschön und nach mehrmaligem Hören des Stücks hat die Hintergrundgeschichte meines abgewrackten Privatdetektivs aus ‚Tod eines Archäologen‘ nun wieder ein neues Detail bekommen. Zwar wird es erst in einer potentiellen Fortsetzung relevant, aber was ich an Plot im Sack habe, habe ich im Sack, und ich habe mit diesem Charakter eine Menge vor. Aber zurück zur Platte (Nein, nicht die Trolldroge). Es folgt eine glückliche Horatia mit ihrem erfolgreich erlegten Loot:

Maiden

Ich mag den Effekt, dass das Bild, das die Webcam auf meinem Monitor angezeigt hat, sich in der CD-Hülle spiegelt und die CD damit wieder auf sich selbst abbildet. Als ob Eddie insgeheim in meinen Fotos spuken würde. Muhuhahahaha. Zudem habe ich bei der CD-Release-Party im örtlichen Lärmschuppen noch einen Eddie-Schlüsselanhänger geschenkt bekommen, der nun den USB-Stick mit der jeweils aktuellsten Version meiner Dissertation bewacht. Da promoviert es sich doch gleich viel schöner.

Beim ausgiebigen Hören oben erwähnter CD habe ich einen Haufen neuer Sechsecke zugeschnitten und angefangen, sie zu besticken. Und dabei habe ich endlich erfolgreich die allerletzten Reste meiner ersten schwarzen Ditte-Charge aufgebraucht.

Projekt666_8

Oben links: Die Signatur der kristallographischen Ebenengruppe p6mm, welche die möglichen Symmetrieoperationen eines Sechseckquilts beschreibt. 6 bezeichnet die maximale Drehsymmetrie in der Draufsicht, m steht für Spiegellinien senkrecht auf a- und b-Richtung in der Ebene. Da ich in der Kristallographie promoviere, musste das einfach sein. Ich bin so ein Nerd.

Oben rechts: 666. The Number of the Beast. Der Projektname für die 660 Sechsecke in Stickgarn gebannt. Was wiederum einen Bogen zu Iron Maiden schlägt, zumal ich auch den Schriftzug vom gleichnamigen Album grob kopiert habe.

Untere Reihe: Die Rebellenallianz und das Galaktische Imperium brauche ich vermutlich nicht zu erklären. Obwohl Sioris und ich neulich festgestellt haben, dass ihre Mitbewohnerin keine Ahnung hat, wer Han Solo ist. Wir waren da doch leicht geschockt, dass sie den coolsten Schmuggler der gesamten Galaxis nicht kannte. Aber ich glaube, den Menschen die meinen Blog lesen muss ich nicht erklären, was Star Wars ist.

Dieser Post markiert außerdem das erste Mal, dass ich hier auf dem Blog ein Stück meines Gesichts zeige. Premiere!

Die Steampunkalypse naht

Es war knapp, aber am 31. 12. um kurz vor 19 Uhr ist das gute Stück doch noch fertig geworden und ich konnte es Silvester zu Kniehosen, Spitzenshirt, Nietengürtel und Stetson ausführen. Das Schnittmuster stammt aus der Burda Easy Fashion Herbst/Winter 2006. Verarbeitet wurden zwei verschiedene Sorten Flecktarn, ein Rest schwarzer Stoff von einem Gewandungsrock und ein Rest Futterstoff, alles aus dem Vorrat. Dank starker Bewölkung was das Licht zum fotografieren mal wieder bescheiden, aber man erkennt trotzdem etwas.

Steampunkalypse1

Auf der Rückseite gab es noch den obligatorischen Riegel mit einer Schnalle, die mal zu meiner alten Uni-Tasche gehörte.

Steampunkalypse2

Ansonsten muss natürlich noch viel mehr Deko drauf und auch meine Bandpatch-Jagd war bisher nur teilweise erfolgreich. Aber die zum Weltuntergang führende Explosion der gigantischen Dampfmaschine alias Festivalsaison beginnt ja erst ein einem halben Jahr…

Merry Hogswatch!

Langsam wird die ganze Angelegenheit wirklich akut und deshalb muss ich auch mal was Weihnachtliches posten. Diesen Adventskalender habe ich für mein Patenkind gestickt und genäht und wie ich erfahren habe, wurde er mit großer Begeisterung aufgenommen. Ohne Füllung:

Adventskalender1

Ich weiß nicht, warum meine Kamera aus dem Stoff so ein verzogenes Karomuster macht. Es ist ganz normaler Zählstoff. Und einmal mit Füllung:

Adventskalender2

Meinen eigenen, den damals meine Tante für mich gemacht hat, lasse ich mir jedes Jahr wieder von meiner Mutter befüllen. Für manche Dinge ist man einfach nie zu alt.

Außerdem habe ich mal wieder festgestellt, dass Inspirationspartikel kleine mistige Biester sind, die immer genau dann zuschlagen, wenn man eigentlich anderes im Sinn hat. Vor ein paar Tagen strickte ich gemütlich am Weihnachtsgeschenk für meine Mutter vor mich hin, als besagte Partikel mich plötzlich hinterrücks überfielen. Eine Stunde später saß ich vor einem Haufen zugeschnittener Stückchen aus schwarzem Stoff und verschiedenen Flecktarn-Resten und wusste genau, dass ich die nächste Festivalsaison steampunkalyptisch stilvoll angezogen verbringen werde. Was genau es wird, verrate ich noch nicht, aber ich muss beim Heimaturlaub über Weihnachten beim Menschenverachtende-Untergrundmusik-Dealer meines Vertrauens unbedingt noch ein paar Bandpatches hamstern. Machine Gun-Eddie und ein schlichtes Turisas-Logo stehen ganz oben auf der Shoppingliste. Nur beim Amon Amarth-Patch muss ich wohl selber ran, da es den in der Form, wie ich ihn haben will, nicht zu kaufen gibt.

In Farbe und blau

Ja, das Projekt Steampunk-Klischee-Korsett gibt es noch. Und hin und wieder arbeite ich auch mal daran weiter. So landeten kürzlich mehrere Spitzenborten, vier Meter Korsettschnur und eine Ladung Ripsband im taubenblauen Kochtopf-Farbbad. Ich habe mich nun endgültig dafür entschieden, leicht matschiges Blau als Kontrastfarbe zu verwenden, allein schon weil der braune Oberstoff feine blaue Nadelstreifen hat. Auch wenn das bedeutet, dass ich diverse Knöpfe wieder abtrennen muss um mehr Spitze dran zu tackern.

Steampunkkorsett1

Mittlerweile betrachte ich das Korsett eh weniger als Klamotte sondern als langfristiges Kunstprojekt. Denn wann kriege ich das Ding jemals wirklich angezogen, es sei denn, ich schaffe es irgendwann doch noch mal aufs WGT? Selbst auf dem einzigen örtlichen Gothic-Abend wäre man damit hoffnungslos overdressed und außerdem ist der dort größtenteils laufende Elektro auch nicht wirklich mein Fall.

Aber die Kombination aus Spitze und diversem anderem Zeugs wie Perlen, Metallornamenten und goldenen Unterlegscheiben gefällt mir auf jeden Fall schon mal sehr gut.

Mit Dampfkraft zum Klischee

Manchmal muss Kitsch einfach sein.

Der Laughing Moon-Korsettschnitt lag schon ein paar Jahre bei mir herum und als vor einiger Zeit mein gekauftes schwarzes Standard-Satinkorsett endgültig aus dem Leim gegangen ist habe ich beschlossen, dass es Zeit für ein paar neue Korsetts ist. Eines davon sollte ein Steampunk-Klischee-Korsett werden. Ich weiß, der Look ist mittlerweile ziemlich ausgelutscht, aber eigentlich gefällt er mir sehr gut und man muss ja nicht gleich die Captain Obvious-Keule herausholen und alles mit Zahnrädern zutackern.

Der Oberstoff ist ein fester brauner Baumwollstoff mit feinen blauen Nadelstreifen und dementsprechend habe ich mich für blaue Kontrastnähte entschieden. Das Schrägband für die Kanten und die Korsettschnur werde ich mit Textilfarbe in einem passenden Blauton färben.  Dazu kommen noch eine goldfarbene Schließe und goldene Schnürösen.

Zur Zeit bin ich damit beschäftigt, diversen Kram auf den Oberstoff zu nähen. Da ich allgemein auf nautische Motive stehe und Blau schon im Stoff enthalten ist, werde ich das Ganze grob im Thema ’20 000 Meilen unter dem Meer‘ halten. Mit Stecknadeln auf Iron Girl getackert und mit meiner fast antiken Digitalkamera fotografiert sieht es bisher so aus:

Da muss natürlich noch viel mehr Zeug drauf – wenn schon, denn schon!

Ich habe auch noch nicht den blassesten Schimmer, wann und wo ich das gute Stück jemals anziehen soll, aber ich habe Spaß beim Nähen und das ist die Hauptsache. In diesem Sinne – Captain Nemo, klar zum Tauchen!

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