Zum Anker und Oktopus

Anarcho-Handarbeiten, Gitarrenlärm, Nerdic Walking und andere Welten

Archiv für die Kategorie “Unterwegs”

Metal im Zeichen des Oktopus

Musik: Slayer – Dead skin mask

Alles begann damit, dass der beste Manowar-Fan und ich so um das letzte Silvester herum beschlossen, dass wir 2016 unbedingt auf ein Sabaton-Konzert müssen. Und da ich die besten Freunde der Welt habe, bekam ich zum Geburtstag von allen zusammen ein Ticket für das Elb-Riot, wo unter anderem auch besagte Band spielte.

ElbRiot

Und so machten der beste Manowar-Fan der Welt, der Tilmensch, Bran und ich uns im Wohnmobil nach einem Zwischenstop beim Media Markt zwecks Erwerb der neuesten Sabaton-CD auf nach Hamburg. Unterwegs der erste Schock: Die CD sprang und spielte manche Lieder gar nicht erst ab! Frust machte sich breit, bis wir es schließlich mit der wissenschaftlichen Methode versuchten – Spielt der Player denn andere CDs ab? Dies war nicht der Fall, weshalb Sabaton nun wirklich keine Schuld traf. Dank einiger Baustellen und einem richtungsverwirrten Navi, das uns zwischen zeitlich zurück nach Göttingen lotsen wollten, trafen wir nach viereinhalb Stunden Fahrt auf unserem idyllisch am Elbdeich gelegenen Campingplatz ein. Um nicht von den Hamburger Öffis abhängig zu sein, hatten wir unsere Fahrräder mit eingepackt, die wir nur noch schnell abluden und uns dann sofort auf die 13 Kilometer lange Randtour zum Gelände machten. Schließlich wollten wir Powerwolf nicht verpassen. Für jemanden wie mich, die Sport als etwas betrachtet was anderen Leuten zustößt, war die Fahrt schon eine mittlere Sporteinheit, aber so lernte man mal den Elbdeich und das Industriegebiet kennen. Andererseits erweckte die Strecke, auf der die höchsten Erhebungen der Deich und die Brücken waren, alte Bremer Heimatgefühle. Nach einer guten Dreiviertelstunde Fahrt erreichten wir das Festivalgelände am Hamburger Großmarkt und die im Internet versprochene Fahrradgarage hielt auch, was sie versprach. Bei der Bändchenausgabe ging auch alles sehr zügig und so konnten wir noch ohne Eile die lange, lange Strecke vom Einlass zur Bühne entlangschlendern. Der Veranstalter war findig genug, auf halber Strecke die erste Bierbude aufzubauen, die auch sofort für die Mitnahme eines Wegbiers genutzt wurde. Das hatten wir uns redlich erradelt.

Ich war sofort von der Bühnendeko begeistert. Oktopusse! Damit kriegt man mich ja immer. Powerwolf lieferten wie immer eine klasse Show, nur dass ihr Auftritt im noch hellen Tageslicht nicht ganz so die epische Priesterkutten-Corpsepaint-Wirkung hatte wie sonst. Manche Bands funktionieren live einfach besser in stilechter Finsternis. Nichtsdestotrotz hatten wir eine Menge Spaß und nachdem sie mich auf dem RockHarz schmählich im Stich gelassen hatten, kam nun auch der Rest der Gang mal in den Genuss der Leistungswölfe. Nach einer kurzen Umbaupause betraten dann auch Sabaton die Bühne und nahmen das Festival auseinander. Zugegeben, die drei großen Bier auf nüchternem Magen mögen auch eine Rolle gespielt haben, aber so geflasht war ich schon lange nicht mehr auf einem Konzert. Wir kamen nun trotz des spinnenden CD-Players doch noch in den Genuss einiger Lieder des neuen Albums und als sie ‚Gott mit uns‘ als ‚Noch ein Bier – as we all drink united‘ spielten, konnten der Tilmensch und ich es nicht mehr lassen und mussten unseren traditionellen Discofox tanzen. Erstaunlicherweise fanden wir auch gleich mehrere Nachahmer. Der Wunsch nach alternativer Tanzmusik scheint verbreiter zu sein als wir ahnten. Nach Sabaton gönnten wir uns noch einen dänischen Hot Dog und radelten dann gemütlich wieder heim zur Homebase alias Wohnmobil.

Zum Luxus des Campingplatzes gehörte auch ein Brötchenbestell-Service, sodass wir den Tag dekadent mit Brötchen beginnen konnten. Da Faulenzen hoch im Kurs stand, wurde es auf dem Weg zum Festivalgelände, wo wir und Fear Factory als erste Band des Tages anschauen wollten, etwas hektisch, und dank eines sehr gut versteckten Geldautomaten und einigen versemmelten Sinnenschärfe-Proben um ihn zu finden verpassten wir leider doch die ersten Lieder. Der Rest des Konzerts war aber sehr gut und kurz darauf stießen auch Isol und ihr Freund zu uns. Mein Versuch, ein Festivalshirt zu erwerben (Oktopus!!!!!) verlief leider ins Leere, weshalb ich mich an die Futterstände hielt. Nach Fear Factory kamen At The Gates mit einer Runde ordentlichem Geknüppel und Paradise Lost mit einer Dosis Gothic Metal. Mit Asking Alexandria wurden wir allerdings alle nicht so wirklich warm. Es klang irgendwie, als könnten sie sich nciht entscheiden, ob sie wie Linkin Park, In Flames oder Machine Head klingen wollten, und es kam auch im Publikum keine richtige Stimmung auf. Danach legten Carcass aber wieder ein ordentliches Brett hin und auch Mastodon waren ganz nett. Zwar fehlte für meinen Geschmack das gewisse Etwas, aber als Hintergrundbeschallung konnte man es gut hören. Zwischendurch drohte mal eine Gewitterfront, die sich aber angesichts des Headliners wieder auflöste. Selbst Gewitter haben Angst vor Slayer! Tom Araya quatscht nicht viel herum, stattdessen gab es eineinviertel Stunden musikalisch auf die Fresse. Ein sehr gelungener Abschluss des Festivals.

Die Heimfahrt am Sonntag führte mitten durch die Reste des Schulferienrückreiseverkehrs, woraufhin das Navi uns einige Ausweichrouten vorschlug. Eine führte direkt an einem Militärgelände vorbei, was angesichts eines Verkehrswegs nur für Militärfahrzeuge folgende Frage aufwarf: Wenn wir laut genug Sabaton hören, geht das Wohnmobil als Panzer durch?

Insgesamt war es mal wieder ein tolles Wochenende mit meinen Freunden und Sabaton haben für 2017 schon eine Tour angekündigt. Mal schauen.

Ihr seid gut, ihr trefft Töne!

Musik: Satyricon – K.I.N.G.

Meine Freunde und ich haben uns mal wieder für vier Tage Dreck, Dixis und Dosenbier von der Zivilisation verabschiedet. Mit anderen Worten: Es war RockHarz und wir mittendrin.

Mittwoch

Mittlerweile haben wir den absoluten Gipfel der Festivaldekadenz erreicht, da sich der beste Manowar-Fan der Welt ein Wohnmobil zugelegt hat. Mit diesem Riesengeschoss machten der Tilmensch, Bran und ich uns am Mittwoch Mittag als Vorhut auf den Weg, um schon mal den Zeltplatz-Claim abzustecken. Unter Zuhilfenahme aller Beteiligten (Kommt was von rechts?) schafften wir es unfallfrei aufd Festivalgelände und hatten das große Glück, gerade in die Eröffung eines neuen Zeltplatzabschnitts hineinzurutschen, sodass wir unser Lager ganz entspannt mit reichlich Platz in der Mitte aufschlagen konnten. Kein Vergleich zum letzten Jahr, wo das große Quetschen angesagt war. Da wir ohne Stau durchgekommen waren, blieb noch genug Zeit, im Camp zu chillen, die ersten Bierdosen zu knacken und sich der handgemachten Musik zu widmen. Vor anderthalb Wochen habe ich nämlich meine Gitarre mal wieder aus dem Keller ausgegraben und mir die Akkorde zu Empire of the Clouds von Maiden aus dem Netz gesucht. Und so schrubbten der Tilmensch auf der Ukulele und ich auf der Klampfe fröhlich vor uns hin, während sich um uns herum der Zeltplatz langsam füllte. Ich hatte schon vergessen, wie viel Spaß Gitarre spielen eigentlich macht. Man muss nicht gut sein, sondern einfach machen, dazu grölen und die Nachbarn verschrecken. Und Punk-Klassiker wie ‚Bullenwagen klaun und die Innenstadt demoliern‘ lassen sich ein einer Minute lernen. Gegen Abend stand dann mit JBO das erste Konzert an. Irgendwie zündeten sie bei mir nicht so ganz (vermutlich war ich noch zu nüchtern), aber es gab es rosa Wasserbälle, die auf das Publikum herabregneten, und von denen wir uns einige unter den Nagel rissen mit dem Plan, sie beim Konzert der finstersten Black Metal-Band des Festivals wieder ins Publikum zu werfen. Und als Outro schossen sie das Deep Space Nine-Thema in voller Lautstärke durch die Boxen, was schon definitiv episch war. Danach ließen wir den Abend ruhig mit Nudeln vom Wohnmobil-Gasherd ausklingen. Als ich dann im Zelt lag, konnte ich trotz Ohrenstöpseln hören, dass es in einem der Nachbarcamps auch einen Gitarrenspieler gab, der sich mit fortschreitender Zeit und fortschreitendem Getränkepegel in immer seltsamere Trinklieder verstrickte. Ich war kurzzeitig versucht, noch mal aus dem Schlafsack zu krabbeln und ihm Empire of the Clouds in die Hand zu drücken.

Donnerstag

Der Donnerstagmorgen begann um Punkt acht Uhr mit den Idioten von zwei Camps weiter, die lautstark ‚Guten Morgen, Sonnenschein!‘ über den Zeltplatz schallen ließen. Aargh! Ich habe ja absolut nichts dagegen, wenn die Leute bis spät nachts auf dem Campingplatz feiern, das gehört zu nem Festival dazu, aber Leute die früh morgens lautstark krampfhaft gute Laune verbreiten wollen, gehören in einem finsteren mitternächtlichen Ritual zu den Klängen von Immortal notgeschlachtet. Nach dem unsanften Wecken war erstmal Faulenzen, Lesen und weiteres Musik machen angesagt, bis wir um halb vier unsere Freundin Nici samt Ukulele Nummer 2 mit einer Dose eisgekühltem Bier vom Bus abholten. Danach ging es gemütlich weiter, bis wir uns zur ersten Band des Tages aufmachten, die wir sehen wollten – Gamma Ray. Die lieferten ein ordentliches Brett ab. ASP musste ich nicht unbedingt sehen, deshalb ging ich zurück zum Camp, Biernachschub holen, und beobachtete mit einem Auge das EM-Halbfinale Deutschland-Frankreich. Nach dem 0:2 war klar, dass das nichts mehr wird – Da waren Saxon eindeutig die verlockendere Alternative. Faszinierend, wie Biff gesanglich immer noch abgeht, obwohl er noch mal 7 Jahre älter ist als The Bruce. Und was das Thema Haare angeht hat er mit seiner schneeweißen Mähne sowieso haushoch gewonnen. Tolles Konzert, obwohl sie mein Lieblingslied von ihnen dieses Mal leider nicht gespielt haben. Auf dem Heimweg machten wir uns noch potentiell unbeliebt, weil wir ohne Rücksicht auf trauernde Fußballfans lautstark ‚Bier gegen Bullen und Deutschland‘ sangen. Dann wollten die anderen auch schon ins Bett, aber ich war noch nicht müde, weshalb ich noch bei unseren Nachbarn (nicht den Idioten) vorbei schaute und bei ihnen weiterfeierte. Sie hatten eine wirklich gute Musikauswahl auf ihrem Rechner und wir haben uns im Laufe der Tage so manches Mal gewünscht, dass den anderen Gruppen um uns herum ihre Anlagen um die Ohren fliegen. Warum stundenlang Kirmestechno ertragen müssen, wenn man auch Maiden hören könnte?

Freitag

Mein Gebet an die Götter Asgards wurde erhört: Der Morgen begann nicht mit schlechter Beschallung, sondern immerhin nur mit dem langsamen Erhitzen des Zelts durch die Sonne und dem anschließenden üblichen Tagesprogramm. Als erste Band des Tages stand Coppelius auf dem Programm. Wie immer sehr gut, auch wenn sie dieses Jahr nur ein Maiden-Cover gespielt haben. Dafür gab es die Wall of Friendliness. Das Publikum teilt sich in der Mitte, geht dann langsam aufeinander zu und wenn man sich in der Mitte trifft, gibt man sich die Hand und sagt etwas Nettes. Sehr stilvoll. Dann tauchte auch der Tilmensch mit dem besten Manowar-Fan der Welt im Schlepptau auf und wir waren endlich komplett. Zurück beim Zelt wurde erstmal ausgeibig gegrillt, während am Himmel dunkle Wolken aufzogen und wir schon Schlimmes befürchteten, aber bis auf einen kurzen Angstschauer kamen wir davon. Für Erheiterung sorgte auch einer der Idioten von zwei Camps weiter, der plötzlich in einem neongelben Mankini auf dem Dach seines Autos herumsprang. Festivals scheinen irgendwie das innere Kind im Menschen rauszulassen. Es gab wieder die üblichen kreativen Basteleien aus leeren Bierdosen, Gaffatape und sonstigem Gerümpel und auch ein paar andere nette Aktionen jenseits von dämlichen ‚Titten raus‘-Schildern. Eine Gruppe hatte ein Wörterbuch auf einem Tisch ausgelegt und mit einem Schild dazu aufgefordert, ihnen einen Begriff daraus vorzulesen, andere Leute hatten sich aus Pappkartons spontan Roboterkostüme gebastelt und liefen damit übers Gelände. Nächster Halt: Satyricon. Angemessen düster um die rosa Wasserbälle zum Einsatz kommen zu lassen. Ja, wir unverbesserlichen Trolle. Anschließend gingen der beste Manowar-Fan und ich eine Runde die Merchandise-Stände abchecken und deckten uns mit Sabaton-Patches ein. Saltatio Mortis schenkte ich mir, um dann mit einem neuen Bier wieder pünktlich zu Beginn der Rocky Horror Tobi Show alias Avantasia einzutreffen. Ich bekam, wofür ich gekommen war – 2 Stunden erstklassigen kitschtriefenden Power Metal und das übliche Gequatsche vom Tobi, der auch dieses Mal wieder für einen hohen Unterhaltungsfaktor sorgte. Glücklich kippte ich ins Zelt.

Samstag

Same Procedure as every Morning, wobei diverse Skalen erfunden wurden. Sonnencremedicke von eins bis Corpsepaint. Verschmiertes Augen-Make-Up von eins bis Satyricon. Und schlechter Sex von… nun ja, lassen wir das. Zwischendurch fand ich sogar noch Zeit, meinen neu erworbenen Sabaton-Patch auf die Kutte zu nähen, wo er nun thematisch passend neben dem Maiden-Patch mit Machine Gun-Eddie wohnen darf. Musikalisch begann der Tag mit Gloryhammer, der Zweitband von Alestorm. Die Power Metal-Band die noch kitschiger ist als Avantasia und das mit voller Absicht. Ob Posing mit einem Streithammer, lustige Fellstiefel oder epische Mitsingchöre – läuft. Danach begann mein persönliches Sportprogramm – Erst Finntroll und direkt danach Ensiferum. Ich war hinterher sowas von im Arsch, weshalb im Wohnmobil erstmal Speed-Nudeln mit Soße a la ‚Veggiebolognese + Pizzatomaten + alles was wir sonst noch so an Gemüse im Wohnmobil finden und was weg muss + Chiliflocken‘ gekocht wurden und wir pappsatt zurück zu Children of Bodom rollten, deren fettes Brett fleißig beim Verdauen half. Während Subway to Sally spielten, füllte ich meinen Bierbecher noch mal auf und begab mich zu meinem persönlichen Favoriten des Festivals: Powerwolf. Was soll man dazu noch sagen. Ein Haufen als Priester verkleidete Leute mit Corpsepaint, die abgefahrenen Power Metal mit leichtem Gothic-Einschlag spielen, mit einem rumänischen Opernsänger als Frontmann. Letzterer steckt stimmlich so ziemlich alles in die Tasche – gelernt ist halt gelernt. Ein rundrum geniales Konzert, von der Circle Pit rückwärts über das Reenacten des isländischen Fußballschlachtrufs (Huh!) bis zum Kommentar des Sängers über unsere Mitsingkünste: ‚Ihr seid gut, ihr trefft Töne!‘ Immer noch total geflasht latschte ich mal wieder zurück zum Zelt und wägte meine Optionen ab. Ich könnte jetzt schlafen gehen. Aber ich habe noch genau eine Dose Bier und nachher spielen noch Versengold, von denen ich immerhin zwei Lieder mitsingreif kenne. Am Ende wurden es Bier und Versengold und ich war wirklich positiv überrascht von der Band. Auf CD klingen sie teilweise eher lahm, aber live gingen sie ordentlich ab. Man stelle sich eine Mischung aus Fiddler’s Green und einer besseren Version von Schandmaul vor. Ein schöner Abschluss des Festivals.

Am Sonntag folgten das übliche Abbauen und das mittlerweile traditionelle Looten des Campingplatzes. Für mich sprang eine neue Klappkiste dabei heraus und unseren Auftrag nach roter und grüner Pavillonplane für einen neuen Schattenweber-Merchpavillon konnten wir auch erfüllen.

Nächster Halt Mitte August: Elb-Riot. Mit Sabaton. Und Slayer. Und noch mal Powerwolf. \m/

Abenteuer einer Merchfeeräuberin – Horatia auf der RPC 2016

Musik: Tommy Krappweis – The Geeky Shuffle Blues

Ich bin musikalisch ziemlich unbeleckt – mit anderen Worten, ich spiele CD-Player, Winamp, Youtube und hin und wieder auch mal Nähmaschine, und wenn andere singen krächze ich ein wenig im Damenbass mit.  Wie es trotzdem dazu kam, dass ich im Schlepptau der Mittelalterfolk-Band Schattenweber auf der Roleplay Convention 2016 landete, und was ich dort so alles erlebte, davon werde ich hier berichten.

Die Vorgeschichte:

Ich habe eine gute Freundin und Kommilitonin, hier im Blog Sio oder Isol genannt, die seit mehreren Jahren bei den Schattenwebern aktiv ist. Erinnert sich noch jemand an das Omnia-Kissen? Das habe ich für sie zum Geburtstag gemacht. Nun suchten die Schattenweber für die RPC noch jemanden, der oder die während und nach ihren Konzerten ihre CDs und sonstigen Fanartikel verkauft. Und da ich das Wochenende noch nichts vorhatte und schon immer mal das Nerdparadies schlechthin abchecken wollte, habe ich zugesagt, nach meinem ersten Durchgang in der Rolle bei der Mittelaltermensa im letzten Winter wieder zur Merchfee(räuberin – Eins dreiundsiebzig und fies!) zu werden.

Freitag:

Da der Schattenwebertreck nicht über ihre Heimatstadt führte, überfiel die Merchfeeräuberin noch für eine Nacht ihre Mutter in der alten Heimat, wo sie dann gegen 14:30 Uhr von Isol und Meister Bezius mit einem mit Instrumenten und sonstigem Musikerequipment vollgestopften Wohnmobil eingesammelt wurde. Nach einer weitestgehend ereignislosen Fahrt nach Krefeld plünderten wir noch einen Subway, bevor wir uns mit dem Rest der Band zu einer letzten Probe im Jugendraum des örtlichen Tennisvereins trafen. Dort machte mich Silva gleich auf die Existenz eines Trampolins aufmerksam, welches erstmal ausgiebig getestet werden musste. So kann man auch mit kleinen Sachen Merchfeeräuberinnen einen Freude machen. Da Krefeld von der Gewitterfront verschont blieb, saß ich, während die Schattenweber probten, noch gemütlich bis halb zehn draußen und las in J. K. Rowlings neuestem Metzelkrimi. Von links leise Mittelalterfolk auf dem Ohr, von rechts das, was das örtliche Hitradio aus der Vereinskneipe gerade so ausspuckte, vermischt mit den Geräuschen eines Tennisvereins mit steigendem Getränkepegel. Irgendwann war es dann doch zu kalt und dunkel draußen, sodass ich mir noch den Rest der Probe anhörte. Anschließend gab es, wie es sich für anständige Hobbits gehört, als Nachtmahl noch Karotten-Kartoffelstampf. Lecker. Das muss ich auch unbedingt mal ausprobieren.

Samstag:

Pünktlich um zehn saßen die Schattenweber und ich in den Autos und wir machten uns auf ins Nerdparadies. Mit vereinten Kräften fanden wir auch die Auffahrt zu Tor A ohne uns zu verfahren. Das Tor lag direkt hinter Bühne 1, sodass wir die Instrumente und das ganze andere Geraffel für das erste Konzert des Tages nicht weit schleppen mussten. Die Merchbude alias mein Arbeitsplatz entpuppte sich als luxuriöser Stand mit Sonnensegel und Bierbank. Da noch viel Zeit blieb, machten wir uns auf die Suche nach Bühne 2, auf der alle anderen Schatttenweber-Auftritte stattfinden sollten, konnten sie jedoch nicht wirklich finden. Eine Bude, die aussah wie der Merchstand vor Bühne 1, erregte unsere Aufmerksamkeit. Nach einiger Unsicherheit und ein paar Nachfragen bei anderen Bands erfuhren wir: Ja, das ist Bühne 2. Okay, dann darf es aber nicht regnen, denn dann wird es wirklich eng mit 4 Schattenwebern und dem ganzen Instrumentarium. Praios, hast du gehört, halt Rondra schön im Schach, bis die RPC vorbei ist! Die verbliebene Zeit bis zum Aufbau nutzte ich um herauszufinden, wo später am Tag der Workshop zur Phileasson-Saga stattfinden sollte. Kaum war ich 10 Minuten in der Halle unterwegs, sprang mich auch schon Ettark aus der Stadtwache an. Wächter sind wirklich überall. Der auf dem Plan groß als Workshop 2 angekündigte Raum entpuppte sich nach langer Suche schließlich als winziger Bretterverschlag ohne eigenes Dach, der einfach in die Halle hineingebaut worden war. Hoffentlich kriege ich da überhaupt noch einen Platz…

Pünktlich nahm die Merchfeeräuberin ihren Platz ein und beobachtete aus dem Schatten das Publikum, das in der Sonne briet, und bewunderte die verschiedenen Cosplays. Ciri, Triss, Yennefer, Gandalf, Endzeitler, diverse Superhelden und sogar eine Drakensang-Kladdis – alle waren sie da. Kundschaft war allerdings rar. Die allermeisten Leute waren viel stärker am Sonnensegel als an den CDs, Buttons und Patches interessiert. Bei über 25 Grad und strahlender Sonne muss es in einem Sith-Kostüm allerdings auch ziemlich warm werden. Etwas verwundert gewahrte ich die Menschentraube direkt vor dem Bühneneingang und erfuhr später, dass dort ein berühmter Youtuber namens Gronkh stand, dem später noch ein Geburtstagsständchen gespielt werden sollte. Immerhin zwei CDs konnte ich dann doch noch verkaufen, bis es hieß umziehen zu Bühne 2. Sich mit sperrigen Instrumenten durch eine Menschenmenge drängeln ist wirklich kein Spaß. Hinzu kam, dass der Bühneneingang mittlerweile von einer Traube Gronkh-Fans verstopft war, die alle ihr Idol knuddeln wollten, sodass dort kein Durchkommen mehr war und das ganze Equipment irgendwie hinter den Fressbuden durchgeschoben werden musste. Aber schließlich war es geschafft, ein Merchstand aus Equipmentkisten war improvisiert und meine Ablösung traf ein (Ein dickes Danke an dieser Stelle noch mal dafür!)

Vor Workshop 2 war es glücklicherweise längst nicht so voll wie befürchtet und mit etwas Glück ergatterte ich einen Sitzplatz in der Mitte der zweiten Reihe direkt hinter dem Beamer. Freie Sicht für mich, Yay! Es folgte eine Stunde hochinteressante, lustige und aufschlussreiche Diskussion mit einem sehr sympathischen Bernhard Hennen und einem Haufen Leute, die mindestens genauso große Phileasson-Nerds sind wie ich. Das kollektive hysterische Gelächter gequälter Spielleiter bei der Erwähnung DES Gongs sprach Bände. Natürlich habe ich mich auch mal wieder standesgemäß zum Horst gemacht, als Bernhard Hennen fragte, was denn so unsere schlimmsten Spieler-Fails gewesen waren. Erstmal meldete sich niemand und Schweigen breitete sich aus. Eine ganz ähnliche Situation hatte ich schon einmal vor einigen Jahren bei einer Lesung von Tad Williams, wo ich schließlich all meinen Mut zusammen genommen hatte und die erste Frage stellte. Also gut. Wenn sonst niemand reden will, Augen zu und durch. Dann sollte ich aber nach vorne kommen. Argh! Panik! Alle starren mich an! Unter zwei Mutsteigerungs-Bieren mache ich sowas normalerweise nicht! In ein Mikrophon sprechen ist auch so eine Kunst, die ich bisher nicht wirklich beherrsche. Aber irgendwie habe ich die Leiden des norbardischen Akrobaten und Tänzers Sajud Janeff, der auszog, eine Chimäre von hinten zu erstechen und sich dabei spektakulär das Schwert in den eigenen Bauch rammte, doch erzählt bekommen. Stand-Up Comedian ist definitiv kein realistisches Karriereziel für mich, ich bleibe besser bei chaotischen Blogposts. Sehr gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass mittlerweile Verträge für die ersten sechs Bände unterzeichnet sind. Außerdem erfuhr das Publikum von der positiven Wirkung von Bananensaft auf Autoren. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren, dann geht das mit meiner Doktorarbeit möglicherweise etwas weniger zäh voran. Nach dem Seminar schnackte ich noch kurz mit einem anderen Meister. Lieber Unbekannter, ich hätte mich gerne noch viel länger mit dir über die Tücken der Saga, DSA5 und außerplotmäßige Spielerbespaßung unterhalten, aber ich musste wirklich wieder zurück zur Bühne, meinem eigentlichen Job nachgehen.

Da das zweite Schattenweberkonzert lief während ich auf dem Phileasson-Workshop war, blieb nur noch das Abbauen und die Erkenntnis, dass der arme Gronkh sich immer noch durch seine Fans knuddeln musste. Danach gab es erstmal ein Belohnungs-Kirschporter und ich schlenderte noch mal eine Runde durch die Hallen, wo ich auch die Artist Alley fand und endlich Ari Baker mal persönlich Hallo sagen konnte, nachdem ich ihr Blog schon seit einigen Jahren lese. Ich sammelte Ettark ein und wir gingen einen Met auf seinen Geburtstag trinken. Beim anschließenden Streife gehen passierten wir den Greifvogel-Stand, bei dem so gut wie nichts mehr los war. So konnten wir in Ruhe die Falken, den Uhu und die Schleiereule bewundern und sogar den Steinkauz streicheln. Ich musste gleich an Schuhu denken, den Kauz, der als Vertrautentier der bornischen Hexe Kalinka an der Seite Asleif Phileassons einmal um Aventurien reiste.

Eigentlich war der Plan, im Hotel noch gemütlich ein Gläschen Met zu trinken, aber dann bekamen wir spitz, dass es noch eine After-Show-Party für die Aussteller mit Freibier geben sollte. Also packten wir abends um neun wegen sich daraus ergebender veränderter Autokonstellation noch mal die Instrumente um (Gronkh knuddelte immer noch und wirkte mittlerweile ziemlich erschöpft) und stürzten uns ins Getümmel. Mit einem Metbier bewaffnet schlenderte ich durch die untere Halle, von der ich bisher noch nichts mitbekommen hatte. Da befanden sich also die groß angekündigte Nerfbattle-Arena, der Tie Fighter in Originalgröße und die Endzeit-Lager! Ich entdeckte unter anderem einen Pinup-Kalender der Armee des Stahls und musste mich sehr beherrschen, nicht einmal laut ‚Dinge die Brennen!‘ zu brüllen und dann schnell Hackengas zu geben. Schließlich landete ich vor der Bühne, wo Multitalent Tommy Krappweis und diverse Musiker diverser Bands fröhlich vor sich hinmusizierten, bis Krappweis‘ Hose dem nicht mehr stand hielt und eine Naht sprengte. Auf die Frage, ob Cosplayer da wären, die nähen können, karrten tatsächlich zwei Leutchen innerhalb von fünf Minuten eine Nähmaschine heran und machten sich live ans Flicken, während Tommy Krappweis fröhlich ohne Hose einfach weitermusizierte. Das ist wahrer Rock’n’Roll! Im Hotel angekommen war ich immer noch so high von all den Eindrücken (zugegeben, Met, Bier und Metbier hatten auch einen Anteil daran), dass die arme Isol mein begeistertes Gequatsche noch einige Zeit ertragen musste, bis ich dann endlich mal bereit war, an der Matratze zu horchen.

Sonntag:

Nach einem luxuriösen Hotelfrühstück brachen wir so zeitig auf, dass wir noch gute zwei Stunden zum Erkunden der Verkaufsstände hatten, bis wir aufbauen mussten. Und so machte ich mich auf den Weg, genauer unter die Lupe zu nehmen, was ich am vorigen Tag nur im Vorbeiflitzen kurz gesehen hatte: Das Nerdparadies. Ich blätterte mich durch die endgültige Version des DSA5-Basisregelwerks, nahm das Würfelangebot genau unter die Lupe (Metallwürfel sind so schick! Und man kann sie bei Bedarf nach nervenden Spielern werfen…), shoppte Mitbringsel (wäre ich keine arme Studentin, könnte ich mich mit all dem tollem Zeug totkaufen) und besuchte meine Mitnähkromantin Miaka von khaos kouture an ihrem Stand. Allerdings ist so mancher an Ständen arbeitender männlicher Nerd doch etwas ungeschickt im Umgang mit dem allein die Hallen durchwandernden weiblichen Nerd. Angefangen von Fragen wie ‚Weißt du, was Rollenspiele sind?‘ bis zu Zutexten plus Berührung am Arm (Das geht gar nicht, Junge!) habe ich so einiges erlebt. Und nein, wenn ich deutlich sage, dass ich weiß, wozu ein Panzerstecher gut ist, brauchst du es mir nicht trotzdem noch mal zu erklären. Obwohl, der eine junge Herr, der völlig ins Stottern kam, schon wieder irgendwie knuffig war. Und das Angebot einer DSA5-Testspielrunde hätte ich wirklich gern angenommen, aber die Arbeit rief. Bevor es die Merchfeeräuberin zurück zu den CDs zog, schaute sie sich noch das Konzert von The Dolmen an. Die gingen wirklich ab und Gandalf und Walter White einträchtig nebeneinander abrocken zu sehen war schon ein wahrhaft göttliches Bild.

Das erste Schattenweber-Konzert ging bis kurz vor Ende komplikationslos über die Bühne, bis die Technik die Funksignale von Bühne 1 auffing und plötzlich anstatt der Schattenweber ganz andere Musik aus den Lautsprechern kam. Großes ‚Häh?‘ bei allen Beteiligten. Glücklicherweise ließ sich das Problem schnell beheben. Faszinierend, was alles so geht. In der Pause zwischen den beiden Konzerten, in der einige Regentropfen kurzzeitig für hektische Instrumenten- und Merchandiserettungsaktionen sorgten, kamen wir endlich dazu, das Wikinger-Eis mal zu probieren. Die Dame am Stand guckte ziemlich sparsam, als ich Eis für eine ganze Band bei ihr holte. Beim zweiten Konzert gesellten sich noch zwei Tänzerinnen und Gronkh in Inkognito-Maskierung (anscheinend hatte er Knuddelfrei) dazu und dann war die RPC auch schon vorbei und die kleine Horatia musste das Nerdparadies mit dem W20-Bällebad leider wieder verlssen. Wir verluden die Instrumente und machten uns auf den Weg. Unterwegs gab es noch ein Abschiedsessen bei Mäckes, wo ich die karamellenen Abgründe des McSundae entdeckte. Der Abend klang in Meister Bezius‘ Wohnzimmer mit seiner Frau, Isol, zwei neugierigen Katern namens Snoopy und Fussel und diversen interessanten Schnäpsen aus. Und jetzt weiß ich auch, welches Geräusch eine kotzende Katze macht. Wieder was dazu gelernt.

Montag:

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit leckerer Erdbeer-Feigen-Marmelade brachte Meister Bezius Isol und mich zum Zug und ich lernte aus erster Hand kennen, was es heißt, mit einer Harfe im Gepäck Extreme Bahnfahring zu betreiben. Gegen drei am Nachmittag war ich schließlich nach einem aufregenden Wochenende wieder daheim.

Der Loot:

RPC

Im Zweifelsfall kaufe ich immer Bücher und ‚Lang lebe die Nacht‘ stand schon lange auf meiner Anschaffungsliste. Den KGIA-Sticker habe ich am Ulisses Spiele-Stand geschenkt bekomen, ich überlege, ihn vorne in meinen Terminplaner zu kleben. Der Würfel ist ein Mitbringsel für einen guten Freund und den Schattenweber-Flyer und meinen Ausstellerausweis (hach, was hört sich das hochtrabend an) habe ich der Vollständigkeit halber hinzugefügt.

Geil war’s. Falls ich Geld, Zeit und/oder eine sonstige Chance habe, nächstes Jahr wieder hinzufahren, count me in!

Einmal Kranfreich und zurück

Musik passend dazu aus dem Repertoire bekloppter Coverversionen: Blind Guardian – To France

Es war mal wieder soweit: Horatia macht Urlaub. Allerdings nicht alleine, sondern mit der Nerdgang ihres Vertrauens machte sie sich auf, um den endemischen Zwergplattwurm in ihrer zeitweiligen Heimat Clermont-Ferrand zu besuchen. Auf der Hinreise wurden wir kurz nach der Grenze standesgemäß durch ein brennendes Auto am Straßenrand begrüßt und eine unpräzise Fahranweisung auf dem Google Maps-Ausdruck bescherte uns eine unfreiwillige Stadtrundfahrt durch Lyon. Aber ich kann stolz verkünden, dass wir es auch ganz oldschool nur mit einem 10 Jahre alten, von der CDU/CSU herausgegebenen Autoatlas und einem fürs Wandern optimierten GPS-Gerät bis ans Ziel geschafft haben. Um es mit DSA zu sagen: Das gab jeweils eine spezielle Erfahrung auf Orientierung auf Navigation.

Was darauf folgte, war eine gute Woche Faulenzen, Genießen der Auvergne und allgemeine Herumnerderei. Ich fürchte, ich muss meinen  Wortschatz erstmal wieder komplett umstellen, um wieder in der Zivilisation zugelassen zu werden.

Dinge, die ich in Frankreich getrieben habe:

– Zumindest halb um den Lac d‘ Aydat gewandert:

Frankreich1

– Den Puy de dome bestiegen (Akzent über dem o ist auf meiner Tastatur gerade unauffindbar), bzw. abgestiegen, hoch haben wir uns eine Tour mit der Zahnradbahn gegönnt. Ich hatte danach fast eine Woche Muskelkater, was eine Menge über meinen  sportlichen Zustand aussagt. Aber solange in Fitnesstudios die Marktlücke der Metal-Aerobic noch nicht erschlossen wurde, kriegen mich auch kein 10 Pferde dorthin.

Frankreich2

– Mich über Straßenschilder amüsiert. Saufvehikel sind immer gut. Aber insgesamt bin ich trotz meiner nur 2 Jahre Schulfranzösisch, die immerhin gut 15 Jahre her sind, erstaunlich gut klar gekommen. Wenn ich mir vorher zurecht legen konnte, was ich sagen wollte, wurde ich eigentlich immer verstanden, und der Rest wurde mit Händen und Füßen improvisiert. So habe ich dann auch herausbekommen, dass der riesige Comicladen in Clermond-Ferrand leider keinen einzigen englischsprachigen Comic im Sortiment hatte. Schade. Ich hatte doch insgeheim gehofft, den neuesten Order of the Stick einsacken zu können, nachdem der Pegasus-Shop ihn seit Monaten als bald lieferbar verzeichnet, aber sich nichts tut.

Frankreich3

– Mich in französischen Freizeitbetätigungen ausprobiert. Pétanque ist definitiv eine würdige Alternative zu Kubb.

Frankreich4

– Ein Paar Socken gestrickt und erfolgreich am Abbau meiner Sockenwollevorräte gearbeitet. Socke 1 wurde die Shadowrun-Socke getauft, weil ich sie während einer Runde Shadowrun gestrickt habe, und Socke 2 wurde die GURPS-Socke. Und ja, wegen des Biers haben der Tilmensch, Lena und ich vor der Abfahrt noch extra einen Supermarkt aufgesucht, weil wir schon vorgewarnt wurden, dass französisches Bier nicht so der Bringer ist.

Frankreich5

– Clermont-Ferrand besichtigt. Und aus dem örtlichen Rollenspielladen 3 W20 als Souvenir zum spektakulären Preis von 50 Cent pro Würfel mitgenommen. Vercingetorix ist in der Auvergne überall präsent, was bei mir den Impuls ausgelöst hat, mir dringend eine eigene Version von ‚Asterix und der Avernerschild‘ zuzulegen. Es lebe ‚hicks‘ Vercingetorix!

Frankreich6

Frankreich7

– Fleißig Pen&Paper gespielt. Immerhin sind wir ein Haufen Nerds. Und so konnte ich meine GURPS Dungeons-Klerikerin Aliana von Sterzberg mal wieder ausgraben, ihres Zeichens Dienerin der Wahrheit und Gerechtigkeit, in den Augen der anderen Charaktere wanderndes Medipack und Gelegenheits-Tank. Ja, die Fähigkeit zu Heilzaubern war schon ziemlich nützlich, als der erste Bosskampf die ganze Gruppe ziemlich zerlegt hat. Aber dank zwei Frauen mit Schwertern (der endemische Zwergplattwurm und ich) ist die Sache doch noch gut ausgegangen. Außerdem habe ich mich als als leicht wahnsinnige bastelwütige Gnomin mit der experimentellen mehrschüssigen Projektilwaffe mit besonderer alchimistischer Überaschung Modell Mk 2b (Fragt nicht, was mit Modell Mk 2a passiert ist, und Modell Mk 1 ist der Grund, weshalb sie ihren Nachnamen lieber nicht mehr angibt) im Pathfinder-System ausprobiert. Und dank Shadowrun werde ich Netto-Supermärkte nie wieder mit den gleichen Augen sehen. Es folgen einige Impressionen von der Hexfeldmatte und drumherum:

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Gumpf der Goblin war übrigens eine der Wachen, die den Eingang zu ‚unserem‘ Dungeon bewachten. Da unser eigener Goblinscout Zugg heroisch vorschlich und Gumpf ins Gesicht schoss, waren selbiger und sein Kumpel Boggel erstmal ziemlich sauer auf den armen Zugg und er ist nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Da blieb Aliana und mir wieder nur mal übrig, Order of the Stick zu zitieren:

Ah, the life of an adventuring cleric. A perpetual struggle to maintain the hit point totals of four or five nigh-suicidal tomb robbers determined to deplete them at all costs.

Der Spruch steht übrigens auf der Rückseite ihres Charakterbogens, weil er einfach sowas von wahr ist.

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Rollenspiel im Garten bei über 20°C und Sonnenschein. Anonymisiert, um die Privatsphäre der Nerdgang zu wahren.

Frankreich10

Hexfeld-Action – zu viert gegen den untoten Otti. Von links nach rechts: Aliana von Sterzberg, Janus Iscarion, Loradrin (Spitzname Täubchen wegen seiner Flügel) und Kunigunde, die Frau die noch 1w6+4 mehr Schaden austeilte als ich.

Frankreich11

Stilleben mit Pfeffi, farblich hervorragend koordinierten Würfeln, Hexfeldern und Zombies.

Wirklich schön war’s. Danke an den endemischen Zwergplattwurm für die Organisation, den Tilmensch und Lena fürs geduldige Ertragen meiner semi-professionellen Beifahrer-Navigationsskills und überhaupt der gesamten Nerdgang fürs dabei gewesen sein. Nun heißt es zurück zum Alltag, dem Endspurt der Promotion und dem Suchen nach einer Arbeit, die die finanzielle Basis für weiteres Nerdic Walking bildet.

Akute Konsumgeilheit oder: Die Glamour Shöpping Card und ich

Ich habe es getan. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mir eine Glamour gekauft. Nicht, weil mich der Inhalt sonderlich interessiert hätte, sondern wegen der Shopping Card, mit der man vielerorts Rabatte bekommen konnte. Und wenn es sowieso mal wieder zum Messen nach Hamburg geht, kann man die 2,20 € auch mal investieren. Im Zug habe ich mir die Zeitschrift zu Gemüte geführt – Na ja. Mode und Kosmetik, die weit jenseits meiner Preisklasse liegen, merkwürdige Trends und Interviews mit Models, die ich nicht kenne, waren nun nicht das Nonplusultra einer erfüllten Lektüre, aber egal. Ich hatte die Shopping Card und eine äußerst liebe Finanzspende von der besten Oma der Welt mit dem Auftrag, mir etwas schönes zu kaufen. Har Har Har!!!!!

Und ja, es hat sich gelohnt – der Loot war reichlich. Ich weiß, auf Bloggersprech heißt es eigentlich Haul, aber ich bin halt akut rollenspielverdorben und da heißt es nun mal Loot.

HamburgBeute1

Seit gut zwei Jahren schleiche ich nun schon um den Kiko-Store im Elbe Einkaufszentrum herum, habe aber nie was gekauft. Irgendwie haben mich die perfekt geschminkten Verkäuferinnen immer abgeschreckt. Aber nun gab es 20% auf alles und da habe ich mal zugeschlagen. Nagelack und Lidschatten in – wie soll ich die Farbe anders beschreiben – Vernon Roche-Blau, dazu noch ein weiterer, ganz toll pigmentierter Lidschatten in Gelb und einen dunkelroten Lippenstift, bei dem ich erstmal fünf Minuten gerätselt habe, wie ich das Ding nun aus der Hülle befreit kriege. Und die Verkäuferin hat mich Make-Up-Dilettantin auch nicht verjagt, sondern mich sogar noch sehr nett beraten.

Den Intense Lip Balm von Manhattan habe ich auf diversen Make Up-Blogs gesehen und fand das Prinzip interessant. Mal ein echter Lippen-Stift. Und knallrot geht immer.

Ich finde ja, dass der Schmuck von H&M in den meisten Fällen ziemlich billig aussieht, aber manchmal finde ich doch etwas, wie dieses Mal das tolle Armband mit den Augen. Wer fühlt sich jetzt nicht beobachtet?

Noch mehr Modeschmuck gab es bei Six, wo ich zu meiner großen Freude eine Art Halloween-Kollektion entdeckte. Eine Fledermausbrosche! Und Kameen-Ohrringe mit Skelett-Dame! Da freut sich mein innerer Kindergrufti.

Zotter-Trinkschokoladenriegel. Omnomnomnom. Ohne weitere Worte.

Auf einem Herbstmarkt in der Innenstadt gab es eine Gewürzbude, wo ich endlich ein Tütchen Harissa gefunden habe. Scharf ist immer gut.

Netterweise galt die Shopping Card auch für die idee-Bastelläden – Für eine Frickelnase für mich ein Grund zu großer Freude. Mit den 20% habe ich mir endlich mal ein paar von den tollen Holzstempeln gegönnt, auf die ich schon lange scharf war. Windrose, Schlüssel, Taschenuhr und Piratenflagge – Steampunk Pirates Ahoi!

Ebenfalls aus dem Bastelladen gab es noch Glasfläschchen mit Korken für die stilvolle Aufbewahrung meiner gesammelten Asche vom Eyjafjallajökull.

Flohmärkte sind toll – Der, den ich besucht habe, hatte eine ganze Zigarrenkiste voller gestickter Original Wäscheetiketten von 1905 mit Monogrammen. Meinen Vor- und Nachnamen habe ich zwar trotz systematischer Durchsuchung der gesamten Kiste nicht gefunden, aber immerhin meine beiden Vornamen. Mal sehen, in welche selbst genähten Klamotten ich die guten Stücke einnähe.

Mit der Beauty Stories von p2 gibt es endlich mal wieder eine schöne Limited Edition in der Drogerie, und da ich gerade meinen Lidschattenbestand aufstocke, durfte die Magical Moment-Palette auch noch mit.

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Ich habe eine echte Schwäche für Ringelstrumpfhosen. Und nach langer, fruchtloser Suche bin ich nun endlich bei C&A fündig geworden. Und da ich schon mal dabei war, ist mir auch gleich noch eine Strumpfhose mit Burberry-Muster in die Tüte gehüpft.

Meine Winterstiefel haben sich Ende des letzten Winters halbwegs in ihre Bestandteile aufgelöst, deshalb musste dort auch Ersatz her. Es war gar nicht so einfach, welche zu finden, die außer der Passform auch noch folgende Kriterien erfüllten: a) schwarz, b) mit Schnürung, c) ohne komischen, ständig bei mir drückenden Reißverschluss an der Seite. Ich mag sie.

Ebenfalls vom Flohmarkt stammen die absolut genialen, knallroten Lederhandschuhe. Instant Diva-Gefühl!

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Zu guter Letzt habe ich vom Flohmarkt noch vier alte, verschnörkelte Metallbilderrahmen abgeschleppt, die bald im nächsten Schritt der Wandlung meiner Wohnung zur Steampunk-Entdeckerhöhle verbastelt werden sollen. Das teilweise sichtbare UFO im schwarzen Rahmen ist übrigens die Deckenlampe…

Ja, der Raubzug auf den Schwingen der Konsumgeilheit hat sich definitiv gelohnt. Und das hier habe ich eigentlich die meiste Zeit in Hamburg getrieben:

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DESY1

Wie man auf dem zweiten Bild unschwer erkennen kann, ist das nächste wollige Projekt schon in Arbeit.

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