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Archiv für das Schlagwort “Endzeitmieder”

Anleitung: Miederschnürung aus Öffnungslaschen von Getränkedosen

Für alle die es nachbauen wollen, noch mal eine ausführlichere Anleitung für die Schnürung des Endzeitmieders mit dilettantischen Zeichnungen.

Den scharfen Grat, der beim Ablösen der Lasche von der Getränkedose entsteht, mit einer Zange auf die Rückseite der Öse biegen. Ich habe dafür eine Flachzange fürs Schmuck basteln genommen.

Das Paneel, an dem die Schnürung sitzen soll, an der Schnürungskante um die Länge l – a (siehe Abbildung 1) kürzen, da die Schnürösen etwa so weit über den Stoff hinausragen werden. Das Mieder ansonsten wie gewohnt nähen.

Anleitung1

Nach dem Zusammennähen von Oberstoff und Futter von der rückwärtigen Kante die Länge a + 2 oder 3 mm abmessen (siehe Abbildung 2), dahinter einen Stabtunnel setzen und den Stab einziehen.

Anleitung2

Die Abstände der Schnürösen festlegen und die Öffnungslaschen wie in Abbildung 3 mit stabilem Knopflochgarn festnähen. Hierbei ist wichtig, dass oberhalb der umgebogenen Kante noch einmal durch beide Stofflagen gestochen wird, damit die Öffnungslasche nicht verrutschen kann.

Anleitung3

Schnur einfädeln, schnüren und tragen 😉

Endzeitmieder9

Wer möchte, kann die Ösen vor dem Annähen noch mit Nagellack oder Farbe verzieren. Abblättern ist bei häufigem Schnüren zwar wahrscheinlich, aber für einen Endzeitlook sehr passend.

Ich habe diese Art der Schnürung bisher nur an einem Zier-Taillenmieder ausprobiert, ob sie auch stabil genug für ein richtiges Korsett mit Taillenreduktion ist, kann ich nicht garantieren.

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Dies ist das Ende aller… Mieder

Musik: Dropkick Murphys – I’m shipping up to Boston

So, das Bier ist getrunken, das Drops ist gelutscht – Das Endzeit-Mieder ist fertig und wird morgen seiner neuen Besitzerin übergeben! Also habe ich heute vor der Uni noch mal Iron Girl auf die Terrasse geschleppt und bei trübem Wetter ein paar Bilder gemacht.

Endzeitmieder5

Oberstoff und Futter habe ich einfach sichtbar und ohne weitere Versäuberungen mit Baumwoll-Häkelgarn zusammengenäht. Der Straps stammt von einem alten Korsett, das ich längst ausgeweidet habe. Einige Detailaufnahmen der Deko:

Endzeitmieder8

Den völlig abgewrackten Metallknopf habe ich mal aus dem Flusensieb unserer alten WG-Waschmaschine geholt, er stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch von den Vorbesitzern. Ansonsten gab es viel Arbeit für Nagelfeile, Nagellack, Alleskleber und Feuerzeug.

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Diverse Unterlegscheiben in verschiedenen Stadien der Verrostung, ein alter Schlüssel, Waschmünzen von einem mittlerweile geschlossenen Waschsalon, diverse Spitzen- und Bortenreste, ein liebevoll verschmorter Faschingsohrring und Goldflitterband, an dem mal die Glocken von Lindt-Schokoweihnachtsmännern befestigt waren.

Und hier der Beweis, dass sich der Bierkonsum wirklich gelohnt hat:

Endzeitmieder9

Einige der Laschen habe ich noch mit Nagelack bemalt und anschließend verkratzt. Festgenäht sind sie mit einer Menge Knopflochgarn, was bisher auch gut zu halten scheint. Die Schnur habe ich aus diversen fies-kreischbunten Wollresten geflochten.

Das war’s dann vorerst aus der Endzeit. Mal sehen, wo mich meine Zeitmaschine als nächstes hinführt.

Saufen fürs Nähprojekt

Musik: Mr. Hurly und die Pulveraffen – Schrumpfkopf im Rumtopf

Ich weiß, ich war in letzter Zeit mal wieder schreibfaul, aber so ganz untätig bin ich während der letzten anderthalb Monaten doch nicht gewesen. Ich habe von einer befreundeten LARPerin einen Auftrag für ein Schnürmieder für ihren Endzeitcharakter bekommen, im Tausch gegen eine auf Steampunk-Endzeit gemoddete Nerf.

Also habe ich erstmal mein Stofflager durchsucht, einen Haufen Stoffreste zusammengesammelt und mich mit Schimmelentferner an ihnen ausgetobt. Interessanter Fakt: Zwei verschiedene Chargen schwarzer IKEA-Ditte nehmen völlig unterschiedliche Farben an. Während Charge 1 sich knallorange entfärbte, kam bei Charge 2 eine Art beige raus. Und reine Synthetik entfärbt sich leider gar nicht.

Dann habe ich meinen verlässlichen Miederschnitt aus der besten Burda aller Zeiten (09/2006) rausgekramt und mich ans Werk gemacht. Das Geile an Endzeitklamotten ist, dass man auf sämtliche Nähstandards pfeifen kann. Versäubert wird nicht und der Fadenlauf wird im Rahmen der gewährleisteten Miederstabilität einfach mal ignoriert. Auch mit der Deko hatte ich bisher viel Spaß: Spitze mit dem Streichholz anschmoren, Unterlegscheiben in Salzwasser einlegen damit sie schön rosten, Metallteile erst mit Nagellack bepinseln und dann anzünden für die echte aus-dem-Feuer-gerettet-Patina, Knöpfe mit der Feile verunstalten, kaputten und abgeranzten Modeschmuck zerlegen – Ja, da kommt Freude auf. Außerdem lohnt es sich doch, so ziemlich jeden Restfitzel Kram aufzuheben. Für ein solches Projekt sind Minireste perfekt. Als Stäbe habe ich ganz stilecht Kabelbinder eingezogen. Das hier ist der derzeitige Stand: (Nur zur Anmerkung, bis auf das Leinen im Medaillon waren alle Stoffe ursprünglich mal schwarz)

Endzeitmieder1

Die Schnürung hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. In der Endzeit gibt es vermutlich nicht einfach mal eben so eine Ösenzange und die guten Ösen von Prym, deshalb musste eine andere Lösung her. Zuerst habe ich überlegt, die Schnürösen einfach zu bohren und anschließend mit Knopflochgarn zu umsticken wie bei Rokoko-Schnürbrüsten, aber dann kam mir eine wesentlich abgefahrenere zündende Idee. Warum nicht einfach die Öffnungslaschen von Getränkedosen nehmen? Einige habe ich von der zukünftigen Besitzerin des Mieders bekommen, aber da ich auch noch einige andere Stellen des Mieders mit den Dingern verzieren wollte, haben sie nicht ganz gereicht. Die Lösung: Dosenbier! Irgendwie kommt man sich zwar schon etwas bescheuert vor, wenn man im Supermarkt steht und sich Bier danach aussucht, möglichst viele verschiedene Öffnungsnupsiformen und -farben zusammenzukriegen, aber was tut man nicht alles für die Kunst.

Endzeitmieder2

In diesem Sinne: Slayer!

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