Zum Anker und Oktopus

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Archiv für das Schlagwort “Kutte”

Festival-Gürteltasche Deluxe

Musik: Metallica – This was just your life

Diese Woche gibt es ausnahmsweise einen Dienstagspost, weil ab morgen RockHarz angesagt ist.

Bisher habe ich beim Ausgehen und auf Festivals immer einen kleinen Bundeswehrbrotbeutel als Allzwecktasche mit mir herumgeschleppt. Das ständige Herumgewurschtel mit dem Taschengurt und die Tatsache, dass so eine Umhängetasche beim Tanzen ganz schön in der Gegend herumschwingt, haben mich allerdings schon länger genervt und so habe ich beschlossen, aus den gleichen Stoffresten, aus denen schon die Kutte entstand, eine Gürteltasche zu nähen. Ich besitze zwar schon eine aus Leder, aber in selbige passt mein Portemonnaie und sonst exakt nichts. Und auf einem Festival schleppe ich nun mal diverse Dinge mit mir herum: Handy um im Notfall die Leute wiederzufinden, ein Klopapiervorrat, Handdesinfektionsmittel, Block und Kuli, Running Order, Shoppingbeute von den Merch-Ständen und so weiter.

Also habe ich mir einen groben Plan gemacht, was ich alles an Features haben will, ein Schnittmuster gebastelt und losgelegt. Das hier ist am Ende dabei herausgekommen:

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Das Schrägband ist übrigens aus den Resten einer Bluse gemacht, die ich vor vielen Jahren mal anlässlich eines Iron Maiden-Konzerts genäht habe. Quasi ein Stoff mit Metal-Geschichte. Leider ist der Reißverschluss, den ich in den Teifen meines Vorrats aufgestöbert habe, 2 cm zu kurz. Es gab zwar auch welche in der richtigen Länge zu kaufen, aber der Hersteller wollte mal wieder für die Hobbyschneider mitdenken und hat einen Mechanismus in den Schieber eingebaut, der den Zipperanhänger in Richtung des Reißverschlusses glatt anliegend einrasten lässt. Wenn er allerdings, wie bei der Tasche im geschlossenen Zustand, in die andere Richtung hängt, steht dort ein fieser Metalldorn hoch, der ziemlich gefährlich für die Finger werden kann. Vielen Dank auch, lieber Hersteller, dass du die Verwendungsfreiheit deines Produkts mit solchem Blödsinn unnötig einschränkst.

Aber zurück zur Tasche. Hinten habe ich ihr drei Gürtelschlaufen verpasst, damit sie nicht in der Mitte durchhängt.

Steampunkalypse6

Unter der Klappe verbergen sich ein paar Außentaschen und die Seiten haben auch noch je eine bekommen. Die D-Ringe habe ich eingenäht, damit ich die Tasche, wenn ich Lust darauf habe, doch mal als Handtasche tragen kann.

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Das Innenfutter hat eine Unterteilung, damit der Tascheininhalt nicht ganz so wild durcheinander purzelt. Dafür habe ich den Rest meines heiligen Piratenstoffs verarbeitet, den es vor 10 Jahren oder so mal bei Karstadt gab und aus dem ich seinerzeit meine erste Bluse genäht hatte. Seitdem gab es zwar immer wieder Skull and Crossbones-Stoffe, aber keiner war so schön wie dieser. Das letzte Reststück dieses Lieblingsstoffs, noch etwa 30×30 cm, habe ich gehortet wie meinen Augapfel und die Tasche war endlich ein Projekt mit genug Rock’n’Roll um ihn zu opfern. Ganz hat der Stoff nicht gereicht, deshalb habe ich noch schwarze Ditte dazugenommen. Da ich von dem Stoff wirklich nichts umkommen lassen wollte, habe ich aus den letzten Resten noch kleine Schädelpatches gemacht, von denen auch einer auf die Taschenklappe gewandert ist.

Steampunkalypse5

Damit bin ich nun für die Festivalsaison 2015 gerüstet. Die Camouflage-Stoffreste sind allerdings immer noch nicht aufgebraucht und es geistert noch ein Plan für einen Pfandbecher- und Bierdosenhalter in meinem Kopf herum. Dafür bräuchte ich allerdings halbwegs stabilen Netzstoff und so etwas war kurzfristig in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben.

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Der Hut begleitet mich übrigens schon seit 15 Jahren auf jede Geländeexkursion und jedes Festival und ist eine Art Markenzeichen für mich geworden.

 

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Kutten-Update

Musik: Iron Maiden – The man who would be king

Noch 2 Wochen bis zum RockHarz und die Kutte ist nun auch bereit. Alle Aufnäher sind aufgenäht (Volbeat musste ich noch mal umsetzen, damit Slayer in die Mitte konnte) und der Rückengurt hat noch eine Reihe alte Unterlegscheiben verpasst bekommen, die ich in meiner Werkzeugkiste gefunden habe. Nachdem das Aufnäherangebot beim letzten Wacken wirklich enttäuschend war, hoffe ich nun auf bessere Ausbeute, denn einige Bands fehlen mir noch. Oder ich muss wieder selbst sticken.

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Von vorne ist eigentlich alles beim alten geblieben, ich habe nur einige Knöpfe mit stärkerem Garn noch mal neu festgenäht. Metallknöpfe scheuern ihren Faden gerne mal durch.

God listens to Slayer

Musik: Slayer – South of Heaven

Hin und wieder ist es so weit: Bescheuerte Ideen schreien danach, verwirklicht zu werden. Vor ein paar Jahren stieß ich in den Weiten des Internets auf folgendes Bild, das entstand, als sich ein Sprayer auf einem Werbeplakat eines religiösen Radiosenders ausgetobt hatte:

http://www.slayer.net/de/photos/god-listens-slayer

Das Motiv war einfach so cool, dass ich etwas damit anstellen musste, und nun habe ich einen Patch für meine Kutte daraus gemacht. Rotes und weißes Nähgarn auf schwarzer Ditte, verstärkt mit Bügeleinlage und rundherum mit Zickzackstich versäubert, Größe 10 x 4 cm.

GodlistenstoSlayer

Für meinen allerersten Versuch mit Plattstich bin ich extrem zufrieden.

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